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Jobst Tilmann bei der Ausstellungseröffnung 'Anfang ohne Ende' im März 2020 im Kunstmuseum Ahlen
Jobst Tilmann (* 1949 in Springe/Hannover) ist ein deutscher bildender Künstler.
Leben
Er absolvierte ein Studium der Freien Kunst an der damaligen Werkkunstschule Hannover bei Günther Wolfram Sellung und Herbert Ribitzki. Von 1972 bis 1977 war er Fachlehrer für Kunsterziehung an allgemeinbildenden Schulen.
1976 hatte er seine erste Einzelausstellung mit Zeichnungen in der Galerie Brusberg in Hannover.
Von 1982 bis 2002 lebte und arbeitete er wechselweise in Saint-Restitut und Völksen, zusammen mit der Künstlerin Antje Smollich. Während dieser Zeit arbeitete er mit Galerien in Lyon und Nizza zusammen, ebenso wie mit dem Zentrum für Druckgrafik URDLA in Villeurbanne.
1995 führte ihn ein mehrmonatiger Arbeitsaufenthalt nach Marseille, wo er ein Atelier in der Friche de la belle de mai hatte.
Von 2000 bis 2012 lehrte Tilmann an der Fakultät Gestaltung der HAWK Hildesheim. Von 2014 bis 2019 lebte er auf Gut Walshausen und seit 2019 lebt und arbeitet er in Wiedenbrück.
Arbeiten
Jobst Tillmann richtete nach gegenständlich-figürlichen Malereien in den 1970er Jahren mit seiner Umsiedelung nach Frankreich und dem Erleben der örtlichen unterirdischen Kalksteinbrüche die bildnerischen Konzepte neu aus. Arbeit auf Papier war das Hauptarbeitsfeld, begleitet von großformatigen Malereien auf Leinwand.
Auf der Basis beobachteter Arbeitsprozesse und deren Wandel sowie dessen Logik entwickelte Tilmann eine eigenständige und autonome Bildwelt. Regelhaftigkeit und Orthogonalität sowie deren Störungen waren prägende Charaktere bis zum Beginn der 2000er Jahre. Strenge Ordnungsprinzipien verloren danach zunehmend an Bedeutung zugunsten sich frei organisierender prozessbasierter Malerei. Gegen das Orthogonale, Strenge und Gegliederte setzt er nun das Nicht-Orthogonale und Ungegliederte. Gegenüber dem Primat der Ordnung in den früheren Werken scheint jetzt der Zufall der Vater der Komposition zu sein. Der graue Umriss, ob positiv oder negativ, mit dem Tilmann Formen aus der Farbe herausarbeitet, folgt eher einem Re ex als einem Kalkül. Den Farbentwicklungen folgende Intervention mittels Kontur und deckender Füllung in neutralem Grau übernahmen Aufgaben von Struktur- und Formbildung.
Ausstellungen (Auswahl)
Tilmann arbeitete mit Galerien in Deutschland und Frankreich,
u.a. Galerie Brusberg Hannover, Galerie Lydie Rekow Lyon, Galerie Evelyne Canus La Colle-sur-Loup/Paris/Basel, Galerie Francoise Moulin Lyon, Galerie Schlieper Hagen, Galerie Voss Dortmund zusammen.
Mehrfach war er auf internationalen Kunstmessen (ArtCologne, SAGA Paris, ART Basel) vertreten.
Tilmann realisierte zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen in Frankreich und Deutschland.
Ausstellungen (Auswahl von Gruppen- und Einzelausstellungen)
Jobst Tilmann - Robert Schad, Begleitbuch zur Ausstellung Voyage. Kunstmuseum Ahlen, Verlag Kettler, Bönen 2002. (Kunstmuseum Ahlen)
Farbmalerei. Sammlung Sparkasse Stade-Altes Land 1995-2011, Joachim Kreibohm, Ulrike Schick, Ulrike Schneider u. a., 2011, Verlag Sparkasse Stade-Altes Land
Jobst Tilmann - Anfang ohne Ende, Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung Kunstmuseum Ahlen, Februar 2020, 216 Seiten, Verlag Kettler in Bönen, ISBN 978-3-86206-806-7
Jobst Tilmann - FÄLLT (NICHT) VOM HIMMEL. Bilder und Dinge, Katalog zur Ausstellung, 2023, 48 Seiten, Carlernst-Kürten-Stiftung, Unna, ISBN 978-3-9821286-6-5
Ans Licht! Die Sammlung im Kunstmuseum Ahlen, Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung Kunstmuseum Ahlen, Mai 2023, 432 Seiten, Wienand-Verlag, ISBN 978-3-86832-741-0