
Die Rüstungsindustrie – in Deutschland auch offiziell Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (SVI) genannt – ist ein spezieller Wirtschaftszweig. Er besteht aus Instituten, Organisationen und Unternehmen (Rüstungsunternehmen), die militärische Erzeugnisse, Ausrüstung und Wehrmaterial für Streitkräfte herstellen. Rüstung soll die Streitkräfte zur Verteidigung bzw. Kriegsführung befähigen oder das militärische Potenzial eines Staats verstärken. Für die wirtschaftlichen Zusammenhänge in dieser speziellen Industrie, siehe die Rüstungswirtschaft oder Militärökonomie.
Diese Industrie besteht aus expliziten Unternehmen, die als Komponenten- oder Systemhersteller im Sinne von Zulieferern agieren, sowie aus vollintegrierten Unternehmen, die auch andere Branchen bedienen. Beispiele sind Erstausrüster der Luftfahrtindustrie wie Boeing oder Airbus.
Weitere bekanntgewordenen Bezeichnungen sind Wehrtechnikindustrie (kurz: Wehrindustrie) oder Heeresindustrie und im Ausland die englisch defense industry, englisch armaments industry.
Die Rüstungsindustrie umfasst im Kern die Entwicklung und Herstellung von konventionellen militärischen Geräten, Produkten, Systemen oder Anlagen (Infrastruktur) im Rahmen der Wehrtechnik. Dies umfasst eine Vielzahl mobiler und/oder stationärer Waffen, Waffensysteme sowie Munition zur staatlichen Sicherheit und zur Landesverteidigung für die Domänen Land, See, Luft, Weltraum und Cyberspace. Ebenfalls finden in Zusammenarbeit mit militärischen Einrichtungen spezialisierte Forschung und Entwicklung statt.
Ein Teil der speziellen Technologie aus dieser Industrie findet sich jedoch auch in der Zivil- bzw. Privatwirtschaft wieder, beispielsweise in Form von Kommunikationstechnik, Sicherheitstechnik, Überwachungstechnik, Schutzausrüstung und vielem mehr. Wenn Rüstungsgüter für zivile und militärische Zwecke ausgelegt sind, spricht man auch von einer „Dual-Use“ („Doppelnutzung“), wobei auch zivile Unternehmen mitunter Technologie für militärische Zwecke bereitstellen.
Zu den bekannten Messen zählen die Defence & Security Equipment International (DSEI) und Eurosatory, aber auch bei den Luft- und Raumfahrtausstellungen der Luftfahrtindustrie wie die Paris Air Show und die Farnborough International Airshow. In den USA ist eine der größten Messen die AUSA Annual Meeting & Exposition der Association of the United States Army (AUSA).
Wird die Beschaffung verstärkt umgesetzt, spricht man von Aufrüstung; das Gegenteil ist Abrüstung. Rüstung unterliegt oft Rüstungs- und Exportkontrollen. Der internationale Handel mit Waffen wird als Waffenexport bezeichnet. Die Rüstungsdynamik beschreibt die Wechselwirkungen dieser Prozesse. Aufgrund der engen Verflechtung mit staatlicher Sicherheitspolitik spricht man häufig vom militärisch-industriellen Komplex (MIK).

Rüstungsgüter werden hergestellt, um die Landesverteidigung und nationale Sicherheit zu gewährleisten.
In Deutschland besteht seit der Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland und dem Erlangen ihrer Souveränität im Jahr 1955 ein partnerschaftliches Modell zwischen Staat und Industrie, da die Beschaffung der Ausrüstung durch eine entsprechende Politik erfolgt.
Die Beschaffung ist die Grundlage des Rüstungswesen und der Auftrag zur Rüstung ergibt sich aus dem Grundgesetz (GG) im Kapitel VIII. Die Ausführung der Bundesgesetze und die Bundesverwaltung, dort:
„Der Bund stellt Streitkräfte zur Verteidigung auf. Ihre zahlenmäßige Stärke und die Grundzüge ihrer Organisation müssen sich aus dem Haushaltsplan ergeben.“
und weiter:
„Die Bundeswehrverwaltung wird mit eigenem Verwaltungsunterbau geführt und dient der unmittelbaren Deckung des Sachbedarfs der Streitkräfte und der Personalverwaltung.“
Die Beschaffung von Rüstung (Ausrüstung und Wehrmaterial) erfolgte in Deutschland ehemals über das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung, heute das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw). Die Finanzierung der Streitkräfte erfolgt über den Bundeshaushalt, vgl. auch Einzelplan 14, auch bekannt als Verteidigungshaushalt. Die Einnahmen spielen dabei eine untergeordnete Rolle. Der Verteidigungsetat wird hingegen fast vollständig aus Steuermitteln finanziert. Einzelne Rüstungsunternehmen sind allerdings auch börsennotiert.
In den Vereinigten Staaten ist das United States Army Materiel Command (AMC) für die Beschaffung zuständig.
