Lipprandis

Lipprandis
Große Kreisstadt Glauchau
Koordinaten: 50° 50′ N, 12° 31′ OKoordinaten: 50° 50′ 21″ N, 12° 31′ 22″ O
Fläche: 1,29 km²
Einwohner: 117 (9. Mai 2011)
Bevölkerungsdichte: 91 Einwohner/km²
Eingemeindung: 19. Mai 1974
Postleitzahl: 08371
Vorwahl: 03763
Lipprandis (Sachsen)
Lipprandis (Sachsen)
Lage von Lipprandis in Sachsen

Lipprandis, eine ehemalige Landgemeinde, ist heute ein Ortsteil der Großen Kreisstadt Glauchau im sächsischen Landkreis Zwickau. Die ehemalige Gemeinde wurde am 19. Mai 1974 in die Stadt Glauchau eingemeindet. Heute gehört Lipprandis zur Glauchauer Ortschaft Jerisau/Lipprandis, welche zusammen 627 Einwohner (Stand: Dezember 2025) hat. Als Ortschaft nach der Sächsischen Gemeindeordnung hat sie gemäß ihrer Ortschaftsverfassung einen Ortschaftsrat und Ortsvorsteher.

Geografie

Geografische Lage und Verkehr

Lipprandis liegt im Norden der Stadt Glauchau direkt südlich der Bundesautobahn 4.

Nachbarorte

Dittrich
Höckendorf Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Weidensdorf
Gesau Jerisau

Geschichte

Lipprandis wurde im Jahr 1308 als „Luprandis“ erwähnt. Der Ort gehörte ursprünglich zum Besitz des Klosters Remse, welches im Jahre 1533 im Zuge der Reformation aufgelöst wurde. Bezüglich der Grundherrschaft war der Ort zweigeteilt. Der eine Teil gehörte als Amtsdorf zur schönburgischen Rezess-Herrschaft Glauchau, Amt Forderglauchau. Der andere Teil von Lipprandis gehörte als Amtsdorf zur schönburgischen Lehns-Herrschaft Remse, welche nach Auflösung des Klosters Remse im Jahr 1533 entstand und seit 1543 den Herren von Schönburg unter wettinischer Oberhoheit gehörte.

Im Rahmen der administrativen Neugliederung des Königreichs Sachsens wurde der Remser Anteil von Lipprandis als Teil der schönburgischen Lehnsherrschaft Remse im Jahr 1835 der Kreisdirektion Zwickau unterstellt. Die Lehnsherrschaft Remse mit ihren Orten wurde seitdem administrativ durch das königlich-sächsische Amt Zwickau verwaltet. Ab 1856 gehörte der Remser Anteil von Lipprandis zum Gerichtsamt Remse und ab 1875 zunächst zur Amtshauptmannschaft Zwickau. Nachdem auf dem Gebiet der Rezessherrschaften Schönburg im Jahr 1878 eine Verwaltungsreform durchgeführt wurde, kam der gesamte Ort Lipprandis im Jahr 1880 zur neu gegründeten sächsischen Amtshauptmannschaft Glauchau.

Durch die zweite Kreisreform in der DDR kam die Gemeinde Lipprandis im Jahr 1952 zum Kreis Glauchau im Bezirk Chemnitz (1953 in Bezirk Karl-Marx-Stadt umbenannt). Am 19. Mai 1974 erfolgte die Eingemeindung von Lipprandis nach Glauchau. Als Ortsteil der Stadt Glauchau kam Lipprandis im Jahr 1990 zum sächsischen Landkreis Glauchau, der 1994 im Landkreis Chemnitzer Land bzw. 2008 im Landkreis Zwickau aufging. Lipprandis gehört heute zur Ortschaft Jerisau/Lipprandis der Großen Kreisstadt Glauchau.

Commons: Lipprandis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Gemarkung Lipprandis, Stadt Glauchau. In: GEOindex. Abgerufen im Mai 2026.
  2. ↑ Kleinräumiges Gemeindeblatt, Stadt Glauchau. In: Zensus 2011. Statistisches Landesamt Sachsen, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen im Juni 2026.
  3. ↑ Zahlen und Fakten. In: Webauftritt der Stadt Glauchau
  4. ↑ Hauptsatzung. (PDF; 130 kB) § 20. In: Webauftritt. Stadt Glauchau, abgerufen im Juni 2026.
  5. ↑ Handbuch der Geographie, S. 491
  6. ↑ Lipprandis im Buch „Geographie für alle Stände“, S. 897
  7. ↑ Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas 1790. Gumnior, Chemnitz 2009, ISBN 978-3-937386-14-0, S. 92f.
  8. ↑ Lipprandis im „Handbuch der Geographie“, S. 233
  9. ↑ Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas 1790. Verlag Klaus Gumnior, Chemnitz 2009, S. 82f.
  10. ↑ Beschreibung des Bezirks der Kreisdirektion Zwickau ab S. 192
  11. ↑ Die Amtshauptmannschaft Glauchau im Gemeindeverzeichnis 1900. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 27. Juli 2024; abgerufen am 28. Juli 2025.
  12. ↑ Lipprandis im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 15. September 2025.