
Tuesday Lobsang Rampa ist das Pseudonym des englischen Schriftstellers Cyril Henry Hoskin (* 8. April 1910 in Plympton, Devonshire, England; † 25. Januar 1981 in Calgary, Alberta, Kanada).
1956 erschien das erfolgreiche Buch The Third Eye (deutscher Titel: Das dritte Auge), in dem sich der Autor Dr. Tuesday Lobsang Rampa nannte und als hochrangiger tibetischer Lama ausgab. Darin schilderte er seine angebliche Kindheit in Lhasa, seinen klösterlichen Werdegang sowie die Öffnung eines „dritten Auges“, durch die er die Fähigkeit erlangt habe, die Aura von Menschen wahrzunehmen. Später wurde aufgedeckt, dass hinter Lobsang Rampa der Engländer Cyril Henry Hoskin stand, der nie in Tibet gewesen war.
Nach Bekanntwerden seiner wahren Identität erklärte Hoskin, dass der Geist eines tibetischen Lama seinen Körper übernommen und in diesem die eigene Lebensgeschichte niedergeschrieben habe. Hoskin identifizierte sich fortan mit dieser Lebensgeschichte und trat später ausschließlich unter dem Pseudonym Tuesday Lobsang Rampa auf. Die Glaubwürdigkeit seiner biografischen und spirituellen Schilderungen wurde Gegenstand einer anhaltenden Kontroverse.
Cyril Henry Hoskin wurde am 8. April 1910 in Plympton St. Maurice, Devon, geboren, wo er auch aufwuchs. Im Alter von fünfzehn Jahren verließ Hoskin die Schule und absolvierte anschließend eine Lehre bei einem Kraftfahrzeugbetrieb in Plymouth, danach arbeitete er im väterlichen Klempnerbetrieb. Gemäß zeitgenössischen Berichten war er bereits in jungen Jahren gesundheitlich angeschlagen.
In den folgenden Jahren versuchte Hoskin, seine beruflichen Perspektiven durch Fernkurse zu verbessern. Er absolvierte unter anderem eine Ausbildung zum Funker und besuchte Kurse am Royal Sanitary Institute in London, wo er ein Zertifikat als Rauchinspektor erwarb. Später war er unter anderem bei einem Hersteller medizinisch-technischer Instrumente in Middlesex beschäftigt und soll dort auch im Bereich Werbung und Anpassung medizinisch-technischer Hilfsmittel tätig gewesen sein (engl. surgical fitter).
1940 heiratete er Sarah Anne Pattinson und zog mit ihr nach London. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete Hoskin zeitweise als Brandwächter im Luftschutz. Aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen wurde er als untauglich für den Militärdienst eingestuft. Nach Kriegszerstörungen verlor das Ehepaar sowohl seine Wohnung in London als auch seinen Arbeitsplatz und zog später nach Weybridge, wo Hoskin für eine Fernschule arbeitete. Nach seiner Kündigung kehrten Hoskin und seine Frau zunächst nach London zurück und zogen anschließend nach Thames Ditton in der Grafschaft Surrey. Später ließen sie sich in Bayswater, einem Stadtteil im Westen Londons, nieder.
Hoskin soll bereits in der zweiten Hälfte des Jahres 1947 einen unwiderstehlichen Drang verspürt haben, eine östliche Lebensweise anzunehmen. Dies habe schließlich Anfang 1948 zu einer Namensänderung geführt. In den folgenden Monaten sei er zunehmend von Vorstellungen einer östlichen Identität geprägt gewesen und habe sein bisheriges Leben als Engländer immer stärker als fremd empfunden. Die damit einhergehende Veränderung wurde auch von Personen aus seinem Umfeld wahrgenommen. Letztlich identifizierte sich Hoskin vollständig mit der von ihm empfundenen östlichen Identität, unter der er später als Tuesday Lobsang Rampa auftrat.
