Ein Quantensystem habe den zeitunabhängigen Hamiltonoperator
mit den als diskret angenommenen Energiewerten
. Der quantenmechanische und thermische Erwartungswert einer physikalischen Größe mit dem hermiteschen Operator
ist dann:
![{\displaystyle \langle {\hat {A}}\rangle ={1 \over Z_{0}}\operatorname {Tr} [{\hat {\rho }}_{0}{\hat {A}}]={1 \over Z_{0}}\sum _{n}\langle n|{\hat {A}}|n\rangle {\mathrm {e} }^{-\beta E_{n}}}](https://wikimedia.org/api/rest_v1/media/math/render/svg/8d87f267c9d125e7f94770b33483b02095697aa4)

wobei
die Zustandssumme und
die reziproke absolute Temperatur
mit der Boltzmann-Konstanten
und der Temperatur
ist. Im letzten Gleichheitszeichen wurde dabei nach den ungestörten Energieeigenzuständen
mit
entwickelt und deren Vollständigkeit ausgenutzt.
Wenn zur Zeit
eine externe Störung eingeschaltet wird, verlässt das System das thermische Gleichgewicht. Die Störung wird durch einen zeitabhängigen Zusatz zum Hamiltonoperator beschrieben:

Dabei bezeichnet
die Heaviside-Funktion, die für nichtnegative Werte von
den Wert Eins annimmt und für alle anderen
den Wert Null. Damit wird dem instantanen „Einschaltprozess“ zum Zeitpunkt
Rechnung getragen.
ist ein für alle
definierter hermitescher Operator, sodass
für alle
ein vollständiges Orthonormalsystem von Eigenfunktionen
und Eigenwerten
besitzt.
Aus der Zeitentwicklung der Dichtematrix 

folgt unter der Annahme, dass zu jedem Zeitpunkt der quantenstatistische Gleichgewichtsformalismus gültig bleibt
, der thermische Erwartungswert der Operatoren
:
![{\displaystyle \langle {\hat {A}}\rangle ={\frac {1}{Z(t)}}\operatorname {Tr} [{\hat {\rho }}(t){\hat {A}}]={\frac {1}{Z(t)}}\sum _{n}\langle n(t)|{\hat {A}}|n(t)\rangle \mathrm {e} ^{-\beta E_{n}(t)},}](https://wikimedia.org/api/rest_v1/media/math/render/svg/c41569952bf782434da6d0cac1a7575da0e85dc0)
mit der Zustandssumme
.
Hier wird noch das quantenmechanische Schrödingerbild benutzt, allerdings mit zeitabhängigen Hamiltonoperatoren. Es wird aber an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass sich im Allgemeinen sowohl die Eigenfunktionen
als auch die Eigenwerte
des Hamiltonoperators mit
ändern werden. Die Zeitabhängigkeit der
folgt aus der Schrödingergleichung
(hier und im Folgenden wird die reduzierte Planck-Konstante
gleich Eins gesetzt). Da
„schwach“ sein soll, liegt es nahe, die niedrigste Ordnung der zeitabhängigen Störungstheorie zu benutzen und zum Wechselwirkungsbild überzugehen (Zustände
). Das Ergebnis ist:
, wobei per Definition
ist.
In linearer Ordnung in
gilt:
.
Auf diese Weise erhält man für
in linearer Ordnung das Endresultat (in dieser Ordnung sind ferner alle oben angesprochenen Probleme beseitigt, weil bei Störungsrechnungen erster Ordnung nur die Eigenfunktionen nullter Ordnung benötigt werden):
![{\displaystyle {\begin{aligned}\langle {\hat {A}}(t)\rangle _{T}&=\langle {\hat {A}}\rangle _{0,T}-\mathrm {i} \int _{t_{0}}^{t}\mathrm {d} t'{1 \over Z_{0}}\ \sum _{n}\mathrm {e} ^{-\beta E_{n}}\langle n(t_{0})|{\hat {A}}(t){\hat {V}}(t')-{\hat {V}}(t'){\hat {A}}(t)|n(t_{0})\rangle \\&=\langle {\hat {A}}\rangle _{0,T}-\mathrm {i} \int _{t_{0}}^{t}\mathrm {d} t'\langle [{\hat {A}}(t),{\hat {V}}(t')]\rangle _{0,T}\end{aligned}}}](https://wikimedia.org/api/rest_v1/media/math/render/svg/4af293a553600104d821a56f343a1fc612287505)
Hier bedeutet der Ausdruck
einen mit dem Hamiltonoperator
berechneten quantenstatistischen Erwartungswert, bei der Temperatur
, während die Ausdrücke darüber,
gewöhnliche quantenmechanische Erwartungswerte sind, welche die Temperatur nicht berücksichtigen. Ferner sind in
mit
die Eigenwerte von
gemeint.
Da zum Zeitpunkt
die verschiedenen Bilder identisch sind, gilt dasselbe auch für obiges Endresultat.
Hier wurden bosonische Zustände betrachtet. Für fermionische Zustände ergeben sich zusätzliche Besonderheiten.