Julia Mary Cartwright Ady (* 7. November 1851 in Edgcote, Northamptonshire; † 28. April 1924 in Oxford, Oxfordshire) war eine englisch-britische Historikerin, Kunsthistorikerin und -kritikerin für die Italianische Renaissance.
Cartwright Ady war die Tochter von Richard Aubrey Cartwright und der Hon. Mary Fremantle, einer Tochter von Thomas Fremantle, 1. Baron Cottesloe. Sie wuchs in einem liberal‑anglikanischen Umfeld auf und erhielt Hausunterricht in Kunst, Literatur, Sprachen, Tanz und Musik.
Cartwright Ady entwickelte früh eine Faszination für Kunst, insbesondere für die italienische Renaissance. Ihr Cousin William Cornwallis Cartwright war Kunstsammler und Unterstützer des italienischen Risorgimento, und Cartwright Ady besuchte regelmäßig sein Haus in Aynhoe Park, wo sie erstmals mit Werken der Alten Meister in Berührung kam. Die Sammlung ihres Cousins umfasste Gemälde von Murillo, Canaletto, Spagnoletto und Albano. Cartwright Ady las von jungen Jahren an sehr viel und beschäftigte sich mit historischen italienischen Texten, zeitgenössischer Belletristik und aktuellen britischen Kunstzeitschriften. Sie bewunderte die Lyrik Robert Brownings und besonders dessen Gedichtsammlung Men and Women (1855) mit den Gedichten Fra Filippo Lippi und Andrea del Sarto, die von Malern der italienischen Renaissance inspiriert waren und einen erheblichen Einfluss auf sie ausübten. Sie war zudem eine eifrige Leserin von John Ruskin, George Eliot sowie früher italienischer Prosa und Dichtung, etwa von Savonarola und Torquato Tasso.
1868 unternahm sie mit ihrer Familie eine Reise durch Frankreich, Österreich und Italien.
Cartwright Ady war eine anerkannte Autorin und Autorität auf dem Gebiet der Kunst, die für führende Kunstzeitschriften schrieb und 23 Bücher zu Kunst und Geschichte veröffentlichte. 1871 steuerte Cartwright Ady einen Artikel zu Aunt Judy’s Magazine bei und schrieb außerdem für den Monthly Packet sowie für eine Reihe von Publikationen unter dem Titel The Lives of the Saints. Sie studierte Werke zur Kunst der Renaissance, darunter die von Anna Jameson, John Ruskin, Charles Lock Eastlake und Walter Pater, insbesondere jedoch The New History of Painting in Italy von Joseph Archer Crowe und Giovanni Battista Cavalcaselle. 1873 reichte Cartwright Ady einen Artikel über Giotto bei Macmillan’s Magazine ein, der zunächst abgelehnt wurde, jedoch 1877 im New Quarterly erschien. Sie setzte ihre kunstkritische Tätigkeit für Zeitschriften wie The Portfolio und das Magazine of Art fort.
In den 1870er Jahren reiste sie mindestens dreimal nach Italien und lernte bei einer dieser Reisen den Reverend William Henry Ady kennen, den sie dazu bewegte, das Pfarramt in Edgcote anzunehmen und den sie 1880 heiratete.
1881 veröffentlichte Cartwright Ady ihre erste kunsthistorische Monografie, Mantegna and Francia, und schrieb später Bücher über Sandro Botticelli und Raffael. Zu ihren bekanntesten Werken zählen ihre Biografien von Isabella d’Este, der Kunstmäzenin der Renaissance, sowie deren jüngerer Schwester Beatrice d’Este. Cartwright Ady hob das Leben von Frauen auch in weiteren Schriften hervor, darunter Bücher über Dorothy Sidney, die Geliebte Edmund Wallers, Henrietta Anne Stuart, Herzogin von Orléans und Schwester Karls II., Baldassare Castiglione sowie die kunstliebende Christina von Dänemark.
1901 veröffentlichte sie The Painters of Florence from the Thirteenth to the Sixteenth Centuries und 1914 The Italian Gardens of the Renaissance and other Studies.
Cartwright Ady leistete auch Beiträge zur Erforschung der Kunst des 19. Jahrhunderts, darunter ein Buch über das Leben von Jean-François Millet sowie Schriften über William Turner, Edwin Landseer, James McNeill Whistler und die Präraffaeliten Dante Gabriel Rossetti und Edward Burne-Jones.
Sie stand einigen Formen moderner Kunst positiv gegenüber, war jedoch von der 1912 von Roger Fry in den Grafton Galleries veranstalteten post-impressionistischen Ausstellung schockiert. Ihre Kunstkritik wurde von Walter Pater, von der Kennerschaft Giovanni Morellis sowie von ihrer Freundschaft mit der Schriftstellerin und Kunstautorin Violet Paget beeinflusst.
Nach dem Tod ihres Ehemannes im Jahr 1915 zog Cartwright Ady nach Oxford, wo sie 1924 starb. Ihre Tochter Cecilia Mary Ady wurde ebenfalls Renaissancehistorikerin.
| Personendaten | |
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| NAME | Cartwright Ady, Julia |
| ALTERNATIVNAMEN | Cartwright Ady, Julia Mary (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | englisch-britische Historikerin, Kunsthistorikerin und -kritikerin für die Italianische Renaissance |
| GEBURTSDATUM | 7. November 1851 |
| GEBURTSORT | Edgcote, Northamptonshire, England, Vereinigtes Königreich |
| STERBEDATUM | 28. April 1924 |
| STERBEORT | Oxford, Oxfordshire, England, Vereinigtes Königreich |