Im Jahr 1948 ließ Hoskin seinen Namen rechtlich in KuonSuo ändern. 1950 erfolgte eine zweite offizielle Namensänderung in Carl Kuan (Rampa selbst verwendete die Schreibung Ku’an). Im Jahr 1963 nahm er schließlich den Namen seines Pseudonyms Tuesday Lobsang Rampa rechtlich an. Der Vorname Tuesday soll gemäß Rampa daran erinnern, dass er an einem Dienstag geboren wurde. Aufgrund der verschiedenen Namensänderungen von Hoskin finden sich in der Literatur und in Bibliothekskatalogen zahlreiche Schreibweisen und Namensvarianten.
Während Rampa sein erstes Buch The Third Eye schrieb, lebte er mit seiner Frau in London. Da sich seine angeschlagene Gesundheit durch das dortige Klima verschlechterte, verließen sie die Stadt nach Fertigstellung des Buches und zogen nach Irland, zunächst nach Dublin und später nach Howth. Doch angesichts der in Irland erhobenen hohen Steuern sowie wiederholter, aufdringlicher Besuche von Pressevertretern und Anhängern an seinem Wohnsitz zog Rampa 1959 mit seiner Frau Sarah (San Ra’ab) und seiner Adoptivtochter Sheelagh Rouse nach Kanada.

Während seiner Zeit als Schriftsteller wechselte Rampa mehrfach seinen Wohnort innerhalb Kanadas, unter anderem nach Windsor, Tecumseh, Prescott, Saint John, Montréal, Vancouver und Calgary. Ende 1962 zog Rampa mit der Familie nach Uruguay, wo sie etwas mehr als zwei Jahre lebten. Im Frühjahr 1965 kehrten sie nach Kanada zurück. Dort erhielten er und seine Frau im Jahr 1973 die kanadische Staatsbürgerschaft.
Nebst seiner schriftstellerischen Tätigkeit beantwortete Rampa nach eigenen Angaben den Großteil der an ihn gerichteten Leserbriefe. Er erklärte, täglich hätten ihn mehrere Dutzend Zuschriften erreicht. Häufig wiederkehrende Fragen nahm er in seine Bücher auf und behandelte sie dort ausführlich. Einige seiner Werke sind in Form von Antworten auf Leserfragen gestaltet.
Der kommerzielle Erfolg seines Erstlingswerks The Third Eye ermöglichte Rampa anfänglich einen komfortablen Lebensstandard. Da jedoch keines seiner späteren Bücher an den Erfolg des Debüts anknüpfte, gingen seine Einnahmen in den folgenden Jahren deutlich zurück. Rampa schrieb, dass hohe Kosten für medizinische Behandlungen seine finanzielle Situation zusätzlich belasteten. Seine zahlreichen Umzüge innerhalb Kanadas ließen ebenfalls keinen wohlhabenden Lebensstil zu, wie er ihm häufig nachgesagt wurde. Zeitzeugen schildern ihn überwiegend als einfachen, zurückgezogen lebenden Schriftsteller, während zeitgenössische Presseberichte seine Öffentlichkeitsscheu als Versuch deuteten, unangenehmen Fragen auszuweichen.
Mit zunehmendem Alter verschlechterte sich Rampas Gesundheitszustand. In seinen letzten Jahren war er auf einen Rollstuhl angewiesen und verbrachte die meiste Zeit im Bett. Seine Frau, eine frühere Krankenschwester, übernahm die Pflege; seine Adoptivtochter arbeitete als seine Sekretärin und tippte die meisten seiner Manuskripte für ihn.
Lobsang Rampa starb am 25. Januar 1981 im Alter von 70 Jahren in der Notaufnahme des Foothills Hospital in Calgary, Kanada.

Rampa erlangte mit seinem Erstlingswerk The Third Eye (1956) internationale Bekanntheit; das Buch wurde ein Bestseller und in zahlreiche Sprachen übersetzt. Mit seinen Werken popularisierte er Themen wie Aura, Astralreisen, Reinkarnation und Karma und machte sie einem westlichen Lesepublikum zugänglich, lange bevor Esoterik breitere Strömungen erreichte. Seine Werke prägten die westliche Wahrnehmung des tibetischen Buddhismus, wurden jedoch wegen ihrer Abweichungen von dessen traditionellen Lehren kritisiert.
