Leo Rossi

Leo Rossi (2008)

Leo Rossi (* 26. Juni 1946 in Trenton, New Jersey) ist ein US-amerikanischer Schauspieler, Drehbuchautor und Filmproduzent, der seit 1975 vor und hinter der Kamera aktiv ist.

Leben

Rossi wurde 1946 als Sohn von Joseph Alexander Rossi, Elizabeth Mary Reilly und Dorothy Claire Moylan in Trenton im US-Bundesstaat New Jersey geboren und wuchs in einem italienisch-amerikanischen Umfeld in Philadelphia in Pennsylvania auf, das er in Interviews mehrfach als prägend für seine Identität bezeichnete. Er besuchte die Conwell-Egan Catholic High School und hat einen Bruder, Joseph Alexander Rossi junior.

Am 13. Februar 1983 heiratete er Lynn Eastman, mit der er die Töchter Anna Marie und Rose hat. Gemeinsam gründete das Paar die Produktionsfima Eastman-Rossi Productions.

Karriere

Seine Karriere begann Rossi auf der Bühne im Regionaltheater. Erste kleinere Rollen vor der Kamera hatte er ab Mitte der 1970er-Jahre; so war er 1975 in Alias Big Cherry zu sehen.

Seinen Durchbruch hatte er als Vincent „Budd“ Scarlotti 1981 im Horrorfilm Halloween II – Das Grauen kehrt zurück an der Seite von Jamie Lee Curtis und Donald Pleasence, unter der Regie von Rick Rosenthal und nach dem Drehbuch von John Carpenter; in seiner Nebenrolle fällt er dem Serienmörder Michael Myers zum Opfer. Über Rossi lernte Curtis ihren späteren Ehemann Christopher Guest kennen.

Rossi wurde während seiner Karriere mehrfach vom Regisseur Jonathan Kaplan besetzt. In Kaplans Film … und wenn der letzte Reifen platzt war er 1983 an der Seite von Bonnie Bedelia und Beau Bridges zu sehen, in Tim Hunters Das Messer am Ufer spielte er 1986 mit Dennis Hopper und Keanu Reeves und 1987 hatte er eine Rolle in Bob Rafelsons Die schwarze Witwe – ebenfalls mit Hopper sowie Theresa Russell und Debra Winger. Diese Rollen ebneten ihm 1988 den Weg zu einer Hauptrolle neben Jodie Foster und Kelly McGillis in Kaplans Film Angeklagt, in dem er den zentralen Antagonisten Cliff „Scorpion“ Albrect verkörperte. Angeklagt führte wiederum dazu, dass Rossi eine Hauptrolle in William Lustigs Der Sunset-Killer (Relentless) aus dem Jahr 1989 erhielt, ein Film mit Judd Nelson und Robert Loggia. Darin spielte Rossi die Rolle von Detective Sam Deitz, die er in drei Fortsetzungen ebenfalls verkörperte. 1990 folgte eine Rolle als Serienkiller Turkell in Maniac Cop 2, ein Horrorfilm mit Bruce Campbell nach einem Drehbuch von Larry Cohen.

In den 1980er-Jahren hatte Rossi eine wiederkehrende Rolle in der Polizeiserie Polizeirevier Hill Street, war in der Science-Fiction-Anthologieserie Unglaubliche Geschichten von Steven Spielberg zu sehen, in 21 Jump Street – Tatort Klassenzimmer an der Seite von Johnny Depp sowie 1989 in NAM – Dienst in Vietnam , einem Vietnamkriegsdrama.

1991 hatte Rossi einen Auftritt in der Actionkomödie Fast Getaway, die von einem Vater (Rossi) und seinem Sohn (Corey Haim) handelt, die gemeinsam Banken ausrauben. Rossi übernahm anschließend eine Nebenrolle in Straßenkinder (Where the Day Takes You) aus dem Jahr 1992, spielte 1994 einen Detective im Pamela-Anderson-Film Good Cop, Bad Cop, 1995 einen Straßenprediger in der Komödie Dangerous Dreams – Gefährliche Träume (Dream a Little Dream 2) mit Corey Feldman und Corey Haim und trat 1994, erneut neben Haim, in The Getaway Coup – Schon wieder auf der Flucht (Fast Getaway 2) auf. Eine weitere Nebenrolle hatte er in Harold Ramis’ Komödie Reine Nervensache im Jahr 1999, in der er den bösen Cousin der von Robert De Niro gespielten Hauptfigur verkörpert; weitere Mitwirkende waren Billy Crystal, Chazz Palminteri und Lisa Kudrow.

