Lorimar Television

Lorimar Television
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Rechtsform Tochtergesellschaft
Gründung 1. Februar 1969
Auflösung 1. Dezember 1993
Auflösungsgrund Eingliederung in Warner Bros. Television
Sitz Culver City, Kalifornien,
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Leitung Channing Dungey (Vorsitzende)
Brett A. Paul (Präsident)
Branche Filmproduktion
Stand: 2026

Lorimar Television (zuvor Lorimar Productions und später Lorimar Distribution, ab 1986 Lorimar-Telepictures), oft nur als Lorimar bezeichnet, war ein US-amerikanisches Film- und Fernseh-Produktionsunternehmen, das vom 1. Februar 1969 bis zum 1. Dezember 1993 aktiv war, bis es in Warner Bros. Television eingegliedert wurde. Einige Quellen nennen als Zeitpunkt der Fusion den 14. Juli 1993.

Geschichte

Im Jahr 1969 gründeten Irwin Molasky (1927–2020), Merv Adelson (1929–2015) und Lee Rich (1927–2012) Lorimar Productions mit Hilfe eines Bankkredits über 185.000 US-Dollar, den Adelson einbrachte. Der Firmenname war ein Kofferwort aus dem Vornamen von Adelsons Ehefrau Lori und dem Namen des Flughafens von San Diego, dem Palomar Airport.

Lee Rich hatte bereits einen etablierten Ruf als Werbechef von Benton & Bowles sowie als Fernsehproduzent. So produzierte er erfolgreiche Fernsehserien mit Walter Mirisch, unter anderem The Rat Patrol.

Zu Beginn stellt Lorimar für ABC Fernsehfilme für das Format Movie of the Week her. Rich kaufte das Drehbuch für eine Adaption von Earl Hamner juniors Roman The Homecoming und verkaufte die Rechte anschließend an CBS. The Homecoming: A Christmas Story, ausgestrahlt in der Weihnachtssaison 1971, wurde ein Quotenerfolg und diente als Pilotfilm für Lorimars ersten großen Hit, Die Waltons, die im Jahr 1972 Premiere hatten. Im Verlauf der 1970er Jahre produzierte Lorimar eine Reihe weiterer erfolgreicher Serien, darunter Eight Is Enough und Dallas – das mit Abstand populärste Format der Produktionsfirma.

Von 1978 bis 1988 genutztes Logo

Lorimar Productions weitete seine Geschäftstätigkeit schrittweise aus. Zunächst wurde eine eigene Syndication‑Abteilung eingerichtet und 1978 eine Partnerschaft mit United Artists (UA) eingegangen, die den Verleih der von Lorimar produzierten Filme übernahm. Im Gegenzug sollte Lorimar Fernsehserien auf Grundlage von Stoffen von United Artists produzieren – dies kam jedoch nicht zustande und die Vertriebsvereinbarung wurde 1980 wieder beendet. Im selben Jahr erwarb Lorimar die Filmbibliothek der Allied Artists Pictures Corporation.

In der Fernsehsaison 1984–1985 gehörten drei der zehn erfolgreichsten US‑Fernsehserien Lorimar: Dallas, Unter der Sonne Kaliforniens und Falcon Crest. Mitte der 1980er-Jahre verlagerte sich Lorimars Produktion stärker in Richtung familienfreundlicher Sitcoms: hierzu gehörten Der Hogan-Clan (auch: Valerie), Ein Grieche erobert Chicago und Full House, das von Miller‑Boyett-Productions im Auftrag hergestellt wurde. 1985 unternahm Lorimar einen gezielten Vorstoß in das lukrative Geschäft der First‑Run‑Syndication und übernahm Syndivision, dessen landesweite Erstausstrahlungsrechte (Syndication) erfolgreiche Formate wie The Greatest American Hero und It’s a Living umfassten. Geplante neue Folgen der CBS‑Spielshow Press Your Luck wurden jedoch verworfen.

