Leonhard Schmitt (* 22. Februar 1847 in Gerolzhofen; † im 20. Jahrhundert) war ein deutscher Konditor und Bürgermeister sowie Mitglied der bayerischen Kammer der Abgeordneten.
Leonhard Schmitt erlernte den Beruf des Konditors und musste, bevor er sich in der Heimat als Konditormeister niederließ, in einer Sanitätseinheit der Bayerischen Armee am Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 teilnehmen. Er engagierte sich in der Politik und wurde Mitglied der Zentrumspartei. 1879 erhielt er einen Sitz im Magistrat der Stadt Gerolzhofen und wurde ein Jahr später zum Bürgermeister der Stadt gewählt.
Bei der Wahl zum 32. Bayerischen Landtag am 12. Juli 1893 erhielt er ein Mandat im Wahlkreis Haßfurt. In seiner Sitzung vom 8. Januar 1894 stellte das Präsidium der Kammer der Abgeordneten fest, dass Schmitt wegen des im Dezember 1893 eröffneten Konkursverfahrens gemäß Artikel 13 des Landtagswahlgesetzes vom 4. Juni 1848 seine Eigenschaft als Abgeordneter verloren habe. Der Angelegenheit vorausgegangen war, dass er in seiner Eigenschaft als Kassierer des Creditvereins Gerolzhofen eine Summe von insgesamt 33.000 Reichsmark unterschlagen hatte. Nach der Entdeckung dieses Vorfalls durch den Vereinsdirektor sollte am 7. Dezember 1893 ein Klärungsgespräch stattfinden. Dazu kam es nicht mehr, denn Schmitt „brannte durch“ in Richtung Amerika.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schmitt, Leonhard |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Konditor, Mitglied des Bayerischen Landtags (Zentrum) |
| GEBURTSDATUM | 22. Februar 1847 |
| GEBURTSORT | Gerolzhofen |
| STERBEDATUM | nach 1900 |