Julia Buccola Petta

Grabmal

Filomena „Julia“ Buccola Petta (* 6. Juni 1891 in Piana degli Albanesi; † 17. März 1921 in Chicago) war eine italienisch-amerikanische Frau, die nach ihrem Tod als „The Italian Bride“ (Die italienische Braut) und Geistererscheinung Bekanntheit erlangte.

Leben

Julia Buccola Petta wurde als Tochter von Georg und Filomena Buccola in Piana degli Albanesi in Sizilien geboren und wuchs mit ihren Geschwistern Henry, Rosalie und Joseph auf. Nach dem Tod ihres Vaters 1913 wanderte ihre Mutter mit ihren Kindern in die USA aus und ließ sich in Chicago nieder.

Anfang 1920 heiratete Julia Buccola den Amerikaner Matthew Petta in der Holy Rosary Church in der North Damen Avenue. Sie zog mit ihrem Mann in eine bescheidene Wohnung in der Huron Street nahe der Western Avenue, nur einen kurzen Fußweg von ihrer Kirche entfernt. Kurz nach der Hochzeit wurde sie schwanger. Sie starb an einem bedeckten Tag im März 1921 im Alter von 29 Jahren bei der Geburt ihres totgeborenen Kindes Filippo. Sie wurde in ihrem Brautkleid mit ihrem Sohn im Arm auf dem Mount Carmel Cemetery in Hillside, einem Vorort von Chicago, beigesetzt.

Nachdem Julia Buccola Pettas Mutter mit ihrer Familie 1926 nach Los Angeles gezogen war, pendelte sie zwischen Chicago und Los Angeles hin und her, um am Grab ihrer Tochter sein zu können. Weil sie verhindert hatte, dass ihre Tochter während der Schwangerschaft einen Arzt aufsuchte, begann sie Schuldgefühle zu entwickeln. Sie litt unter wiederkehrenden Albträumen, in denen ihre Tochter ihr mitteilte, dass sie ihre Hilfe brauche und aus dem Grab befreit werden wolle.

Graböffnung

Im Jahr 1927 erwirkte ihre Mutter die Erlaubnis, das Grab öffnen und ihre Tochter exhumieren zu lassen. Auf welche Weise sie die Genehmigung dazu erhalten hatte, ist nicht bekannt. Die Kosten für die Exhumierung wurden von ihrem Sohn Henry Buccola getragen. Das Holz des Sarges war bereits etwas zersetzt, doch beim Öffnen zeigte sich, dass der Leichnam weitgehend unversehrt war. Lediglich der Leichnam ihres Sohnes und Julia Buccola Pettas Arm, der ihn hielt, waren verwest. Ihre Mutter fotografierte sie im Sarg.

Warum Julia Buccola Pettas Leichnam kaum Anzeichen von Verwesung aufwies, wurde nie abschließend geklärt. Manche führten den Zustand ihres Körpers bei der Exhumierung auf eine wundersame Unverweslichkeit zurück und betrachteten die Tote als Heilige, während andere den guten Erhaltungszustand der Leichenkonservierung durch Adipocire zuschrieben.

Neues Grabmal

Nach der Exhumierung und erneuten Beisetzung wurde ein neu gefertigtes Grabmal aufgestellt mit einer lebensgroßen Skulptur von Julia Buccola Petta am Tag ihrer Hochzeit. Die Kosten dafür übernahm auf Drängen seiner Mutter Julia Buccola Pettas Bruder Henry nur widerwillig. Nach anderer Quelle wurde das Geld durch Spenden von Familienmitgliedern, Freunden und Nachbarn aufgebracht.