Im Fernsehen war er zudem in Mord ist ihr Hobby, Frasier, JAG – Im Auftrag der Ehre sowie in einer wiederkehrenden Rolle in Emergency Room – Die Notaufnahme zu sehen. 1996 spielte er einen Special Agent in Kaplans Adaption von Truman Capotes Psychodrama In Cold Blood; eine Miniserie, die in den Vereinigten Staaten der 1950er-Jahre spielt und in der Sam Neill und Eric Roberts mitwirkten.

2001 übernahm Rossi eine Nebenrolle in Harald Zwarts Komödie Eine Nacht bei McCool’s. Im selben Jahr spielte er im Mafia-Thriller One Eyed King – Hell’s Kitchen. Im Jahr 2002 folgte eine Nebenrolle im Drama The Business of Fancydancing und 2003 ein Auftritt in Looney Tunes: Back in Action, einer Komödie von Joe Dante. 2006 produzierte er den Thriller Streets of Philadelphia – Unter Verrätern, in dem er einen FBI-Agenten spielt, der gemeinsam mit Brian Dennehy versucht, in die Geschäfte einer sizilianischen Mafiafamilie einzudringen. Streets of Philadelphia – Unter Verrätern basiert lose auf dem realen Mafiakrieg der „Philadelphia Crime Family“ in den 1990er-Jahren.

Im Fernsehen spielte Rossi im Jahr 2000 zudem in einer weiteren Serie über das Leben von Joseph Pistone, Falcone, die auf Pistones und Richard Woodleys Buch Donnie Brasco: My Undercover Life in the Mafia basiert. Weitere Auftritte in Fernsehserien folgten 2001 in Für alle Fälle Amy und 2006 in Without a Trace – Spurlos verschwunden.

Für den Film Gotti, in dem er auch mitwirkte, schrieb er das Drehbuch. Zuletzt war er im Jahr 2022 im Film Killin Smallz zu sehen.

Synchronsprecher

Im deutschen Sprachraum wurde Rossi unter anderem von Thomas Albus, Hubertus Bengsch, Rolf Berg, Sven Brieger, Hans-Werner Bussinger, Frank Ciazynski, Hans-Jürgen Dittberner, Kaspar Eichel, Bernd Eichner, Stefan Fredrich, Frank Glaubrecht, Elmar Gutmann, Erhard Hartmann, Jürgen Heinrich, Roland Hemmo, Peter Heusch, Rüdiger Joswig, Thomas Kästner, Randolf Kronberg, Florian Krüger-Shantin, Dieter Kursawe, Manfred Lehmann, Wolff von Lindenau, Holger Mahlich, Andreas Mannkopff, Andreas von der Meden, Hans-Rainer Müller, Michael Pan, Hans-Georg Panczak, Gerald Paradies, Michael Rüth, Martin Schmitz, Lutz Schnell, Jan Spitzer, Bernd Stephan, Kai Taschner, Manuel Vaessen, Jens Wendland, Bodo Wolf, Hans-Jürgen Wolf und Santiago Ziesmer synchronisiert.

Auszeichnungen

Filmografie (Auswahl)

