
Klaus Servene (* 26. Februar 1949 in Marburg) ist ein deutscher Herausgeber und Autor, der in Hamburg lebt.
Klaus Servene machte 1967 am Staatlichen Neusprachlichen Gymnasium in Hermeskeil Abitur. Er studierte Germanistik und andere philologische Fächer an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und an der Philipps-Universität Marburg und schloss eine betriebswirtschaftliche Ausbildung ab. Nach verschiedenen Tätigkeiten in Hamburg, Westerland und Stendal begann er 1995 literarisch zu schreiben und publizierte 1999 seinen Debütroman Hitzkopf.
1997 bis 2017 lebte er in Mannheim.
Der Autor veröffentlichte mehrere Romane, Erzählungen, Kurzgeschichten und lyrische Texte in verschiedenen Anthologien (letztere auch in je zwei eigenständigen Lyrik- und Kurz-Prosa-Büchern).

2013 erschien sein Kurzer Roman vom Fell in der von Vladimir Zarev und Vladimir Minkov in Sofia herausgegebenen literarischen Zeitschrift Sawremennik (Zeitgenosse). Die Übersetzung durch Emilia Draganova wurde finanziert vom Förderkreis Deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg e. V. mit Mitteln aus dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. Die Herausgeber stellen fest, „dass Fell eine eindrückliche Innenansicht in unbekannte Dimensionen deutschen Lebens, deutscher Provinz, deutscher Mentalität gibt, in einer herausragenden und originalen literarischen Sprache, voller ausdrucksstarker Szenen und Bilder.“
Nachdem Servene im Jahr 2000 den Andiamo Verlag initiiert hatte, betätigte er sich ab 2001 auch als Herausgeber, als Initiator und Mitorganisator verschiedener Literaturwettbewerbe, als Juror und als Moderator literarischer Veranstaltungen. Erstveröffentlichungen als Herausgeber z. B.: Ein Licht über dem Kopf von Dimitré Dinev (2001), Der Termin von Sunil Mann (2001), Zigi übers Meer von Zsuzsa Bánk (2008; ein Auszug aus ihrem noch unveröffentlichten Roman Die hellen Tage) und Der Rucksack von Massum Faryar (2008).
Mehrere Jahre unterstützte er die Arbeit der Wiener Edition Exil, einiger Literaturgruppen und Kulturinitiativen, z. B. (2001 bis 2016) die Lesereihe Europa Morgen Land der Städte Ludwigshafen und Mannheim, sowie den Verein KulturQuer-QuerKultur.

2008 gab er mit der Stadt Mannheim, Sudabeh Mohafez und Dimitré Dinev die Anthologie Grenzen. Überschreiten heraus, das Buch zum Internationalen Kurzgeschichtenwettbewerb 2007 der Stadt Mannheim (Texte von Marica Bodrožić, Irena Brežná, Yadé Kara u. v. a.).
2011, 2012 (mit Thomas Frahm) und 2013 gab er das europabrevier grenzenlos heraus. Thema: Migration und Europa. Ab 2013 widmete sich Klaus Servene auch dem Aufbau einer Werkauswahl des Bonner Schriftstellers Jan Turovski. Im gleichen Jahr wurde die „Edition Andiamo im Mannheimer Wellhöfer Verlag“ mit der Herausgabe und dem Lektorat des Romans Ja von Nikolaj Tabakov begründet. Erstmals erschien ein Werk des bulgarischen Autors in Deutsch, übersetzt von der Schriftstellerin Rumjana Zacharieva.
2015 entwickelte sich eine Zusammenarbeit mit dem Schauspieler und Regisseur Limeik Topchi für die Theaterbühne. Im gleichen Jahr versammelte der Autor seine z. T. unveröffentlichten, vor allem aber recht verstreut publizierten eigenen „relevantesten Texte“ in einer vierbändigen „Schreibbilanz“ („Werkauswahl“, siehe unten).
Ende 2017 zog Servene von Mannheim nach Hamburg um, der Andiamo Verlag war aufgelöst worden, die Verlegertätigkeit beendet, aber das Engagement für das Schreiben hielt an. Zum Beispiel durch seinen Blog „Non-Profit-Literaturförderung aus Hamburg“. Oder auch durch die Beteiligung am literarischen Wettbewerb des Mannheimer Morgen im Jahr 2025: Zum Thema „Macht und Mensch“ erzählt Klaus Servene von der Hoffnung. Dabei geht es auch um die Amokfahrt in Mannheim und den tödlichen Messerangriff auf Rouven Laur, heißt es in der Tageszeitung.
Ab 2022 engagiert sich auch Klaus Servene gegen die Invasion der Ukraine durch Truppen der Russischen Föderation, beispielsweise durch seine Teilnahme an der großangelegten Dokumentation Stimmen gegen den Krieg, initiiert von der IG Autorinnen Autoren Österreich.
Im Oktober 2024 erschien im Rahmen einer langjährigen, innovativen literaturwissenschaftlichen Analyse über die Wirksamkeit von Literatur in der Gesellschaft eine breit und tief fundierte Habilitationsschrift von Privatdozentin Dr. Wiebke Sievers (Europa-Universität Viadrina). Am Beispiel von Vladimir Vertlib, Dimitré Dinev, Julya Rabinowich und Anna Kim wird gezeigt wie Literatur als Medium der Ausgrenzung und zugleich des Widerstands dagegen gesellschaftliche Entwicklungen beeinflussen kann. Auch auf die Rolle des Andiamo Verlags bei der Unterstützung Dimitré Dinevs wird hierin eingegangen.

Bücher – Auswahl
Theater – Auswahl

Beiträge – Auswahl
Herausgaben – Auswahl
Lektorat und Herausgabe einer Werkauswahl des Bonner Autors Jan Turovski:
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Servene, Klaus |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schriftsteller |
| GEBURTSDATUM | 26. Februar 1949 |
| GEBURTSORT | Marburg |