Wehrmaterial ist ein Sammelbegriff für die Ausrüstung und Bewaffnung von Streitkräften. Um die Landesverteidigung und nationale Sicherheit zu gewährleisten, werden Rüstungsgüter erforscht, entwickelt, hergestellt und in den und aus dem Betrieb gesetzt.
Wehrmaterial umfasst Geräte und Systeme in den Domänen Land, See, Luft, Cyberspace und Weltraum. Dazu zählen Waffensysteme und Trägersysteme, auch bekannt als Großgerät, wie z. B. Kampfpanzer, Artillerie, Kampfflugzeuge oder Mehrzweckkampfflugzeuge, Raketenwaffen, Kriegsschiffe, Abwehrsysteme uvm. sowie Geräte und Ausstattung der Soldaten durch Handfeuerwaffen, Maschinengewehre, Munition, Nachtsichtgeräte, Funkgeräte, Bekleidung (Uniformen, Kampfanzug, CBRN-Schutzkleidung) und sonstige Ausrüstungsgegenstände zur militärischen Nutzung. Außerdem ist es wichtig, militärische Anlagen und Einrichtungen (Gebäude, Strukturen, Flugplätze, Erprobungsstellen uvm.) aufzubauen und zu betreiben.
Die Entwicklung von Wehrmaterial findet innerhalb der Wehrtechnik statt und die Produkte werden von der Rüstungsindustrie hergestellt. Dazu zählen auch eigene Institutionen des Militärs, z. B. ist das Watervliet Arsenal, in Watervliet, New York, die einzige Produktionsstätte in den USA für Geschützrohre.
Alle Abläufe unterliegen umfangreichen Entwicklungs-, Herstellungs-, Qualitäts- und Betriebs-Prozessen, mit übergeordneten Produktlebenszyklen (PLC). Die Bundeswehr verwendet den Customer Product Management (CPM) als offizielles Verfahren zur Bedarfsermittlung und -deckung.
Die Ausrüstung befindet sich aufgrund technologischer und sicherheitspolitischer Entwicklungen ständig im Wandel. Es wurden zahlreiche Geräte in Betrieb bzw. außer Betrieb gestellt. Schlachtschiffe werden beispielsweise im 21. Jahrhundert von keiner modernen Marine mehr eingesetzt. Atom-U-Boote als Trägersysteme (ursprünglich aus dem 20. Jahrhundert) gehören jedoch weiterhin zur atomaren Ausrüstung einiger Atommächte. Zu den modernen Geräten zählen unbemannte Systeme (darunter Drohnen) und andere autonome Waffen; oder Konzepte wie die Software-definierte Verteidigung (SdV); zur modernen Infrastruktur gehören auch digitale Systeme, sowohl Kommunikationssysteme, als auch Informationstechnologie (IT).
In Deutschland besteht seit der Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland und dem Erlangen ihrer Souveränität im Jahr 1955 ein partnerschaftliches Modell zwischen Staat und Industrie, da die Beschaffung der Ausrüstung durch eine entsprechende Politik erfolgt.
Die Beschaffung ist die Grundlage des Rüstungswesen und der Auftrag zur Rüstung ergibt sich aus dem Grundgesetz (GG) im Kapitel VIII. Die Ausführung der Bundesgesetze und die Bundesverwaltung, dort:
„Der Bund stellt Streitkräfte zur Verteidigung auf. Ihre zahlenmäßige Stärke und die Grundzüge ihrer Organisation müssen sich aus dem Haushaltsplan ergeben.“
und weiter:
„Die Bundeswehrverwaltung wird mit eigenem Verwaltungsunterbau geführt und dient der unmittelbaren Deckung des Sachbedarfs der Streitkräfte und der Personalverwaltung.“
Die Finanzierung der Streitkräfte erfolgt über den Bundeshaushalt, vgl. auch Einzelplan 14, auch bekannt als Verteidigungshaushalt. Die Einnahmen spielen dabei eine untergeordnete Rolle. Der Verteidigungsetat wird hingegen fast vollständig aus Steuermitteln finanziert. Einzelne Rüstungsunternehmen sind allerdings auch börsennotiert.
Die verteilten Zuständigkeiten für die Beschaffung liegen bei den folgenden Bundesoberbehörden:
In den USA ist das United States Army Materiel Command (AMC) für die Beschaffung zuständig.