Judith Dupont (geboren am 22. September 1925 als Judith Dormandi in Budapest; gestorben am 1. Oktober 2025 in Andilly) war eine ungarisch-französische Psychoanalytikerin und Herausgeberin.
Judith Dormandi war eine Tochter der Gelegenheitsmalerin Olga Székely-Kovács und des Schriftstellers László Dormándi. In ihrer Familie übten ihre Großmutter Vilma Kovács, ihre Tante Alice Bálint und deren Ehemann Michael Balint den Beruf des Psychoanalytikers aus. Ihr Vater war Eigentümer des ungarischen Verlags Pantheon und Autor mehrerer Romane. Ihre Eltern hatten jüdische Vorfahren und konvertierten in den 1920er Jahren zum Christentum. Dormandi wuchs in dem Mehrfamilienhaus in der Budapester Mészáros utca auf, das ihr Stiefgroßvater, der Architekt Frédéric Kovács, errichtet hatte und das in der Zwischenkriegszeit auch Sitz einer anfangs von Sándor Ferenczi und dann von Michael Bálint geleiteten psychoanalytischen Poliklinik sowie der Ungarischen Psychoanalytischen Gesellschaft war. Der Antisemitismus im Horthy-Regime veranlasste ihre Eltern, 1938 nach Frankreich auszuwandern, wo sie die deutsche Judenverfolgung überlebten. Dormandi studierte nach Ende des Zweiten Weltkriegs Medizin in Paris und wurde 1955 im Fach pathologische Anatomie promoviert. 1952 heiratete sie den Mediziner und Druckereibesitzer Jacques Dupont, sie hatten zwei Kinder.
Dupont absolvierte die Facharztausbildung beim Pädiater Georges Heuyer und in der psychiatrischen Klinik Fondation Vallée und arbeitete als Kinderpsychologin in verschiedenen Kliniken. Ihre vierjährige Lehranalyse machte sie ab 1954 bei Daniel Lagache und erhielt Supervisionen von Juliette Favez-Boutonier und Françoise Dolto. Sie war Mitglied in der Association psychanalytique de France.
Dupont verfasste die Personenartikel ihrer berühmten Familienangehörigen für das Dictionnaire international de la psychanalyse und schrieb auch den Artikel über die von ihr selbst seit 1969 herausgegebene wissenschaftliche Zeitschrift Le Coq-Héron. Sie war Mitglied im Herausgeberkreis des American Journal of Psychoanalysis. Dupont übernahm nach dem Tod Michael Bálints 1970 die wissenschaftliche Verantwortung für den Nachlass von Sándor Ferenczi und sorgte stückchenweise für die französische Übersetzung und Edition seiner Werke sowie der Korrespondenz zwischen Sigmund Freud und Ferenczi. Sie war auch französische Mitübersetzerin der Schriften Balints.
Im Jahr 1979 schrieb sie unter dem Pseudonym Jeanne Van den Brouck ein populärwissenschaftliches Buch zu Erziehungsfragen, das auch in der deutschen Übersetzung als Handbuch für Kinder mit schwierigen Eltern mehrfach aufgelegt wurde. Anfang Oktober 2025 starb sie im Alter von 100 Jahren in Andilly.
2013 erhielt Dupont den Sigourney Award.
Pseudonym Jeanne Van den Brouck:
| Personendaten | |
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| NAME | Dupont, Judith |
| ALTERNATIVNAMEN | Dormandi, Judith (Geburtsname); Van den Brouck, Jeanne (Pseudonym) |
| KURZBESCHREIBUNG | ungarisch-französische Psychoanalytikerin, Autorin und Übersetzerin |
| GEBURTSDATUM | 22. September 1925 |
| GEBURTSORT | Budapest |
| STERBEDATUM | 1. Oktober 2025 |
| STERBEORT | Andilly, Frankreich |