
Leyonfeldt (auch: Löwenfelt, Leyonfeld, Lejonfelt, Leijonfelt, Leijonfeld, Löwenfeld, Lovenfeld, Loewenfelt, Löwenfäldt, Loewenfeldt, Leuwenfelt) ist der Name verschiedener Briefadelsgeschlechter ohne nachweisliche Stammesverwandtschaft.
Leyonfeldt (auch: Löwenfelt) war zunächst der verliehene Adelsname des 1651 schwedisch nobilitierten Juristen und Assessors des Livländischen Hofgerichts, Joachim Kippe (geboren um 1612 in Riga, verstorben am 26. Juli 1652 zu Kexholm, auch Kippen). Dieser immatrikulierte sich im Juli 1631 (Nr. 287) an der Universität Königsberg, und disputierte 1632 unter dem Namen Joachim Kippius Riga-Livonus über de testamentis ordinandis bei Christian Ohm. 1639 war Joachim Landgerichtsassessor, 1644 Notar des livländischen Ober-Konsistoriums, später Kommisorialrat in Livland, dann Assessor am Wendenschen Landgericht und Dörptschen Hofgericht. Am 20. Januar 1651 wurde er als Hofgerichtsrat in den schwedischen Adelsstand erhoben.

Schon vor der Nobilitierung war Joachim Kippe im Besitz von Landgütern. Am 30. August 1649 wurde ihm das, bereits 1644 durch Kauf erworbene, Gut Rammenhof im Kirchspiel Segewold als Allod von Königin Christina geschenkt. Zudem gelangte er 1645 in den Besitz der im Kirchspiel Marienburg gelegenen Güter Beyenhof (Baienhof, Kerstenhof) und Babetzky.
Ob sich die Standeserhebung 1651 auch auf die Verwandtschaft Joachim Kippe von Leyonfeldts erstreckte ist unklar, jedenfalls sind seit 1651 vermehrt Heiraten der zu Riga alteingesessenen Bürgersfamilie Kippe mit anderen, etwa kontemporär nobilitierten, Adelsgeschlechtern festzustellen (Kruse, Liphart; Mensenkampff, Reincken). Nach Joachims Tod 1652 ohne männliche Nachkommen erhielt der Hofgerichtsassessor Johann Helmes (* 1622; † vor 1672) eine Anwartschaft auf Beyenhof und Babetzky, kam aber nicht in deren Besitz. Diese Güter waren hingegen um 1725 in der Hand der Nachfahren von Joachims Tochter, der Familie von Kruse.
Am 25. Mai 1646 ehelichte Joachim Kippe seine Gattin Elisabeth, Tochter des Hinrich Witte († 1645), aus dem 1652 geadelten Ratsherrengeschlecht Witte von Schwanenberg, das öfters den Ältesten der Großen Gilde und Bürgermeister in Riga stellte. Joachims Tochter heiratete um 1661 den römisch-kaiserlichen Residenten am schwedischen Königshof, Heinrich bzw. Christian Kruse (am 29. März 1664 in den rittermäßigen Adelsstandes für das Reich erhoben) und hatte die Söhne Carl Magnus (noch 1683 erbgesessen auf Gut Rammenhof), ggf. Christian und Johann Zacharias von Kruse († vor 1710; sein Sohn Johann Friedrich von Kruse († 1756) sitzt 1725 auf Babetzky und Beyenhof).
Blasonierung: In Blau ein silberner Balken. Auf dem gekrönten Helme ein gekrönter, doppelschweifiger Löwe, haltend in der Pranke einen gebogenen blauen Stab mit zwei silbernen Spangen.

Hans Kippe († v. 1595), 1563 Besitzer von Häusern u. a. in der (Kalk- und Kaufstraße), Fleischermeister in Riga; ⚭ Gretken Damsell


Der Name Leijonfelt oder von Löwenfeldt wurde schon am 20. März 1652 erneut bei einer schwedischen Nobilitierung vergeben, nämlich für langjährige Dienste an einen gewissen Conrad von Mülhausen, Hauptmann des Infanterieregiments Östgöta. Jedoch wurde dieser nicht in den immatrikulierten Adel aufgenommen. Seine Gattin war wohl Anna Dorothea von Duberen († um 1679), eine vermeintliche spätere Nachfahrin aus dieser Ehe war Gertrud von Leuwenfelt, die am 10. November 1719 in Tobolsker Gefangenschaft den Hauptmann Fredrik Born ehelichte.
Blasonierung: Geteilter Schild, oben rot, darin ein stehender halber Löwe, der mit den Pranken eine Partisane hält. Das untere Feld blau, darin zwei Kugeln. Auf dem Schild ein bewulsteter Turnierhelm mit rot-blau-gelben Helmdecken, auf dem Helm steht ein blankes Schwert zwischen einem blauen und einem gelben Adlerflügel. (nach Schlegel und Klingspor 1875)
Am 15. Juli 1662 wurde der Name an Vizeadmiral Henrik Thomasson Eijse (1621–1679) verliehen, mit Introduzierung als Leijonfelt bei der Adelsklasse der schwedischen Ritterschaft im Jahr 1664 (Nr. 707). Das frisch nobilitierte Geschlecht erlosch um 1708 im Mannesstamm schon nach zwei Generationen.