Im Oktober 1985 kündigte Lorimar im Rahmen seiner Syndication‑Erweiterung an, mit dem Fernsehvertriebsunternehmen Telepictures zu fusionieren. Aus der Fusion entstand Lorimar‑Telepictures. Im selben Jahr gab Lorimar bekannt, 15 Prozent von Warner Communications erwerben zu wollen. Am 19. Februar 1986 wurde die Fusion zu Lorimar‑Telepictures abgeschlossen und das Unternehmen wurde unter dem Kürzel „LT“ an der New Yorker Börse gehandelt. 1986 kaufte Lorimar zudem das ehemalige Studiogelände von Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) in Culver City, fortan Lorimar Studios genannt, sowie das Metrocolor‑Labor von Ted Turner; Metrocolor wurde später für 60 Millionen US‑Dollar an Technicolor weiterverkauft. Lee Rich verließ das Unternehmen und wechselte zu MGM.

Im Jahr 1987 wurde der Produktionszweig von Lorimar‑Telepictures zu Lorimar Television und der Vertriebszweig unter dem Namen Lorimar Syndication neu firmiert. Dies war Teil einer Strategie, die Marke Lorimar als einheitliche Bezeichnung für alle Geschäftsbereiche von Lorimar‑Telepictures zu etablieren. 1987 wurden ebenfalls Pläne bekannt, ein von Lorimar produziertes Fernsehformat für das Fernsehmagazin TV Guide zu produzieren; die Pläne wurden jedoch fallen gelassen und erst im Jahr 1999 im Rahmen der Umbenennung des Prevue Channels in TV Guide Channel realisiert.

Im Juni 1988 wurde Lorimar von Warner Communications übernommen, das 1990 mit Time Inc. zu Time Warner (heute: Warner Bros. Discovery) fusionierte. Lorimars Vertriebsabteilung wurde in Warner Bros. Television Distribution eingegliedert und firmierte fortan als Warner Bros. Domestic Television Distribution. Der Markenname Telepictures wurde 1990 als Produktionsfirma und 1995 als Syndication‑Unternehmen wiederbelebt. Die Lorimar Studios, das Studioareal, das einst von MGM übernommen wurde, wurden Ende 1989 an Sony verkauft, um dort Columbia Pictures, TriStar Pictures und weitere Sony‑Marken unterzubringen. 1990 erfolgte die Umbenennung in Columbia Studios und später in Sony Pictures Studios (heute: Sony Pictures Entertainment).

1990 verließ David Salzman Lorimar, um Millennium Productions zu gründen, eine unabhängige Produktionsfirma mit Verbindung zu Warner Bros. 1991 wechselte Gary Nardino nach der Schließung der Fernsehabteilung von Orion Pictures zu Lorimar und brachte mehrere von Orion produzierte Fernsehserien sowie bestehende Talent‑Verträge mit, darunter Thomas Carter, Robert Townsend, Paul Stojanovich, Clifton Campbell und Deborah Joy LeVine. 1992 schloss Barbara Corday, ehemalige Führungskraft bei CBS, einen Vertrag mit dem Studio.

Lorimar blieb bis September 1993 als Produktionsfirma bestehen, bevor es schließlich aus wirtschaftlichen Gründen vollständig in Warner Bros. Television integriert wurde. Die letzte Fernsehserie, die von Lorimar Television (zusammen mit Warner Bros. Television und Gary Nardino Productions) komplett produziert wurde, war Time Trax – Zurück in die Zukunft, die auf dem Prime Time Entertainment Network Premiere hatte. Von Lorimar Productions geplante oder laufende Fernsehserien wurden schließlich von Warner Bros. Television fortgeführt, darunter Superman – Die Abenteuer von Lois & Clark, Living Single, It Had to Be You, Café Americain, The Trouble with Larry, Against the Grain und Family Album.

Les Moonves war von 1990 bis 1993 Präsident und Chief Executive Officer (CEO) von Lorimar Television und wurde nach der Fusion Vorsitzender von Warner Bros. Television. Später war er Vorstandsvorsitzender und CEO der CBS Corporation.

Darüber hinaus besaß Lorimar wesentliche Teile der Filmbibliothek des eingestellten Studios Allied Artists (ursprünglich Monogram Pictures), darunter Filmklassiker wie Cabaret und Papillon, die durch die Fusion heute Warner gehören. Nach der Fusion mit Telepictures übernahm Lorimar außerdem das von Arthur Rankin Jr. und Jules Bass gegründete Animationsstudio Rankin/Bass Animated Entertainment sowie dessen Bibliothek ab 1973. Dies führte zum erfolgreichen Einstieg in den Animationsmarkt der 1980er‑Jahre; hierzu gehörte unter anderem die bis 1989 produzierte Serie ThunderCats. Eine von Warner Bros. Animation produzierte und eine Staffel umfassende Neuauflage wurde im Jahr 2011 auf Cartoon Network ausgestrahlt.

