| Lagos | |||
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| Koordinaten | 6° 27′ N, 3° 24′ O | ||
| Lagos innerhalb des Bundesstaates Lagos | |||
| Symbole | |||
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| Wahlspruch „Itesiwaju Eko l'o je wa l'ogun“ | |||
| Basisdaten | |||
| Staat | Nigeria | ||
| Bundesstaat | Lagos | ||
| ISO 3166-2 | NG-LA | ||
| Höhe | 5 m | ||
| Fläche | 999,6 km² | ||
| Einwohner | 14.370.000 (2020) | ||
| Dichte | 14.376 Ew./km² | ||
| Postleitzahl | 100211–102361 | ||
| Website | www.lagosstate.gov.ng | ||
| Politik | |||
| Gouverneur | Babajide Sanwo-Olu | ||
| Partei | All Progressives Congress | ||
| Sonstiges | |||
| Stadtgliederung: | 16 Local Government Areas | ||
| Zeitzone: | WAT (UTC+1) | ||
Lagos Island, Civic Centre Towers, Senatsgebäude Unilag, Nike Art Gallery, Nationalmuseum, Hauptbahnhof, Randle Centre, Nationaltheater, Fresko von Dennis Osadebe (Mauer der japanischen Botschaft) | |||

Lagos ist mit rund 14,6 Millionen Einwohnern die Primatstadt Nigerias. Sie hat etwa viermal so viele Einwohner wie die nigerianische Hauptstadt Abuja und ist die zweitgrößte Stadt Afrikas, nach Kinshasa und noch vor Kairo. Die Metropolregion zählt zu den bevölkerungsreichsten weltweit. In der gesamten Metropolregion Lagos wohnen nach verschiedenen Angaben Stand 2021 zwischen 21 und 24 Millionen Menschen. Lagos ist etwa so groß wie das Bundesland Berlin, hat jedoch etwa sechsmal so viele Einwohner. Die Lagunenstadt ist zudem die größte Stadt der Welt, in der Englisch die Amtssprache ist.
Mit einem internationalen Flughafen, drei Häfen (Apapa, Tin Can Island und der Tiefseehafen Lekki), vier Autobahnen und einer Standardschienenverbindung ins Hinterland ist die Stadt verkehrsmäßig gut angebunden und wickelt 88 % des nigerianischen Exports ab. Die neue S-Bahn von Lagos gehört zu den modernsten Schienendienstleistern in Afrika.
Lagos ist vor allem als führendes Finanzzentrum West- und Zentralafrikas bekannt, in dem Finanzinstitute wie die Access Bank, die First Bank of Nigeria oder die Zenith Bank ihren Hauptsitz haben. Hier befindet sich auch die nigerianische Börse. Zu den weiteren großen Arbeitgebern zählen zwei Brauereien, drei große Werften sowie die Hauptsitze und Wartungshangars mehrerer afrikanischer Fluggesellschaften wie Dana Air, Air Peace oder Arik. In Lagos sind zudem zahlreiche Pharmaunternehmen ansässig; die Stadt ist auch ein Zentrum für Messen: Art X Lagos ist die größte Kunstmesse Westafrikas, während die Lagos Fashion Week die größte Modemesse Afrikas ist. In der Stadt sind mehr als 20 Rechenzentren in Betrieb, und es gibt Niederlassungen von Microsoft, Equinix und Google. Fünf von sieben afrikanischen Hightech-Start-ups mit einem Wert von über 1 Milliarde US-Dollar („Einhörner“) haben ihren Sitz in Lagos. Der Arbeitgeber mit den meisten Mitarbeitern ist die Dangote-Raffinerie, die nach ihrer Erweiterung die größte Ölraffinerie der Welt sein wird.
In Lagos befinden sich vier öffentliche Universitäten (LASU, UNILAG, LASUSTECH und LASUED) sowie sechs private Hochschulen und wissenschaftliche Einrichtungen wie das Institut für Ozeanographie (NIOMR), das Institut für medizinische Forschung (NIMR) und das Institut für industrielle Technologie. Lagos ist zudem ein kulturelles Zentrum. Das National Arts Theatre in Surulere, die Nationalgalerie für moderne Kunst (im selben Gebäude), das Centre for Black and African Arts in der Broad Street, das Nationalmuseum und das John Randle Centre for Yoruba Culture in Onikan sowie privat geführte Galerien wie die Nike Art Gallery präsentieren die Kultur Nigerias. Das Konservatorium MUSON Centre, zahlreiche lokale Orchester und Chöre (wie der Lagos City Chorale oder der Chor der Cathedral Church of Christ) sowie Schriftsteller wie Sefi Atta, Oyinkan Braithwaite und Ayòbámi Adébáyò und Künstler wie Dotun Popoola, Peju Alatise, Dennis Osadebe, Idowu Sonaya und Collins Abinoro Akporode repräsentieren die kreative Szene von Lagos. Darüber hinaus ist Lagos das Zentrum der nigerianischen Medien und des nigerianischen Kinos, „Nollywood“. Die Lagunenstadt ist zudem ein Hotspot für westafrikanische Musik („Afrobeats“); in ihren Aufnahmestudios haben nigerianische Stars wie Wizkid, Tems, Davido und Asake ihre Karrieren begonnen. Internationale Stars wie Paul McCartney, James Brown, Ed Sheeran und Beyoncé haben hier Alben aufgenommen.
Die Online-Plattform „Time Out“ setzte 2025 Lagos auf Platz 41 der „besten Städte der Welt“ bzw. auf Platz drei in Afrika, hinter Kapstadt und Marrakesch. Brand Finance, ein Markenbewertungsdienstleister, platzierte 2023 Lagos auf Platz 5 der begehrtesten Städte in Afrika, hinter Kapstadt und Johannesburg, Kairo und Casablanca, jedoch vor Nairobi.
Die Stadt liegt an der Küste des Golfs von Guinea durchschnittlich fünf Meter über – aber auch teilweise unter – dem Meeresspiegel und erstreckt sich über das Festland und eine Reihe von Inseln. Nach heftigen Regenfällen kommt es in Lagos regelmäßig zu Überflutungen.
In der Lagune von Lagos mit ihren Sümpfen und Mangroven wird eine umfangreiche Aquakultur betrieben. Sie ist von tropischem Regenwald und Kokospalmen umgeben.
Der Hafen von Lagos und sein Zugang zum Golf von Guinea, der Commodore Channel, wird immer wieder ausgebaggert und durch Molen vor Versandung geschützt.
Die Metropolregion Lagos hat eine Fläche von 14.144 km2 und erstreckt sich über den Bundesstaat Lagos und große Teile des Bundesstaats Ogun. Nach ihrer Ausdehnung ist die Metropolregion etwa so groß wie das deutsche Land Schleswig-Holstein. Die Insel Lagos (der älteste Stadtteil) ist knapp so groß wie die Hallig Hooge und wird, so wie diese, mehrfach im Jahr überflutet.
In administrativer Hinsicht gibt es nicht die Stadt Lagos, sondern 16 eigenständige Stadtverwaltungen im Agglomerationsgebiet Lagos, die sogenannten Local Government Areas. Die Angaben beziehen sich auf die Volkszählung vom 21. März 2006.
| Local Govern- ment Area |
Fläche (km²) |
Einwohnerzahl (2006) |
Einwohner je km² |
|---|---|---|---|
| Agege | 11,20 | 459.939 | 41.066 |
| Ajeromi-Ifelodun | 12,33 | 684.105 | 55.483 |
| Alimosho | 185,20 | 1.277.714 | 6.899 |
| Amuwo Odofin | 134,58 | 318.166 | 2.364 |
| Apapa | 26,66 | 217.362 | 8.153 |
| Eti-Osa | 192,35 | 287.785 | 1.496 |
| Ifako-Ijaye | 26,61 | 427.878 | 16.080 |
| Ikeja | 46,16 | 313.196 | 6.785 |
| Kosofe | 81,41 | 665.393 | 8.173 |
| Lagos Island | 8,66 | 209.437 | 24.184 |
| Lagos Mainland | 19,47 | 317.720 | 16.318 |
| Mushin | 17,48 | 633.009 | 36.213 |
| Ojo | 158,16 | 598.071 | 3.781 |
| Oshodi-Isolo | 44,76 | 621.509 | 13.885 |
| Shomolu | 11,55 | 402.673 | 34.863 |
| Surulere | 23,00 | 503.975 | 21.912 |
| Gesamt | 999,58 | 7.937.932 | 7.941 |
Aktuell (2022) muss man die Einwohnerzahl eher bei 15,36 Millionen ansetzen, bei einer Zuwachsrate von ca. 3,5 % im Jahr. Auf Deutschland übertragen, entspricht die Fläche von Lagos (999 km2) etwa der des dichtest bevölkerten deutschen Bundeslandes Berlin (892 km2) – wobei Lagos aber mehr als viermal soviel Einwohner zählt.


Lagos durchläuft seit 1900 durch Zuwanderung und hohe Geburtenrate ein dynamisches Wachstum. Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen, jeweils bezogen auf das städtische Gebiet (urban area).
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Eine Prognose aus dem Jahre 2014 rechnet damit, dass die Bevölkerung von Groß-Lagos bis zum Jahre 2050 auf 32,6 Millionen Einwohner anwachsen wird. Für das Jahr 2100 wird mit 88,3 Millionen Einwohnern gerechnet, womit Lagos zur weltweit größten Stadt werden würde.
Lagos befindet sich in der tropischen Klimazone, mit feuchtheißem Klima und einer ergiebigen Regenzeit. Die jährliche Niederschlagsmenge liegt bei reichlich 1600 mm im Mittel und die Luftfeuchtigkeit liegt ganzjährig hoch zwischen 70 % in der Trockenzeit (November bis März) und bis zu 85 % in der Regenzeit (April bis Oktober). Der meiste Niederschlag fällt im Juni mit über 300 mm, der geringste im Januar mit gut 20 mm im Mittel.
Die mittlere Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 26,8 °C. Nachts kühlt es meist nur wenig ab. Die durchschnittliche Höchsttemperatur liegt das ganze Jahr über zwischen 28 und 33 °C, die Tiefsttemperatur zwischen 21 und 24 °C im Mittel.
| Lagos | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Klimadiagramm | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Lagos
Quelle: wetterkontor.de | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
1473 n. Chr., zwanzig Jahre bevor Kolumbus in Amerika landete, nahm der portugiesische Entdecker Rui de Sequeira Lagos in die europäische Kartografie auf. – Um 1700 gehörte Lagos zum Oyo-Reich, das von seiner Hauptstadt Ilé-Ifẹ̀ aus die gesamte Yoruba-sprachige Region (Südwest-Nigeria und die heutige Republik Benin) beherrschte und um 1720 seinen Höhepunkt erreichte. Nach dem Tod von König Abiodun 1789 kam es jedoch in Oyo zu dynastischen Problemen, 1796 spaltete sich der Norden von der Zentralregierung ab und eroberte wichtige Gebiete von ihr. Einige Jahre später trennten sich von Oyo der Süden – insbesondere die Ijebu-Unterethnie im heutigen Bundesstaat Ogun – und das Volk der Egba um Abeokuta, was zu einer Reihe bewaffneter Konflikte führte. Infolgedessen wurde an der Küste eine Seeninsel (portugiesisch: Ilha dos Lagos), heute bekannt als Lagos Island, von der Zentralverwaltung in Ilé-Ifẹ̀ (und später, nach dessen Fall, in Ibadan) abgeschnitten.
Die sumpfige Insel, die etwas kleiner ist als die Hallig Hooge, wurde von einem Oba (König) regiert, doch die Steuereinnahmen aus den verschiedenen verstreuten Siedlungen reichten nicht aus, um den König in Vollzeit zu versorgen; er musste seinen Lebensunterhalt als Pfefferbauer bestreiten.
Unterdessen hatte der transatlantische Sklavenhandel an Fahrt gewonnen, und viele Küstenkönigreiche finanzierten sich durch den Verkauf ihrer Untertanen in die Sklaverei an kubanische, brasilianische und portugiesische Händler. In Lagos war Efunroye Tinubu, die Schwester des Königs, in dieser Hinsicht besonders aktiv. Großbritannien, das seit 1807 versuchte, den transatlantischen Transport von Sklaven zu verhindern, übte Druck auf die westafrikanischen Küstenkönigreiche aus, den Sklavenhandel einzustellen. In Lagos ließ sich König Akitoye dazu überreden – doch er wurde 1845 von seinem Neffen Kosoko gestürzt. Zu Weihnachten 1851 bombardierten die Briten die Mangroveninsel; Kosoko floh ins nahegelegene Epe und Akitoye wurde erneut König. Der Sklavenhandel in Lagos fand damit ein Ende, die Briten übten in der Folge über einen Konsul indirekte Kontrolle über Lagos aus. Im Januar 1852 begann der erste anglikanische Missionar, James White, seine Tätigkeit. Im Jahr 1855 wurde Lagos zu einem Marinestützpunkt der Royal Navy. 1859 öffnete in Lagos die erste nigerianische Grundschule, die der anglikanischen Church Missionary Society (CMS).
Als 1861 Pläne des französischen Kaisers Napoleon III. bekannt wurden, Lagos der französischen Kolonie Dahomey (heute Republik Benin) einzuverleiben, beschloss Großbritannien, die winzige Insel in den Status einer Kolonie zu erheben. Akitoyes Sohn und Nachfolger, Dosunmu, wurde mit erneuten Bombardements gedroht, woraufhin er die vorgelegte Abtretungsurkunde unterzeichnete und mit einer jährlichen Zuwendung von einigen Säcken Kaurimuscheln entschädigt wurde (er behielt außerdem seinen weitläufigen Grundbesitz in der bald besten Lage der Stadt).