Die Beschaffung findet jedoch nicht nur auf nationaler Ebene, sondern weltweit statt. In diesem Kontext sei das US-amerikanische Rüstungsgüterprogramm Foreign Military Sales (FMS) erwähnt. Für die verlängerte nukleare Abschreckung der NATO wird beispielsweise von Deutschland bzw. der Bundeswehr der F-35-Kampfjet beschafft, der als ein wichtiges technisches Element des transatlantischen Bündnisses und darüber hinaus gilt. Die USA verkaufen den Mehrzweckkampfjet der fünften Generation beispielsweise auch zu Sicherheitszwecken an seine Partner wie Saudi-Arabien. Hintergrund sind die langjährigen Handelsbeziehungen der beiden Länder. Ein anderes Beispiel sind deutsche U-Boote der Dolphin-Klasse, die beispielsweise an Israel geliefert wurden, sowie die Bestellung von deutschen U-Booten durch Kanada im Zuge einer sich rapide verändernden geopolitischen Ordnung. Hintergrund sind die andauernden Krisen des Russisch-Ukrainischen Kriegs, des Irankriegs 2026 und der Wirtschafts- und Außenpolitik der Regierung Trump II sowie der Handelsstreit zwischen Kanada und den USA.
Im Folgenden werden einige Rüstungsgüter der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (SVI) aufgezählt.
| Kernrüstungsgüter | Erweiterte Rüstungsgüter |
|---|---|
Güter für Interdiktion und Wirkung:
|
Güter für Prävention und Einsatzmanagement:
|
Produziert werden Rüstungsgüter (im Auftrag der Bundesregierung) von etlichen privatwirtschaftlichen Unternehmen. Es lassen sich keine vollständigen Zahlen und Namen von Firmen finden, die erkennen lassen, wer alles zur deutschen Rüstungsindustrie gehört.
Die „nukleare“ Rüstungsindustrie, auch umgangssprachlich Kernwaffenkomplex genannt, verantwortlich für Entwicklung, Herstellung und Entsorgung strategischer Waffen, besteht zu großen Teilen aus separaten Institutionen und Organisationen eines jeweiligen Kernwaffenstaates bzw. eines Landes im Besitz von Atomwaffen, unter der Leitung einer Dachorganisation, z. B. der National Nuclear Security Administration (NNSA) in den USA oder Rosatom in Russland.

„Der Markt für Rüstungsgüter unterscheidet sich von anderen Märkten vor allem dadurch, daß in den meisten Industrieländern der Staat Monopsonist auf diesem Markt ist; allenfalls kommt es vor, daß ausländische Nachfrager – meist wiederum Regierungen – zugelassen sind.“
Um die Nachfrageseite der Rüstungsindustrie zu betrachten, muss zwischen dem deutschen Staat und den „restlichen“ Nachfragern unterschieden werden. Dabei schließen sich die Bezeichnungen Monopson, also Nachfrage-Monopol und ein Auftreten auf dem Weltmarkt nicht zwingend aus. Denn durch das Kriegswaffenkontrollgesetz könnte die Öffentliche Hand generell als alleiniger Nachfrager am Markt auftreten, da dieses vorgibt, welche Rüstungsgüter hergestellt, befördert und in Verkehr gebracht werden dürfen. Dennoch hat auch der Staat ein Interesse daran, dass diese Güter – unter bestimmten Voraussetzungen – weltweit verkauft werden. Es besteht demnach eine gegenseitige Abhängigkeit. Beispielsweise durch die Sicherung mehrerer zehntausend Arbeitsplätze, das Erhalten von Know-how bei der Entwicklung und Produktion und den Verkauf jener Güter.
Alle Unternehmen die Rüstungsgüter produzieren, sind marktwirtschaftlich organisiert. Trotzdem muss die Angebotsseite des Rüstungsmarktes mit einigen Besonderheiten leben. Je nachdem, wie diversifiziert die Produktpalette des Unternehmens ist, sind diese mehr oder weniger vom Staat abhängig – da nur dieser einen Auftrag über Rüstungsgüter ausschreiben darf (siehe: Bereitstellung von Rüstungsgüter). Stellt ein Unternehmen ausschließlich Rüstungsgüter für den militärischen Einsatz her, so ist die Auftragslage des Unternehmens stark abhängig von der jeweiligen Regierung; ob diese viel oder wenig Steuergeld für Rüstungsgüter ausgeben möchte.
Es gibt Gesetze und Regularien, die klar definieren, in welchem Handlungsfeld sich die Rüstungsindustrie bewegen darf. So besagt das Kriegswaffenkontrollgesetz, dass bestimmte Waffen nur mit Genehmigung der Bundesregierung hergestellt, befördert und in den Verkehr gebracht werden dürfen. Außerdem gibt es seitens der Regierung Maßnahmen um Korruption zu verhindern, deutsche Rüstungsexporte zu regulieren oder zur Kontrolle, falls ehemalige Beamte in die Rüstungsindustrie wechseln möchten.

Die Rüstungsindustrie entwickelte sich im Laufe der Industrialisierung in Westeuropa im 19. Jahrhundert stetig weiter. Am Anfang standen einzelne Betriebe, traditionell meist in staatlicher Regie, die Feuerwaffen produzierten. Allmählich entwickelten sich große und sehr vielseitige private Großbetriebe wie zum Beispiel Rheinmetall und Krupp in Deutschland, Schneider in Frankreich, Škoda in Österreich-Ungarn, Bethlehem Steel in den Vereinigten Staaten. Neben der Produktion von Handfeuerwaffen gewann die Herstellung von Geschützmaterial immer mehr an Bedeutung.
