Karl Ulbrich (* 1. August 1905 in Wiener Neustadt; † 20. September 1987 in Wien) war ein österreichischer Beamter, Vermessungsingenieur und Heimatforscher. Er veröffentlichte zahlreiche landeskundliche Publikationen über das Burgenland, und war maßgeblich an dessen siedlungsgeografischer Erforschung beteiligt.
Ulbrich wurde als Sohn eines Fabriksdirektors in Wiener Neustadt geboren. Nach dem Umzug der Familie nach Wien 1915 besuchte er dort die Schule und maturierte 1924 an der Realschule Glasergasse. Anschließend studierte er Geodäsie an der Technischen Universität Wien. Er schloss sein Studium 1928 mit dem Titel Diplom-Ingenieur mit Auszeichnung ab, und promovierte im Dezember 1928 als erster Geodät in Österreich zum Doktor der technischen Wissenschaften. Seine Dissertation trägt den Titel „Allgemeine mathematische Theorie der Umfahrungsplanimeter in vektoranalytischer Darstellung“.
Von April 1928 bis zum Antritt seines Ruhestandes 1970 war er im Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen tätig. 1952 wurde er Leiter der Dienststelle Technisches Nivellement, 1968 Referatsleiter des Nivellements und Abteilungsvorstandsstellvertreter.
Bei der Katastralvermessung des damals neuen Bundeslandes in den 1930er-Jahren lernte Ulbrich das Burgenland kennen. Er arbeitete unter anderem an Neuvermessungen im Pinkaboden zwischen Eisenberg und Eberau, sowie in den Gemeinden St. Martin in der Wart, Rauchwart, Markt Allhau und Wolfau. Hier lernte er auch seine Frau Elsa (geb. Leitner) kennen, die er 1934 heiratete. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er als Regierungs-Vermessungsrat mit der Leitung des Neuvermessungsamtes für städtebauliche Planung in Graz betraut. Er wirkte dabei unter anderem an den Vermessungen von Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Neunkirchen und St. Pölten mit.
Wegen seines Fachwissens wurde er in diverse Ausschüsse entsandt und in Gremien berufen. So wurde er etwa 1957 ständiger Vertreter Österreichs im deutschen Fachnormenausschuss „Geodätische Instrumente und Geräte“.
Ulbrich widmete sich intensiv der landeskundlichen und siedlungsgeografischen Erforschung des Burgenlandes und veröffentlichte zahlreiche Publikationen dazu, vor allem in den Burgenländischen Heimatblättern. Er erstellte für das Bundesdenkmalamt Baualter- und Grundrisspläne für die Burgen Bernstein, Forchtenstein, Landsee und Lockenhaus. Als Mitarbeiter an der „Allgemeinen Bibliographie des Burgenlandes“ erstellte er über zehntausend Titel für den Bereich „Karten und Pläne“, die 1970 und 1972 veröffentlicht wurden.
Karl Ulbrich verstarb am 20. September 1987 in Wien. Er wurde in Wolfau begraben.
(Quelle: )
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ulbrich, Karl |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Beamter, Vermessungsingenieur und Heimatforscher |
| GEBURTSDATUM | 1. August 1905 |
| GEBURTSORT | Wiener Neustadt |
| STERBEDATUM | 20. September 1987 |
| STERBEORT | Wiener Neustadt |