Laut Prof. Anthony G. Hopkins markierte dies den Beginn eines 30-jährigen Wirtschaftsbooms in Lagos, der in erster Linie durch ehemalige Sklaven ermöglicht wurde, die aus Sierra Leone, Brasilien und Kuba zurückkehrten (den Saro und Aguda). Einheimische Handelsfürsten wie Taiwo Olowo, Tapa Oshodi oder Mohammed Shitta Bey verwandelten die morastige Streusiedlung in ein „Venedig Westafrikas“. Die besonderen Traditionen der Yoruba im Zusammenhang mit Grundbesitz führten dazu, dass aufgrund der erforderlichen Sicherheiten zuerst nur Einheimische wie Candido da Rocha, Richard Blaize und Isaac Williams als Bankiers auftraten – erst um 1900 öffnete mit der Bank of British West Africa (heute First Bank of Nigeria) das erste „weiße“ Finanzinstitut in Lagos seine Bankschalter. Das Jahr 1861 markierte somit auch den Beginn von Lagos als führendes Handels- und Finanzzentrum in West- und Zentralafrika unter einheimischer Regie.
Bald schon deutete sich an, dass Lagos eine „extrovertierte“ Stadt sein würde, eine Medienmetropole. Bereits 1863 gründete der Jamaikaner Robert Campbell die erste Wochenzeitung Nigerias, The Anglo-African. Dazu kamen Publikationen der Missionare in Nigeria. Bis zur Jahrhundertwende bauten einheimische Medienmagnaten wie John Payne Jackson und Richard Beale Blaize ihre Zeitungsimperien von Lagos aus aus und kritisierten in ihren Gazetten offen die Kolonialverwaltung.

Um 1880 „entwendete“ der zu nigerianischen Eltern geborene Royal-Navy-Kapitän James Pinson Labulo Davies einem Schiff vor Fernando Poo (heute Bioko) einige Kakaosetzlinge und pflanzte sie im Vorort (heute Stadtteil) von Lagos, Agege, an. Damit wurde das damalige Kakaomonopol Brasiliens gebrochen. Kehinde Coker sorgte mit der ersten landwirtschaftlichen Genossenschaft in Westafrika, der Agege Planters Union, unter Einheimischen für eine Verbreitung des Kakaoanbaus, wodurch Lagos und seine Umgebung für einige Jahrzehnte recht wohlhabend wurden. (Durch Cokers Wirken gab es in Nigeria niemals „weiße“ Plantagenbesitzer wie anderswo im kolonialen Afrika.) Kakaobohnen gehören auch heute zu den wichtigsten Ausfuhrprodukten Nigerias, die Kakaobäume in Agege wurden 1930 jedoch abgeholzt.

Anfangs bezogen die Briten auch die lokale Bevölkerung in die Kolonialverwaltung ein: Im Jahr 1880 waren der amtierende Gouverneur, der Polizeichef als auch der Leiter der Schulbehörde dunkelhäutig. Dies änderte sich ab 1890. Von da an durften Nigerianer nur noch bis zum Rang eines Chief Clerk (eines Bürovorstehers) aufsteigen. Die östliche Hälfte der Insel Lagos wurde durch einen Kanal und eine abgeholzte Zone abgetrennt; die so entstandene Insel Ikoyi war nur für hellhäutige Menschen zugänglich, die dort über eine eigene weiterführende Schule und ein eigenes Krankenhaus verfügten. Eine eigens errichtete Polizeikaserne sorgte dafür, dass keine Einheimischen die einzige Brücke nach Ikoyi überquerten. Die von Gouverneur Glover 1863 aufgestellte militärische Einheit von Hausa spielte dabei eine zentrale Rolle; als lokale Truppe im Dienst der Kolonialherren galten sie als zuverlässiger als die Yoruba, die die Mehrheit der lokalen Bevölkerung bildeten. „Glover’s Hausa“, oft entflohene Sklaven, bildeten den Kern des in den 1890ern gebildeten „Nigeria-Regimentes“ in der „West African Frontier Force (WAFF)“, der britischen Kolonialarmee. (Aus dem Nigeria-Regiment wurde 1960 die nigerianische Armee, in der bis heute die Hausa die dominierende Ethnie sind.) Die WAFF wurde unter Kolonialminister Joseph Chamberlain offensiv eingesetzt.
Im Jahr 1893 eroberten die Briten zunächst das Gebiet der Ijebu, dann das von Benin, gefolgt vom Rest des Oyo-Reiches und bis 1903 das Sokoto-Kalifat im Norden Nigerias sowie den Südosten Nigerias. Innerhalb weniger Jahre hatte sich der britische Einflussbereich in der „Kniekehle Afrikas“ mehr als 200-fach ausgeweitet, was nur mit dem gerade erst eingeführten Maschinengewehr möglich war. Lagos, das von Großbritannien aus der am leichtesten erreichbare Ort in diesem Gebiet war, wurde zur Hauptstadt – oder besser gesagt zum Kommandozentrum – dieses Einflussbereichs bestimmt. Dies blieb auch so, als die Briten am 1. Januar 1914 auf dem Tinubu-Platz eine Zeremonie abhielten, um Nord- und Südnigeria zu einer einzigen Kolonie zu vereinen und ein Gegengewicht zur deutschen Kolonie Kamerun zu schaffen, deren Fläche sich 1912 fast verdoppelt hatte.
Bis in die 1990er Jahre spielte sich darum das politische Geschehen Nigerias vor allem in seiner südwestlichen Ecke ab (zum Leidwesen der Nordnigerianer) – zunächst auf Lagos Island, bald aber auch auf dem benachbarten Festland, bedingt durch den Zuzug vieler Menschen. Eine Eisenbahnverbindung ins Hinterland war bereits 1897 hergestellt worden, früher als in jeder anderen kolonialen Hafenstadt West- und Zentralafrikas. Ab 1906 war es möglich, mit dem Zug 1.250 km von Lagos bis in den hohen Norden nach Kano, der größten Stadt im Norden Nigerias, zu reisen. Nigeria hatte unter den Briten mit 179 Lokomotiven, 14.000 Beschäftigten und 3.065 Streckenkilometern das zweitgrößte Eisenbahnnetz Afrikas (nach Südafrika) und in Lagos befanden sich die Eisenbahndirektion und die Reparatur-, Wartungs- und Lehrwerkstätten dieses Netzes.
Im Ersten Weltkrieg ersetzten vor allem einheimische Händler wie Alli Balogun oder Mohammed Fashola deutsche Händler wie G. L. Gaiser, Witte & Bausch und Königsdorfer (die drei größten Handelshäuser in Lagos vor 1914). Der erfolgreichste Händler aus Lagos, Peter Thomas, Sohn befreiter Sklaven, organisierte 1916 alleine 13 % der nigerianischen Exporte, wozu er eigens Schiffe charterte. Nach dem Krieg jedoch bauten vor allem Europäer ihre Marktanteile am Import / Export aus, weil die einheimischen Händler ihre Geschäfte zu sehr auf die eigene Person und einzelne profitable Projekte konzentrierten, während sich Europäer eher in Handelsgesellschaften organisierten und in speziellen Läden importierte Waren darboten, überwiegend westliche Kleidung, Parfüm und Hygieneartikel, Spirituosen, Konserven, Werkzeuge und kleinere Einrichtungsgegenstände. Darunter war als zeitweilig erfolgreichste die Union Trading Company, der Handelszweig der Basler Missionsgesellschaft, die an der Ecke Broad Street / Apongbon Street in einem vierstöckigen Gebäude ihre Geschäfte betrieb.
Ab 1919 liefen alle zwei Wochen britische Postschiffe der Elder Dempster Linie in den Hafen von Lagos ein und nach einigen Jahren in den Hafen von Apapa, den neuen Industriehafen von Lagos. Die HMS ACCRA, HMS APAPA und HMS AUREOL beförderten von Liverpool außer Briefen und Paketen auch Händler, Missionare, Kolonialoffiziere und -beamte nach Lagos, die von hier aus mit dem Zug an ihren Bestimmungsort in der Kolonie weiterreisten. Auch Frachtschiffe der Reedereien John Holt, Maersk, MSC, Lloyd und HAPAG wurden hier abgefertigt. Lagos war Nigerias Tor zur Welt und ist es bis heute geblieben: Im Jahr 2026 wurden 88 Prozent der nigerianischen Exporte von Lagos aus verschifft.

1922 gab Gouverneur Clifford der Kolonie Nigeria eine neue Verfassung. Sie sah einen „Legislativrat“ vor – ein Scheinparlament, das sich überwiegend aus höheren Mitarbeitern des Gouverneurs zusammensetzte (dem obersten Amtsarzt der Kolonie, dem Polizeichef, dem Chef der Hafen- bzw. Schulbehörde etc.) sowie aus Personen, die der Gouverneur eingeladen hatte (Vertreter der Handelskammer, der Elder Dempster Linie, der Bank of British West Africa etc.). Von den 46 Mitgliedern waren nur 4 frei gewählt, darunter 3 Abgeordnete aus Lagos und 1 Abgeordneter aus Calabar. Wahlberechtigt waren (ungeachtet der Hautfarbe) volljährige Männer, die des Lesens und Schreibens mächtig waren und ein Mindesteinkommen von 100 Pfund nachweisen konnten. Dieses sehr bescheidene Maß an Demokratie war immerhin im kolonialen Westafrika einzigartig. Für die nächsten 32 Jahre gab es in Lagos vierjährlich Wahlkämpfe um diese drei Parlamentssitze und regelmäßige parlamentarische Sitzungen im doppeltürmigen Sekretariatsgebäude an der Marina Road.
Lagos blieb eine „extrovertierte“ Stadt. – Die Presse in Lagos unterschied sich laut Prof. André-Jean Tudesq deutlich von anderen Kolonien in Afrika, in denen sich Publikationen auf eine religiöse Presse und eine Presse für europäische Siedler beschränkten und nicht kritisch über die Kolonialverwaltung äußerten. – 1925 erschien mit der Lagos Daily News die erste Tageszeitung Nigerias und Westafrikas. Sie wurde 1927 von Herbert Olayinka Macaulay aufgekauft, der sie zum zentralen Organ der Unabhängigkeitsbewegung umgestaltete. Macaulay war bereits seit 1910 der führende Leitartikler des Landes, die schärfste Zunge gegen die britischen Kolonialherren und auch Vorsitzender der Partei, die die vier frei gewählten Parlamentssitze erst einmal mit eigenen Leuten besetzte, die NNDP. Ein zweimaliger (unfreiwilliger) Aufenthalt im Broad Street Prison (heute Freedom Park) hinter dem Sekretariatsgebäude änderte daran nichts. – Nnamdi Azikiwes West African Pilot, der 1935 erstmals erschien, war Nigerias erste moderne Tageszeitung und die erste, die Fotos, einen Sportteil und einen Comic-Teil enthielt. Die reißerischen Überschriften Azikiwes ließen die scharfsinnigen Spitzen Macaulays altbacken aussehen und im Oktober 1938 verdrängten in Lagos die Kandidaten, die von Azikiwe im Pilot begünstigt wurden, in einem Erdrutschsieg die gemäßigteren Kandidaten der NNDP und Macaulays. – Erste Radiosendungen von einem Ableger der BBC konnten in Nigeria seit den 1930er Jahren empfangen werden; zum exakten Datum finden sich widersprüchliche Angaben. – 1936 nahm Tunde King einige traditionelle Juju-Lieder auf Schellack auf. King war nicht der erste westafrikanische Musiker, der seine Musik der Nachwelt bewahrte, aber nach vorliegenden Unterlagen war er der erste, der dies in Westafrika tat (zuvor reiste man dazu nach London) und der mit kommerziellen Absichten ein Massenpublikum ansprach.
Lagos spielte gesellschaftlich in Nigeria und Westafrika eine Vorreiterrolle. Hier wurden unabhängige politische Parteien gegründet (zum Beispiel die vom Pilot favorisierte NYM von H.O. Davies oder die Action Group von Bode Thomas), Gewerkschaften (zum Beispiel die Lehrergewerkschaft NUT von Israel Kuti oder die radikale Eisenbahnergewerkschaft RWU von Michael Imoudu) sowie Frauenorganisationen (wie der einflussreiche Marktfrauenbund von Funmilayo Kuti). Lokale Anwälte aus Lagos fügten den britischen Gouverneuren vor dem Privy Seal in London eine juristische Niederlage nach der anderen zu – im Falle der Gouverneure Thomson und Richards ging dies so weit, dass sie 1931 bzw. 1946 frustriert ihr Amt niederlegten (siehe auch hier). All dieses war im restlichen Kolonialafrika undenkbar und im gleichen Zeitraum auch in Europa nicht selbstverständlich.
Die gesellschaftliche Entwicklung und der Einfluss der Presse zeigten zunehmend Konsequenzen in der nigerianischen Politik, die sich immer noch in Lagos bündelte. – Als sich im Oktober 1937 einige europäische Handelsfirmen zu einem Kartell zusammenschlossen, um die Einkaufspreise bei den lokalen Kakaobauern zu senken, führte dies in der Goldküste (heute Ghana) und in der Umgebung von Lagos zu einem allgemeinen Protest und zu einem Verkaufsboykott der Bauern. Als sich auch Gouverneur Bourdillon gegen das Kartell stellte, wurde es nach wenigen Monaten aufgehoben – der „Hold up“ erschien wie eine sehr zeitliche Episode. Durch die Ereignisse verbreiteten sich allerdings klassenkämpferische Vorstellungen wie die des Wirtschafts- und Philosophieprofessors Kwame Nkrumah in der nigerianischen Unabhängigkeitsbewegung, die dadurch einen erheblichen, kaum noch zu bremsenden Aufwind erhielt. Die nigerianische Öffentlichkeit sah die Europäer stets weniger als Förderer der einheimischen Entwicklung und stets mehr als kapitalistische Ausbeuter der nationalen Ressourcen und Arbeitskräfte (dies obwohl zu diesem Zeitpunkt in Nigeria Einheimische beim Besitz der Produktionsmittel, beim Landbesitz, im Finanzsektor und in den Medien dominierten und im Handel einen beachtlichen Anteil besaßen).
Vorerst ging die rasche Entwicklung in Lagos jedoch weiter, zum Beispiel in Bezug auf die Industrialisierung Nigerias: In den Werkstätten von Ebute Metta (wo heute der moderne Hauptbahnhof steht) montierten Nigerianer Lokomotiven und Abteilwaggons aus britischen Fertigbauteilen, während in Trockendocks Einheimische Fracht- und Kriegsschiffe reparierten und warteten. Hier arbeiteten Schweißer, Gießer, Dreher, Fräser, Konstrukteure und viele andere Techniker.
Dem entsprach eine militärische Qualifikation. Im Jahr 1940 wurden Truppen von Lagos aus nach Ostafrika entsandt, um die italienische Ostafrika-Armee aufzuhalten, die in Britisch-Somaliland und das neutrale Äthiopien eingefallen war. Im Frühjahr 1941 führte das oben erwähnte „Nigeria-Regiment“ den bis dahin schnellsten militärischen Vorstoß der Weltgeschichte durch und fügte den Achsenmächten ihre erste große Niederlage zu, Italienisch-Ostafrika fiel an die Alliierten. Mussolini verlor damit ein Gebiet, das größer war als die zeitweiligen Eroberungen des Dritten Reiches in Osteuropa.
Im Jahr 1946 wurde die West African Airways Corporation am neuen Flughafen im Lagos-Stadtteil Ikeja gegründet, eine Tochter der BOAC. Die nigerianische Flugindustrie entwickelte sich seitdem schnell, der Flughafen Ikeja ist heute der Internationale Flughafen Murtala Muhammed. 2026 erfüllt die nigerianische Luftfahrt – mit mehreren privaten Fluggesellschaften aus Lagos wie Dana, Arik, Peace und Aero Contractors – die IATA-Sicherheitsstandards auf demselben Niveau wie die EU und zählt damit zu den sichersten in Afrika.
Nach dem Zweiten Weltkrieg führte in Nigeria Lagos den vollständigen Wandel der Händler zu Warenhäusern an: 1948 öffnete mit „Kingsway“ an der Ecke Martin Street / Marina Road das erste moderne Warenhaus in Nigeria seine Pforten. Es gehörte der United Africa Company, einer Unilever-Tochter. Es erhielt an der exklusiven Marina Road bald Konkurrenz von den französischen Unternehmen „Compagnie française de l'Afrique occidentale“ und „Société Commerciale de l'Ouest Africain“ sowie „Leventis“, das der gleichnamigen zypriotischen Einwandererfamilie gehörte.
Das zügige Wachstum der Stadt und die ebenso schnelle technologische Entwicklung brachten jedoch auch Verlierer hervor – die Verarmung ganzer Bevölkerungsschichten. Sozial benachteiligte Menschen suchten in großer Zahl Schutz und Unterstützung in klientelistischen Systemen, die ohnehin bereits tief in der Tradition verwurzelt waren – und wurden entlang ethnischer Grenzen gegeneinander aufgehetzt. Zudem hatte das nigerianische Hinterland längst nicht den Entwicklungsschub durchlaufen, der in Lagos stattgefunden hatte, hier herrschten noch mittelalterliche Zustände (in Nordnigeria wurde beispielsweise die Sklaverei erst 1936 auf Drängen des britischen Gouverneurs Bourdillon abgeschafft). Als 1960 auf der damaligen Pferderennbahn von Lagos (heute Tafawa Balewa Square) die Unabhängigkeit ausgerufen wurde, war Nigeria kein Land von Nigerianern, sondern vielmehr ein Konglomerat aus sehr unterschiedlich entwickelten Hausa, Yoruba, Igbo, Fulani, Ijaw, Tiv, Nupe usw.
Nachdem sich die junge Nation als unfähig erwies, die viel zu hohen Erwartungen ihrer Einwohner zu erfüllen, verursachte dies Radikalisierung. Dies galt rund um Lagos in besonderem Maße. Seit 1954 hatte die Selbstverwaltung der Westregion (das Land der Yoruba, von dem Lagos umgeben war) unter Obafemi Awolowo die Kakaobauern in der Umgebung von Lagos mit günstigen Krediten dazu stimuliert, auf massenhaften Anbau und Mechanisierung zu setzen. Da dies auch in Ghana und der Elfenbeinküste geschah, fiel der Kakaopreis bis 1962 ins Bodenlose. Kakaoanbau war dadurch trotz der Modernisierungsmaßnahmen nicht mehr rentabel, Kredite konnten nicht mehr bedient werden. Millionen von Kakaobauern und Landarbeitern standen vor dem Aus und akzeptierten ihr Schicksal nicht ohne Protest. Unter den Yoruba entwickelte sich ein erbitterter Machtkampf zwischen Anhängern von Awolowo und denen seines Nachfolgers Ladoke Akintola, bei dem Vertreter der Gegenseite mit Benzin übergossen und angezündet wurden. Über die Westregion wurde 1962 der Ausnahmezustand verhängt. Für die nächsten 17 Jahre gab es keine Demokratie mehr in dieser Region.

