Laldnerkanal

Laldnerkanal
Der Laldnerkanal beim Lonzaareal im Gebiet von Lalden
Der Laldnerkanal beim Lonzaareal im Gebiet von Lalden
Daten
Gewässerkennzahl CH: 665251
Lage Walliser Alpen

Schweiz Schweiz

Flusssystem Rhône
Abfluss über Rhône → Mittelmeer
Quelle nordöstlich von Brigerbad
46° 18′ 16″ N, 7° 56′ 21″ O
Quellhöhe 656 m ü. M.
Mündung bei Baltschieder in die RhoneKoordinaten: 46° 18′ 9″ N, 7° 51′ 56″ O; CH1903: 632888 / 128000
46° 18′ 9″ N, 7° 51′ 56″ O
Mündungshöhe 643 m ü. M.
Höhenunterschied 13 m
Sohlgefälle ca. 2 ‰
Länge ca. 6,5 km

Der Laldnerkanal ist ein etwa 6,5 Kilometer langer Bach und Entwässerungsgraben im Kanton Wallis, der bei Brigerbad entspringt und neben dem Baltschiederbach von rechts in den Rotten, wie die Rhone im Oberwallis genannt wird, mündet. Er ist ein kommunales Gewässer der Gemeinden Brig-Glis, Lalden und Baltschieder.

Geographie

Der Laldnerkanal entwässert das Land auf der rechten Seite des kanalisierten Rotten bei Brigerbad, Lalden und Baltschieder. Er sammelt das Wasser der von der rechten Talflanke herabfliessenden Bäche wie zum Beispiel des Finnubachs und der Suonen und nimmt aus der Ebene den Grundwasserkanal auf. Diese Gewässer können wegen des Hochwasserschutzdamms nicht direkt in den Rotten münden. Der Laldnerkanal fliesst mit geringem Gefälle über die Schwemmebene und leitet den Abfluss auf etwa 643 m ü. M. im Gebiet von Baltschieder in den Rotten.

Der Bach dient auch der Flurbewässerung auf den landwirtschaftlichen Flächen im Talboden. Bei Brigerbad verläuft der Kanal unterhalb des Rebbergs «Roti Räbe». Dieser Flurname, 1673 erwähnt als in den Rotten Reben oder Rotten Weingarten, wird als «Rebbberg am Rotten» gedeutet, weil das Flussbett früher nahe an dieser Stelle lag.

Vom dichten Netz der Suonen am trockenen Berg von Mund und Eggerberg fliesst das Wasser der Entlastungskanäle der Wasserleitungen am Hangfuss in den Laldnerkanal. Der Hauptkanal ist die «Badneri», das zur Ortschaft «Bad», heute Brigerbad, führende Wasser, deren Fassung am Mundbach liegt. Dem Gerinne dieses alten, schon im Spätmittelalter bezeugten Kanals folgt die nördliche Gemeindegrenze bei Brigerbad. Andere Suonen und Zuflüsse des Laldnerkanals sind die ebenfalls schon im Mittelalter gebaute «Laldneri», die «Gorperi» und die «Tenneri», die aus dem Baltschiederbach abgeleitet werden, und die «Niwa».

In Lalden münden von links der Sickerwasserkanal auf der Flur Leesser und, zusammen mit dem Finnubach, von rechts cauch der Bachkanal in den Laldnerkanal.

Neben den langen Bachdurchlässen beim Thermalbad, in Brigerbad und in Lalden überqueren noch 24 Brücken und Stege den Laldnerkanal. Die ab 2004 als provisorische Nordumfahrung von Visp gebaute Kantonsstrasse von der Rhonebrücke bei Lalden bis zur Baltschiederbrücke und zum Anschluss «Visp-West» an die Autobahn A9 überquert den Kanal viermal.

Geschichte

Der heute in seiner ganzen Länge in einem künstlichen Gerinne fliessende Bach geht in seinem oberen Abschnitt bei Brigerbad auf einen natürlichen Bach zurück, der lange vor der Rhonekorrektion, bis etwa um 1800, durch das sumpfige Land bei Brigerbad und Lalden floss und unterhalb dieser Ortschaft in die frei mäandrierende Rhone mündete. Bei Lalden erreichte der Finnubach den Fluss im Talboden. Der in der Ebene wild mäandrierende Rotten schuf sich – laut der Darstellung auf der Dufourkarte – in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts rechte Seitenarme nahe der Ortschaft Brigerbad und auch bei Lalden. Bei der Gewässerkorrektion zwischen Brig und Visp in den 1870er Jahren wurden diese Nebengerinne abgeschnitten und das kanalisierte Flussbett auf der linken Talseite ausgebaut und mit Dämmen gesichert. Ein Flurstück bei Lalden trägt noch heute den Lokalnamen «Alts Rottubett». Für die Entwässerung des rechtsseitigen Hinterlandes dienten nun der Bach von Brigerbad, der bei Lalden talabwärts verlängert wurde und bei Tscherei und Thalei in den Rotten mündete, und der neu angelegte Grundwasserkanal. Beim Ausbau der Seitendämme im 20. Jahrhundert wurde der Laldnerkanal bis in das Gebiet von Baltschieder verlängert, in der Ortschaft Brigerbad streckenweise eingedolt und auch unter dem neuen Badareal in einen langen Durchlass verlegt.

Wirtschaft

Der Laldnerkanal zählt zu den Fischereigewässern der Gemeinde Brig-Glis. Im Kanalsystem sind die Bachforelle, der Karpfen und der Stichling nachgewiesen.

Commons: Laldnerkanal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Iwar Werlen (Hrsg.): Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch (VSNB). Band 3: Flurnamen K–R. Narr Francke Attempto Verlag. Tübingen 2024. Sp. 503.
  2. ↑ Iwar Werlen (Hrsg.): Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch (VSNB). Band 1: Einleitung, Gemeindenamen, Flurnamen A–C. Narr Francke Attempto Verlag. Tübingen 2024. S. 145.
  3. ↑ Badneri. In: Die Suonen und Bissen des Wallis. Abgerufen am 19. Mai 2026.
  4. ↑ Laldneri. In: Die Suonen und Bissen des Wallis. Abgerufen am 19. Mai 2026.
  5. ↑ Iwar Werlen (Hrsg.): Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch (VSNB). Band 3: Flurnamen K–R. Narr Francke Attempto Verlag. Tübingen 2024. Sp. 29.
  6. ↑ Oberflächengewässer (Ausschnitt). In: Geoinformationssystems des Kantons Wallis. Abgerufen am 18. Mai 2026.
  7. ↑ Urteil vom 8. Juni 2004 I. Öffentlichrechtliche Abteilung. In: Schweizerisches Bundesgericht. 8. Juni 2004, abgerufen am 18. Mai 2026.
  8. ↑ Projet de route de Genève à Milan par le Simplon, huitième partie de la route: tronçon de Viège à Brigue, par l’ingénieur géographe Michel Lasseret. Archives nationales. 1802–1803.
  9. ↑ Dufourkarte, Blatt 18 «Brief Airolo». 1855.
  10. ↑ So viele unterschiedliche Gewässer wie kein anderer Verein. In: Sportfischerverein Bezirk Brig. Abgerufen am 18. Mai 2026.
  11. ↑ Stefan Küttel. Bedeutung der Seitengewässer der Rhone für die natürliche Reproduktion der Bachforelle und Diversität der Fischfauna im Wallis. Diplomarbeit ETH Zürich. Kastanienbaum 2001. S. 46.