Isidor Klimont

Isidor M. Klimont (* 22. Januar 1869 in Wien; † 10. Juni 1926 ebenda) war ein österreichischer Chemiker und Hochschullehrer. Er war zunächst in der freien Wirtschaft tätig und besaß seit 1907 einen akademischen Lehrauftrag. Sein wissenschaftliches Hauptinteresse in der organischen Chemie galt Fetten und Ölen und er wurde als „einer der hervorragendsten Fachleute auf dem Gebiete der Ölindustrie“ bezeichnet.

Leben

Ausbildung

Klimont kam in Wien zu Welt und besuchte die kaiserlich-königliche Staats-Ober-Realschule im Gemeindebezirk Leopoldstadt. Nach bestandener Matura immatrikulierte er sich für ein Chemiestudium zunächst an der Technischen Hochschule Wien und legte im Studienjahr 1888/89 die erste Staatsprüfung ab. Anschließend studierte er ein Semester an der Universität Basel und wechselte dann an die mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, wo unter anderem Victor Meyer und Ludwig Gattermann zu seinen Dozenten zählten. Dort wurde er schließlich 1891 mit der Doppeldissertation I. Zur Kenntniss der Oxyanthrachinone. II. Ueber Condensationsproducte des m-Chlorbenzaldehydes cum laude zum Dr. rer. nat. promoviert. Im Jahr 1905 folgte eine weitere Promotion zum Dr. phil. an der philosophischen Fakultät der Universität Wien, nachdem Klimont dort ein Rigorosum aus naturwissenschaftlichen Fächern sowie aus Philosophie (letzteres Fach mit Auszeichnung) abgelegt hatte.

Berufliche Karriere

Unmittelbar nach seiner ersten Promotion fand Klimont 1892 eine Anstellung bei der k. k. privilegierten Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft, deren Materialprüfungslabor er in den folgenden Jahren leitete. Teilweise zeitlich überschneidend arbeitete er zwischen 1898 und 1908 bei der Margarinefabrik Emanuel Khuner & Sohn im niederösterreichischen Atzgersdorf als technischer Berater für die Verarbeitung von Kokosfett. Darüber hinaus war er im Laufe seiner Karriere auch für andere Unternehmen der Öl- und Fettindustrie als Berater tätig und meldete zwischen den 1890er und 1920er Jahren diverse Patente an. Im Jahr 1894 gründete er die Zeitschrift Revue über die Fett- und Harzindustrie (Untertitel: Wissenschaftliches Centralorgan für die Industrieen der Fette, Oele und Mineralöle, der Seifen-, Wachs-, Kerzen- und Lackfabrikation, sowie der ätherischen Oele und Harze, Kautschuk und Guttapercha), deren Herausgabe ab 1897 Robert Henriques übernahm. Sie entwickelte sich zu einer angesehenen wissenschaftlichen Fachzeitschrift und existiert noch heute (Stand: Oktober 2024) unter dem Namen European Journal of Lipid Science and Technology.

An der TH Wien habilitierte sich Klimont 1907 mit der Schrift Die synthetischen und isolirten Aromatica und stieg dadurch zum Privatdozenten auf, wobei er einen Lehrauftrag für „organische Chemie mit besonderer Berücksichtigung der Riechstoffe und Fette“ erhielt. Dieser wurde 1914 um den Fachbereich der „chemischen Technologie der Fette, Mineralöle und Terpene“ erweitert. In Anerkennung seiner wissenschaftlichen Leistungen ernannte man ihn schließlich 1919 zum außerordentlichen Professor.

Nach „langem [und] schwerem Leiden“ starb Klimont 1926 im Alter von nur 56 Jahren.

Publikationen (Auswahl)

Monographien

Fachaufsätze

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 Rudolf Vierhaus (Hrsg.): Deutsche Biographische Enzyklopädie. Band 5: Hitz–Kozub. 2. überarbeitete und erweiterte Ausgabe, K. G. Saur Verlag, 2006, ISBN 978-3-598-25035-4, Seite 703.
  2. 1 2 Oel und Kohl. vereinigt mit Petroleum und Bohrtechnik-Zeitung mit den Mineralöl-Berichten; Offizielles Organ der deutschen Gesellschaft für Mineralölforschung · Band 22, Ausgabe 2, 1926, Seite 728.
  3. ↑ Jahresbericht der K.K. Realschule in der Leopoldstadt in Wien. 1886, Seite 53.
  4. ↑ Gerhard Lüdtke (Hrsg.): Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender. Verlag Walter de Gruyter, Jahrgang 2, 1926, Seite 947.
  5. 1 2 3 „Klimont, Isidor (1869-1926), Chemiker“. Abgerufen auf biographien.ac.at (Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950) am 26. Oktober 2024.
  6. ↑ Sarah Julia Zachl: Fräulein Doktor – Dissertantinnen an der Universität Wien im Fach Chemie zwischen 1920 und 1929. Diplomarbeit, Universität Wien, 2020, Seite 100. Abgerufen auf services.phaidra.univie.ac.at (Digital-Asset-Management-System PHAIDRA der Universität Wien) am 26. Oktober 2024.
  7. ↑ „Klimont, Isidor M.“. Abgerufen auf austria-forum.org (Austria-Forum) am 26. Oktober 2024.
  8. ↑ Naturwissenschaftliche Rundschau. Band 23, 1908, Seite 52.
  9. ↑ „Hochschulnachrichten“. In: Beilage zur Allgemeinen Zeitung. Jahrgang 1908, № 9, 17. Januar 1908, Seite 72.
  10. ↑ Gerhard Lüdtke (Hrsg.): Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender. Verlag Walter de Gruyter, Jahrgang 2, 1926, Seite 947.
  11. ↑ „Personalien“. In: Chemiker-Zeitung. Jahrgang 43, № 63, 24. Mai 1919, Seite 303.