Das Jahr 1966 war geprägt von zwei blutigen Staatsstreichen und zunehmenden Pogromen, die 1967 im Ausbruch des Bürgerkriegs gipfelten. Was sich anschließend in Nigeria an Grauenhaftem abspielte, spielte sich auch in Lagos ab (von der Ermordung des Premierministers Balewa, einigen Ministern sowie drei von vier nigerianischen Generälen im Januar 1966 bis zur Ermordung des Militärherrschers Murtala Muhammed an der Ikoyi Road im Februar 1976) – allerdings war es hier aufgrund der engeren Nachbarschaft sichtbarer. Menschen auf dem Weg zur Arbeit oder zur Schule wurden mit den erschütternden, blutigen Folgen der nigerianischen Politik konfrontiert, die sich in der Lagunenstadt konzentrierte. Nach einem verheerenden Bürgerkrieg war das soziale Gefüge und das internationale Ansehen des Landes weitgehend zerstört, die meisten der oben aufgezählten Errungenschaften sowie wichtiges Fachwissen waren verloren. Es folgte eine Reihe von Militärregimen (neben einer kurzlebigen demokratischen Regierung von 1979 bis 1983). Jahrzehntelang wurde Nigeria von der Dodan-Kaserne auf Ikoyi aus regiert – ein Umstand, gegen den der bis heute verehrte Sänger Fela Kuti (Sohn der erwähnten Gewerkschafter Israel und Funmilayo Kuti) mit Songs wie „Zombie“ und „Coffin for Head of State“ vergeblich protestierte.
Im Jahr 1998, nach dem plötzlichen (vermutlich drogeninduzierten) Tod von Diktator Abacha, befand sich das Land in einem Zustand völliger Zerrüttung (siehe auch hier) und es ließ sich kein Offizier finden, der noch bereit war, Nigeria als Militärherrscher zu regieren; so erhielt die nigerianische Demokratie eine neue Chance. Während der Militärherrschaft waren immerhin zwei günstige Entscheidungen getroffen worden: Die Zahl der Bundesstaaten war auf 37 gestiegen, und die zentral gelegene Planstadt Abuja war seit 1991 die neue Hauptstadt des Landes. Lagos war nun (fast) eine Stadt wie jede andere in Nigeria.
Die Demokratie verbesserte nach 1999 die Lebensbedingungen in Lagos nur allmählich. Bemerkenswerterweise waren es gerade die Popmusik- und Filmindustrie in Lagos, die sich als erste deutlich veränderten. – Die „extrovertierte“ Stadt war zuvor bereits ein Mekka für populäre afrikanische Musik. Durch die massive Verwendung von AutoTune als künstlerisches Mittel, mit dem Singstimmen einen leicht metallischen Klang erhalten, erreichte jedoch populäre Musik aus Lagos ab 2010 eine neue, international erfolgreiche Ebene. (Ein akustischer Vergleich des bis 2010 erfolgreichsten nigerianischen Songs, African Queen von 2Baba aus dem Jahr 2004, mit Holla at Your Boy von Wizkid aus dem Jahr 2010 zeigt stellvertretend die dynamische Entwicklung der Musikszene in Lagos zu dieser Zeit.) – Die Filmstudios in Lagos, „Nollywood“, verlegten sich 2009 mit Filmen wie dem Thriller The Figurine von den bis dahin üblichen Videoproduktionen auf cineastisch hochstehendere Projekte. 2010 und 2013 griff man mit Ijé bzw. Half of a Yellow Sun zudem zwei in Nigeria brisante Themen auf: LGBT bzw. Biafra. Das Publikum dankte es mit Rekordeinnahmen an den nigerianischen Kinokassen.
Der angesehene Gouverneur Fashola versuchte seit 2007, Lagos für Touristen attraktiver zu machen. Internationale Aufmerksamkeit erlangte er erst gegen Ende seiner achtjährigen Amtszeit, als er 2014 seine Pilgerreise nach Mekka unterbrach, um die Maßnahmen gegen den heimatlichen Ebola-Ausbruch zu leiten – mit Erfolg. Babajide Sanwo-Olu, der 2019 Gouverneur wurde und 2027 nicht zur Wiederwahl antreten darf, kann den Bau und den erfolgreichen Betrieb der ersten zwei S-Bahn-Linien für sich verbuchen, muss aber auch für den Abriss illegaler Slums und die damit verbundenen sozialen Härten verantwortlich gemacht werden. Im Jahr 2021 erhielt Lagos eine prestigeträchtige Normalspur-Bahnverbindung zur drittgrößten Stadt Nigerias, Ibadan. Im Jahr 2022 verzeichnete Lagos fünf Technologieunternehmen mit einem Wert von über 1 Milliarde US-Dollar („Einhörner“, in Lagos überwiegend FinTech-Unternehmen), im Jahr 2023 schuf die neue Dangote-Raffinerie 57.000 qualifizierte Arbeitsplätze und 2025 wurde My Father's Shadow (aus und über Lagos) als erster nigerianischer Film bei den Filmfestspielen in Cannes und von der BAFTA prämiert – Glücksfälle für den als ehrgeizig geltenden Gouverneur. Im Jahr 2026 erleben die Bürger von Lagos einen beispiellosen Bauboom, aber auch steigende Preise, die (vor allem im Dezember, bekannt als „Detty/Dirty December“) durch Touristen, Nigerianer aus der Diaspora auf Familien- und Feiertagsbesuchen sowie Nigerias FinTech-Elite angetrieben werden, sowie die Verdrängung sozial schwacher Bevölkerungsgruppen in die Außenbezirke der Stadt.
Das Stadtgebiet von Lagos besitzt keine Einheitsverwaltung. Dem Stadtgebiet von Groß-Lagos werden 16 Local Government Areas (LGA) zugerechnet, die als eigenständige Städte aufgefasst werden. Nach der Verschmelzung von Lagos mit den umliegenden Ortschaften können sie jedoch als Stadtteile der Agglomeration gelten. Die LGAs werden von den gewählten Mitgliedern des Gemeinderats (Local Government Council) und dessen Präsidenten (Chairman) regiert.
Partnerstädte von Lagos sind
Lagos ist ein kulturelles Zentrum Nigerias. Als Hafenstadt und als Ausgangspunkt der britischen Kolonisierung ist hier der westliche Einfluss so stark wie wohl in keiner anderen nigerianischen Stadt. Alle nigerianischen Volksgruppen sind im Schmelztiegel der Metropole zu finden, wobei die Yoruba überwiegen. Musik- und Filmindustrie in der Stadt haben Weltgeltung.
Spezifische Artikel zu den einzelnen Stadtteilen (nicht notwendigerweise gemäß der Einteilung der 16 Stadtverwaltungen) findet man unter Ikeja, Lagos Island, Lekki (Lagos), Victoria Island und Yaba (Lagos).

Lagos ist eine Drehscheibe für renommierte Bildhauer, darunter Ben Enwonwu, der für seine Arbeiten aus Holz und Bronze international bekannt ist, sowie der zeitgenössische Schrottkünstler Dotun Popoola. Zu den weiteren prominenten Künstlern zählen Peju Alatise, Idowu Sonaya (bekannt für seine öffentlichen Büsten) und experimentelle Künstler wie Collins Abinoro Akporode, die eine dynamische, moderne Kunstszene prägen.
Die Nike Art Gallery ist wohl die größte Kunstgalerie in Westafrika. Sie ist das beliebteste Touristenziel der Stadt, verfügt über eine Sammlung von etwa 8.000 Kunstwerken und hat nichts mit dem Sportartikelhersteller gleichen Namens zu tun.
Die Red Door Gallery ist auf zeitgenössische afrikanische Kunst spezialisiert.
Die Ovuomaroro Studio and Gallery ist eine der ältesten Kunstgalerien in Lagos.
Die Alexis Galleries befinden sich auf Victoria Island.

Die Skulptur „MegaPipe“ von Tayo Olayode und Terfa Adingi ist in der Cable Street in der Nähe des NECOM-Gebäudes, der U-Bahn-Station Marina und des LAMATA-Hauptsitzes zu sehen.
An der Marina Road 14, vor dem Gebäude der Eko Electricity Distribution Company (EKEDC), steht eine Statue des Yoruba-Gottes Sango. Sie wurde 1964 von Ben Enwonwu geschaffen, dem wohl berühmtesten Bildhauer Nigerias.
In Yaba, in der Nähe des Sabo-Marktes, steht auf einer Verkehrsinsel die Skulptur „Youth Empowerment“ von Umeh Bede. Sie zeigt elf Bücher und drei Menschen in Posen des Lernens oder des Triumphs.
Eine weitere Verkehrsinsel, im Stadtteil Ojodu Berger, fällt in künstlerischer Hinsicht auf. Dort befindet sich ein riesiger schwarzer Fuß – eine Skulptur von Hamza Atta. Daher ist der Kreisverkehr als „Foot Statue Roundabout“ bekannt. Ob der Künstler ausdrücken wollte, dass die Landesregierung von Lagos auf zu großem Fuß lebt, ist nicht bekannt.
Im Stadtteil Marwa, am Rande eines Kreisverkehrs auf der Schnellstraße Lekki-Epe, können Besucher die Skulptur „Virtues of Life“ von Segun Aiyesan bewundern. Es handelt sich um einen Würfel aus Altmetall, wobei jede Seite eine Tugend wie „Liebe“, „Glaube“ und so weiter darstellt.

