


Das Kloster Bernried ist eine historische Klosteranlage in Bernried am Starnberger See. Ursprünglich wurde es im Jahr 1121 als Augustiner-Chorherren-Stift gegründet. Nach der Säkularisation im Jahr 1803 wurde das Kloster aufgelöst und teilweise zu einem Schloss umgebaut. Seit 1949 wurde die Anlage wieder klösterlich genutzt: die Missions-Benediktinerinnen in Bernried leben dort und prägen das religiöse Leben vor Ort.
Heute steht jedoch vor allem eine andere Funktion im Mittelpunkt: Das Kloster beherbergt das Bildungshaus St. Martin
Dieses wurde 1972 gegründet, nachdem die vorherige Schule aufgegeben wurde, und dient seither als kirchliche Einrichtung für Erwachsenenbildung, Seminare und Tagungen.
Das Bildungshaus bietet Unterkunft, Tagungsräume und ein umfangreiches Programm zu Themen wie Glauben, Persönlichkeitsentwicklung und gesellschaftlichen Fragen. Es richtet sich sowohl an Gruppen als auch an Einzelgäste und verbindet Bildung mit klösterlicher Ruhe und Spiritualität.
Die Klosteranlage selbst ist denkmalgeschützt und liegt eingebettet im Bernrieder Park direkt am See. Neben dem Bildungshaus wird ein Teil der Gebäude weiterhin von der Ordensgemeinschaft als Kloster genutzt.
Die Anlage ist unter der Aktennummer D-1-90-115-11 als Baudenkmal verzeichnet. „Untertägige mittelalterliche und frühneuzeitliche Befunde im Bereich des ehem. Augustinerchorherrenstifts Bernried a.Starnberger See und seiner Vorgängerbauten mit der ehem. Stift- und heutigen Kath. Pfarrkirche St. Martin sowie der ehem. Hofmarkskirche Mariä Himmelfahrt“ werden zudem in der Liste der Bodendenkmäler in Bernried am Starnberger See geführt (Aktennummer D-1-8133-0056).

Das St. Martin geweihte Kloster wurde 1121 durch Graf Otto I. von Dachau-Valley und seine Gattin Adelheid von Weilheim gegründet. Über die innerbayerische Gründungsausstattung hinaus umfasste der spätmittelalterliche Klosterbesitz auch Güter im Alpenraum, insbesondere in der Gegend von Bozen, wo die herren von Pernried über Weingüter in Gries-Quirein verfügten. Einen Aufschwung erlebte das Stift unter Propst Mansuetus Resch (1723–41), der alle Stiftsgebäude restaurieren ließ und Wissenschaft, Kunst und Kultur förderte. 1803 wurde es im Zuge der Säkularisation aufgelöst.
1810 erwarb Ignaz Graf Arco den gesamten Stiftsbesitz. August Freiherr von Wendland kaufte 1852 Stift und Ländereien. Er ließ Ost- und Westtrakt der Klosteranlage abreißen, der Südflügel wurde zu einem Schloss (Neorenaissance) umgestaltet.
1941 kaufte das Reichsinnenministerium das Schloss mit dem dazugehörenden Park. Von 1942 bis 1948 verlegte man – kriegsbedingt – die Orthopädische Klinik aus München in das Bernrieder Schloss.
1949 wurde das säkularisierte Augustiner-Chorherren-Stift wieder Kloster: Die Missions-Benediktinerinnen aus dem nahen Tutzing erwarben die alte Anlage und gründeten in den Gebäuden bald eine Haushaltungsschule mit Internat, die im Laufe der folgenden Jahre zu einem Vorseminar für soziale Frauenberufe (mit Fachschulreifeabschluss) ausgeweitet wurde. Von 1953 bis 1995 war im Kloster Bernried das Noviziat der Missions-Benediktinerinnen von Tutzing, das dann nach Tutzing verlegt wurde.
1972 wurde die Schule aufgegeben und das Haus in ein Bildungshaus für kirchliche Erwachsenenbildung umgewandelt.
Pröpste der Augustiner-Chorherren:
Oberinnen der Missions-Benediktinerinnen (unvollständig):
In unmittelbarer Nachbarschaft:
Koordinaten: 47° 52′ 0″ N, 11° 17′ 46″ O