Trotz der umstrittenen Authentizität seiner Lebensgeschichte beeinflussten seine Schriften die Esoterik- und New-Age-Bewegung nachhaltig. Viele Leser gaben an, durch seine Werke erstmals mit Spiritualität, Meditation und östlichen Philosophien in Kontakt gekommen zu sein. Auch verschiedene Tibetologen und Buddhologen berichteten, dass die Lektüre von Rampas Büchern erstmals ihr Interesse an Tibet geweckt habe und dieses in einigen Fällen zu einer vertieften Beschäftigung mit dem Thema führte.
Der Erfolg Rampas und die anhaltende Wirkung seiner Bücher trotz der vielfachen Widerlegung seiner Darstellungen werden häufig mit zeitgenössischen Strömungen erklärt, insbesondere mit dem starken westlichen Interesse an „östlicher Weisheit“ sowie der Suche nach alternativen Weltbildern. Rampa griff diese Strömungen auf, indem er seine Werke als eine Mischung aus autobiografisch dargestellten Erlebnissen und spirituellen Lehren präsentierte. Keines seiner späteren Bücher erreichte jedoch den Erfolg seines ersten Buches The Third Eye, das bis heute zu Rampas bekanntesten und meistdiskutierten Veröffentlichungen zählt.
Bereits vor der Veröffentlichung von The Third Eye äußerten mehrere Fachleute im Rahmen der Manuskriptprüfung Zweifel an der Authentizität des Buches. Zu ihnen gehörte auch der österreichische Bergsteiger und Tibetkenner Heinrich Harrer, der von der Echtheit des Werkes nicht überzeugt war. Gemeinsam mit dem britischen Tibetforscher und Autor Marco Pallis beauftragte er im Namen einer Gruppe europäischer Tibet-Experten einen Privatdetektiv aus Liverpool namens Clifford Burgess, um Rampas Identität zu untersuchen. Burgess fand heraus, dass Rampa in Wirklichkeit Cyril Henry Hoskin war.
Hoskin wurde 1910 in Plympton, Devon, geboren und war der Sohn eines Klempners. Er war noch nie in Tibet gewesen und sprach kein Tibetisch. Gemäß Burgess gab es bis zu seinem Umzug nach Dublin keine Beweise dafür, dass Hoskin jemals das Vereinigte Königreich verlassen hatte (Umzug nach Dublin erfolgte nach Fertigstellung von The Third Eye). Die Ergebnisse von Burgess Untersuchung wurden im Februar 1958 in der Zeitung Daily Mail veröffentlicht. Rampa wurde daraufhin von der britischen Presse in Howth (Irland) aufgespürt und mit den Ergebnissen der Ermittlungen konfrontiert.
Rampa leugnete nicht, als Cyril Henry Hoskin geboren worden zu sein, erklärte jedoch, dass sein Körper vom Geist eines tibetischen Lama übernommen worden sei. Nach seinen Angaben war er in seinem Garten in Thames Ditton, Grafschaft Surrey, beim Versuch, eine Eule zu fotografieren, von einer Tanne gefallen. Während er bewusstlos auf dem Boden gelegen habe, sei ihm ein tibetischer Mönch in einer safrangelben Robe erschienen. Dieser habe mit ihm über Lobsang Rampa und die Übernahme seines Körpers gesprochen. Hoskin habe dem Körpertausch zugestimmt, da er mit seinem Leben unzufrieden gewesen sei.
Die von Rampa behauptete Übernahme des Körpers von Cyril Henry Hoskin durch eine sogenannte Transmigration (Seelenwanderung) soll am 13. Juni 1949 stattgefunden haben. Rampa schildert diese Übernahme ausführlich in seinen Büchern Die Rampa Story und Wie es war!. Seiner Darstellung zufolge sei dieser ungewöhnliche Schritt erforderlich gewesen, da sein ursprünglicher (tibetischer) Körper infolge der Belastungen seines bisherigen Lebens schwer gezeichnet und dem Ende nahe gewesen sei. Um seine Lebensaufgabe dennoch fortsetzen zu können, habe er daher einen anderen Körper übernehmen müssen. Rampas Beschreibung des Körperwechsels ähnelt in vieler Hinsicht dem Phänomen, das im esoterischen Kontext als „Walk-in“ bezeichnet wird.
