Tabareybarey

Lage von Tabareybarey in Niger

Tabareybarey (auch: Tabarbereye, Tabarey-Barey, Tin Barey Bareyen) ist ein Weiler in der Landgemeinde Inatès in Niger.

Geographie

Der Weiler befindet sich rund 62 Kilometer südwestlich des Hauptorts Inatès der gleichnamigen Landgemeinde, die zum Departement Ayérou in der Region Tillabéri gehört. Zu den Siedlungen in der näheren Umgebung von Tabareybarey zählen das Dorf Garey Akoukou im Südosten, der Departementshauptort Ayérou im Südwesten und der Weiler Weilabon im Westen.

Es herrscht das Klima der Sahelzone vor, mit einer durchschnittlichen jährlichen Niederschlagsmenge zwischen 300 und 400 mm.

Geschichte

Der französische Tuareg-Forscher Edmond Bernus hielt sich 1962 in Tabareybarey auf.

Infolge des Konflikts in Nordmali wurde im Mai 2012 das Flüchtlingslager von Tabareybarey eingerichtet. Es beherbergte im Oktober 2013 etwa 9000 Pastoralisten und ihre Familien, die vor allem aus den malischen Gemeinden Ansongo und Ouattagouna geflohen waren und die zunächst in grenznahen improvisierten Flüchtlingslagern, unter anderem in Gaoudel, untergebracht waren. In ethnischer Hinsicht handelte es zu 79 % um Tuareg und zu jeweils 10 % um Fulbe und Songhai.

Laut einem UNHCR-Bericht lebten 2018 aufgrund der sich verschlechternden Sicherheitslage in der Grenzregion zum Nachbarland Mali interne Vertriebene in Tabareybarey. Aus Kalachi, Tinfi Tawane, Tinti Houne und drei weiteren Dörfern flohen im Januar 2019 etwa 550 Haushalte nach Tabareybarey. Die UNICEF errichtete im selben Jahr Latrinen im Ort.

Mitte August 2023 flüchteten über 17.500 Menschen aus Tabareybarey und etwa vierzig weiteren Siedlungen in der Nähe des Flusses Niger in die Hauptorte Ayérou, Bankilaré und Tillabéri. Dem vorangegangen waren gewaltsame Zusammenstöße zwischen Sesshaften- und Hirten-Gemeinschaften in den Dörfern Bongourou, Kodogoria und Tondi Tchan mit Dutzenden Toten. Mitglieder einer nichtstaatlichen bewaffneten Gruppe ermordeten in der Nacht vom 22. auf den 23. August 2023 den Ortsvorsteher von Tabareybarey.

Eine 2025 durchgeführte Untersuchung der nigrischen Regierung mit Unterstützung des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen stufte Tabareybarey als einen der 1285 Orte in Niger ein, die in Hinblick auf die Ernährungssicherheit äußerst verwundbar waren.

Bevölkerung

Bei der Volkszählung 2012 hatte Tabareybarey 424 Einwohner, die in 65 Haushalten lebten.

Wirtschaft und Infrastruktur

Das Gebiet um Tabareybarey liegt am Übergang zwischen dem Pastoralismus des Nordens und der Ackerbauwirtschaft des Südens.

Einzelnachweise

  1. 1 2 Répertoire National des Localités (ReNaLoc). (RAR) Institut National de la Statistique, République du Niger, Juli 2014, S. 414, archiviert vom Original am 24. September 2015; abgerufen am 2. April 2023 (französisch).
  2. 1 2 Damien Hauswirth, Hassane Yayé, Abdoulaye Sambo Soumaila, Badamassi Djariri, Issaka Lona, Malam Boukar Abba: Appui à la formulation concertée de la SPN2A pour la République du Niger. Identification et évaluation des options d’agriculture intelligente face au climat prioritaires pour l’adaptation face aux changements climatiques au Niger. Volume 2 : Annexes. Ministère de l’Environnement, de la Salubrité Urbaine et du Développement Durable / Ministère de l’Agriculture et de l’Elevage / Conseil National de l’Environnement pour un Développement Durable / Haut-Commissariat à l’Initiative 3N / AFD / Facilité Adapt’Action / Baastel – BRL – ONFI, Niamey / Brüssel 2020, S. 7 (spn2a.org [PDF; abgerufen am 8. August 2026]).
  3. ↑ Touaregs du Niger. Le regard d’Edmond Bernus. Texte und Fotografien von Edmond Bernus, Vorwort von Caroline Bernus und Einleitung von Marceau Gast. Éditions Grandvaux, Brinon-sur-Sauldre 2007, ISBN 978-2-909550-49-7, S. 23.
  4. ↑ Tabareybarey Refugee Camp. (PDF) UNHCR, Oktober 2013, archiviert vom Original am 8. November 2014; abgerufen am 8. November 2014 (englisch).
  5. ↑ Rapport d’analyse mensuelle des données du monitoring de protection, juillet 2018. Tillabéri, Niger. (PDF) Danish Refugee Council / Protection Cluster / UNHCR, 7. August 2018, S. 6, abgerufen am 8. August 2026 (französisch).
  6. ↑ Rapport d’Evaluation Rapide de Protection – Tabarey-barey, 08/03/2019. (PDF) Danish Refugee Council, 8. März 2019, abgerufen am 8. August 2026 (französisch).
  7. ↑ Resident/Humanitarian Coordinator. Report on the use of CERF funds. 19-UF-NER-35355. Niger. Underfunded emergencies round I. Displacement 2019. (PDF) United Nations Central Emergency Response Fund, 29. Juli 2020, S. 62, abgerufen am 8. August 2026 (englisch).
  8. ↑ Conflits intercommunautaires dans les communes du Gorouol, Dessa et Ayorou – Suivi de la situation des conflits au 31 août 2023. OCHA, 12. September 2023, abgerufen am 8. August 2026 (französisch).
  9. ↑ Kadidiatou Gazibo, Abdourahamani Mahamadou, Abas Mallam: Observatoire pour la Gouvernance de Sécurité au Niger. Rapport de monitoring n°5. (PDF) African Security Sector Network (ASSN), März 2024, S. 12, abgerufen am 15. August 2026 (französisch).
  10. ↑ Analyse des zones vulnérables 2025. In: Food Security Cluster. 23. Juni 2025, abgerufen am 8. August 2026 (französisch).

Koordinaten: 14° 47′ N, 0° 59′ O