Im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 zeigte sich die Bedeutung moderner Waffen: Die stählernen Hinterlader-Geschütze von Alfred Krupp erwiesen sich als ausschlaggebende Artillerie. Sie konnten über 4 km weit schießen (mehr als das Doppelte der bis dahin möglichen Reichweite). Das damals neueste dieser Geschütze hieß C/64/67; es hatte zahlreiche Vorteile. Speziell bei der Schlacht bei Sedan zeigte sich, dass eine hohe Kadenz (bis zu zehn Schuss pro Minute) zusammen mit einer großen Reichweite bei guter Trefferleistung eine verheerende Wirkung erzeugte. Die Franzosen hatten Vorteile bei Reichweite und Kadenz mit dem neuen Chassepot-Gewehr und dem Mitrailleuse-Maschinengewehr. Ersteres war dem preußischen Hinterlader-Zündnadelgewehr überlegen.
Die Erfindung und Weiterentwicklung der Brisanzgranate um 1890 brachte große Umwälzungen in der Kriegsführung:
Die Aufrüstung der kaiserlichen Marine vor dem Ersten Weltkrieg sicherte in Deutschland den aufstrebenden Unternehmen Aufträge und unterstützte den Ausbau ihrer Kapazitäten. 1898 beschloss der Reichstag ein neues Flottengesetz, welches den weiteren Ausbau festlegte. Der Marinebedarf war vor 1914 der technologisch und innovativ am weitesten vorangetriebene Rüstungssektor.
Nach dem Ersten Weltkrieg, der als enormer Schrittmacher für neue Rüstungszweige (Luftfahrtindustrie, Kraftfahrzeugindustrie, Panzer, Chemische Waffen) gewirkt hatte, wurden der Rüstungsindustrie Deutschlands im Versailler Vertrag enge Grenzen gesetzt. Die Waffenproduktion wurde international überwacht und der Waffenexport vollständig verboten. Das NS-Regime bescherte ihr mit seiner Aufrüstung der Wehrmacht und seiner Kriegspolitik jedoch ein enormes Wachstum mit tödlichen Konsequenzen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die damalige deutsche Rüstungsindustrie 1945 im Rahmen der Demilitarisierung Deutschlands aufgelöst.
In der Bundesrepublik Deutschland erlebte die Wehrindustrie im Rahmen von Westintegration und Wiederbewaffnung in der Mitte der 1950er Jahre einen Neubeginn in Sachen Rüstung. Auch die ehemalige Deutsche Demokratische Republik (DDR) betrieb eine eigene Industrie für den Bedarf der Nationalen Volksarmee (NVA). Des Weiteren trat Westdeutschland im Jahr 1955 der NATO bei, indem der Nordatlantikvertrag unterzeichnet wurde. Im gleichen Jahr wurde der Warschauer Pakt (WP) gegründet. Der Kalte Krieg dominierte die nukleare Aufrüstung von 1947 an bis in die frühen 1990er Jahre, wo die Entscheidungen zum Ab- bzw. Umbau des großen Kernwaffenkomplexes der ehemaligen Supermächte UdSSR und USA, im Rahmen des umfassenden Teststopp, getroffen wurden. Alle Aktivitäten dieser spezialisierten Wehrindustrie sind heute in einen Erhaltungs- und Laborbetrieb überführt worden. Kernwaffen werden dennoch gebaut und produziert, jedoch unter einer Vielzahl von begrenzenden Moratorien und Verträgen. Jedoch sind seit 1945 diverse Nationen in Konflikte und Kriege involviert, beispielsweise dem Koreakrieg, die konventionelle Rüstungsgüter voraussetzen.

Nach einer Untersuchung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) schätzte man im Jahr 2002/2003 die deutsche Wehrindustrie wie folgt:
Zum Abgleich: Man schätzt, dass im Jahr 1989 ca. 400.000 Menschen in West- und Ostdeutschland in der Wehrtechnik beschäftigt waren, davon waren 950.000 Angehörige der Streitkräfte (zivil und militärisch). Im Jahr 2005 reduzierte sich diese Zahl auf ca. 80.000 Beschäftigte und 370.000 Angehörige der Streitkräfte in der Bundesrepublik Deutschland. Dies entsprach einem Rückgang von schätzungsweise 900.000 Arbeitsplätzen.
Diese Kennzahlen decken sich grob mit anderen Quellen: Im deutschen Rüstungssektor sank die Zahl der Beschäftigten von etwa 250.000 (1984) auf dann 290.000 (1990) und weiter bis auf 80.000 im Jahr 2002.
Im Jahr 2025 zählt der BDSV rund 135.700 direkt Beschäftigte und 273.400 „direkt und indirekt“ Beschäftigte. Der Umsatz, bzw. die sogenannte Bruttowertschöpfung, lag bei 12,2 Mrd. Euro direkt und 16,2 Mrd. Euro direkt und durch „Verflechtungen“ in der Gesamtwirtschaft. (Für die Kosten des Militärs, siehe dort.)
