Liisi Ojamaa

Liisi Ojamaa, 2009; Foto: Ave Maria Mõistlik

Liisi Ojamaa (mit bürgerlichem Namen Katre-Liis Ojamaa, * 26. Februar 1972 in Tallinn; † 8. Oktober 2019 in Paldiski) war eine estnische Lyrikerin und Übersetzerin.

Leben

Liisi Ojamaa machte 1991 in Tallinn auf der Abendschule Abitur und studierte anschließend einige Jahre (1991–1993) Englische Philologie an der Universität Tartu. 1993–1994 studierte sie Kunstgeschichte an der Tallinner Kunsthochschule. Danach arbeitete sie als Übersetzerin – teils freiberuflich, teils in verschiedenen Anstellungen.

Ojamaa war seit 1993 Mitglied des Estnischen Schriftstellerverbandes. Sie war verheiratet und Mutter dreier Töchter.

Werk

Ojamaas erste Gedichte erschienen 1988 in einer Zeitschrift, in Buchform debütierte sie 1990 in einer Kassette „Junge Autoren“ gemeinsam mit Ruth Jyrjo, Triin Soomets, Aidi Vallik und Elo Viiding. Hierzu hieß es in einer Rezension, dass „drei Vertreterinnen ihrer Generation und zwei souveräne Autorinnen“ präsentiert würden. Mit den neuen souveränen Stimmen waren Elo Viiding und Triin Soomets gemeint, die später tatsächlich eine feste Größe in der zeitgenössischen estnischen Dichtung wurden. Ojamaas Werk wurde dagegen immer als Ausdruck einer bestimmten Generation interpretiert, zumal sie häufig die für die estnische Punklyrik der 1990er-Jahre typischen Attribute wie die Buchstaben x (für ks), y (für ü) oder w (für v) verwendete. Schon bald aber erkannte die Kritik, dass es sich hier um „Dichtung der Tallinner Altstadt“ handelte oder einfach „city poetry“, da dieses Thema alle Bände durchzog. Gleichzeitig ist Ojamaas Werk als „Dichtung der Einsamkeit“ tituliert worden. Innerhalb der estnischen Lyrikgeschichte sind ihre Texte mit der „Aufrichtigkeit der jungen Viivi Luik“ verglichen worden.

Trotz ihres vergleichsweise schmalen Werks genoss Ojamaa große Bekanntheit in Estland, zumal sie insgesamt über 60 Werke der Science-Fiction- und Kinderliteratur aus dem Englischen ins Estnische übersetzt hat.

Bibliografie

Sekundärliteratur

Einzelnachweise

  1. ↑ Eesti kirjanike leksikon. Koostanud Oskar Kruus ja Heino Puhvel. Tallinn: Eesti Raamat 2000, S. 383.
  2. ↑ Valner Valme: Kirjanike liidu järelehüüe Liisi Ojamaale (ERR, 18. Oktober 2019)
  3. ↑ Barbi Pilvre: Ja neid saatvad isikud, in: Vikerkaar 3/1992, S. 83.
  4. ↑ Cornelius Hasselblatt: Geschichte der estnischen Literatur. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Berlin, New York: Walter de Gruyter 2006, S. 724.
  5. ↑ Leelo Tungal: Juulikuu hestab, in: Looming 7/1993, S. 995.
  6. ↑ Marin Laak: Variatsioonid teemale «Kuidas yhiscond mind läbi pexis», in: Keel ja Kirjandus 3/1992, S. 180.
  7. ↑ Rezension (Englisch) in: Estonian Literary Magazine 28 (2009), S. 52–53. (Memento des Originals vom 18. Dezember 2019 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  8. ↑ Hedda Maurer: Kui ka jumal ise keelaks, in: Looming 1/2001, S. 136.
  9. ↑ Leelo Tungal: Juulikuu hestab, in: Looming 7/1993, S. 994.
  10. ↑ S. Looming 11/2019, S. 1670.