Während der Entstehung und Veröffentlichung von The Third Eye erwähnte Rampa die von ihm später vorgebrachte Transmigrationsthese zu keinem Zeitpunkt. Auch nachdem in dieser Zeit Zweifel an seiner behaupteten Herkunft aufgekommen waren, trat er gegenüber seinem engeren verlegerischen Umfeld weiterhin als tibetischer Lama auf. Erst nachdem seine wahre Identität als Cyril Henry Hoskin aufgedeckt worden war, erklärte Rampa, er habe den Körper Hoskins durch eine Transmigration übernommen.
Während Rampas Darstellung seiner angeblichen Transmigration vor allem unter seinen Lesern und in esoterischen Kreisen Anklang fand, die einer solchen spirituellen Erklärung offen gegenüberstanden, stieß sie in der breiten Öffentlichkeit nahezu ausschließlich auf Skepsis und Ablehnung. Seine Behauptung wurde mit Unglauben und Spott aufgenommen. Aufgrund der als unhaltbar betrachteten Transmigrationsthese wurde Rampa wiederholt bewusste Irreführung und Täuschung vorgeworfen. Als Autor sah er sich daher immer wieder mit Kontroversen über seine Identität und die Echtheit seiner Aussagen konfrontiert, wobei Kritiker argumentierten, dass er kein tibetischer Lama, sondern ein westlicher Schriftsteller sei – ein Vorwurf, der erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit seiner Schilderungen der tibetischen Kultur aufwarf.
Lobsang Rampa stellte sich in seinen Veröffentlichungen stets als Tibeter dar und setzte sich trotz der Zweifel an seiner Identität und der Kritik an seinen Büchern für die tibetische Sache ein, wobei er wiederholt seine Sympathie für das tibetische Volk und dessen geistige Tradition bekundete.
1972 schrieb Rampas Literaturagent für französischsprachige Ausgaben, Alain Stanké, an den Dalai Lama und bat um eine Einschätzung zu Rampas Identität. Er erhielt eine Antwort von Lobsang Wangchuk, dem stellvertretenden Sekretär des Dalai Lama, in der es hieß:
“I wish to inform you that we do not place credence in the books written by the so-called Dr. T. Lobsang Rampa. His works are highly imaginative and fictional in nature.”
„Ich möchte Sie darüber informieren, dass wir den Büchern des sogenannten Dr. T. Lobsang Rampa keinen Glauben schenken. Seine Werke sind in hohem Maße phantasievoll und ihrem Wesen nach fiktional.“
Der Dalai Lama hatte zuvor eingeräumt, dass die Bücher zwar erfunden seien, jedoch dazu beigetragen hätten, Tibet größere Aufmerksamkeit zu verschaffen. In einem späteren Bericht wird der Dalai Lama mit den Worten zitiert: „Ich muss ihm danken, er hat viel Publicity für uns gemacht!“
Die Kontroverse um Rampa beruht auf zwei grundsätzlich unvereinbaren Biografien: seine von ihm selbst geschilderte Lebensgeschichte als tibetischer Lama und der dokumentierten Biografie des Engländers Cyril Henry Hoskin. Rampa deutete die frühe Biografie Hoskins als Vorgeschichte des Körpers, den er nach eigener Darstellung übernommen hatte, während er die Biografie des tibetischen Lama Lobsang Rampa als die seines eigenen Geistes beziehungsweise seiner Identität verstand. Aus seiner Sicht waren Lobsang Rampa und Cyril Henry Hoskin zwei voneinander getrennte Identitäten. Eine Verbindung zu Hoskin sah Rampa lediglich darin, dass dessen Körper ihm als „Körperspender“ diente. Diese Sichtweise liegt seinem gesamten Werk zugrunde.
Obwohl Rampa bereits 1958 als Cyril Henry Hoskin identifiziert wurde, hielt er bis zu seinem Tod an der Behauptung fest, dass er ein echter tibetischer Lama sei und den Körper Hoskins mit dessen Einverständnis übernommen habe, um seine Lebensaufgabe zu erfüllen. Zugleich hielt er daran fest, dass alles, was er geschrieben habe, der Wahrheit entspreche. Eine Rücknahme oder Korrektur dieser Darstellung erfolgte zu keinem Zeitpunkt.