Das Nationalmuseum beherbergt archäologische und ethnografische Sammlungen sowie traditionelle Kunst. Im angeschlossenen Handwerkszentrum besteht die Möglichkeit, nigerianisches Kunstgewerbe zu erstehen.

Das auf der gegenüberliegenden Straßenseite gelegene John K. Randle Centre beherbergt eine 2023 eingeweihte Ausstellung zur Yoruba-Kultur. Das John K. Randle Centre adaptiert moderne westliche Museumspraktiken, um neue, von den Yoruba-Traditionen inspirierte Formen des Geschichtenerzählens zu präsentieren. Das Center For Black And African Arts & Civilisation (CBAAC) in der 36 Broad Street richtet sich allgemeiner auf die Pflege und Erhaltung des afrikanischen Kulturerbes und die Inspiration zukünftiger Generationen.

Die National Gallery of Modern Art (NGMA) befindet sich im Nationaltheater (s. u.) und ist über den Eingang B zu erreichen. Sie zeigt auf zwei Ebenen farbenfrohe abstrakte Gemälde von Bruce Onobrakpeya und Büsten aus Bronze von Ben Osawe. Der Bereich „Portrait Gallery“ umfasst Porträts prominenter Persönlichkeiten, darunter alle Staatsoberhäupter. Dazu gehören Arbeiten von Künstlern wie Aina Onabolu, Hubert Ogunde, Chinua Achebe, Wole Soyinka und Ben Enwonwu. Weitere Gemälde stammen von Akinola Lasekan, Erhabor Emokpae, Solomon Wangboje, Haig David West und Gani Odutokun. Dazu gibt es einen Bereich für moderne Skulpturen.
Das Kalakuta Museum ist ein Museum zu Ehren des verstorbenen Musikers Fela Kuti.
Terra Kulture ist ein Kunst- und Kulturzentrum in Lagos mit angeschlossenem Restaurant.
Außerdem ist das Mindscape Childrens Museum zu erwähnen. Seit 2015 ist es als Nigerias erstes Kindermuseum bekannt. Es zielt auf die soziale Interaktion und die Förderung der natürlichen Neugier der Kinder ab.
Von Lagos aus finden Touristenführungen ins nahe gelegene Badagry und dem dortigen Sklavereimuseum statt. Badagry lässt sich aber auch mit der Fähre gut erreichen (siehe „Fährbetrieb“).
Lagos ist ein bedeutendes literarisches Zentrum, das renommierte Schriftsteller wie Buchi Emecheta, Sefi Atta, Oyinkan Braithwaite und Ayòbámi Adébáyò hervorgebracht hat, die sich häufig mit Themen wie dem Leben in der Stadt, Geschlechterfragen und sozialen Problemen auseinandersetzen. Zu den wichtigsten Persönlichkeiten zählen zudem Romanautoren, Dichter und Journalisten wie Biyi Bandele, A. Igoni Barrett und Jumoke Verissimo.

Das Nationaltheater im Ortsteil Iganmu/Surulere beherbergt sowohl die Nationale Schauspielgruppe („National Troupe of Nigeria“) als auch die National Gallery of Art.
Das Lagos Theatre in Stadtteil Igando hat seit 2021 mehrere Veranstaltungen mit Kunst- und Unterhaltungsthemen ausgerichtet, darunter Ausstellungen, Theaterstücke, Shows, Gemeindefeste und Aktivitäten für Kinder.
Politisches Kabarett findet sich in The Library, im Rococo und dem Zaza. Julie Huehnken von der Deutschen Welle titelt sogar: „Lagos im Kabarett-Fieber“. Comedy Clubs wie die LiVE! Lounge, Matiz und Ak dare sind jedoch nicht weniger politisch.

Das MUSON Centre (Musical Society of Nigeria) im Stadtteil Onikan (in der Nähe des Nationalmuseums und des Tafawa Balewa Square) bildet seit 1989 Studenten in der klassischen Musik aus. Es besitzt sowohl eine Konzerthalle als auch ein Musikstudio. Aufgeführt werden Klassik, Jazz und Oper. Residenzorchester ist das MUSON-Sinfonieorchester, zur Stammbesetzung zählt auch der MUSON-Chor (unter der Leitung von Sir Emeka Nwokedi). Das Konzerthaus ist Schauplatz renommierter Veranstaltungen wie des jährlichen MUSON-Festivals, bei dem Künstler wie Ayanda Jiya, Njoki Karu und Bands wie Banda Marrove auftreten. 2024 führte man Haydns Die Schöpfung auf.
Lagos besitzt eine dynamische Orchesterlandschaft. Wichtige Orchester und Orchestervereinigungen sind:
Lagos verfügt über eine lebendige Chorszene, die von traditionsreichen Kathedralchören bis hin zu modernen Gospelformationen reicht.
Im Stadtteil Surulere befindet sich das Zentrum der nigerianischen Filmindustrie, die auch gemeinhin als Nollywood bezeichnet wird. Sie ist gleichwertig mit der in Los Angeles („Hollywood“) und Mumbai („Bollywood“) und dies gänzlich ohne staatliche Filmförderung. Lagos selbst ist in vielen Filmen Drehort und Filmkulisse. Die Stadt ist in inländischen und in ausländischen Spielfilmproduktionen zu sehen. Captain America: Civil War (2016) enthält eine Szene, die in Lagos spielt. Auch die spanische Polizeiserie „La unidad“ (2020–2023), das britische Drama The last tree (2019) und das US-amerikanisch-spanische Drama The Way, Chapter 2 mit Martin Sheen (2024 noch in Entwicklung) verwenden Lagos als Drehort. Der Film 93 Tage (2016) mit Danny Glover ist eine etwas melodramatische, aber faktenbasierte Darstellung des Ebola-Ausbruchs in Lagos im Jahr 2014 und wurde an Originalschauplätzen gedreht.
Zu den Filmstudios in Lagos zählen Koga Studios, EbonyLife Films und FilmOne Studios im Bereich Blockbuster-Filme. Ultima Studios ist bekannt für Infotainment, Cinematics NG für visuell hochwertige Filmproduktionen. Die Studios befinden sich überwiegend auf der Halbinsel Lekki, man filmt jedoch überwiegend „on location“. Animationsstudios wie Anthill, Meshratio und Sky VFX finden sich im Ortsteil Ikeja. Unternehmen wie Maliyo, Magic Carpet und DeLuxe Studios sind neben der Animation auch in der Gaming Development aktiv.
Der erfolgreichste Film aus Lagos – nach Auszeichnungen bemessen – ist My Father’s Shadow von Akinola Davies Jr., der 2025 als erster nigerianischer Film bei den Filmfestspielen von Cannes gezeigt wurde sowie einen BAFTA Award für das herausragende Debüt, einen British Independent Film Award, zwei Gotham Independent Film Awards und eine besondere Erwähnung der Caméra d’Or-Jury erhielt. Kommerziell ist die Regisseurin und Schauspielerin Funke Akindele (z. B. mit der Allegorie auf die nigerianische Gesellschaft A Tribe Called Judah oder der bittersüßen Komödie Battle on Buka Street) derzeit (Stand 2026) am erfolgreichsten.
Als Zentrum des nigerianischen Films (Nollywood) spielen Kinos eine entsprechend wichtige Rolle. Hervorzuheben sind IMAX Filmhouse auf Lekki, die Silverbird Cinemas in Ikeja und auf Victoria Island sowie Dream Park Cinemas in Ikorodu.
Höchstes Gebäude von Lagos (und Westafrikas) ist das NECOM House im kommerziellen Zentrum Marina, das frühere Verwaltungsgebäude des vormaligen Telekommunikationsmonopolisten NITEL. Die Kommunikationsspitze an der Spitze des Turms dient auch als Leuchtturm-Bake für den Hafen von Lagos.
Der Tafawa Balewa Square in der Nähe des Nationalmuseums ist ein 50.000 Menschen fassendes Stadion, das unter den Briten eine Rennbahn war und in dem 1960 die Unabhängigkeit verkündet wurde. Am Eingang des Platzes befinden sich Skulpturen von vier weißen Pferden und von sieben roten Adlern.
Ein sehr markantes Gebäude in Lagos ist das National Arts Theatre mit seiner gerippten Fassade. Die Renovierung des Gebäudes wurde im März 2023 abgeschlossen. Das Nationaltheater ist über die neue „Blaue Linie“ der S-Bahn leicht zu erreichen.
Ein häufig fotografiertes Bauwerk in Lagos ist die 2013 fertiggestellte Lekki Bridge.
Das Civic Centre, ein Veranstaltungszentrum am Five Cowries Creek, fällt durch seine trapezförmige Silhouette auf und wurde von John Cubitt entworfen. Daneben befindet sich der Civic Tower. (Abbildung siehe Kapitel „Fährbetrieb“)
Der Königspalast des Oba (Königs) von Lagos in Iga Idunganran war vor der britischen Kolonisierung das Machtzentrum in Lagos.
Das renovierte Jaekel House (erbaut 1898) war zu kolonialen Zeiten der Sitz der Eisenbahndirektion und informiert heutzutage als „Mini-Museum“ über die Kolonialzeit.
Die Cathedral Church of Christ ist das Zentrum des ältesten Teils von Lagos. Sie ist bei Lagosianern eher unter dem Kürzel CMS bekannt (die Christian Missionary Society, CMS, ist die anglikanische Organisation, die diese Kirche betreibt). Die anglikanische Kirche wurde 1867 bis 1869 errichtet, also kurz nach Errichtung der britischen Kolonialherrschaft. Das heutige Gebäude allerdings wurde zwischen 1924 und 1946 erbaut. Die Gebeine des ersten afrikanischstämmigen Bischofs der anglikanischen Kirche und Übersetzers der Bibel in die Yoruba-Sprache, Samuel Ajayi Crowther, wurden 1976 in diese Kathedrale überführt. Ein Gedenkstein erinnert an ihn.
Die African Church Cathedral Bethel findet sich in der 59 Broad Street. Die African Church entstand um 1900 unter Führung des Kakaofarmers (und Begründers der ersten landwirtschaftlichen Kooperative in Westafrika) Jacob Kahinde Coker als Abspaltung von der anglikanischen Kirche, die lokale Instrumente im Gottesdienst und die Polygamie ablehnte. Sie war Teil des wachsenden nigerianischen Selbstbewusstseins während der frühen Kolonialzeit. Der Kathedrale gegenüber liegt der Zenotaph zum Andenken an Taiwo Olowo („Taiwo, der Reiche“), der zu den Begründern von Lagos als Finanzzentrum zählt.
Die katholische Cathedral of the Holy Cross an der Campbell Street ist das Herz des „brasilianischen Viertels“. Nach dem Ende der Sklaverei in Brasilien 1888 kehrten viele ehemals Versklavte nach Nigeria zurück und ließen sich in Lagos nieder. Diese „Aguda“ verursachten einen signifikanten Entwicklungsschub in der Hafenstadt.
Am Tinubu Square steht die Church of the Trinity der methodistischen Wesley-Bewegung. Das Gebäude ersetzte in den 1950er Jahren die ursprüngliche Kirche aus dem Jahr 1862, die dem Andrang von Gläubigen nicht mehr gewachsen war. Dabei verwendete man einen Baustil, der 1950 als „modern“ galt.
Die Synagogue Church of all Nations wurde 2004 errichtet. Sie ist der nigerianischen Pfingstbewegung zuzurechnen, eine der charismatischen Glaubensbewegungen von Nigeria.
Die Lagos Central Mosk an der Nnamdi Azikiwe Street in der Innenstadt von Lagos gehört mit einem Fassungsvermögen für 10.000 Gläubige zu den sechs größten Moscheen in Nigeria. Sie ist der (gemäßigten) jum'at-Strömung zuzurechnen. Sie wurde 1988 eingeweiht und ersetzte eine ältere Moschee aus dem Jahr 1905. Wenige Meter weiter findet man die 2026 renovierte Alli Balogun Moschee, die man stilistisch leicht für eine Kirche halten könnte und vom Reeder Alli Balogun (einem Zulieferer der deutschen Händler G. L. Gaiser und Bausch&Witt) gebaut wurde, der mit der Zentralmoschee unzufrieden war. – Etwa 100 Meter entfernt befindet sich die älteste Moschee von Lagos, die Shitta Bey Moschee in der Martins Street, die 1894 eingeweiht wurde und als Gebäude im brasilianischen Barock die Zeit überstanden hat.
Der Tinubu Square entspricht gewissermaßen dem New Yorker Times Square – zwei größere Straßen, die Broad Street und die Nnamdi Azikiwe Street/Bamgbose Street, kreuzen einander im Zentrum der Innenstadt im flachen Winkel und bilden eine unbebaubare Freifläche, die im Laufe der Jahrzehnte mehrfach umgestaltet wurde. Hier fand am 1. Januar 1914 die „Amalgamation“ Nigerias statt, als Gouverneur Frederick Lugard die Verschmelzung von Nord- und Südnigeria verkündete, um ein Gegengewicht zur 1912 beinahe verdoppelten deutschen Kolonie Kamerun zu bilden. Zu kolonialen Zeiten befanden sich hier der Oberste Gerichtshof der Kolonie Nigeria, die ursprüngliche Methodistenkirche und die Casa do Fernandez (einem Hotel im brasilianischen Barock, das 2016 einem Parkplatz weichen musste) sowie nach der erlangten Unabhängigkeit 1960 die zentrale Notenbank Nigerias und der Neubau der Methodistenkirche in einem Baustil, der zu der damaligen Zeit als „modern“ galt. Benannt ist der Platz nicht nach dem derzeitigen Staatspräsident, sondern nach der Sklavenhändlerin Efunroye Tinubu, in deren Diensten ein Vorfahre des Politikers arbeitete und die viele ihrer Grundstücke der Gemeinde Lagos schenkte.