Im Zuge des eskalierten russisch-ukrainischen Kriegs und der sogenannten „Zeitenwende“ kommt es seit ca. 2022, auch als Reaktion auf die verstärkte Aufrüstung Russlands, in Deutschland, Europa und weltweit zu ähnlichen Bestrebungen.
In Deutschland wird die Rüstungsindustrie auch Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (SVI) genannt. Sie wird von wenigen großen Unternehmen – allen voran Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann – angeführt. Lediglich etwa die Hälfte der 350 deutschen Rüstungsfirmen ist laut der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) in der Eigentümerschaft unabhängig von den großen Unternehmen.
Bis zum Jahr 2017 verzichtete das Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI), welches sich mit Abrüstung und Rüstungskontrolle beschäftigt, aufgrund mangelnder Daten darauf, Zahlen zu chinesischen Rüstungsfirmen zu publizieren. Erst in der Publikation des Jahres 2020 ordnete das Institut die chinesischen Unternehmen für das Jahr 2018 in die fünfzig weltgrößten Rüstungsfirmen ein.
Außerhalb der SIPRI-Datenerhebung gibt es zahlreiche Unternehmen, die einen bestimmten Anteil ihrer Leistungen in den Bereichen Sicherheits- bzw. Wehrtechnik erbringen, als Zulieferer agieren oder Anteile an Wehrtechnik in anderen Industrien, wie z. B. dem Schiffsbau oder der Raumfahrt, halten. Des Weiteren gibt es staatseigene oder regierungsnahe Betriebe, Institutionen oder Organisationen, die spezielle Entwicklungs- und Produktionsaufgaben im Waffenbereich übernehmen. Ein Beispiel ist das ehemalige Redstone Arsenal. Außerdem kam es seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs in den Jahrzehnten zu einer Vielzahl von Veränderungen durch Übernahmen, Konsolidierungen oder Verkäufe in dieser Industrie. Einige ehemalige Unternehmen sind heute Teil der großen Rüstungskonzerne, die als Erstausrüster (OEM) agieren, wie z. B. Raytheon.
| Unternehmen | Land | Rang | Umsatz Rüstungsgeschäft |
Umsatz gesamt |
Anteil Rüstungs- geschäft |
Be- schäf- tigte | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2024 | 2023 | 2022 | 2021 | 2020 | 2019 | 2024 | 2023 | 2022 | 2021 | 2020 | 2019 | 2024 | 2024 | 2024 | ||
| 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 64,7 | 60,8 | 59,3 | 60,3 | 58,2 | 54,0 | 71,0 | 91 % | 114.000 | ||
| 2 | 2 | 2 | 2 | 2 | (a) | 43,6 | 40,7 | 39,6 | 41,8 | 36,8 | 39,0 (b) | 80,7 | 54 % | 195.000 | ||
| 3 | 3 | 3 | 4 | 4 | 3 | 37,9 | 35,6 | 32,3 | 29,9 | 30,4 | 29,7 | 41,0 | 92 % | 88.000 | ||
| 4 | 6 | 6 | 6 | 6 | 6 | 33,8 | 29,8 | 26,9 | 26,0 | 24,0 | 22,5 | 35,4 | 95 % | 89.600 | ||
| 5 | 5 | 5 | 5 | 5 | 5 | 33,6 | 30,2 | 28,3 | 26,4 | 25,8 | 24,9 | 47,7 | 70 % | 102.900 | ||
| 6 | 4 | 4 | 3 | 3 | 2 | 30,6 | 31,1 | 29,3 | 33,4 | 32,1 | 34,1 | 66,5 | 46 % | 141.500 | ||
| Rostec | 7 | 7 | 10 | - | - | - | 27,1 | 21,7 | 16,8 | - | - | - | 38,9 | 70 % | 450.000 | |
| AVIC | 8 | 8 | 8 | 8 | 8 | 7 | 20,3 | 20,9 | 20,6 | 20,1 | 17,0 | 17,2 | 81,3 | 25 % | 418.000 | |
| CETC | 9 | 10 | 11 | 10 | 9 | 9 | 18,9 | 16,1 | 15,1 | 15,0 | 14,6 | 15,5 | 55,2 | 34 % | 177.443 | |
| L3Harris Technologies | 10 | 11 | 12 | 13 | 10 | 10 | 16,2 | 14,8 | 12,6 | 13,4 | 14,2 | 14,1 | 21,3 | 76 % | 47.000 | |
| 11 | 9 | 7 | 7 | 7 | 8 | 14,0 | 20,6 | 22,1 | 21,6 | 17,9 | 16,0 | 61,6 | 23 % | 230.000 | ||
| 12 | 13 | 13 | 12 | 13 | 14 | 13,8 | 12,4 | 12,5 | 13,9 | 11,2 | 11,3 | 19,2 | 72 % | 50.500 | ||
| Airbus | 13 | 12 | 14 | 15 | 11 | 13 | 13,4 | 12,9 | 12,1 | 10,9 | 12,0 | 11,3 | 74,9 | 18 % | 157.000 | |