Die Reaktionen auf die esoterischen Inhalte in den Werken von Lobsang Rampa fielen zum Zeitpunkt ihres Erscheinens überwiegend kritisch aus. Insbesondere nach der Veröffentlichung von The Third Eye (1956) stießen seine Darstellungen im westlichen Kulturkreis auf scharfe Ablehnung, da sie Themen behandelten, die außerhalb der etablierten religiösen, wissenschaftlichen und philosophischen Diskurse lagen.
Nach der späteren Aufdeckung Rampas als Pseudonymautor und der Feststellung, dass Hoskin nicht derjenige war, als den er sich in seiner vermeintlichen Autobiografie dargestellt hatte, verschob sich der Schwerpunkt der Rezeption zusätzlich, da der Wahrheitsgehalt seiner autobiografischen Darstellungen von vielen Zeitgenossen grundsätzlich infrage gestellt wurde, sodass nicht mehr der Inhalt seiner Werke, sondern die als Täuschung bewertete Autorschaft in den Vordergrund trat. Fortan galt seine Geschichte in der öffentlichen Berichterstattung weithin als literarischer Schwindel (Hoax) und wurde entsprechend dargestellt.
Im Laufe der folgenden Jahrzehnte, vor allem in der Hochphase der New-Age-Bewegung (1970er- und 1980er-Jahre), ließ die anfänglich starke Polarisierung Rampas deutlich nach. Esoterische und spirituelle Themen fanden zunehmend Eingang in populärkulturelle, psychologische und interdisziplinäre Diskurse, auch wenn sie weiterhin nicht empirisch belegt sind. Zahlreiche Autoren griffen vergleichbare Themen auf und veröffentlichten entsprechende Werke, wodurch diese Inhalte einem breiteren Publikum zugänglich wurden.
Konzepte wie Astralreisen oder außerkörperliche Erfahrung, wie sie Rampa beschrieb, waren im westlichen Denken zur Zeit seiner frühen Veröffentlichungen wenig verbreitet und fanden weder in den etablierten westlichen Religionen eine nennenswerte Entsprechung noch in der akademischen Forschung Anerkennung als eigenständige Phänomene. Heute wird solchen Erfahrungen zwar weiterhin kein gesicherter wissenschaftlicher Status zugesprochen, sie finden jedoch im Zusammenhang mit subjektiven Berichten, insbesondere zu Nahtoderfahrungen, eine offenere und differenziertere Betrachtung.
Ungeachtet dieser Entwicklung setzt sich die Kontroverse um Rampa selbst fort. Seine Behauptung, in Wirklichkeit ein tibetischer Lama zu sein, der durch Transmigration den Körper des Engländers Cyril Henry Hoskin übernommen habe, gilt weiterhin als zentraler Kritikpunkt an seiner Person und seinen Werken.
Rampas Bücher gelten heute als Teil der esoterischen Literatur – weniger als historische Darstellungen des tibetischen Buddhismus oder des tibetischen Lebens, sondern vielmehr als Ausdruck seiner spirituellen Sichtweise und persönlichen, nicht verifizierbaren Erfahrungen.
Die insgesamt 19 Bücher von T. Lobsang Rampa behandeln vor allem Themen aus dem Bereich der Spiritualität, Esoterik, Mystik, Metaphysik und des Okkultismus, die er mit Erzählungen über sein angebliches Leben und seine Ausbildung in tibetischen Klöstern verbindet. Diese Erzählungen stellt er als authentische Erfahrungen eines tibetischen Lamas dar. Sie weichen jedoch in wesentlichen Punkten von den Lehren und Traditionen des tibetischen Buddhismus ab und enthalten zahlreiche Elemente, für die sich dort keine Entsprechungen finden.
