Paul Oltramare

Jean Paul Gamaliel Oltramare, meist kurz Paul Oltramare (* 6. April 1854 in Genf; † 22. Oktober 1930 ebenda) war ein Schweizer Religionshistoriker, Indologe und Latinist.

Leben

Paul Oltramare war der Sohn des Latinisten André Oltramare und der Jeanne Louise Adrienne, geborene Fournier, und gehörte einer protestantischen Familie an, die im 16. Jahrhundert aus religiösen Gründen aus Italien nach Genf geflohen war.

Nach dem Studium der Klassischen Philologie in Genf (1872–1875) und Paris (1877–1878, bei Michel Bréal) und des Sanskrit bei Paul Deussen war Paul Oltramare zunächst 1876 und von 1883 bis 1895 Lateinlehrer in Genf. Im akademischen Jahr 1880/1881 war er Privatdozent für Sanskrit an der Universität Genf, ab 1893 ebendort stellvertretender, von 1895 bis 1924 ausserordentlicher Professor für Religionsgeschichte und von 1896 bis 1927 als Nachfolger seines Vaters zugleich ordentlicher Professor für lateinische Sprache und Literatur. 1925 verlieh die Universität Basel ihm ein Ehrendoktorat.

Paul Oltramare war ab 1882 verheiratet mit Berthe Carteret (1862–1942), der Tochter des radikalliberalen Genfer Politikers Antoine Carteret. Der Latinist André Louis Oltramare war ihrer beider Sohn.

Paul Oltramare arbeitete auf religionshistorischem und indologischen Gebiet zur Theosophie in Indien, auf latinistischem Gebiet gab er eine textkritische Ausgabe der Naturales quaestiones Senecas mit französischer Übersetzung heraus.

Schriften (Auswahl)

Zur Religionsgeschichte und Indologie
Zur Latinistik

Einzelnachweise

  1. ↑ Vgl. Marie Bron: Oltramare, in: Historisches Lexikon der Schweiz
Personendaten
NAME Oltramare, Paul
ALTERNATIVNAMEN Oltramare, Jean Paul Gamaliel
KURZBESCHREIBUNG Schweizer Religionshistoriker, Indologe und Latinist
GEBURTSDATUM 6. April 1854
GEBURTSORT Genf
STERBEDATUM 22. Oktober 1930
STERBEORT Genf