| CSSC | 14 | 15 | 16 | 14 | - | - | 12,3 | 11,5 | 11,8 | 14,5 | - | - | 49,6 | 25 % | 148.000 | |
| Thales | 15 | 16 | 17 | 16 | 14 | 16 | 11,8 | 10,4 | 9,4 | 9,8 | 9,1 | 9,6 | 22,3 | 53 % | 8.900 | |
| HII | 16 | 17 | 18 | 17 | 15 | 17 | 10,3 | 9,3 | 8,8 | 8,6 | 8,2 | 7,9 | 11,5 | 89 % | 43.000 | |
| CASC | 17 | 14 | 9 | 9 | - | - | 10,2 | 12,4 | 19,6 | 19,1 | 16,9 | - | 41,2 | 30 % | 170.000 | |
| Leidos | 18 | 19 | 19 | 18 | 16 | 18 | 9,4 | 8,7 | 8,2 | 8,0 | 7,3 | 7,3 | 16,7 | 56 % | 43.000 | |
| Amentum | 19 | 21 | 20 | 25 | 41 | - | 8,3 | 6,5 | 6,6 | 5,0 | 3,1 | - | 13,9 | 60 % | 50000 | |
| 20 | 26 | 28 | 31 | 27 | 32 | 8,2 | 5,48 | 4,55 | 4,45 | 4,24 | 4,03 | 10,6 | 78 % | 28.500 | ||
| 42 | 45 | 44 | 44 | - | - | 4,1 | 3,34 | 3,2 | 3,03 | 2,6 (b) | 2,7 (b) | 4,1 | 100 % | 10.000 | ||
| ThyssenKrupp | 61 | 66 | 62 | 55 | 55 | 56 | 2,3 | 1,99 | 1,93 | 2,39 | 1,99 | 2,07 | 37,9 | 6 % | 98.000 | |
| Hensoldt | 62 | 73 | 69 | 69 | 78 | 86 | 2,2 | 1,85 | 1,66 | 1,61 | 1,27 | 1,18 | 2,4 | 93 % | 9.000 | |
| Diehl | 67 | 83 | 93 | 99 | - | - | 2,1 | 1,35 | 0,95 | 0,87 | - | - | 5,1 | 42 % | 18.700 | |
| Umsätze in Mrd. US-Dollar, Stand 2024 - (a) = Fusion Raytheon u. United Technologies Corporation - (b) = Addition Umsätze | ||||||||||||||||
Die größten Waffenlieferanten der Welt sind die Vereinigten Staaten von Amerika, gefolgt von Russland, Deutschland, Frankreich, China und Großbritannien. All diese Länder besitzen hochentwickelte Rüstungsbetriebe und stehen im gegenseitigen Konkurrenzkampf bei der Entwicklung neuer und wirkungsvollerer Waffensysteme.
Einige Kennzahlen zu Waffenlieferungen in der folgenden Tabelle entstammen der SIPRI-Datenbank für Waffenlieferung und sind gerundet in Milliarden US-Dollar. Sie summieren Informationen zu allen Lieferungen konventioneller Großwaffen von 1950 bis zum letzten vollständigen Kalenderjahr bis einschließlich 2024. Für die aktuellsten Kennzahlen siehe die SIPRI Arms Transfers Database. Die Tabelle ist auf Fünfjahresabschnitte gekürzt. Die genauen Details zur Datenerhebung und -darstellung durch SIPRI, z. B. der eigens definierte Trendindikatorwert (TIV), sind den Quellen und Methoden zu entnehmen.
| SIPRI Waffenlieferungen von 2000 bis 2024 | |||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Land | 2000 | 2005 | 2010 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 |
| 7,591 | 6,758 | 8,169 | 9,743 | 9,426 | 11,409 | 9,255 | 10,534 | 10,024 | 10,960 | 15,351 | 11,102 | 13,512 | |
| 4,546 | 5,227 | 5,993 | 5,751 | 6,676 | 6,356 | 6,871 | 5,100 | 3,523 | 2,402 | 2,510 | 1,329 | 1,339 | |
| 1,619 | 2,081 | 2,725 | 1,815 | 2,509 | 1,841 | 1,085 | 0,950 | 1,163 | 0,813 | 1,489 | 2,472 | 2,049 | |
| 1,116 | 1,842 | 0,911 | 2,252 | 2,185 | 2,319 | 1,897 | 3,738 | 2,384 | 3,836 | 3,123 | 2,150 | 2,272 | |
| 1,638 | 1,069 | 1,101 | 1,183 | 1,344 | 1,105 | 0,682 | 0,886 | 0,662 | 0,679 | 1,711 | 1,320 | 0,756 | |
| 0,302 | 0,281 | 1,459 | 1,819 | 2,449 | 1,624 | 1,365 | 1,604 | 0,635 | 1,358 | 2,280 | 2,982 | 1,131 | |
| 0,204 | 0,825 | 0,524 | 0,671 | 0,620 | 0,704 | 0,534 | 0,372 | 0,809 | 1,650 | 1,711 | 1,364 | 1,379 | |
| 0,387 | 0,509 | 0,647 | 0,570 | 1,236 | 1,193 | 1,147 | 0,392 | 0,380 | 0,711 | 1,050 | 1,281 | 1,026 | |
| 0,270 | 0,291 | 0,470 | 0,303 | 0,461 | 0,384 | 0,318 | 0,168 | 0,122 | 0,181 | 0,102 | 0,029 | 0,023 | |
| 0,284 | 0,625 | 0,381 | 0,469 | 0,487 | 1,070 | 0,468 | 0,304 | 0,462 | 0,357 | 0,324 | 0,250 | 0,392 | |
