Meilen

Meilen
Wappen von Meilen
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Zürich Zürich (ZH)
Bezirk: Meilen
BFS-Nr.: 0156i1f3f4
Postleitzahl: 8706
Koordinaten: 691013 / 236214Koordinaten: 47° 16′ 14″ N, 8° 38′ 29″ O; CH1903: 691013 / 236214
Höhe: 420 m ü. M.
Höhenbereich: 405–853 m ü. M.
Fläche: 11,94 km²
Einwohner: i14'952 (1. Januar 2026)
Einwohnerdichte: 1252 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
24,7 %
(1. Januar 2026)
Gemeindepräsident: Christoph Hiller (FDP)
Website: www.meilen.ch
Kirche Meilen, Fähre
Kirche Meilen, Fähre
Lage der Gemeinde
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Stadt Meilen
Stadt Meilen
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Meilen ist eine politische Gemeinde in der Schweiz und Hauptort des gleichnamigen Bezirks im Kanton Zürich.

Geographie

Hängebrücke über das Beugenbachtobel zwischen Meilen und Obermeilen

Die Gemeinde liegt am mittleren rechten Zürichseeufer zwischen Rapperswil und Zürich an der «Goldküste». Meilen umfasst die Ortsteile Feldmeilen, Obermeilen und Dorfmeilen am Seeufer sowie Bergmeilen hangaufwärts. Die Fläche beträgt 1193 Hektaren, davon 47 Prozent Landwirtschaft, 24 Prozent Wald und 27 Prozent Siedlungen. Die Nachbargemeinden von Meilen sind Herrliberg, Uetikon am See und Egg. Von Egg ist Meilen durch den Pfannenstiel getrennt. Auf der anderen Seeseite liegen Horgen und Wädenswil.

Meilen und Obermeilen sind durch das Beugenbachtobel getrennt. Seit Juni 2012 überquert eine 60 Meter lange und knapp 1,5 Meter breite Hängebrücke das Tobel. Konstruiert wurde sie vom Churer Ingenieur Hans Pfaffen. Die mit 390'000 Schweizer Franken vergleichsweise günstige Brücke ist die erste ihrer Art im Kanton Zürich. – Mundartnamen: Mäile; Ansässige: Mäilemeri, Mäilemer.

Geschichte

Meilen-Rorenhaab ist ein prähistorischer Siedlungsplatz am Zürichsee auf dem Gebiet der Gemeinde Meilen. Der Ortsname ist erstmals um 880 als Meilana in einem Güterverzeichnis des Zürcher Grossmünsters erwähnt. Die Burg Friedberg ist als Ruine erhalten geblieben. Zwischen 1990 und 2000 wurden bei Ausgrabungen um die Ruine diverse Artefakte wie Schuhspitzen oder andere Alltagsgegenstände gefunden. Die meisten Funde stammen aus dem Sodbrunnen, der vermutlich nach Aufgabe der Burg als Müllhalde benutzt wurde. Zu sehen sind die Gegenstände sowie die Rekonstruktionen und Bilder aus damaliger Zeit im Ortsmuseum von Meilen.

Schiffskatastrophe und Ländeli-Gottesdienst in Obermeilen

Dampfschiffkatastrophe in Obermeilen (Zürichsee) am 29. August 1872 [Schweiz] : [Verlag nicht ermittelbar], [1872]. Zentralbibliothek Zürich

Am 29. August 1872 bestellte die Gemeinde Meilen für alle Schulkinder eine Extrafahrt mit dem Dampfschiff Concordia der Dampfbootgesellschaft für den Zürichsee in den Obersee. Je nach Quelle war das Schiff mit 450 bis 500 Kindern besetzt. Infolge eines Missverständnisses kam es bei der Heimkehr vor den Augen der Eltern bei der Schifflände Obermeilen zu einer Kollision zwischen der Concordia, die ihren Steven ins Vorschiff der planmässig verkehrenden St. Gotthard bohrte. Die Passagiere der Gotthard konnten mit einer Ausnahme (Frau Gysi aus Basel) auf die ebenfalls sinkende Concordia gerettet werden, welche im letzten Moment mit sämtlichen Kindern des Dorfes und den Fahrgästen der Gotthard den Steg von Obermeilen erreichte. Seitens des Personals wird vom Kassier der Concordia, Brändli aus Männedorf, berichtet, der viel zur Rettung beigetragen hatte, am Schluss jedoch im Strudel der sinkenden Gotthard in die Tiefe gerissen wurde. Seither findet an der ehemaligen Schifflände Obermeilen, dem heutigen Strandbad Dollikon, jedes Jahr ein ökumenischer Gedenkgottesdienst, der sogenannte Ländeli-Gottesdienst, statt.