Lorimar Film Entertainment

Auch wenn der Fokus von Lorimar Television im Bereich von Fernsehserien, Seifenopern bzw. Sitcoms sowie Fernsehfilmen lag, produzierte Lorimar zunächst unter der Marke Lorimar Motion Pictures (teilweise nur Lorimar Pictures) in den 1980er‑Jahren auch sporadisch Kinofilme, von denen die meisten ursprünglich von anderen Studios verliehen wurden. Lorimars Einstieg in den Bereich der Spielfilme wurde überwiegend von Merv Adelson vorangetrieben; Lee Rich hingegen war strikt dagegen. Das neue Unternehmensfeld war ein Faktor, der zu Spannungen und schließlich im Jahr 1986 zu Richs Ausstieg aus dem Studio führte.

Lorimar beendete 1980 seine ursprüngliche Vertriebsvereinbarung mit United Artists (UA), kurz nachdem die Allied‑Artists‑Bibliothek übernommen worden war – hauptsächlich aufgrund von Unzufriedenheit mit der uneinheitlichen Vermarktung der Lorimar‑Produktionen durch United Artists, die wiederum aus nicht umgesetzten Zusagen Lorimars gegenüber United Artists in der Serienproduktion resultierten. In der Folge wurden viele Lorimar‑Filme in den Vereinigten Staaten entweder durch Universal Pictures oder Paramount Pictures verliehen. Ende 1984 begann die gesamte Einheit, ihre Aktivitäten auszuweiten, darunter ein Vertrag mit Sidney Lumet zur Entwicklung neuer Spielfilme. 1985 ging Lorimar eine Partnerschaft mit der Producers Sales Organization (PSO) ein, die den weltweiten Vertrieb übernahm, sowie mit 20th Century Fox, das die nordamerikanischen Verleihrechte für viele Lorimar‑Kinofilme erhielt. Bis 1986 hatte Lorimar Motion Pictures internationale Vertriebsabkommen mit U.K. Film Distributors (einem Joint Venture von TCF und der Walt Disney Company) im Vereinigten Königreich, mit UGC in Frankreich, mit der Neuen Constantin Film in Deutschland sowie Toho‑Towa in Japan abgeschlossen.

Im Januar 1987 wurde die Filmeinheit in Lorimar Film Entertainment umbenannt, um sie an die neu gegründete interne Vertriebsabteilung anzupassen; diese ersetzte eine vorherige Vereinbarung mit Fox. Im selben Jahr schloss New Century/Vista Film Co. (ein Joint Venture aus The Vista Organization und New Century Entertainment) einen internationalen Vertriebsvertrag mit Lorimar. Mehrere Vista‑Produktionen wurden daraufhin von Lorimar verliehen, darunter Rented Lips, Pass the Ammo und Mein Nachbar, der Vampir. Lorimar erwarb außerdem internationale Kino‑ und Nebenrechte an Toll treiben es die wilden Zombies.

Im Mai 1987 kündigte Craig Baumgarten an, der seit 1984 bei Lorimar Motion Pictures tätig war, an seinen Posten als Präsident im Dezember niederzulegen; Peter Chernin übernahm daraufhin die Leitung von Lorimar Film Entertainment.

Nach der Fusionsankündigung von Lorimar‑Telepictures mit Warner Communications schloss Lorimar im Jahr 1988 einen neuen Vertriebsvertrag mit Warner Bros. Dieser Vertrag beendete effektiv Lorimars interne Vertriebsabteilung. Die Kinofilm‑Bibliothek von Lorimar wurde im Anschluss in Warner Bros. Pictures eingegliedert. Heute besitzt Warner Bros. den Großteil des Lorimar‑Katalogs, wenngleich einige Filme bei ihren ursprünglichen Verleihern verblieben. Der letzte unter Regie von Lorimar produzierte Film war 1990 Hexen hexen.

