| Loches | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Centre-Val de Loire | |
| Département (Nr.) | Indre-et-Loire (37) | |
| Arrondissement | Loches | |
| Kanton | Loches | |
| Gemeindeverband | Loches Sud Touraine | |
| Koordinaten | 47° 8′ N, 1° 0′ O | |
| Höhe | 64–147 m | |
| Fläche | 27,06 km² | |
| Einwohner | 6.234 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 230 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 37600 | |
| INSEE-Code | 37132 | |
| Website | www.ville-loches.fr | |
Loches, von der Cité Royale gesehen | ||
Loches ist eine französische Gemeinde mit 6234 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Indre-et-Loire in der Region Centre-Val de Loire; sie ist Verwaltungssitz des Arrondissements Loches. Die Einwohner von Loches werden Lochois bzw. Lochoises genannt.
Loches ist eine kleine mittelalterliche Stadt, die von einem der ältesten Donjons Europas überragt wird. Erbauer des Donjons war Fulko III. der Schwarze, Graf von Anjou.
Mit den Gemeinden Beaulieu-lès-Loches, Ferrière-sur-Beaulieu und Perrusson bildet Loches eine kleine Agglomeration von rund zehntausend Einwohnern in der Nähe der Stadt Tours, mit der sie durch den TER verbunden ist.
Im Zweiten Weltkrieg, als sich Frankreich unter deutscher Besatzung befand, organisierte der Maquis Lecoz von Georges Lecoz (eigentlich Georges Dubosc), ein ehemaliger Militärsanitäter und vorgeblicher Arzt am Krankenhaus von Loches, am 14. Juli 1944 einen patriotischen Aufmarsch. Die Deutschen rückten darauf in den Ort ein und deportierten 64 französische Zivilisten, von denen nur 16 die Lager überlebten. Lecoz entkam. Er war ein 1903 geborener Berufskrimineller mit langem Strafregister, der sich den Nazis anschloss und für die Gestapo Leute jagte. Nachdem er die Nazis auch bestohlen hatte, als es sich abzuzeichnen begann, dass die Deutschen auf dem Rückzug waren, gab er vor, ein Résistance-Kämpfer zu sein, wobei sich seine Aktivitäten ausschließlich am Ziel orientierten, andere Kollaborateure oder Résistance-Kämpfer zu berauben und zu töten. Er griff nur sehr selten die Besatzer an, lieber wählte er seine Opfer nach ihrem Vermögen.
Am 16. August 1944 zogen sich die Deutschen nach Tours zurück. Lecoz errichtete am 17. August eine Willkürherrschaft. Er ließ Kollaborateure oder einfache Verdächtigte nach Gutdünken töten, nahm Gefangene und beging sexuellen Missbrauch an Frauen, die er auf seinen Hauptsitz in Chanceaux-près-Loches verschleppte. Lecoz, unter Alkohol und Drogen, stolzierte hoch zu Ross in Loches herum, Pferd und Reitzeug hatte er einem seiner Opfer gestohlen. Die Bevölkerung erkannte, dass sie einem Betrüger und gewöhnlichen Verbrecher zugejubelt hatte. Junge Leute hatten sich ihm in gutem Glauben angeschlossen. Einer dieser Gutgläubigen war der spätere Journalist Georges de Caunes. Am 20. August 1944 kamen die Deutschen zurück, diesmal mit der SS. Erneut flüchtete Lecoz. Da die Alliierten im Anzug waren, mussten sie Loches räumen, das am 3. September 1944 befreit wurde. Das Kommando der echten Résistance nahm Lecoz am 22. Oktober 1944 mit einem Haftbefehl von Michel Debré fest. Am 16. Oktober 1945 begann am Militärgericht in Angers der Prozess. Vor Gericht gab Lecoz 18 Morde zu, er wurde zum Tode verurteilt und am 16. Mai 1946 hingerichtet. Die Zahl der Morde ist wohl weit höher.
| Jahr | 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2010 | 2018 |
| Einwohner | 5902 | 6359 | 6738 | 6772 | 6544 | 6328 | 6507 | 6232 |
| Quellen: Cassini und INSEE | ||||||||
Die lokale Wirtschaft hängt heute stark am Tourismus – der Ort ist insbesondere bei Briten beliebt, die ihn in Verbindung mit der Geschichte des Königshauses der Anjou-Plantagenet sehen. In der Vergangenheit basierte die Wirtschaft vor allem auf der Champignonzucht für Paris, die in ihrer Hochphase bis zu 600 Personen Arbeit gab; dieser Produktionszweig wurde 1994 aufgegeben.
Loches hat einen Bahnhalt an der Bahnstrecke Joué-lès-Tours–Châteauroux, der im Regionalverkehr mit Zügen des Transport express régional bedient wird.



