Krapina

Krapina
Wappen
Wappen
Flagge
Flagge
Krapina (Kroatien)
Krapina (Kroatien)
Basisdaten
Staat: Kroatien Kroatien
Koordinaten: 46° 10′ N, 15° 52′ OKoordinaten: 46° 9′ 32″ N, 15° 52′ 28″ O
Gespanschaft: Flagge der Gespanschaft Krapina-Zagorje Krapina-Zagorje
Höhe:203 m. i. J.
Fläche:58 km²
Einwohner:11.379 (31. Dezember 2021)
Bevölkerungsdichte:196 Einwohner je km²
Telefonvorwahl:(+385) 049
Postleitzahl:49 000
Kfz-Kennzeichen:KR
Struktur und Verwaltung
(Stand: 2021)
Gemeindeart:Stadt
Bürgermeister:Zoran Gregurović (HDZ)
Koalitionspartner:ZDS, HSLS, A-HSS
Website:
Lage der Stadt Krapina in der Gespanschaft Krapina-Zagorje
Ansicht der Stadt Krapina

Krapina (deutsch historisch: Grabing) ist eine Stadt im Norden Kroatiens und bildet den Verwaltungssitz der Gespanschaft Krapina-Zagorje. Sie ist in archäologischen Fachkreisen weithin bekannt wegen zahlreicher Neandertaler-Funde.

Lage

Krapina befindet sich in der hügeligen historischen Region Hrvatsko Zagorje und liegt etwa 55 km sowohl von Zagreb als auch von Varaždin entfernt. In der Stadt leben 4.471 und insgesamt in der Gemeinde 12.480 (Stand 2011) Einwohner.

Geschichte

Vorgeschichte

Krapina wurde bereits in der Zeit der Neandertaler vor etwa 130.000 Jahren besiedelt. Im Jahr 1899 begann der Geologe und Paläontologe Dragutin Gorjanović-Kramberger in einem Abri am nahe der Stadt gelegenen Hügel Hušnjak insgesamt knapp 900 stark zersplitterte Knochen von mindestens 23 frühen Neandertalern auszugraben (→ Fundplatz Krapina). Ferner wurden mehrere hundert Steinwerkzeuge und fossile Tierknochen gefunden. Es wird vermutet, dass es sich hierbei um einen Begräbnisplatz handelte. Die These, hier sei ritueller Kannibalismus betrieben worden, gilt inzwischen als widerlegt. Im Jahr 2010 wurde das Neandertalermuseum in Krapina eröffnet.

Mittelalter

Die Stadt Krapina wurde erstmals im Jahr 1193 in einer Urkunde des Bischoffs Kalan von Pécs erwähnt. Im Jahr 1222 war die Stadt wahrscheinlich Sitz einer Stammespfarrei und im Jahr 1347 erhielt Krapina vom König Ludwig I. von Anjou das Marktrecht und das Recht der Selbstverwaltung. Nach dem Tod von König Ludwig wechselte Krapina mehrmals den Besitzer und im Jahr 1399 übergab König Sigismund von Luxemburg die Stadt an den Grafen Hermann II. von Cilli, der dem Markt im Jahr 1418 das Privileg verlieh, einen jährlichen Jahrmarkt abzuhalten. Nach dem Tod des Grafen wurde Krapina im Jahr 1457 von seiner Frau Katharina Brankovič zusammen mit Zagorje an Jan Vitovec veräußert.

Der erste Eroberungsversuch der Gegend und der Stadt im Jahr 1473 durch die Osmanen zwang die Bevölkerung zu einem Bau von mehreren Wallanlagen zur Verteidigung. Dies wurde vom ungarisch-kroatischen König Matthias Corvinus während seiner Regierungszeit unterstützt.

Nach Matthias Tod ging der Besitz an seinen Sohn Johann Corvinus über und kurze Zeit später im Jahr 1504 an dessen Frau und Witwe Beatrice de Frangepan. Ihr zweiter Ehemann, Georg von Brandenburg, verkaufte die Hälfte des Krapina-Anwesens an den kroatischen Ban Petar Keglević von Bužim und die andere Hälfte ging bald in den Besitz von Luka Székely, einem Abkömmling der Adelsfamilie Székely von Kövend, über.

Am Ende des 16. Jahrhunderts wurde Krapina ein Zankapfel wegen Machtansprüchen zwischen den Adelsfamilien Keglević, Székely und Drašković. Dieser Konflikt wurde im Jahr 1647 mit Übergabe der Stadt an die Familie Keglević beendet. Die alten Privilegien wurden wieder gewährt und dennoch versuchten die Gutsherren Druck auf die Bürger auszuüben und ihre Autonomie einzuschränken, was häufig zu Konflikten zwischen Bürgern und Adel führte. Erst durch eine Urkunde vom 16. Dezember 1628 regelte Graf Nikolaus Esterházy die Beziehungen zwischen der Marktstadt und den Herrenhäusern Erdődy und Keglević. Von da an entwickelte sich Krapina zu einem starken Handwerks- und Handelszentrum in der Region. Auf Einladung der Stadtverwaltung gründeten die Franziskaner im Jahr 1641 in der Stadt ein Kloster und im Jahr 1665 nahm die erste Schule ihren Betrieb auf.