Die nachfolgenden Abschnitte beschreiben die zentralen Bestandteile seines spirituellen Weltbildes auf der Grundlage seiner Werke. Sie beruhen auf der von Rampa vertretenen Darstellung seiner Biografie und lassen sich weder mit den nachweisbaren Lebensdaten von Cyril Henry Hoskin in Einklang bringen noch anhand überprüfbarer Tatsachen belegen.

Der Titel seines Bestsellers Das dritte Auge bezieht sich auf das im Buch beschriebene Öffnen des sogenannten „dritten Auges“ an der Stirn. Rampa behauptete, dieses sei ihm als junger Mönch im Lamakloster Chakpori (Kloster für Medizin und Heilkunst) in Lhasa durch einen chirurgischen Eingriff geöffnet worden (Trepanation). Das „dritte Auge“ habe ihm nach eigenen Angaben die Fähigkeit verliehen, die Aura von Menschen zu sehen.
Nach der Öffnung des „dritten Auges“ soll Rampas tibetischer Lehrer und Mentor zu ihm gesagt haben:
„Du bist jetzt einer von uns, Lobsang. Für den Rest deines Lebens wirst du die Menschen so sehen, wie sie sind, und nicht wie sie zu sein vorgeben.“
Rampa beschreibt die Aura als eine reale Lebenskraft in Form einer farbigen Ausstrahlung, die den Körper eiförmig umgibt. Die unterschiedlichen Farben, die man seiner Auffassung nach in der Aura sehen könne, deutet er als verschiedene Frequenzen eines besonderen Teils des Spektrums. Anhand dieser Farben, so Rampa, lasse sich sowohl der Gesundheitszustand einzelner Organe als auch die Charaktereigenschaften und die spirituelle Entwicklung einer Person erkennen. Außerdem, schreibt er, zeigen sich in der äußeren Hülle der Aura Bilder von Gedanken, die von Hellsichtigen wahrgenommen werden können.
Rampa behauptete, in Tibet im Sehen von Auren unterrichtet worden zu sein, und beschrieb, welche Möglichkeiten sich durch die Öffnung des „dritten Auges“ ergeben hätten. So berichtete er, als junger Mönch im Auftrag des 13. Dalai Lama die Aura ausländischer Besucher bei Audienzen beobachtet und diesem anschließend ihre Gedanken und wahren Absichten mitgeteilt zu haben.
Die Erzählungen von Lobsang Rampa finden überwiegend in Tibet statt. In seinen Büchern berichtet er neben Schilderungen des Klosterlebens unter anderem von angeblichen Sichtungen von Yetis im Norden Tibets sowie von Flügen in einem manntragenden Flugdrachen im Himalaya-Gebiet. Zudem schildert er Expeditionen in verborgene Höhlen des tibetischen Gebirges, in denen sich seinen Berichten zufolge ein intaktes Raumschiff und Artefakte einer längst vergangenen Zivilisation befunden haben sollen. Eine weitere Expedition soll ihn in das Hochland von Chang Tang geführt haben, das er mit dem sagenhaften Shambhala in Verbindung brachte, wo er nach eigenen Angaben eine verborgene Stadt betreten habe, die seit der Sintflut nahezu unversehrt in einem abgeschlossenen Talkessel existiere. Rampa betonte dabei stets, dass es sich bei all diesen Schilderungen um eigene Erlebnisse handle.
Kritiker bewerten die von Rampa geschilderten Ereignisse als fiktiv oder historisch unhaltbar; dies führte zu dem Vorwurf, Tibet zu mystifizieren und ein romantisiertes sowie verzerrtes Bild des Landes zu zeichnen. In der Kritik wird darauf hingewiesen, dass seine Darstellungen stark von esoterischen Motiven geprägt seien und auf seinen persönlichen spirituellen Sichtweisen beruhen. In diesem Zusammenhang verwendeten Kritiker gelegentlich den aus seinem Namen abgeleiteten Begriff Rampaismus.
Rampa vertrat die Auffassung, dass der Mensch im Innersten ein geistiges Wesen sei, das einen physischen Körper besitzt, um in der materiellen Welt Erfahrungen zu sammeln. Dieses Wesen plane das Erdenleben in der geistigen Welt so, dass möglichst viele Erfahrungen und Erkenntnisse gewonnen werden können; dazu werden auch Leid, Mühen und schwierige Prüfungen eingeplant. Die Erde bezeichnete Rampa daher als „Hölle“, als Welt der Mühsale und als Prüfungsort, an dem der Geist durch Leiden geläutert werde.
