Ein Beispiel für ein großes autonomes Waffensystem (AWS) als Entwicklungs- bzw. Testobjekt: Das unbemannte, autonome Testsystem Valkyrie startet ein unbemanntes ALTIUS-600 System, welches Aufklärungsnachrichten in Echtzeit erfassen soll.
Autonome Waffensysteme (englischAutonomous Weapon Systems (AWS) und englischLethal Autonomous Systems (LWS)) sind spezielle unbemannte Systeme, die für militärische Zwecke eingesetzt werden, entweder unbewaffnet oder bewaffnet (d. h. mit oder ohne Sprengkopf). Diese Waffensysteme können unabhängig agieren oder mit menschlicher Unterstützung (z. B. durch Fernsteuerung).
Beschreibung und Einsatzzwecke
Autonome Waffensysteme zeichnen sich durch fortschrittliche Eigenschaften und Fähigkeiten aus, die insbesondere die autonome Steuerung betreffen. Sie sind Echtzeitsysteme, die moderne künstliche Intelligenz nutzen, um in kurzer Zeit eigenständig Entscheidungen zu treffen. Im Grunde genommen handelt es sich um unbemannte Systeme mit intelligenten Fähigkeiten. Umgangssprachlich spricht man in Bezug auf landbasierte AWS häufig von „Killerrobotern“ oder Militärrobotern. Allerdings umfassen diese Systeme weit mehr Anwendungsbereiche als nur Roboter.
AWS können konventionelle Waffensysteme ergänzen. Aus militärischer Sicht spielen die konventionellen Waffensysteme, wie Kampfpanzer und Artillerie, jedoch stets eine sich ergänzende Rolle. General Carsten Breuer beschreibt die Notwendigkeit dieser beiden Systemklassen wie folgt: „die Frage lautet nicht Drohne oder Panzer, Hochtechnologie oder Altsysteme; es geht um Drohne und Panzer. Es geht genau um diesen Mix an Streitkräften. Für diesen Mix benötigen wir alle verfügbaren Kapazitäten.“
Die Entwicklung dieser Systeme ist Teil einer Rüstungsinitiative verschiedener Staaten seit etwa den 2000er und speziell den 2020er Jahren im Zuge einer Aufrüstung im Zuge des sich verschärften Russisch-Ukrainischen Kriegs. Das Spektrum reicht von kleinen, kostengünstigen Geräten bis hin zu großen, teureren Systemen. Die meisten dieser Systeme befinden sich allerdings noch in der Forschung, Entwicklung und Erprobung – auch im Krieg selbst.
Im bewaffneten Einsatz sollen AWS in der Lage sein, militärische Ziel auswählen, angreifen und zerstören. Im unbewaffneten Zustand übernehmen diese Systemen jedoch andere wichtige Aufgaben, die auf dem Gefechtsfeld entscheidend sein können. Dazu zählen etwa die Aufklärung (vgl. auch Fernmelde- und Elektronische Aufklärung) sowie die Teilnahme am elektronischen Krieg.
Systemeigenschaften
Im Gegensatz zu anderen Waffensystemen zeichnen sich Autonome Waffensysteme dadurch aus, dass sie eigene Daten verarbeiten und damit „intelligente“ (gegebenenfalls autonome) Entscheidungen treffen können. Weitere nicht gewaltsame Anwendungen umfassen beispielsweise die Datenerfassung und Überwachung von Objekten oder Zielen. AWS stellen eine moderne Weiterentwicklung unbemannter Systeme dar und weisen Ähnlichkeiten mit diesen auf.
