Kaspar Fischer

Kaspar Fischer

Kaspar Fischer (* 19. Mai 1938 in Zürich; † 23. Januar 2000 in Männedorf) war ein Schweizer Schauspieler, Autor und Zeichner.

Leben

Kaspar Fischer
Unterschrift (1976)

Kaspar Fischer, der Sohn des Malers Hans «fis» Fischer und der Kunstweberin Bianca Wasmuth, wuchs in Küsnacht und Feldmeilen mit seinen zwei Schwestern auf. Sein gleichnamiger Grossvater war Rektor der Berner Töchterhandelsschule. Nach der Matur 1957 am Literargymnasium Zürich absolvierte er 1958 bis 1961 eine Schauspielausbildung am Max Reinhardt Seminar in Wien. Er trat von 1961 bis 1963 als Schauspieler an den Vereinigten Bühnen Graz und 1963 bis 1967 an den Münchner Kammerspielen auf, unter anderem in der Uraufführung von Mauricio Kagels pas de cinq.

Im Jahr 1967 machte er sich als Autor, Schauspieler und Zeichner selbständig. Dabei entwickelte er insbesondere rund zwanzig Bühnenprogramme, in denen er nicht nur Menschen, sondern auch Tiere und Dinge verkörperte. Bekannt wurde seine Darstellung einer Gemüsesuppe mit deren Zutaten. Oft zeichnete er während seiner Vorstellungen auf einem Hellraumprojektor oder zeigte Schattenspiele. Seine Programmhefte gestaltete er manchmal mit eigenen Zeichnungen, so z. B. die einzelnen Nummern seines Programms Zirkus.

Franz Hohler schrieb bereits 1968 über die Vielseitigkeit seines Künstlerkollegen Kaspar Fischer: «Die Mittel von Kaspar Fischers Kunst sind fast unerschöpflich. […] Schauspieler, Tänzer, Pantomime, Sänger, Musiker, Autor, Regisseur, Choreograph, Zeichner und Maskenbildner […].»

Die Bühnenwelt von Kaspar Fischer erschloss sich nicht allen gleich schnell. «Der Verwandlungskünstler und Virtuose, stellt den Zuschauer vor immer neue Rätsel», formulierte Christine Steiger. Auch umgekehrt war das Verständnis nicht ohne Schwierigkeiten. So stellte Kaspar Fischer fest: «Was ich an meinen Sachen gern habe, ist nicht das, was das Publikum am liebsten mag. Das ist ein bisschen traurig.»

Zu seiner Verwandlungsfähigkeit sagte Mani Matter: «We d Lüt z Uerzlike am Sunntig göh go spaziere und gseh ne Schnägg uf der Strass, rüefe si zu ihrne Chind: ‹Passet uf, vilicht isch es der Chaschper Fischer!›» («Wenn die Leute in Uerzlikon [Fischers Wohnort] am Sonntag spazieren gehen und eine Schnecke auf der Strasse sehen, rufen sie ihren Kindern zu: ‹Passt auf, vielleicht ist es Kaspar Fischer!›»)

Kaspar Fischer ist der Gestalter des Goldenen Thunfischs, einer Skulptur, die seit 1993 jährlich mit dem Schweizer KleinKunstPreis dem jeweiligen Preisträger überreicht wird.

Kaspar Fischer war von 1965 bis 1988 verheiratet mit der Medizinhistorikerin Esther Fischer-Homberger und hatte die drei Kinder Paul, Agnes und Ernst. Er wohnte 1968 bis 1978 in Uerzlikon, dann bis 1988 in Bern und schliesslich wieder in Feldmeilen. 1995 heiratete er die Schauspielerin Ingrid Heitmann. Er verstarb im Alter von 61 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung.

Sein Nachlass mit Manuskripten, Programmen, Photos, Videos, Korrespondenz und Theaterutensilien befindet sich in der Handschriftenabteilung der Zentralbibliothek Zürich und zum Teil im Schweizer Archiv der Darstellenden Künste in Bern.

Auszeichnungen

Werke

Publikationen

Theaterstücke

(in Klammern Ort und Jahr der Uraufführung)

Festivals

Fernsehaufzeichnungen

Theater-Workshops

Ausstellungen

Tonträger

Literatur

Nachlass

Commons: Kaspar Fischer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Kaspar Fischer. In: Der Bund. 17. Januar 1979.
  2. ↑ Kaspar Fischer: Video der Gemüsesuppe, ca. 1985. In: YouTube. Abgerufen am 4. Dezember 2017.
  3. ↑ Ausstellungen 2001. In: old.likeyou.com (mit Foto eines Schattenspiels).
  4. ↑ Kaspar Fischers künstlerischer Zirkus in der «Rampe». In: Der Bund. 24. Mai 1967.
  5. ↑ Franz Hohler: Duft eines Elefanten, Kaspar Fischers Einmannprogramm. In: Schweizer Theaterzeitung. September 1968, S. 34–36.
  6. 1 2 Der magische Requisiteur. In: Die Weltwoche. 31. März 1982.
  7. ↑ Franz Hohler: Weit entfernte Freunde. In: Thomas Bodmer (Hrsg.): Untierhaltung. Das Gesamtkunstwerk Kaspar Fischer. NZZ-Verlag, Zürich 2001, ISBN 3-85823-876-7, S. 11.
  8. ↑ Deutscher Kleinkunstpreis 1982. In: Berner Zeitung. 4. Februar 1982. Anderswo wird das Jahr 1981 angegeben.
  9. ↑ In: Berner Zeitung. 17. Dezember 1981.
  10. ↑ Der ganze Kaspar Fischer. In: Neue Zürcher Zeitung. 21. Februar 2001, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 4. Dezember 2017]).
Personendaten
NAME Fischer, Kaspar
KURZBESCHREIBUNG Schweizer Schauspieler, Kabarettist, Schriftsteller und Zeichner
GEBURTSDATUM 19. Mai 1938
GEBURTSORT Zürich, Schweiz
STERBEDATUM 23. Januar 2000
STERBEORT Männedorf