Trotz des weitgehend unregulierten baulichen Wachstums von Lagos sind eher durch die Eigeninitiative einiger Ortsansässiger als durch Beschluss staatlicher Organe einige Grünanlagen erhalten geblieben bzw. entstanden.
Der Freedom Park ist ein Gedenk- und Freizeitpark auf Lagos Island, der früher das Broad Street Prison war. Hier saßen unter anderem nigerianische Journalisten wie Herbert Macaulay und Anthony Enahoro ein, deren Artikel den britischen Kolonialherren zu aufrührerisch erschienen. Vom Gefängnis selbst sind nur wenige Gemäuer erhalten geblieben; der Rest wurde 2010 vom Architekten Theo Lawson anlässlich der 50-jährigen Unabhängigkeit umgestaltet. Die verbliebenen Denkmäler im Park erinnern an das koloniale Erbe von Lagos und an die Geschichte des Gefängnisses.
Der Jhalobia Recreation Park and Gardens ist ein botanischer Garten, der von Veronica Adepoju und ihren beiden Töchtern betrieben wird – drei ausgebildeten Landschaftsdesignerinnen, die auf einem knappen Hektar alles zeigen, was ihre Kunst zu bieten hat. Der in direkter Nähe zum Flughafen gelegene Ort ist sehr fotogen und wird darum regelmäßig für Hochzeiten und andere Festlichkeiten gebucht, bietet sich aber auch für Touristen an, die zu früh zum Rückflug erschienen sind.
Der Muri Okunola Park auf Victoria Island wird von drei Kunstwerken geschmückt: der Skulptur „MA´MI“ von Abolore Sobayo (2017), „Undressed Identity“ von Dudu Emmanuel (2018) und „The King’s Court“ des Künstlerkollektivs Inscribe (2026). Er wird häufig von Fotografen und Content-Erstellern als Kulisse genutzt.
Ndubuisi Kanu Park und Johnson Jakande Tinubu (JJT) Park sind öffentliche Grünanlagen im Ortsteil Ikeja, die in direkter Nähe zum Landesparlament des Bundesstaates Lagos, des Amtssitzes des Landesgouverneurs sowie anderer Regierungsgebäude liegen (Ikeja ist der Regierungssitz des Bundesstaates Lagos). Sie werden durch die Mobolaji Johnson Avenue voneinander getrennt. – Der Johnson Jakande Tinubu Park wird durch eine Skulptur geprägt, in der die Köpfe der drei namensgebenden (früheren) Gouverneure des Bundeslandes ineinander verschmelzen. Der Eintritt kostet (Stand 2026) 1.000 Naira (0,60 Euro).
Das Lekki Conservation Centre (LCC) im Ortsteil Ibeju gehört zu den beiden touristischen Hauptattraktionen von Lagos. Es gibt Affen, zahlreiche Vögel, Schlangen und Krokodile und ein kleines Museum mit ausgestopften Tieren. Seine ökologische Mission wird von der Beliebtheit des „Canopy Walkway“ in den Schatten gestellt – einer vertikal und horizontal schwingenden Baumkronenbrücke, die dem nicht schwindelfreien Besucher einigen Schneid abverlangt. An Sonntagen wird das Zentrum für einen ausgedehnten Gottesdienst genutzt. Anwohner beklagen eine Belästigung durch räuberische Affen, die angeblich vom Naturreservat ausgeht.
Der am Lekki-Epe-Expressway im Ortsteil Sangotedo gelegene LUFASI Nature Park ist dagegen ein von Touristen noch nicht überlaufener Naturpark (Stand 2026), der sich von einem eher unscheinbaren Eingang aus trapezförmig in einen hinteren Bereich mit einem See ausweitet. Der Lufasi Nature Park ist die städtische Forstwirtschafts- und Tierschutzinitiative von Lekki und dient der Erhaltung der Natur und dem Schutz von Wildtieren und gefährdeten Arten. In speziellen „Lufasi Globes“ können Besucher auch die Nacht verbringen.
Das Omu Resort befindet sich ebenfalls auf Lekki. Außer einem Zoo befindet sich hier auch ein Freizeitpark mit einer Kartbahn, einer Achterbahn, einer Kajakanlage, einer Bootsfahrt und einem Schwimmbad.
Die Promenade von Eko Atlantic empfiehlt sich demjenigen, der im geschäftigen Treiben der Metropole etwas Ruhe sucht. Hier stößt man auf vereinzelte Spaziergänger, Jogger und Menschen, die den Hund auslassen. Hier hört man nur die Brandung an den Wellenbrechern und spürt eine Brise vom Atlantik. Vlogger Isaac schwärmt vom eigenen „Rhythmus“ der Promenade trotz der Nähe zum Chaos der vielleicht dynamischsten Stadt Afrikas.

Die Architektur im Kolonialstil erlebte ihre Blütezeit während der Lagos-Kolonie. So wurden vor allem in europäischen Vierteln tropische Standardhäuser nach kolonialem Vorbild eingeführt, die sich durch tiefe Veranden, überhängende Traufen und klassische Formen auszeichnen. Dies führte unweigerlich zur Nachahmung durch Einheimische. Bis heute finden sich an neuerstellten Häusern koloniale Stilelemente, vor allem Säulen und Portikus.

Tausende rückgekehrter Sklaven aus Brasilien und Kuba brachten einen eigenen Architekturstil mit: Die brasilianische Barockarchitektur. In diesen Stil flossen vor allem Motive ein wie florale Muster und klobige Betonsäulen. Beispiel für brasilianischen Barock ist die Shitta-Bey-Moschee mit ihren osmanischen Einflüssen von João Baptista Da Costa aus dem Jahr 1894.
Im Laufe der Jahre bildeten sich verschiedene Baustile heraus. Davon ist der postmoderne Stil die vorherrschende Strömung. Charakteristisch ist die Verwendung von Außenwänden aus Beton, die durch Sonnenschutzvorrichtungen aus Beton, Stahl oder Aluminium ergänzt werden (Management House, Bookshop House).
Die Architektin Tosin Oshinowo errichtete 2022 auf dem Banana Island das dreistöckige „Lantern House“, ein preisgekröntes Familienhaus, das ausschließlich mit Solarenergie betrieben wird.
Eher eine fotogene Sehenswürdigkeit als ein architektonisches Glanzlicht ist das „Upside Down House“: es steht auf dem Kopf und die Besucher laufen auf der „Zimmerdecke“. Es befindet sich nahe der Landmark Beach – dem touristisch vermutlich besterschlossenen Strand Nigerias, der 2024 teilweise einer Küstenautobahn weichen musste.
Die Nigeria Football Association (NFA) und die Lagos State Football Association (LAFA) haben ihren Sitz in Lagos. Bekanntester Fußballverein der Stadt ist der Julius Berger FC. Die Mannschaft wurde 1991 und 2000 Fußball-Landesmeister. Sie spielte bis 2006 in der höchsten Klasse des Landes, der Nigerian Premier League. Heimspielstätte ist das Onikan-Stadion mit einer Kapazität von 5000 Plätzen. Gefördert wird der Klub von der Julius Berger Nigeria PLC. Ein weiterer Verein aus Lagos ist Stationery Stores, der Fußball-Landesmeister des Jahres 1992.
In Lagos geboren wurde Nojim Maiyegun. Der nigerianische Boxer gewann bei den Olympischen Spielen in Tokio 1964 eine Bronzemedaille im Halbmittelgewicht. Ebenfalls in Lagos geboren ist Hakeem Olajuwon. Der US-amerikanische Basketballspieler gewann in den 1990er-Jahren zwei NBA-Meisterschaften mit den Houston Rockets sowie eine Auszeichnung zum Most Valuable Player.
Der Ikoyi Club 1938 ist einer der führenden Golfplätze in Afrika. Zur Gründung im Jahr 1938 waren nur Hellhäutige als Mitglieder zugelassen (dies änderte sich 1960). Zu den Einrichtungen an der Kingsway Road zählen ein 18-Loch-Golfplatz, Tennisplätze, Squashplätze, Schwimmbäder, Restaurants, Bars und Veranstaltungsräume; die Mitgliedschaft ist bei nigerianischen Führungskräften aus der Wirtschaft offenbar sehr begehrt.
Im Oktober 2025 fand auf der Lagune von Lagos der UIM E1 Lagos Grand Prix statt. Es war das erste E1-Meisterschaftsrennen für Elektro-Motorboote in Afrika überhaupt. Das Team Brasilien gewann das Rennen.
Jährliche Sportveranstaltungen in Lagos sind der Access Bank Lagos City Marathon im Februar, die Lagos Open Tennis Championship im November und das Lagos International Lagos Polo Tournament im Dezember.

Nach der Modernisierung durch die Regierung von Gouverneur Raji Babatunde Fashola (2008–2015) entwickelt sich Lagos allmählich zu einem bedeutenden Touristenziel. Das aktive Nachtleben bringt Lagos den (eigentlich New Yorker) Titel „Die Stadt, die nie schläft“.
In Lagos finden Festivals statt, die in verschiedenen Monaten stattfinden. Dies sind der Lagos Carnival im Januar, das Eko International Film Festival im März, der Lagos Black Heritage Carnival im April, das LagosPhoto Festival im November, das Book & Art Festival im November und das Lagos Food Festival im Dezember. Das Lagos Jazz Festival bietet Musik aller Genres mit Schwerpunkt Jazz. The Experience ist ein dezibelreiches Gospelkonzert, das am ersten Freitag im Dezember von der evangelistischen House of the Rock Church im vollbesetzten Tafawa Balewa Square veranstaltet wird. Gehörschutz und eine gewisse Toleranz gegenüber Erweckungsbewegten empfehlen sich.
Der Eyo-Karneval ist ein unregelmäßig stattfindendes Festival, das seinen Ursprung in Iperu Remo im Bundesstaat Ogun hat.
Zu Ostern feiert die Gemeinde der Nachfahren brasilianischer Freigelassener, der Emancipados, auf Lagos Island das Popo Aguda Concert.
Das Nachtleben von Lagos wurde 2025 von der Londoner Online-Plattform „Time Out“ in einem globalen Ranking auf Platz 14 weltweit gesetzt – vor Kairo und Amsterdam. Das Nachtleben von Lagos habe sich von exklusiven Lounges hin zu einer offeneren Underground-Rave-Szene entwickelt, Orte wie SweatItOutLagos und Our Group Therapy seien Schlüsselelemente der pulsierenden Nachtkultur der Stadt. Nachtclubs gibt es vor allem auf Victoria Island, wo sich die Gutbetuchten und ausländischen Gäste aufhalten, und rund um die Adeniran Ogunsanya Street im Nollywood-Stadtteil Surulere.
Rooftop-Restaurants am Atlantikstrand oder an der Lagune bieten außer Kulinarischem und der Aussicht dem hitzegeplagten Mitteleuropäer eine willkommene Brise von See her.
Der New Afrika Shrine in Ikeja ist, anders als der Name vermuten lässt, kein Schrein, sondern eine Musikkneipe, die von den Nachfahren Fela Kutis geführt wird. Ihren besonderen Charme entfaltet sie, wenn Live-Musik spielt; außerdem ist sie der einzige Ort in Lagos, an dem man legal einen Joint rauchen darf.
Bereits vor der Abwertung der Landeswährung Naira im Juni 2023 war Lagos ein Ort, in dem man mit 10 USD (9,10 Euro) einen Tag lang satt bleiben und obendrein noch Andenken kaufen kann. Der stressresistente und verhandlungssichere Schnäppchenjäger ersteht auf dem Ekomarkt und der anliegenden Martin Street Markenkleidung zum Spottpreis.
Der Lekki Arts and Crafts Market (bei Lagosianern bekannt als Oba Elegushi Market) bietet eine große Vielfalt an afrikanischer Kunst und Kunsthandwerk. Er gilt als der größte Kunstmarkt in Nigeria.

Anders als an der Lagune gibt es am Atlantik makellose Sandstrände, darunter Elegushi Beach und Alpha Beach. Private Strandresorts, darunter Good Beach, Sol Beach und das Inagbe Grand Beach Resort, erheben zwar eine Eintrittsgebühr, bieten dafür aber mehr im Bereich Service und Unterhaltung. Tarkwa Beach ist wegen seiner Insellage nur mit Wassertaxis erreichbar.
An der Wole Olateju Crescent, in direkter Nähe der Lekki Bridge, befinden sich mehrere Unternehmen, die Bootstouren anbieten und Kajaks bzw. Jetskis ausleihen. Auch am Wassertaxi-Terminal „Five Cowries“ (Fünf Muscheln) an der Falomo Bridge kann man Bootstouren buchen.
Giwa Gardens auf Lekki ist ein Wasserpark, laut eigener Angabe der größte in Westafrika.

In der Nähe des neuen Busterminals von Oshodi (siehe „Verkehr“) spielen Straßenkinder Schach im Rahmen einer privaten Förderung für Kinder in sozialen Brennpunkten. Im Dezember 2021 gewann der 19-jährige Obdachlose Fawaz Adeoye die Meisterschaft des Stadtteils wenige Monate nach seiner ersten Einweisung in das Spiel. Einige Jahre zuvor hatte der zuerst bildungsferne Babatunde Onakoya die nationale Meisterschaft und damit ein Informatikstudium gewonnen.
Der Hi-Impact Planet Amusement Park liegt zwar im Bundesstaat Ogun, aber noch im Ballungsgebiet von Lagos. Es handelt sich um einen familienfreundlichen Vergnügungs- und Themenpark mit 30 Attraktionen wie Autoscooter, Go-Kart-Bahn, Riesenrad, Karussell etc. Gerühmt werden die kurzen Wartezeiten bei den einzelnen Attraktionen und die Möglichkeit, eine Attraktion bei Gefallen einfach ohne Aufpreis zum zweiten Mal nutzen zu können. Empfohlen wird der Kauf eines Besucherpasses am Eingang, statt online.
Hakuna Matata ist ein Erlebnispark auf Victoria Island. Die Eintrittsgebühr gewährt Zugang zu allen Attraktionen; Schwimmkleidung und Socken werden dringend empfohlen.
Die Weihnachtsbeleuchtung des Zenith-Kreisels der Ajose Adeogun Street gehört im Dezember jeden Jahres zu den Hauptattraktionen der Stadt.