| 0,375 | 0,537 | 0,664 | 0,181 | 0,255 | 0,079 | 0,139 | 0,125 | 0,266 | 0,239 | 0,083 | 0,375 | 0,381 | |
| 0,046 | 0,108 | 0,277 | 0,982 | 0,481 | 0,820 | 0,705 | 0,318 | 1,010 | 0,676 | 1,018 | 0,921 | 0,639 | |
| 0,174 | 0,247 | 0,238 | 0,490 | 0,220 | 0,175 | 0,243 | 0,218 | 0,145 | 0,105 | 0,176 | 0,063 | 0,033 | |
| 0,010 | 0,109 | 0,177 | 0,092 | 0,435 | 0,700 | 1,047 | 0,680 | 0,772 | 0,510 | 0,220 | 0,631 | 0,964 | |
| 0,020 | 0,025 | 0,070 | 0,225 | 0,243 | 0,177 | 0,248 | 0,274 | 0,265 | 0,482 | 0,589 | 0,699 | 0,332 | |
| Angaben in Milliarden US-Dollar | |||||||||||||
Der Export und auch Import von Waffen ist von Land zu Land sehr unterschiedlich und lässt sich teils durch eine Verlagerung der Produktion ins Ausland umgehen. In Deutschland wird der Export durch das Außenwirtschaftsgesetz und Kriegswaffenkontrollgesetz reglementiert. Die Erlaubnis zum Export wird von dem unter Ausschluss der Öffentlichkeit tagenden Nationalen Sicherheitsrat der Bundesregierung erteilt. Es gibt kein parlamentarisches Kontrollgremium und Waffenexporte benötigen auch keine Zustimmung des Bundestages. Die erfolgten Exporte werden einmal im Jahr im Rüstungsexportbericht veröffentlicht.
| Waffenlieferanten | Anteil am weltweiten Waffenexport |
Hauptabnehmer (Anteil am Exportvolumen des Lieferanten) | ||
|---|---|---|---|---|
| 1. | 2. | 3. | ||
| Vereinigte Staaten | 43 % | Saudi-Arabien (12 %) | Ukraine (9 %) | Japan (9 %) |
| Frankreich | 10 % | Indien (28 %) | Katar (10 %) | Griechenland (8 %) |
| Russland | 8 % | Indien (38 %) | Volksrepublik China (17 %) | Kasachstan (11 %) |
| China | 6 % | Pakistan (63 %) | Serbien (7 %) | Thailand (5 %) |
| Deutschland | 6 % | Ukraine (19 %) | Ägypten (11 %) | Israel (11 %) |
| Daten aus dem Zeitraum 2020–2024 | ||||
| Rang | Land oder Staat (Käufer) | % | Hauptlieferaten in (%) (Verkäufer) |
|---|---|---|---|
| 1 | Saudi Arabien | 9,1 |
|
| 2 | Indien | 8,7 | |
| 3 | Katar | 4,9 | |
| 4 | Ägypten | 4,5 | F (30), RF (26), D (16) |
| 5 | Ukraine (UA) | 4,4 | USA (45), D (12), Polen (11) |
| 6 | Australien | 4,1 | USA (73), ES (19), F (2.2) |
| 7 | Pakistan | 3,7 | PRC (78), TR (3.6), Niederlande (3.4) |
| 8 | VR China (PRC) | 3,4 | RF (74), F (11), UA (8.4) |
| 9 | Republik Korea (Südkorea; ROK) | 3,0 | USA (70), D (20), F (5.3) |
| 10 | Emirate (UAE) | 3,0 | USA (55), F (14), TR (5.7) |
| 11 | Japan | 2,9 | USA (96), GB (2.2), Schweden (0.5) |
| 12 | Algerien | 2,8 | RF (63), PRC (15), D (12) |
| 13 | Vereinigte Staaten | 2,5 | GB (18), F (13), NL (12), D (12), IL (10) |
| 14 | Vereinigtes Königreich (GB) | 2,1 | USA (78), ROK (8.8), IL (4.9), D (2.7), ES (2.0) |
| ... | ... | ... | ... |
| Andere | 43 | ||
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Zu beachten ist, dass es keine weltweit gültigen Standards zur Erfassung und Veröffentlichung von Rüstungsexporten gibt. Das SIPRI-Institut beschreibt z. B. Deutschland für den Zeitraum von 2003 bis 2008 als drittgrößten Rüstungsexporteur der Welt, mit einem Marktanteil von 10 Prozent (nach den Vereinigten Staaten und Russland). Demgegenüber sieht eine Studie des International Institute for Strategic Studies (IISS) Deutschland für 2006 mit deutlichem Abstand hinter Großbritannien auf Platz 4. Der deutsche Weltmarktanteil lag nach dieser Studie für 2006 bei 3,7 Prozent (zum Vergleich: Vereinigte Staaten 51,9 Prozent, Russland 21,5 Prozent, Vereinigtes Königreich 12,2 Prozent).
