
Karl Stankiewitz (* 27. Oktober 1928 in Halle (Saale); † 13. Dezember 2024 in München) war ein deutscher Journalist und Autor. Er arbeitete seit 1947 als Journalist und war Autor von 38 Sachbüchern.
Karl Stankiewitz wuchs als Sohn eines Funktionärs der Christlichen Gewerkschaften bis 1937 in Essen auf. Seit 1937 lebte er in München. Er absolvierte 1947 das Abitur am Wirtschaftsgymnasium München, dort gründete er 1946 die erste Münchner Schülerzeitung, Der Funke.
Ab Oktober 1947 arbeitete Stankiewitz als Volontär bei der Süddeutschen Zeitung. Im Juni 1948 wurde er bei der neugegründeten Abendzeitung Reporter und Redakteur für die Reportageseite. 1950 arbeitete er drei Monate beim Stern in Hamburg und veröffentlichte dort u. a. eine Recherche zum Menschenschmuggel. 1950 und 1951 arbeitete er als Münchner Mitarbeiter des Spiegel. Von 1951 bis 2000 wirkte er als Münchner Korrespondent für über zehn große deutsche Zeitungen, er war außerdem Mitarbeiter bei Münchner Zeitungen, beim Bayerischen Rundfunk, Deutschlandfunk und bei der Deutschen Welle.
Stankiewitz verfasste Artikel zu Ereignissen der jüngsten Zeitgeschichte hauptsächlich für die Abendzeitung, das Münchner Blog Kultur-Vollzug und die Bayerische Staatszeitung. Seine Tätigkeit für die Abendzeitung stellte er am 3. September 2022 nach 74 Jahren Mitarbeit ein.
Nach 52 Jahren als Reporter und Zeitungsjournalist begann Stankiewitz 1999 mit dem Schreiben von Büchern, zunächst als freier Reise- und Alpinjournalist mit Büchern über die Alpen und über literarische Wanderungen in Bayern, Österreich und der Schweiz. Er verfasste Berichte aus 66 Ländern. Doch seine großen Themen blieben München und Bayern. Er veröffentlichte 38 Sachbücher, häufig über Themen der jüngsten Münchner und bayerischen Geschichte wie das "Weißblaue Schwarzbuch" oder "München 1972" über die olympischen Spiele. In seinem letzten Buch mit dem Titel „Meine sieben Plagen“ befasste er sich mit der nachlassenden Gesundheit im Alter. Er stellte das Buch Anfang 2023 im Rahmen der Verleihung des Ernst-Hoferichter-Preises der Stadt München an ihn vor.
Anlässlich seines 90. Geburtstags eröffnete der Münchner Heimatforscher Hermann Wilhelm im Münchner Haidhausen-Museum Ende September 2018 eine Ausstellung über den Journalisten. 2023 feierte die Süddeutsche Zeitung in einem Interview Karl Stankiewitz zu seinem 94. Geburtstag als dienstälteste Journalisten Deutschlands und hob dabei hervor, dass seine Karriere 1947 bei der SZ im Keller in der Sendlinger Straße begann.
Sebastian Beck bezeichnete ihn in einem Nachruf in der Süddeutschen Zeitung als „Der Jahrhundert-Chronist“ und übermittelte eine Botschaft von Karl Stankiewitz, die er bat, nach seinem Tod zu veröffentlichen. In dieser wünscht er seinen „Verwandten, Freunden, Kollegen und Bekannten“...
„...eine bessere als die gegenwärtige Welt. Eine Welt des Friedens statt der Kriege, der Vernunft statt der Verdummung, Solidarität statt Spaltung, Freundlichkeit statt Verrohung, Wahrheit statt Lüge, Naturliebe statt Naturzerstörung. Scheut keinen Einsatz, keine Mühe, keinen Verzicht, tut alles dafür, dass unsere Demokratie erhalten bleibt und diese Welt nicht noch mehr überschattet wird vom Nationalismus, Rassismus und Trumpismus, der widerwärtigen Abart des gewöhnlichen Faschismus.“
Stankiewitz war Mitglied beim Bund Naturschutz in Bayern, beim Malteser Hilfsdienst, bei der Monacensia, bei der Oskar-Maria-Graf-Gesellschaft und beim Bayerischen Journalisten-Verband.
Er war verheiratet (später verwitwet) und hatte zwei Kinder. Sein Sohn Thomas Stankiewicz arbeitet seit 1985 auch als Journalist in der Reisefotografie.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Stankiewitz, Karl |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Journalist und Autor |
| GEBURTSDATUM | 27. Oktober 1928 |
| GEBURTSORT | Halle (Saale) |
| STERBEDATUM | 13. Dezember 2024 |
| STERBEORT | München |