Karl Wermuth (* 1804 in Hameln; † 9. Januar 1867 in Hannover; vollständiger Name: Karl Georg Ludwig Wermuth) war ein deutscher Jurist, der bis zum königlich hannoverschen Polizeidirektor aufstieg.
Karl Wermuth wurde in Hameln geboren; er studierte Rechtswissenschaft an der Georg-August-Universität Göttingen und wurde dort Mitglied des Corps Bremensia. Er promoverte zum Dr. iur. Er wurde Senator für Polizeiangelegenheiten in Hameln, ein wesentlicher Schwerpunkt seiner Tätigkeit war die Entwicklung der Dampfschifffahrt auf der Weser. Von November 1842 bis März 1846 arbeitete er als Direktor der Vereinigte Weser-Dampfschiffahrt-Gesellschaft. Ihm zu Ehren wurde 1846 beschlossen, ein neues Dampfschiff dieser Gesellschaft „Dr. Wermuth“ zu taufen. 1846 wurde er in die Polizeidirektion Hannover berufen. 1847 erhielt er die Aufgabe, die Landespolizei neu zu organisieren und wurde zum königl. hannöverschen Polizei-Direktor ernannt. Anfang 1854 wurde er zum Generalpolizeidirektor befördert – auch weil er ein gutes persönliches Verhältnis zu König Georg V. hatte. Eine geplante Ernennung zum Innenminister des Königreichs Hannover scheiterte. 1862 wurde er Landdrost in Hildesheim. Nachdem das Königreich Hannover durch den Deutschen Krieg die Selbstständigkeit verloren hatte, wurde er vom Dienst suspendiert und musste das Land verlassen. Als seine Bitte um Wiedereinstellung abschlägig beschieden wurde, erschoss er sich.
„Im Jahr 1866 wurde das Königreich Hannover von Preußen erst okupirt, dann annektirt und Herr Wermuth, damals Landdrost in Hildesheim, jagte sich eine Kugel durch den Kopf. – So endete der erste Zeuge.“
Sein bedeutendster Fall war der Kölner Kommunistenprozess. Am 10. Mai 1851 wurde Peter Nothjung während der Leipziger Messe auf einem Bahnhof der Stadt verhaftet, da er keine gültigen Papiere vorweisen konnte. Bei ihm fand die Polizei eine Liste mit Namen führender Mitglieder des Bundes der Kommunisten. Schon wenige Tage später berichtete Karl Marx Friedrich Engels: „Nothjung ist in Leipzig am Bahnhofe verhaftet worden. Was man an Papieren gefunden hat, weiß ich natürlich nicht.“ Wermuth bedankte sich bei seinem sächsischen Kollegen Friedrich Eberhardt in Leipzig für die Verhaftung Nothjungs mit den Worten: „Für die Mitteilungen vom 28./30. v. M. und 2./4. d. M., das Prachtexemplar Nothjung betreffend, meinen Dank.“ Gemeinsam mit seinem Berliner Kollegen Wilhelm Stieber bereitete er den lang ersehnten Prozess vor. Es wurden Hausdurchsuchungen, auch in Hannover, durchgeführt, Briefe beschlagnahmt und jeder Versuch einer Organisation von Arbeitern unterdrückt. Erst am 4. Oktober 1852 begann der Prozess. Angeklagt wurden Nothjung, Peter Gerhard Roeser, Wilhelm Joseph Reiff, Hermann Becker, Roland Daniels, Carl Wunibald Otto, Abraham Jacobi, Wilhelm Jacob Klein, Johann Ludwig Albert Erhard und Friedrich Lessner. Am 20. Oktober 1852 trat Karl Wermuth auch als Zeuge in Köln auf. Er berichtete über Hausdurchsuchungen bei Adolf Mensching und erklärte wahrheitswidrig, dass Mensching behauptet hätte, dass Becker Mitglied des Bundes der Kommunisten sei. Ein Verteidiger Schneider II führte aus, dass Wermuth den Einfluss der angenommenen zehn Bundesmitglieder auf achttausend fremde Gesellen und Arbeiter überschätzt. Nur drei Angeklagte wurden freigesprochen. Wermuth und Stieber stellten ein umfangreiches Werk her, in dem die demokratischen Anfänge der deutschen Arbeiterbewegung diffamiert wurden. Mit 760 Steckbriefen von Personen, die sie für gefährlich hielten, ist das sogenannte „Schwarze Buch“ noch heute von großem Wert für die Historiker der frühen deutschen Arbeiterbewegung.
Wermuth war mit Emilia (genannt Emmy) Dorothe Domeier (1815–1904) verheiratet. Der gemeinsame Sohnn Adolf Wermuth war von 1912 bis 1920 Oberbürgermeister von Berlin, dessen Tochter Frieda (1853–1940) war mit Georg Arnold Bacmeister verheiratet.
Das Stadtarchiv Hannover verwahrt drei zwischen 1849 und 1857 verfasste Briefe von ihm.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Wermuth, Karl |
| ALTERNATIVNAMEN | Wermuth, Karl Georg Ludwig (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Jurist, Polizeidirektor des Königreichs Hannover |
| GEBURTSDATUM | 1804 |
| GEBURTSORT | Hameln |
| STERBEDATUM | 9. Januar 1867 |
| STERBEORT | Hannover |