Filme

  • 1975: Alias Big Cherry
  • 1977: Mister Billion
  • 1977: Gib Gas… und laßt euch nicht erwischen
  • 1978: Der Pirat (Fernsehfilm)
  • 1981: Gehirnwäsche (Circle of Power)
  • 1981: Halloween II – Das Grauen kehrt zurück
  • 1983: … und wenn der letzte Reifen platzt
  • 1985: Kids Don’t Tell (Fernsehfilm)
  • 1986: Das Messer am Ufer
  • 1987: Die schwarze Witwe
  • 1987: Russkies
  • 1987: Bill Cosby – Die Superkanone
  • 1988: Maniac Cop
  • 1988: L.A. 2088 – Die Zukunft ist Jetzt (Out of Time; Fernsehfilm)
  • 1988: Angeklagt
  • 1989: Mörderischer Irrtum (Hit List)
  • 1989: Peter Gunn, Privatdetektiv (Peter Gunn; Fernsehfilm)
  • 1989: Der Sunset-Killer (Relentless)
  • 1990: Maniac Cop 2
  • 1990: Too Much Sun – Ein Stich zuviel (Too Much Sun)
  • 1991: Fast Getaway – Auf und davon (Fast Getaway; Video)
  • 1992: Straßenkinder (Where the Day Takes You)
  • 1992: Sunset Killer 2 (Video)
  • 1992: Heiße Scheine (We’re Talkin’ Serious Money)
  • 1993: Teenage Lolita – Verlockende Unschuld (Fernsehfilm)
  • 1993: Der Sunset-Killer 3 (Video)
  • 1994: Rave Review
  • 1994: Good Cop, Bad Cop
  • 1994: The Getaway Coup – Schon wieder auf der Flucht (Fast Getaway II; Video)
  • 1994: Auf Bewährung (Reform School Girl; Fernsehfilm)
  • 1994: Bio-Force – Die Killer-Bestie aus dem Gen-Labor (Mutant Species)
  • 1994: Felony – Die CIA-Verschwörung (Felony)
  • 1994: Sunset Killer – Der Erlöser (Video)
  • 1995: Misery Brothers (The Misery Brothers)
  • 1995: Dangerous Dreams – Gefährliche Träume (Dream a Little Dream 2; Video)
  • 1995: Street War (In the Kingdom of the Blind, the Man with One Eye Is King)
  • 1995: Vegas Heat – Gefährliche Liebe (Beyond Desire)
  • 1996: Die Stunde der Teufelinnen (Wedding Bell Blues)
  • 1998: True Friends – Wahre Freunde (True Friends)
  • 1998: The Assault
  • 1999: Unconditional Love
  • 1999: Reine Nervensache
  • 1999: Das sonderbare Liebesleben der Erdlinge
  • 1999: Fashionably L.A.
  • 2000: 50-Odd Dollars (Kurzfilm)
  • 2000: Fatal Conflict
  • 2000: Crackerjack 3
  • 2001: Road to Redemption
  • 2001: Sticks
  • 2001: Eine Nacht bei McCool’s
  • 2001: Hell’s Kitchen (auch: One Eyed King – Hell’s Kitchen)
  • 2001: Mafioso: The Father, the Son
  • 2001: Separate Ways
  • 2002: The Business of Fancydancing
  • 2002: Der Duft des Wahnsinns (The Rose Technique; auch Deranged)
  • 2002: The Syndicate (Kurzfilm)
  • 2002: Four Deadly Reasons
  • 2003: Looney Tunes: Back in Action
  • 2004: Shut Up and Kiss Me!
  • 2004: Back by Midnight
  • 2004: The Last Letter
  • 2005: Diamond Zero
  • 2005: Welcome Back Miss Mary (Jesus, Mary and Joey)
  • 2006: All In – Pokerface
  • 2006: Streets of Philadelphia – Unter Verrätern
  • 2007: Plötzlich Star – Eine moderne Mark Twain-Geschichte (The Prince and the Pauper: The Movie; Video)
  • 2009: The Nail: The Story of Joey Nardone
  • 2010: PrimeMates
  • 2010: Sinatra Club – Der Club der Gangster
  • 2011: Exodus Fall
  • 2016: Bassosouras
  • 2018: Gotti
  • 2022: Killin Smallz
  • On Painted Wings
  • Mr Know (Kurzfilm)

Fernsehserien

Literatur

Commons: Leo Rossi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Leo Rossi. Internet Movie Database, abgerufen am 13. Juli 2026.
  2. ↑ Leo Rossi in The Movie Database (englisch), abgerufen am 13. Juli 2026.
  3. 1 2 3 4 Leo Rossi bei Fernsehserien.de, abgerufen am 13. Juli 2026.
  4. ↑ Leo Rossi in der Online-Filmdatenbank; abgerufen am 13. Juli 2026.
  5. ↑ Leo Rossi. In: Open Media Database. Abgerufen am 13. Juli 2026.
  6. ↑ Sprecher und Stimme Leo Rossi. In: Sprecherdatei.de. Abgerufen am 13. Juli 2026.
  7. ↑ Leo Rossi (II). In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 13. Juli 2026.
Personendaten
NAME Rossi, Leo
KURZBESCHREIBUNG US-amerikanischer Schauspieler, Drehbuchautor und Filmproduzent
GEBURTSDATUM 26. Juni 1946
GEBURTSORT Trenton, New Jersey, Vereinigte Staaten