Kalachi (Niger)

Lage von Kalachi in Niger

Kalachi (auch: Kalatchi, Kallachi) ist ein Dorf in der Landgemeinde Inatès in Niger.

Geographie

Das von einem traditionellen Ortsvorsteher (chef traditionnel) geleitete Dorf liegt etwa drei Kilometer südlich der Staatsgrenze zu Mali und rund vier Kilometer nordöstlich des Hauptorts Inatès der gleichnamigen Landgemeinde, die zum Departement Ayérou in der Region Tillabéri gehört. Eine weitere Siedlung in der Umgebung von Kalachi ist Abonkor im Südwesten.

Kalachi ist Teil der Übergangszone zwischen Sahara und Sahel. Die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge beträgt hier zwischen 200 und 300 mm.

Geschichte

Aufgrund der sich verschlechternden Sicherheitslage in der Grenzregion zum Nachbarland Mali waren laut einem UNHCR-Bericht vom Sommer 2018 zahlreiche Einwohner aus Kalachi in den Gemeindehauptort Inatès und von dortaus weiter in den Nachbarweiler Abonkor geflüchtet. Es bestand ein hohes Risiko weiterer Vertreibungen. Im Juli 2018 drang eine bewaffnete Gruppe in das Dorf ein. Am 18. November 2018 wurden zwei Menschen in Kalachi ermordet. Daraufhin flüchteten im Januar 2019 die Mitglieder aus 162 Haushalten aus dem Dorf nach Tabareybarey.

Eine 2025 durchgeführte Untersuchung der nigrischen Regierung mit Unterstützung des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen stufte Kalachi als einen der 1285 Orte in Niger ein, die in Hinblick auf die Ernährungssicherheit äußerst verwundbar waren.

Bevölkerung

Bei der Volkszählung 2012 hatte Kalachi 432 Einwohner, die in 71 Haushalten lebten. Bei der Volkszählung 2001 betrug die Einwohnerzahl 207 in 31 Haushalten.

Wirtschaft und Infrastruktur

Im Gebiet um Kalachi wird Pastoralismus betrieben. Es gibt eine Schule im Dorf.

Einzelnachweise

  1. 1 2 Répertoire National des Localités (ReNaLoc). (RAR) Institut National de la Statistique, République du Niger, Juli 2014, S. 414, archiviert vom Original am 24. September 2015; abgerufen am 2. April 2023 (französisch).
  2. 1 2 Damien Hauswirth, Hassane Yayé, Abdoulaye Sambo Soumaila, Badamassi Djariri, Issaka Lona, Malam Boukar Abba: Appui à la formulation concertée de la SPN2A pour la République du Niger. Identification et évaluation des options d’agriculture intelligente face au climat prioritaires pour l’adaptation face aux changements climatiques au Niger. Volume 2 : Annexes. Ministère de l’Environnement, de la Salubrité Urbaine et du Développement Durable / Ministère de l’Agriculture et de l’Elevage / Conseil National de l’Environnement pour un Développement Durable / Haut-Commissariat à l’Initiative 3N / AFD / Facilité Adapt’Action / Baastel – BRL – ONFI, Niamey / Brüssel 2020, S. 7 (spn2a.org [PDF; abgerufen am 8. August 2026]).
  3. ↑ Rapport d’analyse mensuelle des données du monitoring de protection, juillet 2018. Tillabéri, Niger. (PDF) Danish Refugee Council / Protection Cluster / UNHCR, 7. August 2018, S. 6–7 und 9, abgerufen am 8. August 2026 (französisch).
  4. ↑ Rapport d’Evaluation Rapide de Protection – Tabarey-barey, 08/03/2019. (PDF) Danish Refugee Council, 8. März 2019, abgerufen am 8. August 2026 (französisch).
  5. ↑ Analyse des zones vulnérables 2025. In: Food Security Cluster. 23. Juni 2025, abgerufen am 8. August 2026 (französisch).
  6. ↑ Répertoire National des Communes (RENACOM). (RAR) Institut National de la Statistique, République du Niger, archiviert vom Original am 2. Februar 2012; abgerufen am 27. März 2022 (französisch).
  7. ↑ Répertoire National des Centres d’Enrôlement et de Vote (CEV). (PDF) Commission Electorale Nationale Indépendante (CENI), République du Niger, 13. September 2020, S. 294, archiviert vom Original am 3. September 2022; abgerufen am 8. August 2026 (französisch).

Koordinaten: 15° 15′ N, 1° 21′ O