Lorimar Home Video

Im Jahr 1984 kaufte Lorimar die von Stuart Karl (1953–1991) gegründete Karl Video Corporation (KVC), das Unternehmen hinter Jane Fondas Fitness‑Videoreihe Jane Fonda’s Workout. Lorimar lizenzierte weiterhin Bibliotheksmaterial, vor allem Titel aus dem erworbenen Allied‑Artists‑Katalog, an CBS und Fox Video sowie an deren Tochtergesellschaften Key Video und Playhouse Video.

Nach der Übernahme von KVC firmierte Lorimar Home Video zunächst als Karl‑Lorimar und begann sich zu erweitern, zunächst durch eine Vereinbarung über den Vertrieb von Filmen der Lorimar Motion Pictures. Verträge mit Drittanbietern wurden mit VCL Communications und der De Laurentiis Entertainment Group geschlossen, während gleichzeitig die Grundlage für eine internationale Expansion gelegt wurde, durch die Lorimar‑Titel im Vereinigten Königreich über Guild Home Video und The Video Collection veröffentlicht wurden; letztere Firma übernahm Kinderprogramme, darunter Titel des Gemeinschaftsprojekts Scholastic‑Lorimar Home Video.

Ende 1986 wurde ein neues, an einen Fernsehsender erinnerndes Home‑Video‑Branding eingeführt: KLV‑TV, das als „Your Personal Network“ beworben wurde. Weitere Wachstumsfelder waren Karl‑Lorimars Vertrieb der Romantikreihe Shades of Love (Direct-to-Video-Vertrieb in Zusammenarbeit mit Astral Film Enterprises aus Kanada) sowie Jazzvisions, eine Konzertreihe mit Jazzgrößen wie Herbie Hancock, Antonio Carlos Jobim, John Scofield, George Duke, Tito Puente und Etta James – einschließlich einer Big-Band-Jazzproduktion von Porgy and Bess.

Anfang 1987, während die Expansion des Unternehmens weiter voranschritt (einschließlich eines Vertrags mit der Cinecom Entertainment Group, einem internationalen Filmverleiher), verschlechterte sich das Verhältnis zwischen Lorimar und Stuart Karl erheblich – hauptsächlich aufgrund finanzieller Verluste durch gescheiterte Experimente. Infolgedessen trat dieser im März 1987 zurück, nachdem er gegen die ethischen Richtlinien des Unternehmens verstoßen hatte; er starb vier Jahre später – im Alter von 38 Jahren – in Newport Beach an den Folgen von Hautkrebs. Karl‑Lorimar bestand weiterhin unter dem Namen Lorimar Home Video, mit einem neuen Fokus auf den Vertrieb von Lorimar‑Kinofilmen. In Australien gründete Lorimar gemeinsam mit Village Roadshow das Unternehmen Roadshow Lorimar Home Video, das dort die Filmproduktionen von Lorimar Motion Pictures vertrieb. Lorimar Home Video wurde schließlich 1989 nach der Fusion mit Warner geschlossen und in deren Sparte Warner Home Video eingegliedert.

Lorimar Records

Im Jahr 1979 gründete Lorimar Lorimar Records, dessen erste Veröffentlichung der Soundtrack zum Film The Fish That Saved Pittsburgh war. Das Musiklabel hatte nur sehr wenige Künstler unter Vertrag und wurde hauptsächlich über Columbia Records vertrieben, jedoch erschien ein Musikalbum der Coyote Sisters über Motown bzw. dessen Sublabel Morocco. Die letzte Veröffentlichung von Lorimar Records war der Soundtrack zu Action Jackson im Jahr 1988, der in diesem Fall von Atlantic Records vertrieben wurde.

Lorimar Sports Network

Das Lorimar Sports Network (LSN) war ein kurzlebiges US-amerikanisches Fernsehnetzwerk für syndizierte Übertragungen von College Football und College Basketball. Es entstand 1983 als neue Sport-Division von Lorimar Productions und trat zunächst unter dem Namen Sports Productions, Inc. (SPI) auf. Der Sitz befand sich in Lorimars ursprünglicher Firmenzentrale in Culver City im US-Bundesstaat Kalifornien, ergänzt durch ein weiteres Büro in Dallas, Texas. Im Sommer 1984 wurde die Einheit schließlich in Lorimar Sports Network umbenannt.

