Joseph Maria Lutz wurde als Sohn des Pfaffenhofener Schulrats Joseph Lutz (1867–1958) und der Maria Haindl (1866–1944) geboren. Wegen einer Kriegsverletzung konnte er seinen erlernten Beruf als Diplom-Landwirt nicht ausüben und begann Romane, Gedichte, Novellen und heitere Kurzgeschichten zu schreiben.
1946 verfasste Joseph Maria Lutz eine neue Version der Bayernhymne („Gott mit dir, du Land der Bayern …“), die von Ministerpräsident Goppel als gültige eingesetzt wurde (später machte Franz Josef Strauß dies wieder rückgängig). Seine 1956 erschienene Sammlung Die Münchner Volkssänger – Ein Erinnerungsbuch an die gute alte Zeit gilt noch heute als Standardwerk.
Joseph Maria Lutz starb am 30. August 1972 in München. Er liegt auf dem dortigen Waldfriedhof begraben.
Gegenstände des Arbeitszimmers des Dichters, seine Bibliothek und Erinnerungsstücke waren in Pfaffenhofen zu besichtigen. Inzwischen befindet sich diese Dichterstube in der nach ihm benannten Schule in Pfaffenhofen. Vor der Schule erinnert ein Denkmal an ihn.
Privatleben
In erster Ehe war er ab 14. August 1928 mit der aus Röttingen stammenden Margarete Berger, geb. Engel († 1958), verheiratet. Seine zweite Ehefrau war Ingeborg Lutz, geb. Stockhausen, mit der er ab 1959 verheiratet war.
Ehemaliger Ort des Dichtermuseums, der Flaschlturm, Platzl 2
Joseph-Maria-Lutz-Schule in Pfaffenhofen mit Turnhalle
Auszeichnungen
Lutz war 1961 Preisträger bei der erstmaligen Verleihung des neu geschaffenen Preises des Bayerischen Poetentalers der Münchner Turmschreiber (Süddeutsche Literatenvereinigung). 1968 wurde ihm die Ehrenbürgerschaft der Stadt Pfaffenhofen verliehen. Außerdem ist eine der dortigen Grundschulen, an der bereits sein Vater lehrte, nach ihm benannt.
Seit 2014 wird von der Stadt Pfaffenhofen jährlich das nach Joseph Maria Lutz benannte Lutz-Stipendium vergeben, das mit einem 3-monatigen Aufenthalt in Pfaffenhofen mit Wohnung im Flaschlturm verbunden ist.
Werk
Bücher
Junge Welten (1920)
Heils-Stätte (1921)
Der Götzendienst Goethe (1925)
Lachender Alltag (1930)
Der Zwischenfall. Ein Roman aus dem tiefsten Bayern (1930)
1954: Der Brandner Kaspar schaut ins Paradies, BR 1954.
1971: Der grüne Hut, BR 1971.
1979: Der Zwischenfall. Hörspiel mit Toni Berger (Metzgermeister Matthias Huber), Andrea Rosenberg (Maria), Wolf Euba (Bruno Willmann, Schriftsteller), Joseph Saxinger (Stadtpfarrer Fuchs), Karl Obermayr (Bicherl, Brauereibesitzer), Willy Harlander (Kaufmann Pfinsinger), Maria Stadler (Die alte Traglerin), Alexander Golling (Oberregierungsrat Mitscherlich), Gerd Anthoff (Kratzmeier, Chorregent), Molly Fitz (Moritatensängerin), Walter Fitz (Moritatensänger) und viele andere. Komposition: Rolf Wilhelm, Bearbeitung: Oskar Weber, Regie: Willy Purucker. BR 1979.
Ein chronologisches Verzeichnis seiner Werke befindet sich außerdem in: D’Hopfakirm, Nr. 18, S. 50–58.
Kurt Malisch:Lutz, Joseph Maria. In: Karl Bosl (Hrsg.): Bosls bayerische Biographie.Ergänzungsband. 1000 Persönlichkeiten aus 15 Jahrhunderten. Pustet, Regensburg 1988, ISBN 3-7917-1153-9, S.115 (Digitalisat).
Weitere Werke
Franz Rutsch: Joseph Maria Lutz. Stationen seines Lebens. In: D’Hopfakirm Nr. 18, Pfaffenhofen 1992
Reinhard Haiplik: „Dees bißl Lebn“: Joseph Maria Lutz – eine Annäherung, Herausgeber: Stadt Pfaffenhofen, 2013
Heinrich Streidl: Stadt Pfaffenhofen a. d. Ilm, 2. Auflage 1980, Ludwig Verlag Pfaffenhofen, ISBN 3-7787-3149-1, S. 304–305
Kapitel: Autoren und Mitarbeiter. In: Kreis Pfaffenhofen: Land und Leute, Herausgeber: Landkreis Pfaffenhofen, 1974, S. 366–367; dort ist eine kurze Biografie über ihn enthalten, weil er an diesem Werk beteiligt war
Hellmuth Inderwies, Theaterspielkreis Pfaffenhofen(TSK) und Lutz-Festival in Kulturnotizen aus der Provinz, 2021, S. 68/72–83, ISBN 978-3-7534-0461-5
↑Maximilian Seefelder: Der Hallertauer Volkssänger Josef Eberwein. In: Reinhold Lang (Hrsg.): Das Hallertau-Lesebuch. Bilder und Geschichten aus der Hallertau. Pinsker Verlag, Mainburg 2004, ISBN 3-936990-11-5, S. 129–143.
↑Dieses Museum befand sich am im Stadttor, Platzl 2. Zumindest befand es sich gegen Ende 1992 noch dort, wie aus der Titelumschlaginnenseite des D’Hopfakirm von F. Rutsch zu entnehmen ist.