Wappen

Blasonierung

In Gold über grünem Dreiberg eine zweitürmige, gezinnte schwarze Burg, durchbrochen von Tor und Fenstern, überhöht von zwei roten Sternen.

Im Lauf der Geschichte variierte die Anzahl Sterne im Wappen und manchmal fehlte der Dreiberg oder die Burg «stand» direkt darauf. Es geht auf die Ritterfamilie von Friedberg zurück, die im Mittelalter auf der Burg Friedberg oberhalb von Meilen lebte.

Bevölkerung


 Bevölkerungsentwicklung Meilen 
EinwohnerJahr030006000900012.00015.000160017001800190020002100Meilen
Bundesamt für Statistik

Konfessionszugehörigkeit: 41,6 % evangelisch-reformiert, 26,1 % römisch-katholisch, 32,3 % andere oder keine konfessionelle Zugehörigkeit (Stand: 2010).

Politik

Bei den Nationalratswahlen 2023 betrugen die Wähleranteile in Meilen (in Klammern Veränderung zu 2019): SVP 29,4 % (+ 1,3), FDP 22,9 % (− 2,0), SP 14,3 % (+ 2,5), glp 14,0 % (− 1,2), Mitte 8,6 % (+ 3,3), Grüne 6,7 % (− 3,6), EVP 1,4 % (− 0,6), EDU 0,7 % (− 0,2).

Partnerschaften bestehen mit:

Sehenswürdigkeiten

In Meilen gibt es drei Kirchen:

Verkehr

Öffentlich

S-Bahn

Durch Meilen führt die rechtsufrige Zürichseebahn. Der Bahnhof Meilen wird von der S-Bahn Zürich mit drei Linien bedient:

Ein weiterer Bahnhof in der Gemeinde ist Herrliberg-Feldmeilen.

Busbetriebe

Meilen ist an das gut ausgebaute Linienbusnetz der Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland angeschlossen.

Schiffslinien

Es gibt Kursverbindungen mit Schiffen der Zürichsee-Schiffahrtsgesellschaft und der Zürichsee-Fähre Horgen–Meilen.

Individualverkehr

Hauptstrasse

Durch Meilen führt als rechtsufrige Seestrasse die Hauptstrasse 17 Leibstadt AG–Zürich–Rapperswil–Glarus–Klausenpass UR.

Nebenstrassen

Die Dorfstrasse verbindet mit dem Bahnhof und mündet in die Bergstrasse, die zum Pfannenstiel-Übergang nach Oetwil am See im benachbarten Zürcher Oberland ansteigt. Steiler steigt die Pfannenstielstrasse über Bergmeilen zur Hochwacht an und verbindet mit der Gemeinde Egg ZH nordöstlich des Pfannenstiels. Die geradeste Verbindung zur Höhenstrasse Herrenweg nach Wetzwil am Pfannenstiel ermöglicht die Toggwilerstrasse und ab Feldmeilen die Bünishoferstrasse.

Bilder

Persönlichkeiten

Literatur

Commons: Meilen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Höhenbereiche zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
  2. ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
  3. ↑ Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991-2025. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 22. August 2026 (bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2025 zusammengefasst).
  4. ↑ Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeit 2010-2025. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2025 zusammengefasst. Abruf am 22. August 2026
  5. ↑ NZZ vom 19. Juni 2012
  6. ↑ Heinz Gallmann: Zürichdeutsches Wörterbuch. Hrsg.: Grammatiken & Wörterbücher des Schweizerdeutschen in allg. verständl. Darstellung, betreut vom Verein Schweizerdeutsch. 1. Auflage. Band III Zürichdeutsches Wörterbuch. Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich 2009, ISBN 978-3-03823-555-2, S. 669.
  7. ↑ Martin Schuler: Kanton Zürich – Die Bevölkerungszahlen auf lokaler Ebene vor 1850. (CSV; 25 KB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 16. Juni 2023, abgerufen am 17. Juli 2026.
  8. ↑ Daten der Eidgenössischen Volkszählungen ab 1850 nach Gemeinden. (XLSX; 10 MB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 12. Juli 2024, abgerufen am 17. Juli 2026 (Öffnung in Excel nur über "Anhang/Excel-Datensatz" möglich).
  9. ↑ Nationalratswahlen 2023 Meilen. Bundesamt für Statistik, 24. April 2024, abgerufen am 17. Juli 2026.
  10. ↑ Christian Renfer: Die Kirche Meilen ZH und ihre Umgebung. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 378). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1985