
Long Range Wide Area Network (LoRaWAN) ist ein Low-Power-Wireless-Netzprotokoll auf der Ebene der Vermittlungsschicht (englisch network layer) und basiert auf der LoRa-Übertragungsverfahren. Die LoRaWAN-Spezifikationen werden von der LoRa Alliance festgelegt. Sie sind frei verfügbar und Software-Grundmodule sind als Open-Source-Software verfügbar.
Die LoRa-Funktechnik ist ein Produkt der Semtech Corporation, die Begriffe LoRa und LoRaWAN sind geschützte Marken von Semtech.


Die LoRa-Wide-Area-Network-Architektur ist sternförmig. LoRaWAN-Endgeräte kommunizieren mit LoRaWAN-Gateways, welche die Datenpakete an einen LoRaWAN-Server senden. Dieser Server verfügt über Schnittstellen für IoT-Plattformen und -Applikationen. Die Kommunikation im LoRaWAN ist zweifach mit 128 bit AES verschlüsselt, zum einen bis zum Netzserver und zum anderen bis zum Anwendungsserver.
LoRaWAN ist asymmetrisch und auf Energieeffizienz für Reichweiten über 10 km für die Uplink-Kommunikation (also das Senden vom Endgerät an das Netz) mit niedrigen Datenübertragungsraten ausgerichtet. Die Datenübertragungsrate reicht von 292 bit/s bis 50 kbit/s. Damit die genutzten Funkbereiche nicht überlastet werden, sollen Lora-Nodes (Endgeräte) möglichst nicht mehr als eine Nachricht pro ca. 5 min senden. Damit ist der Einsatz für Echtzeitanwendungen limitiert. Verschiedene Betriebsabstufungen bis hin zu quasi-kontinuierlicher Downlink-Kommunikation sind möglich – letzteres geht auf Kosten der Energieeffizienz. So spricht etwa die LoRa Alliance auch von englisch Low Power Wide Area Networks. Die Datentransferrate zum Endgerät kann durch den LoRaWAN-Netzserver je nach Bedarf angepasst werden (ADR = Adaptive Data Rate).
LoRaWAN nutzt regional unterschiedliche Frequenzbereiche im ISM- und im SRD-Band, darunter in Europa das Frequenzband von 433,05 MHz bis 434,79 MHz (ISM-Band ITU-Region 1) und von 863 MHz bis 870 MHz (SRD-Band Europa). In Nordamerika ist das Frequenzband von 902 MHz bis 928 MHz (ISM-Band ITU-Region 2) freigegeben.
Die Reichweiten erstrecken sich von 2 km in Stadtgebieten bis zu 40 km in ländlichen Gebieten. Ein großer Vorteil ist die Durchdringung von Gebäuden, sodass auch Keller erreicht werden können. Der Strombedarf in Endgeräten beträgt rund 10 mA im Betriebs- und 100 nA im Ruhemodus. Das ermöglicht bei Vernachlässigung der Selbstentladung eine Batterielebensdauer von einigen Jahren.
Die LoRa Alliance ist ein gemeinnütziger Verein, der sich zum Ziel gesetzt hat, durch die Entwicklung und Förderung des offenen LoRaWAN-Standards die Bereitstellung von LPWAN-IoT (Low Power Wide Area Networks) in großem Maßstab zu ermöglichen. Sie standardisiert und akkreditiert Zertifizierungsschemata, um das Funktionieren und die Skalierung von LoRaWAN-Netzwerken sicherzustellen.