Jules Nicole

Jules Nicole

Jules Louis Adolphe Nicole (* 20. November 1842 in Genf; † 14. April 1921 in Eaux-Vives, heute ein Stadtteil von Genf) war ein Schweizer Gräzist und Papyrologe.

Nach dem Studium in Genf und Paris und dem Erwerb einer licence ès lettres 1872 an der Sorbonne war Jules Nicole, Sohn des Pfarrers François-Louis, genannt César Nicole, und der Françoise Mestral, zunächst von 1872 bis 1874 Maître de conférences an der École pratique des hautes études in Paris. Als die Académie de Genève 1874 in die Université de Genève umgewandelt wurde, erhielt er die Professur für griechische Sprache und Literatur, die er bis 1917 innehatte. Vorläufer an der Académie de Genève war André Cherbuliez (1795–1874), der 26 Jahre lang Professor für beide antiken Sprachen und Literaturen gewesen war.

Nicole ist zusammen mit dem Ägyptologen Édouard Naville Begründer der Genfer Papyrologie. Mit dessen Hilfe stellte er eine private Sammlung griechischer und lateinischer Papyri zusammen, die er 1917 der Bibliothèque publique et universitaire de Genève schenkte. Daneben begab er sich zweimal nach Ägypten, um dort direkt für die Bibliothèque publique et universitaire de Genève Papyri zu erwerben. Ihm verdanken sich die editiones principes der Genfer Scholien zur Ilias und von drei Szenen der Komödie Georgos («Der Bauer») Menanders.

1901 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Philosophischen Fakultät der Universität Basel, 1912 die der Universität Athen in Rechtswissenschaft.

Schriften (Auswahl)

Commons: Jules Nicole – Sammlung von Bildern
Personendaten
NAME Nicole, Jules
ALTERNATIVNAMEN Nicole, Jules Louis Adolphe (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG Schweizer Gräzist und Papyrologe
GEBURTSDATUM 20. November 1842
GEBURTSORT Genf
STERBEDATUM 14. April 1921
STERBEORT Eaux-Vives