Inschriften und Fotos am Grabsockel

Am zweistufigen Grabmalsockel sind zwei Porzellanplaketten angebracht. Das obere zeigt Julia Buccola Petta zu Lebzeiten in ihrem Brautkleid, eingerahmt von der Inschrift: „Filomena Buccola. Rememberance of my beloved daughter Julia Age 29 years“ (Filomena Buccola. Im Gedenken an meine geliebte Tochter Julia, 29 Jahre alt). Das untere Bild zeigt die von ihrer Mutter gemachte Fotografie des Leichnams im Sarg zum Zeitpunkt der Exhumierung. Es gibt aber auch die Vermutung, das Foto im Sarg sei zum Zeitpunkt der Beerdigung und nicht erst bei der Exhumierung aufgenommen worden. Unterhalb des Fotos ist im Halbkreis folgender Text eingraviert: „Questa fotografia presa dopo 6 anni morta“ (Dieses Foto aufgenommen sechs Jahre nach dem Tod). Auffällig ist, dass weder Julias Ehename noch der Name ihres Kindes auf dem Grabmal festgehalten wurden. Am Fuß des Sockels ist in großen Lettern der Familienname „Buccola“ eingemeißelt.

Henry Buccola starb in den 1940er Jahren, Filomena Buccola im Jahr 1945. Sie wurde in der Nähe des Grabes ihrer Tochter beigesetzt.

Geisterscheinung und Bekanntheit

Statue am Grabmal

Julia Buccola Pettas Geist, gekleidet in ihr Hochzeitskleid, soll besonders bei stürmischem Wetter auf dem Friedhof umgehen und bisweilen sei der Rosenduft ihres Hochzeitsbouquets zu riechen. Auf dem Friedhof patrouillierende Friedhofswärter und Polizisten sollen weißen Nebel und Lichtkugeln oder Kugelblitze in der Nähe ihres Grabes gesehen haben.

Ihr Erscheinen an Halloween 1976 wurde in mehreren Zeitungen aufgegriffen. Julia Buccola Pettas Geschichte fand Eingang in mehrere Bücher über Geisterphänome und zur lokalen Geschichte.

Julia Buccola Petta zählt zu den bekannteren Persönlichkeiten, die auf dem Mount-Carmel-Friedhof beigesetzt wurden – neben früheren Bischöfen und Erzbischöfen der Erzdiözese Chicago sowie Größen des organisierten Verbrechens wie Al Capone und Dean O’Banion.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 The Italian Bride. In: Troy Taylor: Haunted Illinois: Ghosts and Strange Phenomena of the Prairie State. Stackpole Books 2008, ISBN 978-0-8117-3499-8, S. 156–159 (Eingeschränkte Buchvorschau)
  2. ↑ Filomena “Julia” Buccola Petta. In: findagrave.com. Abgerufen am 30. Oktober 2026 (englisch).
  3. 1 2 3 4 5 6 7 8 Mount Carmel Cemetery. In: Adam Selzer: The Ghosts of Chicago: The Windy City's Most Famous Haunts. Llewellyn Publications 2013, ISBN 978-0-7387-3611-2, S. 287–291 (Eingeschränkte Buchvorschau)
  4. 1 2 3 4 5 Mount Carmel Cemetery. In: Matt Hucke, Ursula Bielski: Graveyards of Chicago. Lake Claremont Press, 1999, ISBN 978-0-9642-4264-7, S. 126–127 (Eingeschränkte Buchvorschau)
  5. 1 2 3 Acts of Faith. In: Christine Quigley: Modern Mummies: The Preservation of the Human Body in the Twentieth Century. MacFarland 2015, ISBN 978-0-7864-2851-9, S. 212–213 (Eingeschränkte Buchvorschau)
  6. 1 2 Mount Carmel Cemetery. In: Richard Southall: Haunted Route 66. Llewellyn Publications 2013, ISBN 978-0-7387-2636-6, S. 22–23 (Eingeschränkte Buchvorschau)
Personendaten
NAME Buccola Petta, Julia
ALTERNATIVNAMEN Petta, Julia; Buccola, Filomena (Taufname)
KURZBESCHREIBUNG italienisch-US-amerikanische Frau, die nach ihrem Tod als „The Italian Bride“ und Geisterscheinung Bekanntheit erlangte
GEBURTSDATUM 6. Juni 1891
GEBURTSORT Piana degli Albanesi
STERBEDATUM 17. März 1921
STERBEORT Chicago