James Edward Walsh

James E. Walsh, 1927
Wappen

James Edward Walsh MM (* 30. April 1891 in Cumberland, Maryland; † 29. Juli 1981 in Maryknoll, Ossining, New York) war ein US-amerikanischer römisch-katholischer Missionar und Bischof. Er verbrachte viele Jahre in der Volksrepublik China und war dort zwölf Jahre lang inhaftiert.

Leben und Wirken

Frühe Jahre und Mission

James Edward Walsh war das zweite von neun Kindern von Mary Cancannon und William E. Walsh. Nach seinem Abschluss am Mount St. Mary’s College im Alter von 19 Jahren, arbeitet er zwei Jahre als Zeitnehmer in einem Stahlwerk.

Er trat am 15. September 1912 in die damals neu gegründete Missionsgesellschaft von Maryknoll ein. Am 7. Dezember 1915 weihte Maurice Patrick Foley, Bischof von Tuguegarao, ihn zum zweiten Priester der Maryknoll-Missionare. Er gehörte zur ersten Gruppe von Maryknoll-Missionaren, die 1918 nach China reisten. Mit ihm reisten Pater Thomas Frederick Price, einer der Gründer von Maryknoll und Oberer der Gruppe; Pater Francis Xavier Ford und Pater Bernard F. Meyer.

Walshs frühe Jahre in China waren chaotisch. Er geriet in die Gefangenschaft von Banditen und war in blutige lokale Konflikte verwickelt.

Papst Benedikt XV. ernannte ihn am 12. März 1924 zum Apostolischen Präfekten von Kongmoon. Am 22. Mai 1927 wurde er zum Titularbischof von Sata und zum ersten Apostolischen Vikar von Kongmoon (heute Jiangmen) ernannt. Die Bischofsweihe empfing er am 22. Mai 1927 auf der Insel Shangchuan Dao, dem Sterbeort des heiligen Franz Xaver, durch Charles-François Baillargeon , Erzbischof von Québec. Mitkonsekratoren waren Ignace Bourget, Bischof von Montréal, und John Joseph Lynch CM, Bischof von Toronto.

Generaloberer und Rückkehr nach China

1936 wurde Walsh zum Generaloberen der Maryknoll-Missionare gewählt, im Juli 1936 trat er als Apostolischer Vikar zurück und kehrte in die USA zurück. Während seiner zehnjährigen Amtszeit leitete er die ersten Maryknoll-Missionen in Lateinamerika und Afrika. Von November bis Dezember 1940 reiste er zusammen mit seinem Assistenten, Pater James M. Drought, nach Japan, um an den diplomatischen Verhandlungen zwischen den USA und Japan teilzunehmen. Nach dem Ende seiner Amtszeit im Jahr 1946 bat ihn der Heilige Stuhl, nach China zurückzukehren, um das „Catholic Central Bureau“ in Shanghai zu leiten, das die Missionsarbeit koordinierte.

Haft und Freilassung

Nach der Machtübernahme durch die Kommunistische Partei Chinas weigerte sich Walsh, das Land zu verlassen. 1958 wurde er von den chinesischen Behörden verhaftet und 1960 wegen angeblicher Spionage zu 20 Jahren Haft verurteilt.

Während seiner Haftzeit wurde er zu einem Symbol für die Standhaftigkeit der Kirche unter politischem Druck. Völlig überraschend wurde er im Juli 1970 nach zwölf Jahren Haft entlassen und über die Grenze, eine Fußgängerbrücke, nach Hongkong abgeschoben. Er war der letzte ausländische Missionar, der aus chinesischer Haft entlassen wurde. In Summe wurden 7000 Missionare ausgewiesen. Seine Freilassung war eine wichtige Geste, die zur Entspannung der Beziehungen im Zuge des Besuchs von Präsident Nixon in China im Jahr 1972 beitrug.

Späte Jahre

Nach seiner Freilassung kehrte er in die USA zurück. Er starb 1981 im Alter von 90 Jahren im Mutterhaus der Maryknoll-Brüder in New York.

Ehrungen

Literatur

Commons: James Edward Walsh – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Personendaten
NAME Walsh, James Edward
KURZBESCHREIBUNG US-amerikanischer römisch-katholischer Missionar und Bischof
GEBURTSDATUM 30. April 1891
GEBURTSORT Cumberland, Maryland
STERBEDATUM 29. Juli 1981
STERBEORT Maryknoll, Ossining, New York