AWS sollen in der Luft, an Land, zu Wasser, unter Wasser oder im Weltraum betrieben werden. Diese neuen und intelligenten Waffensysteme können selbstständig Daten erfassen, analysieren und dadurch sich in einem Einsatzgebiet selbstständig (autonom) bewegen und Entscheidungen treffen. Dies ermöglicht es dem System, sich selbstständig in seiner Umwelt zu bewegen, wie es bei selbstfahrenden Autos der Fall ist. AWS können auch fest installierte Geräte sein, zum Beispiel auf Kriegsschiffen, entlang von Grenzen oder in der Nähe schützenswerter militärischer oder ziviler Einrichtungen. Bewaffnete Systeme sollen die ihnen zur Verfügung stehenden Waffen wie z.B. Maschinengewehre, Kanonen oder Raketen möglichst eigenständig steuern.
Diese Autonomen Waffensysteme – zusammen mit anderen Militärentwicklungen – haben bereits Auswirkungen auf die moderne Kriegsführung und beeinflussen die Militärstrategien der Zukunft. Das Problem dieser Systeme im Zusammenhang mit moderner künstlicher Intelligenz (KI) betrifft nach Aussagen mancher Personen jedoch eine völlig neue Dimension der globalen Sicherheitspolitik:
“Right now, politicians — at least sometimes — have to worry about loss of life when they decide to go to war. If you don’t have to worry about loss of life, and what you worry about is loss of robots, what does that mean for issues of war and peace globally? It’s a big issue.”
„Derzeit müssen Politiker – zumindest manchmal – mit dem Verlust von Menschenleben rechnen, wenn sie sich für einen Krieg entscheiden. Wenn man sich keine Gedanken über den Verlust von Menschenleben machen muss, sondern nur über den Verlust von Robotern, was bedeutet das dann für Fragen von Krieg und Frieden auf globaler Ebene? Das ist ein großes Problem.“
Seit 2014 gibt es keinen rechtlichen Rahmen (vgl. Rüstungskontrolle), der den Einsatz der AWS oder vergleichbaren Systeme ausdrücklich verbietet oder regelt. AWS unterliegen wie alle anderen Waffensysteme geltendem Völkerrecht, wie es in Artikel 36 des Zusatzprotokolls I der Genfer Konventionen niedergelegt ist. Diese verpflichten Staaten dazu „zu prüfen, ob der Einsatz neuer Waffen oder Mittel der Kriegsführung mit dem humanitären Völkerrecht vereinbar ist.“ Ein Verbot steht aber nicht zur Debatte. Verschiedene Nichtregierungsorganisation oder öffentliche Vereine versuchen auf die Thematik aufmerksam zu machen.
Verhandlungen über das Ächten entsprechender Autonomer Waffensystem (AWS) in Genf wurden 2018 ergebnislos abgebrochen. Die USA und andere Staaten lehnten eine internationale Gesetzgebung ab. Die Haltung Deutschlands war ambivalent. Anfang 2020 sprach sich der Deutsche Bundestag gegen eine Ächtung aus. 2021 sprach sich das internationale rote Kreuz für eine Regulierung aus und lehnte den gezielten Einsatz gegen Menschen ab.
Experten diskutieren über die Abwehr von luftbasierten Drohnen. Es wird von der Notwendigkeit eines „Drohnenwall“ (Drohnenabwehr) gesprochen. Die Bundeswehr plant die Bestellung des sogenannten „Skyranger“ Abwehrsystems.
Anfang 2026, im Zuge des Irankriegs, kommt es zu einer Auseinandersetzung zwischen dem Pentagon und verschiedenen KI-Herstellern. Die Technologie soll für verschiedene militärische Zwecke eingesetzt werden. Die Hersteller lehnen jedoch den Einsatz für autonome Waffen und zur Massenüberwachung ab.
In dem Sci-Fi Film Terminator aus den 1980er Jahren kämpfen in einer dystopischen Zukunft Kampfmaschinen gegen Menschen. Erstere werden durch ein „intelligentes“ System, dass sogenannte „Skynet“ kontrolliert und geführt. In der Fortsetzung Terminator 2 – Judgment Day befindet sich die Menschheit nach einem Atomkrieg im Kampf gegen bewaffnete Maschinen wie Roboter, Drohnen usw.
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