Die Silverbird Galleria ist ein Einkaufs- und Vergnügungszentrum auf dem noblen Victoria Island. Es gehört zur Silverbird-Kinokette und sollte nicht mit den gleichnamigen Kinos in anderen Stadtteilen von Lagos verwechselt werden.
Trotz seines aktiven Nachtlebens und der vorherrschenden Lebensfreude ist Lagos wie alle Städte in Nigeria „nicht LGBT-freundlich“. Die nigerianische Anti-LGBT-Gesetzgebung von 2014 gehört weltweit zu den drakonischsten Repressionsgesetzen gegenüber queeren Menschen. Homosexuelle, aber auch ihre „Unterstützer“ wie Personen, die an einer gleichgeschlechtlichen Hochzeit in einem anderen Land teilgenommen haben, oder Hotelpersonal, das einem queeren Paar ein Zimmer zur Verfügung gestellt hat, können prinzipiell zu bis zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt werden.
In Lagos ergibt sich allerdings nach Internetrecherchen nur ein Fall, in dem Menschen anhand der Anti-LGBT-Gesetze von 2014 belangt wurden (Stand 2026). Die 47 Personen wurden im Dezember 2019 nach einer Razzia in einer von lokalen Männern besuchten Bar verhaftet. Das Bundesgericht in Lagos sprach alle Angeklagten im Oktober des nächsten Jahres frei. Die Aktion galt als „Testfall“ für die Anwendung der Anti-LGBT-Gesetze in Nigeria, wurde aber abgewiesen, da die Staatsanwälte nicht zur Verhandlung erschienen waren und keine belastenden Zeugen gefunden werden konnten.
Weitere Verhaftungen oder Verurteilungen sind aus Lagos nicht bekannt. Allerdings wurden noch 2022 drei Männer von einem islamischen Gericht in Kano (Nordnigeria) zum Tod durch Steinigung verurteilt (die Strafe wurde durch den Obersten Gerichtshof aufgehoben; seit 1999 wurde in Nigeria keine Todesstrafe durch ein islamisches Gericht tatsächlich umgesetzt). Touristen sollten die diesbezügliche Gesetzeslage in Nigeria auf jeden Fall sehr ernst nehmen.
137 Mrd. USD bzw. 30 % des Bruttosozialproduktes Nigerias werden in seinem kleinsten Bundesstaat, Lagos, generiert, dies entspricht dem BSP von Ländern wie Kenia oder Ghana. Die Globalisierung der Wirtschaft von Lagos wird vom GaWC mit einem „Beta minus“ bewertet. Dies entspricht Genf oder Stuttgart. Lagos ist damit die „globalisierteste“ Stadt in West- und Zentralafrika. 5 von 7 afrikanischen Tech-„Einhörnern“ operieren von Lagos aus (ebenso viel wie in München). Lagos beherbergt mehr Technologiezentren als jede andere Stadt Afrikas. Yves Bellinghausen von der Zeit fasst zusammen: „Lagos ist Afrikas Hollywood, Manhattan und Silicon Valley in einem.“

Lagos ist ein bedeutendes Finanz- und Bankenzentrum. Die vier größten Banken in West- und Zentralafrika haben ihren Sitz in Lagos, weitere neun Banken in Lagos gehören zu den 20 größten Banken der Region. Zenith Bank, Access Bank, Guaranty Trust Bank und First Bank besitzen ein Kapital von jeweils mehr als 2 Mrd. USD. Die Bankzentralen finden sich auf Victoria Island und auf der Insel Lagos.
Auch die nationale Wertpapierbörse, die Nigerian Stock Exchange befindet sich hier (im nebenstehenden Bild rechts im Hintergrund). Außerdem haben hier die NASD OTC Securities Exchange (links, im hellen Gebäude) und die FMDQ Group auf Victoria Island ihren Sitz.
Das Versicherungswesen in Nigeria ist mit einem Branchenumsatz von ca. 1 Mio. USD im Jahr vergleichsweise bescheiden entwickelt. Wie bei den Banken auch, befinden sich die Hauptsitze der Versicherungen überwiegend in Lagos.

Der Hafen Lagos gehört zur Kategorie „Großer Hafen“ und ist für die Logistik in West- und Zentralafrika von zentraler Bedeutung. Der Hafen besteht aus zwei getrennten Anlagen: die Hafenanlage von Apapa und die von Tin Can Island. Anfang 2023 wurde 50 km östlich davon, aber noch innerhalb der Agglomeration Lagos, der Tiefseehafen Lekki in Betrieb genommen. Im ersten Quartal 2026 wurden 73 % der nigerianischen Exporte über Apapa und 15 % über Lekki abgewickelt.

2025 wurde eine Modernisierung der Häfen Apapa und Tin Can Island für eine Milliarde US-Dollar beschlossen. Als vierter (und östlichster) Hafen von Lagos sollte der Hafen der Dangote-Raffinerie erwähnt werden, der diese mit Erdöl aus dem Nigerdelta oder z. B. aus Angola versorgt und Produkte wie Benzin und Kerosin verschifft.
Drei der vier größten Werften Nigerias liegen in Lagos: Nigerdock (Snake Island), Naval Dockyard Ltd. (Victoria Island) und Samsung Heavy Industries Mega Construction Yard (Tarkwa Bay). Nigerdock ist die größte Werft in Westafrika. Sie befindet sich in der Snake Island Integrated Free Zone und verfügt über das größte Trockendock des Landes (25.000 DWT). Sie ist ein wichtiger Knotenpunkt für Schiffbau, Reparatur sowie Öl- und Gasfertigung. Die Naval Dockyard Limited ist im Besitz der nigerianischen Marine, bedient jedoch Kunden aus der Handelsschifffahrt sowie den Öl- und Gassektor. Sie ist eine der leistungsfähigsten und am besten ausgestatteten technischen Anlagen in Westafrika. Samsung Heavy Industries Mega Construction Yard ist eine riesige integrierte Werft, die in erster Linie für die Integration von extrem großen schwimmenden Produktions-, Lager- und Entladeeinheiten (FPSO) sowie für den schweren Schiffbau errichtet wurde.

Lagos ist Zentrum der westafrikanischen Filmindustrie. Die nigerianische Filmindustrie rangiert weltweit, je nach Erhebung, auf dem zweiten oder dritten Rang vor bzw. nach Hollywood (Nigerianischer Film). Seit dem Erfolg des nigerianischen Thrillers „The Figurine“ hat sich der nigerianische Film vermehrt qualitativ hochstehenden und gleichzeitig kommerziell erfolgreichen Produktionen zugewandt. Dies wiederum führte zu stets neuen Umsatzrekorden an Nigerias Kinokassen und 2025 auch in Cannes und bei der BAFTA zu Auszeichnungen (siehe obiges Kapitel „Filmstudios, Kinos“).
Lagos ist auch Zentrum des Afrobeats. Musiker wie Wizkid, Davido und Tems haben ihre internationale Karriere in den Musikstudios von Lagos begonnen und werden bei Music Awards regelmäßig ausgezeichnet. Im Hafenviertel Apapa befanden sich die EMI Studios, in denen z. B. 1973 Aufnahmen für das Musikalbum Band on the Run (1974) der Band Wings stattfanden.
In Nigeria sind Zeitungen im digitalen Format erhältlich und werden überwiegend in Lagos erstellt. Die laut eigener Angabe meistgelesene Zeitung in Lagos ist Punch. Die Zeitung Vanguard gehört zu den wenigen Tageszeitungen, die nicht nur online, sondern auch noch als gedruckte Version erhältlich sind. Weitere Publikationen sind The Guardian, The Nation, The Sun und die Nigerian Tribune. Letztere wurde noch in kolonialer Zeit, 1949, gegründet.
Der meistgesehene Fernsehsender in Lagos (und in Nigeria) ist der 24-Stunden-Nachrichtenkanal Channels TV mit Sitz im Ballungsraum Lagos, der mehrere nationale und internationale Auszeichnungen erhielt, darunter den des „Besten globalen Diaspora-Senders 2021“ seitens der London Political Summit and Awards. Auch Arise News wurde international prämiert: mit den Africa Women of Impact Awards 2026 und den PR Power List Awards 2026. TVC News stand 2025 bei den Association for International Broadcasting (AIB) Awards in London auf der Shortlist. NTA gilt seit seiner Gründung 1977 als Staatssender und gehört der nigerianischen Regierung; er verlor in den 1990er Jahren sein Monopol und wird seitdem auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrieben. Das private African Independent Television konzentriert sich auf Entertainment und Infotainment. Programme auf Pidgin-Englisch oder in Yoruba sind auf digitale Streamingdienste ausgewichen und bieten Actionfilme, Komödien und Produktionen aus dem Bereich Herzschmerz.

In Afrika gibt es sieben Tech-Startups, denen „Einhorn“-Status zugeschrieben wird (Wert über 1 Mrd. Euro). Fünf davon befinden sich in Lagos: Flutterwave ist im Bereich virtueller Bankkarten tätig. Opay und Interswitch sind Plattformen für online Buchungen. Andela bildet Softwareingenieure aus und vermittelt sie auf dem nigerianischen Arbeitsmarkt. Jumia ist ein Online-Handelsunternehmen, das eine breit gefächerten Produktpalette wie Elektronikgeräte und Mode bietet.

Lagos beherbergt mehr Technologiezentren als jede andere Stadt Afrikas. Mit mehr als 90 Millionen Internetnutzern ist Lagos ein Magnet für Investoren, die von diesem expandierenden Technologiecluster profitieren wollen. Startupgrind.com spricht von Lagos als „Afrikas Silicon Valley“, Bloomberg vom „chaotischen Aufstieg Nigerias zum technologischen Epizentrum Afrikas“ und meint Lagos.
Lagos besitzt als einzige afrikanische Stadt sowohl ein Büro von Google als auch von Microsoft. MTN unterhält das erste und weiterhin überwiegende 4G-Netzwerk in Nigeria. Airtel ist ein weiterer 4G-Provider. 9Mobile und Dataflex sind Internetprovider. Paystack wird von Nigerianern verwendet, die regelmäßig Zahlungen aus dem Ausland erhalten. ULesson unterhält eine Plattform, auf der Lerninhalte der Sekundarstufe dargeboten werden. Auf Hotels.ng lassen sich Hotelbuchungen in ganz Afrika durchführen.
Lagos entwickelt sich zum digitalen Zentrum Westafrikas. Mit mehr als 20 in Betrieb befindlichen Rechenzentren, wie RackCentre im Stadtteil Oregun, und einem Marktwert, der in diesem Jahr voraussichtlich 374 Millionen US-Dollar erreichen wird, zieht Lagos globale Giganten wie Equinix und Google an. Nigerias 200 Millionen digital aufgeschlossene Einwohner verlassen sich zunehmend auf Fintech, Streaming und KI. Laut Ahmed Idris von Al Jazeera English wird Lagos wahrscheinlich zum digitalen Knotenpunkt des gesamten westafrikanischen Subkontinents und darüber hinaus werden.

Im Boden von Lagos existieren zwar Ölvorkommen; sie sind jedoch zu salzhaltig, um kommerziell nutzbar zu sein. Es finden sich darum keine ölfördernden Unternehmen in Lagos. – Seit 2023 gibt es jedoch eine ölverarbeitende Industrie.
Jahrzehntelang gab es in Nigeria keine ölverarbeitende Industrie, von illegalen (und wegen fehlenden Crackings sehr umweltbelastenden) Destillen im Nigerdelta abgesehen. Die vier staatlich geführten Raffinerien waren (und sind, Stand 2026) seit den 1990er Jahren wegen „Wartungsarbeiten“ geschlossen. Nigeria musste deswegen die Endprodukte des heimischen Erdöls wie Treibstoffe, Bitumen, Paraffin, Motoröl, Polypropylen etc. in US-amerikanischen oder europäischen Raffinerien erstellen lassen, dies bei Transportkosten über Tausende von Seemeilen und Margen für Zwischenhändler. Nigerias reichster Mann, Aliko Dangote, hatte 2007 den Auftrag erhalten, die staatliche Raffinerie in Kaduna zu sanieren, der neue Staatspräsident Yar’Adua zog diesen Auftrag jedoch wieder zurück. Dangote beschloss wohl anschließend, eine privatwirtschaftlich geführte Raffinerie aufzubauen. Die Ölraffinerie in Lekki ging Dezember 2023 in Betrieb. Sie verarbeitet am Tag 650.000 Barrel Öl, damit ist sie weltweit die siebtgrößte Ölraffinerie und über 20 Mal größer als Deutschlands größte Ölraffinerie in Wilhelmshaven. 57.000 Personen wurden eingestellt.
Im Oktober 2025 kündigte Dangote an, die tägliche Kapazität der Lekki-Raffinerie für 350 Mio. USD auf 1,4 Mio. Barrel mehr als verdoppeln zu wollen. Lekki würde damit die größte Raffinerie der Welt werden. Die benachbarten Bundesstaaten Ogun und Ondo erklärten im gleichen Zeitraum, ebenfalls Ölraffinerien aufbauen zu wollen: Ogun auf dem Tongeji Island bei Ipokia (nahe Badagry) und Ondo in der „Sunshine Free Trade Zone Igotiri“ von Ilaje, 50 km östlich von der Lekki-Raffinerie.
Größter Arbeitsunfall war bislang ein Brand in der Kläranlage der Raffinerie, der noch im 50 km westlich gelegenen Zentrum der Metropole zu sehen war aber von der Betriebsfeuerwehr „sofort“ wieder gelöscht wurde. Die Raffinerie stellt Benzin nach dem Euro V Standard her (weniger als 10 ppm Schwefel) und gilt als „sauber“. Arbeitnehmer erhalten im lokalen Vergleich ein gutes Gehalt – eventuell auch, weil sie (insbesondere die Tankwagenfahrer unter ihnen) gewerkschaftlich gut organisiert sind. Es ist wenig überraschend, dass die Beziehungen der privatwirtschaftlichen Lekki-Raffinerie zum staatlichen Ölkonzern NNPC gespannt sind und täglich für Schlagzeilen sorgen.
Seit 2022 produziert eine neue Düngemittelproduktionsanlage 3 Mio. Tonnen Düngemittel im Jahr (dies entspricht etwa dem Düngemittelverbrauch Deutschlands). Da durch den russischen Überfall auf die Ukraine 2022 keine russischen Düngemittel mehr auf den Weltmarkt kommen, stößt Nigeria in eine Marktlücke.
Im Juni 2026 wurde bekannt, dass die Düngemittelfabrik in Lagos die Finanzierung für die Verdreifachung ihrer Kapazitäten auf 9 Millionen Tonnen Düngemittel im Jahr bewerkstelligt hat. Dies entspricht dem Jahresverbrauch der gesamten Europäischen Union. Zielgruppe sind allerdings Kunden in Afrika und Südamerika.