Zu den Rüstungsgütern zählen unter anderem Kleinwaffen und leichte Waffen, international mit Small Arms and Light Weapons (SALW) abgekürzt. Eine detaillierte Aufstellung der Waffenexporte, die nur Schusswaffen beinhalten, zu denen auch zivile Jagd- und Sportgewehre, sowie Kurzwaffen zählen, findet man hier:
Insbesondere die deutschen Ausfuhren an europäische Abnehmer stiegen an: Im Vergleich zum Fünfjahres-Zeitraum von 1998 bis 2003 nahmen sie laut SIPRI um 123 Prozent zu.
Siehe auch die Entwicklungen unten.
In der Vergangenheit nahmen Rüstungsindustrielle mehrfach Einfluss auf das politische Geschehen, um Bedingungen für ihren Wirtschaftszweig zu verbessern. Dabei kam es auch zu illegalen Schmiergeldzahlungen von Rüstungslobbyisten. Bekannte Beispiele sind der Waffenhändler Karlheinz Schreiber sowie der ehemalige Staatssekretär und Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz Ludwig-Holger Pfahls.
Die effiziente Bereitstellung von Rüstungsgütern ist problematisch, da diese immer auch ein sogenanntes Marktversagen hervorrufen; aufgrund von Informationsasymmetrien und externen Effekten. In einem Gutachten aus dem Jahr 2024 haben Wissenschaftler die Beschaffungsstruktur und -dynamik untersucht.
Als es nach dem Ersten Weltkrieg zu einer Welle der Empörung über die Rüstungsindustrie kam, die vom Krieg profitiert und ihn mit herbei geführt habe, legte ein Ausschuss des Völkerbundes für Rüstungsbegrenzung 1921 einen Bericht vor, nach dem die Rüstungsfirmen über die Kontrolle von Zeitungen im In- und Ausland die Öffentliche Meinung beeinflusst und Kriegspsychosen erzeugt haben, Staatsbeamte im Inland und Ausland bestochen haben, mit falschen Berichten über Militärprogramme zu Rüstungsausgaben angestachelt haben, sowie internationale Rüstungskartelle und Konzerne gebildet haben um das Wettrüsten anzuheizen und die Preise für Rüstungsgüter zu erhöhen. Allerdings lag dem Bericht keine wirkliche Untersuchung zu Grunde. Ein bemerkenswertes und wiederholt zitiertes Memorandum der britischen Admiralität aus dem Jahr 1919 sprach von einer „heimliche[n] Verschwörung gegen den Frieden“ durch internationale Rüstungskartelle.
Albert Einstein war der Auffassung, dass „jene mächtigen Gruppen der Industrie, die an der Produktion von Waffen beteiligt sind, in allen Ländern einer friedlichen Regelung der internationalen Streitfragen entgegenwirken“ und das diese auch als „böse treibende Kraft hinter dem Nationalismus, der sich überall breitmacht“ steckt.
In seiner Abschiedsrede als Präsident vom 17. Januar 1961 warnte Dwight D. Eisenhower eindringlich vor den Gefahren, die ein einflussreicher, von ihm erstmals so bezeichneter „militärisch-industrieller Komplex“ für die USA in Zukunft mit sich bringen würde:
„Wir in den Institutionen der Regierung müssen uns vor unbefugtem Einfluss – beabsichtigt oder unbeabsichtigt – durch den militärisch-industriellen Komplex schützen. Das Potenzial für die katastrophale Zunahme fehlgeleiteter Kräfte ist vorhanden und wird weiterhin bestehen. Wir dürfen es nie zulassen, dass die Macht dieser Kombination unsere Freiheiten oder unsere demokratischen Prozesse gefährdet. Wir sollten nichts als gegeben hinnehmen. Nur wachsame und informierte Bürger können das angemessene Vernetzen der gigantischen industriellen und militärischen Verteidigungsmaschinerie mit unseren friedlichen Methoden und Zielen erzwingen, so dass Sicherheit und Freiheit zusammen wachsen und gedeihen können.“
Die Bezeichnung Militärisch-industrieller Komplex (MIK) ist auch im 21. Jahrhundert noch gebräuchlich, beispielsweise in Verwendung in seinem Buch über das Pentagon durch den ehemaligen Verteidigungsminister der USA, Ash Carter.
Unter ökonomischen Gesichtspunkten lassen sich die Kostenprobleme im Zusammenhang mit Rüstung zumeist damit erklären, dass es sich bei der Auftragsvergabe um öffentliche Ausschreibungen handelt. Der wirtschaftlich günstigste Bieter bekommt den Zuschlag vom Staat und darf die Rüstungsgüter produzieren. Durch enorme Informationsasymmetrien gegenüber den jeweiligen Rüstungsfirmen kann der Staat schwerlich nachprüfen – und wenn, nur mit hohen Transaktionskosten – ob die veranschlagten Kosten bzw. Kostensteigerungen ihre Legitimität haben und nicht möglicherweise von dem jeweiligen Unternehmen getragen werden müssten.
Bei einer kleinen Anfrage (Kostensteigerung bei Großwaffensystemen, hier speziell wegen des Schützenpanzers Puma) an den Bundestag war die Antwort der Regierung: „Vertragsstrafen sind im Beschaffungsvertrag nicht vereinbart, da sie im Zuge der Vertragsverhandlungen aufgrund der Monopolstellung des Auftragnehmers nicht durchsetzbar waren.“ Errechneter Stückpreis: 6,5 Millionen Euro, tatsächlicher Stückpreis: 9,9 Millionen Euro.
