Georg Josef Dagobert Neumayer, seit 1891 Ritter von Neumayer, (* 18. Januar 1825 in Kirchheimbolanden; † 30. Oktober 1899 in Kaiserslautern) war ein deutscher Jurist und Bürgermeister sowie Mitglied der bayerischen Kammer der Abgeordneten.
Josef Neumayer wurde als Sohn des Hospitalverwalters Gottfried Neumayer geboren und absolvierte ein Studium der Rechtswissenschaften an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. 1854 ließ er sich als Anwalt in Kaiserslautern nieder und eröffnete eine Anwaltskanzlei. Er engagierte sich in der Politik und schloss sich der Nationalliberalen Partei an, die 1866/67 aus einer Abspaltung des rechten Flügels der Deutschen Fortschrittspartei hervorgegangen war.
Ab 1875 saß er im Stadtrat und hatte ab 1881 einen Sitz im bayerischen Landtag. Am 23. Februar 1886 erhielt er als Nachfolger des verstorbenen Abgeordneten Ludwig Reinhard Vaillant ein Mandat für die Kammer der Abgeordneten, die neben der Kammer der Reichsräte der Krone Bayerns den Bayerischen Landtag bildete. Ab dem 15. Januar 1890 gehörte er als Nachfolger des verstorbenen Abgeordneten Karl von Alwens als Vizepräsident zum Präsidium der Kammer der Abgeordneten.
Am 7. März 1891 wurde Neumayer mit dem Ritterkreuz des Verdienstordens der Bayerischen Krone beliehen. Damit verbunden war die Erhebung in den persönlichen Adelsstand und er durfte sich nach der Eintragung in die Adelsmatrikel am 28. April 1891 „Ritter von Neumayer“ nennen. 1894 verlieh ihm Prinzregent Luitpold den Verdienstorden vom Heiligen Michael II. Klasse.
In zwei Amtszeiten (1883–1884) und (1890–1894) lenkte er als Bürgermeister die Geschicke der Stadt Kaiserslautern. Die „Joseph-Neumayer-Straße“ dort ist nach ihm benannt.
Bei der Reichstagswahl 1884 wurde er von seiner Partei als Kandidat aufgestellt. In einer Stichwahl war er seinem Konkurrenten Georg Grohé von der Volkspartei unterlegen.
Neumayer war Präsident des Verwaltungsrates der Pfälzischen Eisenbahnen und Aufsichtsratsmitglied beim Kaiserslauterner Theater. Er führte den Titel eines Gehiemen Hofrates.
Am 18. April 1854 heiratete er in Landau Friederike Barbara Louise Pauli (* 1829), mit der er drei Söhne und zwei Tochter hatte. Sein Sohn Georg übernahm Anwaltskanzlei des Vaters, als dieser zum Präsidenten der Pfälzischen Eisenbahnen ernannt wurde.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Neumayer, Josef von |
| ALTERNATIVNAMEN | Neumayer, Georg Josef Dagobert Ritter von (vollständiger Name); Neumayer, Josef |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Jurist und Bürgermeister, Mitglied des Bayerischen Landtags (NLP) |
| GEBURTSDATUM | 18. Januar 1825 |
| GEBURTSORT | Kirchheimbolanden |
| STERBEDATUM | 30. Oktober 1899 |
| STERBEORT | Kaiserslautern |