60 Prozent der pharmazeutischen Produktionskapazitäten von Afrika liegen in Lagos. Emzor scheint der größte Hersteller in diesem Bereich zu sein. Dem folgen Fidson und May & Baker. Die pharmazeutischen Unternehmen in Lagos produzieren vor allem Generika zur Behandlung von Malaria, Typhus, Bluthochdruck und Magengeschwüren, die vier überwiegenden gesundheitlichen Beschwerden von Nigerianern.
In Satellite Town steht die größte Gasabscheidungsanlage Nigerias. Hier werden täglich 110 Tonnen Sauerstoff, Stickstoff und Argon für den industriellen und medizinischen Gebrauch hergestellt. Im Juni 2026 wurde eine neue 70-Tonnen-Anlage in Betrieb genommen.
Wegen der Nähe des Flughafens haben nigerianische Fluggesellschaften wie Arik Air, Dana Air und Air Peace ihren Hauptsitz in Ikeja. Dazu kommen Unternehmen, die sich mit der Reinigung und Wartung der Flugzeuge befassen.

„Nord Automobiles Ltd“ hat zwei Montagewerke in Lagos: in Sangotedo und in Epe. Das Unternehmen stellt seine eigenen Kunststoffteile her und plant, in Zukunft auch das Pressen von Stahl zu übernehmen. Das Unternehmen bietet acht verschiedene Modelle an. Die chinesische GAC startete am 24. Oktober 2023 eine Fahrzeugproduktionsanlage an der Wemco Road mit einer Kapazität von 5000 Fahrzeugen im Jahr.
In Ketu stellt „Wemy Industries“ als nigerianischer Marktführer Hygieneartikel her, darunter Windeln der Marke „Dr. Brown's“ und Damenbinden der Marke „Nightingale“. Wemy ist in Westafrika der einzige Hersteller von Windeln für Erwachsene. Man exportiert nach ganz Westafrika und positioniert sich im mittleren bis preisgünstigen Marktsegment. 400 Mitarbeiter sind beschäftigt, 80 % der Rohstoffe (v. a. Baumwolle) stammen aus Nigeria.
In Mushin bietet das „SOT“-Zentrum für Lederverarbeitung 10.000 Arbeitsplätze, darunter 70 % für Frauen und Jugendliche. Es ist laut Webportal das größte seiner Art in Westafrika und produziert Schuhe, Taschen, Gürtel und Verpackungsmaterialien. Man strebt nach einem Exportumsatz von 250 Mio. USD.
Sacvin produziert in fünf Werken jährlich 48.000 Tonnen Kunststoffprodukte, darunter Haushaltswaren, Kühlboxen, Lunchboxen und Flaschen, Industrieverpackungen sowie Rohre. Man ist stolz auf eine dreifache ISO-Zertifizierung, auf Robotertechnik und auf hohe Produktionskonsistenz, Qualität und Effizienz. Sacvin war 2026 als einziges nigerianisches Unternehmen auf der Frankfurter Ambiente-Fachmesse vertreten.

In Lekki, in direkter Nähe zum Tiefseehafen, befinden sich je eine Produktionsanlage von Colgate-Palmolive für Zahnpasta und der BASF. Letztere ist bekannt für Farben und Lacke.
Die Lekki Free Trade Zone ist eine Freihandelszone im östlichen Teil von Lekki, die sich über eine Gesamtfläche von etwa 155 km2 erstreckt. Sie hat eine Fläche von 30 km2 und soll zu einem multifunktionellen Stadtteil entwickelt werden, in dem Industrie, Handel und Gewerbe, Immobilienentwicklung, Lagerhaltung und Logistik, Tourismus und Unterhaltung integriert sind.
Lagos verfügt über zwei große Kongresszentren, das Eko Convention Center und das Landmark Centre. Das Eko Convention Center verfügt über 5151 m2 und 13 Tagungsräume. Hier finden z. B. jährlich im Mai die Africa Magic Viewers' Choice Awards – gewissermaßen die afrikanischen Oscarverleihungen – und im November die Lagos Fashion Fair statt. Das Landmark Centre verfügt über 1004 m2 und 8 Tagungsräume. Im Landmark Centre finden jährlich Tagungen wie „Medic/Medlab West Africa“, „Beauty West Africa“ oder „agrofood“ statt.
Noch im Bau ist (Stand April 2026) die Lagos Arena, ein überdachtes Veranstaltungszentrum auf der Halbinsel Lekki mit 12.000 Sitzen für Konzerte, Basketballspiele, Box- und UFC-Kämpfe. 200 Events sollen jährlich stattfinden, 1500 Arbeitsplätze entstehen und Nigerias Live-Event-Sektor strategisch gestärkt werden.
Die Lagos Leather Fair ist die größte Ledermesse in Westafrika. Nigeria ist der sechstgrößte Lederexporteur der Welt, Marken wie Prada, Gucci und Louis Vuitton beziehen hier ihre Ware. Modejournalistin Waridi Schrobsdorff stellt auf N-tv „Mailand, Paris, Lagos“ sogar auf eine Ebene.

Nigerias größte Brauerei, die den Namen „Nigerian Breweries“ trägt und eine Heineken-Tochter ist, befindet sich im Ortsteil Lagos-Surulere. Die Guinness-Brauerei produziert ihr bekanntes Bier im Ortsteil Ikeja. Offenbar trinkt der durchschnittliche Nigerianer größere Mengen dieses Getränks als der durchschnittliche Ire. Beide Brauereien produzieren auch alkoholfreies (Guinness auch halal) Malzbier, das zum „Lagos' way of Life“ gehört.
Die vom Bundesstaat Lagos betriebene Schälmüllerei in Imota, vor den Toren von Lagos, ist die größte südlich der Sahara, beschäftigt inkl. Zulieferern 250.000 Menschen und produziert 2,5 Mio. 50-kg-Reissäcke jährlich. Sie wurde im Dezember 2023 in Betrieb genommen; ihr Reis der Marke „ÈKÓ Rice“ versorgt 20 % der Haushalte von Lagos. Der Bau der Mühle wurde von Bühler (Uzwil, Schweiz) konzipiert und überwacht.
Die zum Dangote-Konzern gehörende Zuckerraffinerie in Apapa konnte im dritten Quartal 2022 ihren Umsatz auf 288,3 Mrd. Naira (590 Mio. Euro) steigern – eine Zunahme von 47 % zum dritten Quartal 2021. Die Zuckerraffinerie hat eine Kapazität von 1,44 Mio. metrischen Tonnen im Jahr und beliefert Endverbraucher als auch Großabnehmer wie Nestlé Nigeria Plc, Cadbury Nigeria Plc, Seven-Up Bottling Company Plc und die Nigerian Bottling Company.

An der Grenze zum Bundesstaat Ogun wird das größte Lebensmittellogistikzentrum in Afrika südlich der Sahara gebaut. Da momentan offenbar 40 % der Nahrungsmittel verderben, bevor sie die Bewohner der Metropole Lagos erreichen, soll die gekühlte Lagerung im Logistikzentrum die Versorgungslage verbessern, sowie Lebensmittelpreise reduzieren, indem man die Margen von Mittelsmännern beseitigt.
Am 25. Mai 2023 wurde der Ikosi International Fruits Market im Ortsteil Ketu eröffnet. Der neue Früchtemarkt umfasst 1004 Ladeneinheiten. Er liegt in direkter Nähe zum Autobahnkreuz von Expressway 1 und der Ikorodu Road, den zwei wichtigsten Ausfallstraßen von Lagos.
Mitten in der Stadt, im Viertel Oko Baba, befand sich ein großer Umschlagplatz für Holz, vor allem von Rotholz und Mahagoni. Dieser Holzhandel, einschließlich Sägewerk, zog im Mai 2025 an einen neuen Standort, „Timberville“ beim Dörfchen Ado, auf größerem Abstand zum Finanzzentrum, aber mit Anbindung zur Lagune.
Über die Lebensqualität in Lagos gehen die Meinungen sehr auseinander.
2023 belegte Lagos in einer weltweiten Untersuchung des Statista Research Department nach den Städten mit der geringsten Lebensqualität nach Manila den zweiten Platz. Die Londoner Online-Plattform „Time Out“ setzte Lagos dagegen auf Platz 41 der „besten Städte der Welt“ bzw. Platz drei in Afrika, basierend auf Umfragen vor Ort. 72 % der Lagosianer äußerten sich demnach positiv über ihre Stadt; es sei hier leicht, neue Menschen zu treffen und Freundschaften zu schließen. „Businessday“ fügt hinzu, dass Lagos nach wie vor ein bedeutendes Kultur- und Wirtschaftszentrum mit besonderer Lebendigkeit, Vielfalt und Bevölkerungsdichte sei. Die Stadt habe sich zudem durch ihre Musik- und Kreativbranche einen Namen gemacht. Brand Finance platzierte 2023 Lagos auf Platz 5 der begehrtesten Städte in Afrika, hinter Kapstadt und Johannesburg, Kairo und Casablanca, jedoch vor Nairobi. Befragt wurden 15.000 Personen in 20 Ländern.
Einschränkend muss klargestellt werden, dass Indexlisten von Ländern oder Städten in der Regel nicht auf überprüfbaren oder vor Ort erhobenen Daten basieren, sondern oft auf subjektiven Einschätzungen von Europäern oder Nordamerikanern. Der CPI von Transparency International zum Beispiel basiert laut eigener Definition „auf der gefühlten Einschätzung von Laien und Fachleuten und reduziert sich nicht auf tatsächliche Erfahrung und deren Analyse“. Es wird kritisiert, dass die ermittelten Indizes einfach nur die Vorurteile westlicher Länder numerisch wiedergeben.
In einem Vlog schwärmen die Touristen Sani und Miriam von Lagos. Die Stadt sei sicher und auf ihre eigene Weise wunderschön. Man fühle sich hier sicherer als in den Niederlanden. Die Stadt habe viel zu bieten und ihre Einwohner seien kontaktfreudig und neugierig. Laut Sani verwirkliche sich hier der „afrikanische Traum“. Man solle sich nicht von negativen Stereotypen leiten lassen. – Der Freiburger Dirigent Walter-Michael Vollhardt sieht in Lagos eine vitale Stadt, die Lagosianer seien aufgeschlossen und freundlich. Besonders beeindruckt ihn die Eleganz der nigerianischen Frauen, die die von Paris und Mailand übertreffe.
Zuverlässige Angaben über Arbeitslosigkeit, Einkommen unterhalb des Existenzminimums etc. sind für Lagos – wie auch für die ganze Region – kaum erhältlich und müssen dort, wo sie z. B. in anderen Artikeln (siehe auch das vorige Kapitel) bereitgestellt werden, mit Skepsis zur Kenntnis genommen werden. Grund hierfür ist die in Westafrika verbreitete „informelle Wirtschaft“ (nicht zu verwechseln mit „Schattenwirtschaft“). Nicht ausreichende Jobs in traditioneller Lohnarbeit zwingt Menschen, anderswo nach Arbeit zu suchen. Davon profitiert der informelle Sektor der Wirtschaft, in dem es keinen Mindestlohn gibt und die Arbeitnehmer keine Steuern zahlen, keine Urlaubs- oder Arbeitsrechte haben und häufig unter unsicheren Bedingungen arbeiten.
Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds sind allein im Bundesstaat Lagos rund 5,5 Millionen Menschen in der informellen Wirtschaft beschäftigt – das sind etwa drei Viertel der Erwerbstätigen von Lagos. Überall in Lagos kann man Straßenhändler, Handwerker, Verkäufer, Klein- und Kleinstunternehmen, Sammeltaxis, Dreiräder und Motorräder (Okada-Fahrer), Hausangestellte, Markthändler und andere im informellen Sektor Tätige beobachten.
Aktivitäten der informellen Wirtschaft werden nicht in der Wirtschaftsstatistik berücksichtigt. Infolgedessen wird der Wohlstand der Bevölkerung, aber auch z. B. die Arbeitslosigkeit erheblich unterschätzt, wenn die massive informelle Wirtschaft nicht berücksichtigt wird.
Der Nigeria Security Tracker des Council on Foreign Relations erfasst fortlaufend und für jeden Bundesstaat Tötungsdelikte (Mord, Totschlag etc.) durch Kriminelle, religiöse Eiferer (wie Boko Haram) und Polizeiübergriffe in Nigeria.
Auffallenderweise sind die beiden größten Städte Nigerias, Lagos und Kano, laut NST bei Tötungsdelikten deutlich sicherer als ländliche Gegenden. Für den Bundesstaat Lagos weist der NST in den vergangenen 24 Monaten (Stand Juli 2023) 135 solcher Todesfälle durch Gewalteinwirkung auf, bzw. 5,6 jährlich auf jede Million Einwohner (zum Vergleich: die bundesdeutsche Kriminalstatistik zählte 2022 drei Tötungsdelikte pro eine Million Einwohner, die der Türkei 24). Für ganz Nigeria liegt dieser Wert bei 93, wobei 62 % dieser Fälle auf Polizeigewalt (vor allem Selbstjustiz) zurückzuführen sind. Boko Haram spielt (Stand 2024) in Lagos keine Rolle.