Eines der wohl längsten und teuersten Rüstungsprojekte ist das Kampfflugzeug Euro Hawk. Die Idee einer Aufklärungsdrohne für die Bundeswehr entstand im Jahr 2000. Beteiligt daran waren der amerikanische Rüstungskonzern Northrop Grumman und der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS, heute Airbus. Anscheinend gab es frühe Hinweise darauf, dass die Drohne bei Weitem nicht die geforderten Standards für eine Zulassung besaß. Trotzdem wurden weiterhin Steuergelder für das Projekt verwendet und weitere Testflüge angeordnet. Der damalige Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hat erst 2013 beschlossen, das Drohnenprojekt stillzulegen, da es nicht absehbar war, eine Zulassung für den deutschen Luftraum zu bekommen. Bis dahin hat das Ganze den deutschen Steuerzahler etwa 600 Millionen Euro gekostet, ohne dass er einen Nutzen davon gehabt hätte.
In den Reihen der Friedensbewegung, der Friedensforschung und auch der Gewerkschaften werden seit den 1980er Jahren Konzepte entwickelt, wie der Übergang von militärischer zu ziviler Produktion gestaltet werden kann (Rüstungskonversion). Diese Konzepte werden oft nicht umgesetzt, es ist teilweise eher der gegenläufige Trend zu beobachten.
Unter anderem steht die Rüstungsindustrie immer wieder aufgrund mangelnder Funktionsfähigkeit von Waffen – wie bei dem Sturmgewehr G36 von Heckler & Koch – oder Verzögerungen von Lieferungen in der Kritik.
Wie problematisch ein Waffenexport sein kann, wurde zum Beispiel in den folgenden Fällen bewusst:
Im Zuge des Kriegs gegen den Terror seit 2001 (vgl. die Terroranschläge am 11. September 2001) expandierte die westliche und weltweite Rüstungsindustrie. So stieg der Jahresdurchschnitt des internationalen Handels mit schweren konventionellen Waffen in den Jahren 2005 bis 2009 um 22 Prozent im Vergleich zum Jahresdurchschnitt für die Jahre 2000–2004. Manche Unternehmen, die militärische und zivile Produkte herstellen, verkaufen den zivilen Unternehmensteil (z. B. hat BAE Systems seine Anteile an Airbus 2006 verkauft), um den militärischen Anteil zu erhöhen.
Chinas Rüstungsindustrie wächst seit Beginn der 2000er Jahre und holt technologisch auf. China feierte im Januar 2011 den ersten „offiziellen“ Testflug eines Tarnkappenbombers (J-20). Die J-20 hat Ähnlichkeit mit der russischen MiG 1.44 (die nie in Serie ging) und den Raptor-Flugzeugen der US-Armee. China exportiert immer mehr Waffen und macht der russischen Rüstungsindustrie immer mehr Konkurrenz. Dabei hat der aufstrebende Exporteur China einige Vorteile gegenüber Russland. Beide Länder haben vor allem Schwellenländer, die nach mehr militärpolitischer Unabhängigkeit vom Westen streben, als Absatzmarkt für ihre Waffen im Visier. Auch andere Nationen rüsten auf, darunter Nordkorea, das sich seit den 1960er Jahren an der Sŏn’gun-Doktrin orientiert und sich seit den 2000er Jahren verstärkt auf sein Kernwaffenprogramm konzentriert hat.
Die ehemaligen Kernwaffenkomplexe der USA und der Sowjetunion/Russland befinden sich seit den 1990er Jahren in einer Abrüstungs-, Modernisierungs- und Erhaltungsphase. In den 2010er Jahren haben jedoch einzelne Länder, speziell die Kernwaffenstaaten, begonnen, ihre Verteidigungsbasis zu reaktivieren und eine Vielzahl von Infrastrukturmaßnahmen sowie Investitionen in modernisierte bzw. neue Kernwaffensysteme und -träger in die Wege geleitet, siehe die Entwicklungen der atomaren Aufrüstung. Diese Ereignisse bzw. Aktivitäten setzen sich bis in die 2020er Jahre fort und haben einen Umfang im Milliarden-Dollar-Bereich.
Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine am 24. Februar 2022, dem daraus gefolgten Russisch-Ukrainischen Krieg kommt es in Deutschland, der EU und anderen Ländern zu Aufrüstungsbestrebungen. In Deutschland wird 2022 von einer sogenannten „Zeitenwende“ gesprochen. Als Reaktion auf den Krieg und weitere negative Entwicklungen in Bezug auf die globale Sicherheit, rief die EU im Frühjahr 2025 die Initiative Readiness 2030 (ehemals: ReArm Europe) ins Leben, die in den kommenden Jahren rund 800 Milliarden Euro für Rüstungsgüter investieren will.
Laut dem Bundesministerium der Verteidigung belaufen sich die Ausgaben für die Beschaffung von Rüstungsgütern seit 2022 auf rund 111 Mrd. Euro, die sich auf etwa 47.000 Rüstungsverträge mit der Rüstungsindustrie verteilen.