„Dies ist eine Welt der Mühsale, sie ist eine Lehrstätte, fast schon eine Besserungsanstalt.“
Zwar sei Leiden nach Rampa nicht unbedingt notwendig, um Erkenntnisse zu gewinnen, doch betrachtete er es als Tatsache, dass die Not den Menschen weit schneller und dauerhafter lehre als die Freundlichkeit. Ziel sei es, sich mit jedem Erdenleben weiterzuentwickeln, bis man das gelernt hat, was man sich vorgenommen hat, um schließlich nicht mehr auf die Erde zurückkehren zu müssen.
Rampa betonte in diesem Zusammenhang stets, dass Suizid nie Teil eines Lebensplans sei. Ein Suizid stelle aus seiner Sicht immer den Abbruch dessen dar, was man sich für das betreffende Erdenleben vorgenommen habe. Nach Rampas Darstellung kommt ein Mensch, der sein Leben eigenmächtig beendet, ausnahmslos auf eine niedere Astralebene. Von dort habe er unweigerlich eine neue Inkarnation zu planen, um die ursprünglich vorgesehenen, aber nicht gelebten Lebensjahre nachzuholen – dies jedoch unter ungünstigeren Bedingungen.
Ein zentrales Thema in Rampas Werken ist die Darstellung der Astralwelt sowie die Beschreibung des Astralkörpers und der Möglichkeit des Astralreisens. Die Astralwelt beschreibt er als eine nichtmaterielle Daseinsebene, die zwischen der physischen Welt und den höheren geistigen Ebenen liegt. Zudem schilderte er in mehreren Büchern die Vorstellung eines feinstofflichen Körpers, des sogenannten Astralkörpers, der sich gewöhnlich innerhalb des physischen Körpers befindet und durch eine „Silberschnur“ mit diesem verbunden sei.
Nach Rampas Angaben sei es mit Übung möglich, die Loslösung des Astralkörpers bewusst herbeizuführen und sich dadurch frei im Raum zu bewegen oder auf andere astrale Ebenen zu gelangen. Die „Silberschnur“, welche beide Körper verbindet, könne sich dabei unbegrenzt ausdehnen. Im Astralkörper seien alle Sinne vorhanden, wenn auch nicht physisch. Wahrnehmungen wie Hören, Sehen, Riechen und Fühlen erfolgten unmittelbarer und mit besonderer Klarheit. Rampas Schilderungen weisen dabei Parallelen zum allgemein bekannten Phänomen der Außerkörperlichen Erfahrung auf.
Nach Rampas Auffassung sei das sogenannte Astralreisen ein natürlicher Vorgang und ungefährlich, solange man dabei keine Angst habe. Er unterschied dabei zwischen bewussten und unbewussten Astralreisen: Bewusste Astralreisen erlaubten nach seiner Darstellung eine gezielte Bewegung und vollständige Erinnerung an die gemachten Erfahrungen, während unbewusste Astralreisen entweder gar nicht in Erinnerung blieben oder nur verzerrt, bruchstückhaft beziehungsweise in Form von Träumen wahrgenommen würden.
Rampa behauptete von sich selbst, bewusste Astralreisen unternehmen zu können, und schilderte entsprechende Erfahrungen in seinen Werken. Zudem ermutigte er seine Leser, das Astralreisen zu üben, und bot dazu praktische Hinweise und Übungen an.
In seinen Büchern spricht Rampa häufig vom sogenannten Überselbst (im englischen Original: Overself). Nach seiner Darstellung handelt es sich dabei um das wahre „Ich“ (the real „I“), um die Seele, jenes höhere Wesen, das uns von einer fernen Existenzebene aus lenkt. Rampa beschreibt es als ein geistiges Wesen, das unseren physischen Körper benutzt, um auf der Erde Dinge zu lernen, die in der Seelen- oder Geisteswelt nicht gelernt werden können. Gemäß Rampa sind wir berechtigt, uns selbst als Erweiterungen des Überselbsts zu betrachten – eines Wesens, das so hoch vergeistigt, so weit jenseitig und so hoch entwickelt ist, dass es auf uns angewiesen ist, um Eindrücke von dem zu sammeln, was auf dieser Erde geschieht. Rampa legte sich jedoch in Bezug auf die Bezeichnung Überselbst nicht eindeutig fest.