Die Renovierung bestehender und die Anlage neuer Autobahnen ist seit 2023 zentraler Inhalt der Regierungspolitik des Präsidenten Bola Tinubu, der die durch die Freigabe der Landeswährung Naira, die Streichung der Benzinsubvention und die Einführung einer allgemeinen Einkommenssteuer mehr Mittel in die Infrastruktur leiten konnte als seine Vorgänger. Autobahnen, die der nigerianischen Bundesregierung unterstehen, sind in einem deutlich besseren Zustand als die (föderal und kommunal verwalteten) Zufahrtsstraßen.

Lagos ist (Stand 2026) über einige Autobahnen („Expressways“) mit dem Umland verbunden:
Lagos ist Endpunkt von drei Trans-Afrikanischen Straßen: Dakar-Lagos-Highway oder Trans-West African Coastal Highway (TAH 7, von Dakar und Nouakchott), Algier-Lagos-Highway oder Trans-Sahara Highway (TAH 2) und Lagos-Mombasa-Highway (TAH 8). Der Begriff „Trans-African Highway“ ist jedoch (laut dem englischen Wikipedia-Eintrag zum „Trans-African Highway network“) „außerhalb von Planungs- und Entwicklungskreisen nicht weit verbreitet, und Stand 2014 sind sie weder auf Verkehrsschildern noch auf Karten als solche ausgewiesen“. Man spreche daher auch eher von „Trans-Afrika-Korridoren“. – Infrastrukturplanung in Afrika, die mehrere Staaten umfasst, steht angesichts der politischen Instabilität mancher beteiligter Länder vor Herausforderungen. Auch durch vorhandenes Wohlstandsgefälle kann die Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten, ECOWAS, nicht die Rolle bei der Koordination von Verkehrsprojekten wahrnehmen, wie sie etwa die Europäische Union spielt.

Seit 2021 verbindet eine Eisenbahnstrecke Lagos mit Ibadan, eine Stadt, die 120 km weiter nordöstlich im Landesinneren liegt (Ibadan ist nach Lagos und Kano die drittgrößte Stadt des Landes). Die Fahrt dauert zweieinhalb Stunden und kostet in der ersten Klasse 9.000 Naira (6 Euro). Die Lokomotiven, die Abteile und die Bahnhofsgebäude sind neu und modern. Auf dieser Strecke verkehren täglich sechs Züge.
Die im Normalspur-Maß (1.436 mm) gebaute Eisenbahnstrecke ersetzte eine aus der Kolonialzeit stammende Trasse, die nach der sogenannten Kapspur (1.056 mm zwischen den Schienen) gebaut worden war. Dadurch lassen sich höhere Geschwindigkeiten erreichen. Diese neue Eisenbahnverbindung fördert das lokale Wirtschaftswachstum.
Die chinesischen Staatsunternehmen CCECC und CRRC spielten beim Bau eine entscheidende Rolle und zeugen vom wachsenden Einfluss der Volksrepublik China in Afrika.
Die Bahnverbindung wird von der Nigerian Railway Corporation betrieben, die der nigerianischen Bundesregierung untersteht.
Die Inseln Lagos Island, Ikoyi und Victoria Island werden durch drei Brücken mit dem Festland von Lagos verbunden: der Eko-Brücke, der Carter-Brücke und der Third Mainland Bridge. Mit dem Bau der seit 2003 diskutierten „4th mainland bridge“ wird laut einer Neujahrsansprache des Gouverneurs Sanwo-Olu am 3. Januar 2022 „noch dieses Jahr“ begonnen werden.
Für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ist die Lagos Metropolitan Area Transport Authority (LAMATA) zuständig.

Zentraler Knotenpunkt für Stadtbusse und Fernbusse ist der weithin sichtbare Busbahnhof in Oshodi. Er ist der größte Busbahnhof in Westafrika. Es gibt zwei Betreibergesellschaften: BRT (Bus-Rapid-Transit) und LBSL (Lagos Bus Services). Die Stadtbusse sind klimatisiert und die Fahrt wird mit einer ÖPNV-Karte bargeldlos bezahlt. Diese Karte kann gleichermaßen bei BRT- und LBSL-Bussen und der S-Bahn verwendet werden. Auf zwei Ausfallstraßen wurde eine eigene Busfahrbahn für BRT-Busse eingerichtet.
Im Mai 2023 wurden die ersten elektrischen Stadtbusse eingeführt. Durch die Verdreifachung der nigerianischen Benzinpreise im gleichen Zeitraum kommt ihnen besondere Bedeutung zu.


Die Stadtbahn von Lagos ist seit 2023 in Betrieb und umfasst seit 2024 zwei Linien: die blaue und die rote Linie. Beide Linien verkehren oberirdisch und im Stadtzentrum auf Pfählen, also einige Meter über dem Boden.
Auch hier nutzen die Fahrgäste die Prepaid-Karte „Cowry“, wie es bereits in den Stadtbussen der Fall ist.
Am 4. September 2026 gab der Betreiber LAMATA auf Facebook bekannt, dass die blaue Linie in den letzten 36 Monaten 9 Millionen Fahrgäste befördert habe, was insgesamt 70.000 Fahrten entspricht. Auf der blauen Linie fährt alle 10 Minuten ein Zug.
Im Jahr 2026 laufen die Arbeiten zur Verlängerung der blauen Linie bis nach Okokomaiko, und der Bau einer „grünen Linie“ ist geplant (die ebenfalls teilweise auf Pfählen verlaufen soll). Die drei Linien sollen an der Station Marina miteinander verbunden werden (die Französische Entwicklungsagentur, AFD, beteiligt sich an diesem Projekt).
Ein beliebtes Fortbewegungsmittel sind gelbe Minibusse, Danfo genannt. Die gelben Busse, meist vom Typ VW T3 oder VW LT prägen das Erscheinungsbild der Stadt. Sie fahren auf festgelegten Routen, jedoch ohne Fahrplan nach dem Prinzip von Sammeltaxen.

Laut Einwohnerangaben kann die Anfahrt zur Arbeit mit dem Auto in Lagos sechs Mal so lang dauern wie mit der Fähre. Etwa zwei Millionen Fahrgäste verzeichnete die Fährbehörde pro Monat im Jahr 2021.
Das neue Five Cowries Terminal ist das zentrale Terminal für den Fährbetrieb in Lagos. Das Terminal liegt an der Lagune zwischen der Lagos-Insel und dem Victoria Island. Es verfügt über eine Anlegestelle, ein Restaurant, Fahrkartenschalter, Toiletten und Geldautomaten. Five Cowries ist sieben Tage in der Woche geöffnet, von 8.00 bis 17.00 Uhr. Die Bestimmungsorte der LASWA-Fähren sind Marina, Ikoyi, Victoria Island, Lekki, Apapa, Ikorodu und Badagry.

Die Lufthansa fliegt täglich ab Frankfurt den Murtala Mohammed International Airport in Ikeja an. Auch KLM, British Airways, Air France, Delta, Emirates, Qatar Airways, Turkish Airlines und Iberia bedienen interkontinentale Strecken von und nach Lagos.
Der Energieversorger Geregu Power besteht seit 2006.
In Lagos werden 40 Prozent der Abfälle gesammelt und 13 Prozent werden recycelt. 13.000 Tonnen Abfall entstehen täglich in der Metropole.
2025 vereinbarte die Landesregierung von Lagos State mit Zoomlion, einer Tochter der ghanaischen Jospong Group, den gemeinsamen Aufbau eines Recyclingsystems. Im Rahmen der Partnerschaft werden zwei Anlagen errichtet – eine Materialrückgewinnungsanlage und eine Abfallrecyclinganlage –, die als entscheidend für die Einbindung von Lagos in ein nachhaltiges und modernes Abfallwirtschaftssystem angesehen werden. Im Rahmen der Vereinbarung wird auf der Deponie Olusosun in Ketu eine Umschlagstation (Transfer Loading Station, TLS) errichtet. Diese Anlage wird die tägliche Umleitung von 2.500 Tonnen Abfall zu einer neuen Materialrückgewinnungsanlage (MRF) ermöglichen, die in Ikorodu gebaut werden soll. Ebenso wird eine weitere TLS auf der Deponie Solous III in Igando errichtet. Diese Anlage wird täglich 1.500 Tonnen Abfall zu einer neuen MRF in Badagry umleiten. Darüber hinaus werden selbstkippende Dreiräder eingesetzt, um die Abfallsammlung in schwer zugänglichen Gebieten der Metropole zu verbessern. Alle aufgeführten Projekte sollen innerhalb von 18 Monaten abgeschlossen sein und 100.000 Jobs geschaffen werden.
Zusätzlich zur hausgemachten Müllproblematik treffen über den Hafen Lagos jährlich 15.000 Tonnen giftigen Elektroschrotts aus Europa ein, der laut Basler Konvention nicht aus der EU exportiert werden dürfte. Der Elektronikschrott wird häufig in Gebrauchtwagen verborgen durch den nigerianischen Zoll ins Land geschmuggelt.
Das Leitungswasser in Lagos ist nicht zum Trinken geeignet, kann aber für andere Zwecke wie Kochen und Duschen verwendet werden. Das Wasser im Verteilungsnetz ist oft verunreinigt. Da das Rohwasser in der Lagune zu stark verschmutzt ist, bezieht die Stadt ihr Wasser aus den Flüssen Ogun und Owo. Seit Jahren wird über die schlechte Wasserqualität in Lagos diskutiert.
Im Bau befindlich ist das Adiyan-Wasserprojekt, das die Millionenmetropole Lagos täglich mit 140 Mio. Gallonen (53.000 Kubikmeter bzw. 24 Liter pro Einwohner) Trinkwasser aus dem Ogun-Fluss versorgen wird. Die Fertigstellung ist für 2027 geplant. Die Renovierung des Wasserwerkes in Akilo wurde 2026 abgeschlossen.
Ein effizientes Abwassersystem fehlt. Die Abwässer werden durch Regenwasser in die offene Kanalisation gespült. Dieses Wasser trägt Schadstoffe dann in Flüsse und die Lagune. Durch undichte Klärgruben und Latrinen gelangen die Abwässer auch ins Grundwasser. Die Verunreinigungen können dann das Wasser in Brunnen und Bohrlöchern kontaminieren. Auch das von Straßenhändlern verkaufte Wasser kann davon betroffen sein, da es aus denselben Quellen stammt.
Eko Atlantic ist eine Planstadt südlich von Victoria Island, die auf Land gebaut wird, welches in bislang sechs Phasen dem Atlantischen Ozean abgerungen wurde. Wohnraum für ca. 250.000 Menschen soll geschaffen werden und 150.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Das neue Stadtviertel dient jedoch auch zur Sicherung der Lagunenstadt gegen Springfluten. Um den baulichen Wildwuchs zu verhindern, der andere Teile von Lagos prägt, ist die Verwaltung von Eko Atlantic bei den Baugenehmigungen wählerisch. Im August 2026 stehen auf Eko Atlantic einige Türme mit Luxuswohnungen, ein Kraftwerk, ein Wasserwerk, eine Kläranlage, eine Schule und ein überdimensioniertes Einkaufszentrum, dominiert aber unbebautes Land. Einige Vlogger schwärmen immerhin von der Promenade auf dem Deich von Eko Atlantic, der großzügigen Planung, der Ruhe und der kühlen Brise vom Ozean her.
Eko Atlantic City ist eine „gated community“: am bewachten Eingang werden nur Personen eingelassen, die hier wohnen oder Besucher der beiden Restaurants in der Nähe der beiden Pearl Tower, die dort z. B. einen Kaffee trinken möchten (Stand August 2026).

Die Zahl der Grundschulen im Bundesstaat Lagos wird mit 1.075 angegeben. 97 % der Kinder in Lagos besuchen eine Schule.

Lagos besitzt 349 Junior High Schools und 322 Senior High Schools. Sie werden von 337.724 resp. 229.980 Schülern besucht.
Die Stadt ist Sitz von zahlreichen Universitäten, Hoch- und Fachschulen sowie Forschungsinstituten. Folgende Universitäten befinden sich in Lagos:
Die National Library of Nigeria (Nationalbibliothek) ist die größte Bibliothek des Landes.

Im Sommer 2014 bewies das oft unterschätzte Gesundheitswesen von Lagos seine Qualität, als es erfolgreich einen Ebola-Ausbruch bekämpfte. Dr. Ameyo Stella Adadevoh war die Fachärztin am First Consultants Medical Centre in Lagos, Nigeria, die im Juli 2014 den ersten Ebola-Fall (Patrick Sawyer) identifizierte und isolierte. Ihre Weigerung, den Patienten trotz diplomatischen Drucks zu entlassen, rettete unzählige Leben, indem sie die Ausbreitung des Virus eindämmte.

Von den zahlreichen Krankenhäusern in Lagos werden folgende in Artikeln besonders hervorgehoben:
In der „Prostate Clinic“ auf Victoria Island wurde 2025 bei einem Mann mit Prostata-Krebs unter der Leitung von Prof. Kingsley Ekwueme die erste robotische Operation Westafrikas in einem minimalinvasiven Verfahren erfolgreich durchgeführt.
Die Gesundheitsversorgung für Säuglinge in Lagos, Nigeria, zeichnet sich durch eine Mischung aus privaten, spezialisierten Neugeborenenzentren und öffentlichen Einrichtungen aus, die Leistungen wie Neugeborenen-Intensivstationen, Impfungen und Schwangerschaftsvorsorge anbieten. Zu den wichtigsten privaten Anbietern zählen das Babies Matter Medical Centre (Lekki) und das Coptic Hospital (Victoria Island), während Organisationen wie HelpMum daran arbeiten, die Gesundheit von Müttern und Säuglingen durch Technologie und Aufklärung zu verbessern.
Zwar bieten einige private Krankenhäuser eine fortschrittliche, moderne Versorgung, doch konzentriert sich eine hochwertige Versorgung häufig auf den privaten Sektor, der hohe Gebühren verlangt. Eine Umfrage aus dem Jahr 2017 ergab, dass zwar über 90 % der wohlhabenden Mütter in Lagos für die Entbindung Gesundheitseinrichtungen in Anspruch nahmen, dieser Anteil bei den ärmsten Einkommensquintilen jedoch niedriger lag (68,1 %), was die Ungleichheit in der Versorgung deutlich macht.
Weitere Einrichtungen: