Johann Sperber

Johann Sperber oder Hans Sperber (geboren um 1551 in Prag; gestorben 12. März 1621 in Zittau) war ein Maler mit der Künstlersignatur HS.

Leben

Sperber kam um 1584 nach Zittau und war von dort aus in der Oberlausitz und in Nordböhmen tätig. 1584 wurde er mit der Neubemalung der Turmuhr des Schlosses der Herren von Redern im nordböhmischen Friedland (tschechisch Frýdlant v Čechách) beauftragt. Anlässlich des Begräbnisses des kaiserlichen Hofkriegsrats Melchior von Redern bemalte er zwei Trauerfahnen und Wappenschilde für 24 Fackelträger. Zudem fertigte er 1601 ein Gemälde des im Sarg liegenden Verstorbenen. Eine weitere Trauerfahne und zwölf Wappenschilde gestaltete er 1602 für das Begräbnis des Friedrich von Döbschütz auf Engelsdorf (tschechisch Andělka).

In Zittau bemalte er

Sein Schwiegersohn, der Bildhauer Lorenz Hertwig, errichtete für ihn 1621 am Westgiebel der Zittauer Frauenkirche ein Denkmal (Epitaph) aus bemaltem Holz, das 67 cm hoch und 140 cm breit war. Darauf abgebildet war der in den Armen der Jungfrau ruhende Christus abgebildet. Über ihnen ein Engel, der ihm den Kelch reicht und daneben ein Familienwappen. Er wohnte mit seiner Frau Sara († 6. Juni 1636), mit der er 37 Jahre verheiratet war in der Milchgasse. Die Inschrift lautete:

Diese Schrift hat / Lorenz Hertwig / Seinen Schwygervater / zu gutten gedechniß auf lassen machen.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Sperber, Johann (Hans). In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 31: Siemering–Stephens. E. A. Seemann, Leipzig 1937, S. 361 (biblos.pk.edu.pl).
  2. ↑ Kai Wenzel: Johann Sperber. In: Sächsische Biografie. Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde (saebi.isgv.de Stand 3. September 2008).
  3. ↑ Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. Heft 30: Zittau (Stadt). C. C. Meinhold & Söhne, 1907, S. 77 (Textarchiv – Internet Archive).