
Karl Wojaczek (* 2. Januar 1928 in Berlin; † 8. November 2020 in ebenda) war ein deutscher Physiker. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentralinstitut für Elektronenphysik der Akademie der Wissenschaften der DDR, hielt Vorträge im In- und Ausland und veröffentlichte zahlreiche Beiträge zur Plasma- und Elektronenphysik.
Karl Wojaczek wuchs mit drei Geschwistern in Berlin auf. Nach dem Besuch der Volkschule kam er 1938 auf das evangelische Gymnasium zum Grauen Kloster. Im Januar 1944 wurde er als Luftwaffenhelfer einberufen und kam nach dem Krieg in russische Kriegsgefangenschaft, aus der er im Herbst 1945 entlassen wurde. Nach Ablegung seiner Reifeprüfung studierte er ab 1946 Physik an der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin. Während seines Studiums war er mehrere Jahre als Hilfsassistent im Institut für theoretische Physik bei Friedrich Möglich tätig. Seine Diplomarbeit „Untersuchungen an Hochfrequenz-Gasentladungen in Quecksilberdampf bei niedrigen Drucken“ schrieb er 1954 unter der Leitung von Robert Rompe, am II. Physikalischen Institut der Humboldt-Universität.
Nach dem Studium blieb er bei Rompe und arbeitete am Institut für Strahlungsquellen bzw. ab 1958 am Zentralinstitut für Elektronenphysik. 1959 promovierte Wojaczek mit der Dissertation: Experimentelle und theoretische Untersuchungen über künstlich erzeugte laufende Schichten in der Argon-Niederdruckentladung. Daraufhin war er zunächst wissenschaftlicher Oberassistent, ab 1961 wissenschaftlicher Arbeitsleiter im Bereich Strahlungsquellen.
Wojaczek arbeitete am Institut für Elektronenphysik bis zu dessen Auflösung 1991, die aufgrund des Art. 38 Abs. 3 des Einigungsvertrages beschlossen worden war.
Während seiner 37-jährigen Institutszugehörigkeit lagen die fachlichen Aufgaben von Wojaczek auf verschiedenen Teilgebieten der Gasentladungs- und Plasmaphysik. Besondere Erfolge konnte er bei Entladungsplasmas erzielen, die auch internationale Beachtung fanden. Im Rahmen industrieller Auftragsforschung gewann er Spezialerfahrung auf dem Sektor der Niederdruck-Gasentladungslampen. Spätere Arbeiten konzentrierten sich auf plasmachemische und reaktionskinetische Untersuchungen an strömenden bzw. gepulsten Stickstoffplasmen. Schließlich arbeitete er auf dem Gebiet der optisch-spektroskopischen Diagnostik von Tokamakrandplasmen, insbesondere bei der Vorbereitung des Einsatzes der Methode der laserinduzierten Fluoreszenz.
Die Ergebnisse seiner wissenschaftlichen Untersuchungen, die zum Teil auch in Kooperation mit in- und ausländischen Kollegen erarbeitet wurden, fanden ihren Niederschlag in mehr als 50 schriftlichen Publikationen und zahlreichen Vorträgen außerhalb des Instituts. Außerdem war er an der Erarbeitung zahlreicher wissenschaftlicher Konzeptionen, Themenplanungen und interner Berichte maßgeblich beteiligt.
Karl Wojaczek war verheiratet mit der Tierärztin und Autorin Elfriede Wojaczek-Steffke, mit der er zwei Kinder hatte.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Wojaczek, Karl |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Physiker |
| GEBURTSDATUM | 2. Januar 1928 |
| GEBURTSORT | Berlin |
| STERBEDATUM | 8. November 2020 |
| STERBEORT | Berlin |