„Die Menschen begeben sich auf die Erde, um bestimmte Dinge zu erreichen, um zu lernen und um gewisse Mühsale zu erfahren, damit der Geist oder die Seele oder das Überselbst – nennen Sie es, wie Sie wollen – dadurch geläutert und gestärkt werden kann.“
Den im englischen Original verwendeten Begriff Overself setzt Rampa mit Ausdrücken wie Super-Ego, Super-Being, Overseer, Adhyatma, Atman, Soul, Spirit, Higher Self und the real „I“ gleich. Diese Gleichsetzungen beruhen auf seiner eigenen Begriffsverwendung und entsprechen keiner etablierten Definition. Die uneinheitliche Begriffswahl legt nahe, dass Overself bei Rampa als konzeptioneller Ausdruck für ein höheres spirituelles Selbst zu verstehen ist, das über die irdische Persönlichkeit und ihre vorübergehenden Rollen hinausgeht.
In Rampas späteren Werken nimmt das Thema Leben nach dem Tod einen zentralen und wiederkehrenden Stellenwert ein und entsprach offenbar einem starken Interesse seiner Leserschaft. Rampa schildert den Prozess des Sterbens sowie den Übergang auf die andere Seite ausführlich. Dabei vertritt er die Auffassung, dass die individuellen Glaubensvorstellungen eines Menschen dessen Erleben nach dem Tod maßgeblich beeinflussen.
Nach Rampas Darstellung begegnet der Verstorbene im Jenseits zunächst genau dem, woran er zu Lebzeiten geglaubt hat. Abhängig von diesen Überzeugungen gelange er in eine individuell geprägte (astrale) Welt, die durch die eigenen Erwartungen und Glaubensbilder hervorgebracht werde. Diese Scheinwelt bestehe so lange, bis sie als solche erkannt werde. Erst mit dieser Erkenntnis löse sie sich auf und gebe den Blick frei auf eine geistige Welt, die Rampa als außergewöhnlich schön beschreibt und die dem individuellen Wesen vollständig entspreche. Gemäß Rampa könne man auf dieser Daseinsebene nur auf jene treffen, mit denen man verträglich sei; Begegnungen mit Personen, zu denen keine harmonische Beziehung bestehe oder bestanden habe, seien ausgeschlossen, da dies eine Disharmonie darstelle, die auf dieser Ebene nicht möglich sei.
Oft nähmen geliebte Personen den Neuankömmling in Empfang und gewährten ihm eine angemessene Zeit, um sich von dem Übergang zu erholen. Anschließend werde er in die sogenannte „Halle der Erinnerung“ geführt, die Rampa mit dem Fegefeuer in Verbindung bringt. Dort erhalte er eine Rückschau auf seine vergangenen Leben und sehe alles, was er getan habe, alles, was er zu tun versucht habe, und alles, was er habe tun wollen. Nach Rampas Darstellung richte allein der Betroffene selbst über sein Leben – es erfolge weder ein göttliches Gericht noch eine teuflische Bestrafung. Nach dieser Rückschau bleibe ihm die Wahl, in der Astralwelt zu verbleiben oder erneut auf der Erde zu inkarnieren, um noch nicht gelernte Lektionen nachzuholen.

| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Rampa, Lobsang |
| ALTERNATIVNAMEN | Hoskin, Cyril Henry (wirklicher Name); Rampa, Lobsang Tuesday (Pseudonym) |
| KURZBESCHREIBUNG | englischer Schriftsteller |
| GEBURTSDATUM | 8. April 1910 |
| GEBURTSORT | Plympton, Devonshire, England |
| STERBEDATUM | 25. Januar 1981 |
| STERBEORT | Calgary |