Im Jahr 1775 wurde Krapina bei einem Erdbeben schwer beschädigt.

Neuzeit

Ab Mitte des 18. Jahrhunderts wurde durch eine parlamentarische Kommission das erste Gemeindestatut entworfen und im Jahr 1772 wurde ein neues Stadtstatut verabschiedet, das dem Komitat Warasdin die Macht über die Stadtverwaltung übertrug und die Rechte der Bürger erheblich einschränkte. Im Jahr 1841 wurde ein Amateurtheater in Betrieb genommen und 1845 wurde ein Lesesaal für die Allgemeinheit eröffnet.

Nach dem Ersten Weltkrieg kam die Stadt zum neu gegründeten Staat der Slowenen, Kroaten und Serben, kurz darauf zum Königreich Jugoslawien. Ab 1929 folgten Umstrukturierungen in der neuen Verwaltung im Königreich und die alten Komitate wurde aufgelöst.

Politik

Kommunalwahlen

Bei der Kommunalwahl vom 16. Mai 2021 waren 10.244 Bürgerinnen und Bürger in der Stadt Krapina wahlberechtigt und aufgefordert den neuen Gemeinderat sowie den neuen Bürgermeister zu wählen, wovon 5.499 Menschen ihr Wahlrecht nutzten. Dabei gab es insgesamt 5.334 (97,00 %) gültige und 165 (3,00 %) ungültige Stimmen. Bei einer Wahlbeteiligung von 53,68 % kam es zu folgendem Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2021
Stimmen
2021
Sitze
2021
HDZ / ZDS / HSS – DHSS / A – HSS / SU Hrvatska demokratska zajednica / Zagorska demokratska stranka / Demokratski HSS / Autohtona – Hrvatska seljačka stranka / Stranka umirovljenika – Zoran Gregurović 54,48 2.906 10
SDP Socijaldemokratska partija Hrvatske / Hrvatska stranka umirovljenika – Irena Šafranko 21,40 1.142 3
GLAS / Građansko-liberalni savez / Hrvatski laburisti – Stranka rada – Adalbert Turner 10,62 567 1
ZS Zagorska stranka – Ivan Bajcer 5,58 298 1
HNS Hrvatska narodna stranka – Liberalni demokrati – Nenad Sikirica 4,36 233 0
DP Domovinski pokret – Dražen Strabić 3,52 188 0
Gesamt 100 5.499 15
Wahlbeteiligung 53,68 %

Bürgermeister

Bei der Wahl des Bürgermeisters im Mai 2021 waren die Einwohner in der Stadt Krapina aufgerufen, ein neues Oberhaupt zu wählen. Zoran Gregurović wurde für seine dritte Amtszeit mit 3.280 Stimmen (59,56 %) bestätigt.

Schädel eines Neandertalers

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 18571869188018901900191019211931194819531961197119811991200120112021
Einwohner 547560606435700775388141788482249222947310384115331254012938129501248011379

Sehenswürdigkeiten

Kultur

In der Stadt findet alljährlich im September das Festival der kajkavischen Kultur und Lieder (Tjedan kajkavske kulture i popevke) statt, bei dem die Aufführungen im lokalen kajkavischen Dialekt gesungen und die traditionellen Gebräuche des kroatischen Zagorje vorgeführt werden.

Nahe der Stadt befindet sich das traditionsreiche Thermalbad Krapinske Toplice.

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur

Commons: Krapina – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ https://mzk.georeferencer.com/compare#
  2. ↑ Urzeitmensch aus Krapina – Kroatische Enzyklopädie: Lexikographisches Institut Miroslav Krleža, 2013 – 2025
  3. ↑ Krapina – Kroatische Enzyklopädie: Lexikographisches Institut Miroslav Krleža, 2013 – 2025
  4. ↑ Stadt Krapina, Gemeinderatswahl 2021, Endergebnis, abgerufen am 11. April 2025
  5. ↑ Stadt Krapina , Bürgermeisterwahl 2021, Endergebnis, abgerufen am 11. April 2025 – Seite 48
  6. ↑ Bevölkerungsentwicklung von 1857 bis 2001
  7. ↑ Volkszählung in Kroatien 2011
  8. ↑ Denkmalregisternummer: Z-4716.
  9. ↑ Denkmalregisternummer: Z-4904.
  10. ↑ Denkmalregisternummer: Z-3485.
  11. ↑ Denkmalregisternummer: Z-4442.
  12. ↑ Denkmalregisternummer: Z-3510.
  13. ↑ Denkmalregisternummer: Z-3486.
  14. ↑ Denkmalregisternummer: Z-2240.