Bereits 1983 übernahm SPI die Basketballrechte der Southeastern Conference (SEC) vom TVS Television Network und erwarb zusätzlich die Übertragungsrechte der Big Ten, der Metro Conference und der Western Athletic Conference (WAC). Die SEC‑Übertragungen liefen von Januar 1984 bis zum Ende der Saison 1985/86. Parallel dazu zeigte das LSN in diesen Jahren auch Football der Pacific‑10 Conference (heute: Pacific-12 Conference).

Neben den regulären College‑Sportübertragungen produzierte und übertrug LSN mehrere bedeutende „Bowl“‑Spiele: den Freedom Bowl 1985 sowie den Holiday Bowl und den Bluebonnet Bowl am Ende der Football‑Saison 1985/86.

Das Netzwerk war insgesamt von September 1983 bis März 1986 aktiv und gehörte von 1983 bis 1985 zu Lorimar Productions und von 1985 bis 1986 zu Lorimar-Telepictures. Führende Köpfe waren Bill Flaherty, Dave Almstead und John Humphrey.

Lorimar-Telepictures (Sender)

Lorimar-Telepictures hielt über die Vorgängerfirma Telepictures auch Beteiligungen an mehreren Fernsehsendern, überwiegend in kleineren Märkten und in Puerto Rico. Das Unternehmen unterbreitete 1985 ein erfolgloses Angebot über eine Milliarde US-Dollar für Multimedia Inc., das acht Fernseh- und fünfzehn Radiosender besaß. Am 21. Mai 1986 kaufte Lorimar-Telepictures die Sender WTVJ (Channel 4) von der Beteiligungsgesellschaft KKR, den Sender WAGA TV in Atlanta von Storer Communications, WITI in Milwaukee, WJBK in Detroit, WJW TV in Cleveland, WSBK TV in Boston und KCST in San Diego. Das Paket kostete 1,85 Milliarden US-Dollar; alleine WTVJ – einschließlich des Studiogebäudes und des umliegenden Geländes – wurde dabei mit 405 Millionen US-Dollar bewertet. Ebenfalls enthalten waren die Produktionsfirma von Storer, die Abteilung für Werbeverkauf und das Nachrichtenbüro in Washington. Lorimar-Telepictures unterbreitete außerdem erfolgreich Kaufangebote für WPGH TV in Pittsburgh und WTTV in Bloomington/Indianapolis.

Am 22. Oktober 1986 beantragte Lorimar-Telepictures die Herausnahme von WTVJ aus dem Geschäft, nachdem bekannt geworden war, dass CBS, mit dem WTVJ verbunden war, bei den Eigentümern von WCIX (Channel 6) wegen eines möglichen Kaufs angefragt hatte, was die Bewertung von WTVJ gefährdete und letztlich das gesamte Geschäft scheitern ließ. Finanzmarktanalysten argumentierten, dass Lorimar für WTVJ massiv überbezahlt habe, da der Preis von 405 Millionen US-Dollar nahezu einundzwanzigmal dem Cashflow des Senders entsprach, während übliche Senderkäufe beim zehn bis vierzehnfachen Cashflow lagen; dies erschwerte die Bedienung der Zinsen der Hochzinsanleihen mit einem Wert von etwa zwei Milliarden US-Dollar erheblich. KKR verkaufte WTVJ schließlich im Januar 1987 an NBC, was am 1. Januar 1989 einen komplexen Tausch der Senderzuordnungen in Miami und West Palm Beach auslöste. Die übrigen Sender von Storer wurden im Jahr 1987 an George Gillett verkauft.

Das Kaufangebot für WTTV kam nicht zum Abschluss; der Sender wurde stattdessen an die Capitol Broadcasting Company verkauft. WPGH TV, das von Lorimar erfolgreich erworben worden war, wurde 1987 an Renaissance Broadcasting veräußert und schließlich 1999 an die heutigen Eigentümer, die Sinclair Broadcast Group. KCPM, KSPR und KMID wurden 1988 an Goltrin Communications verkauft.

Medienmarkt Bundesstaat/Territorium Sender Kauf Verkauf
Chico, Redding Kalifornien KCPM* 1985 1988
Springfield Missouri KSPR* 1985 1988
Pittsburgh Pennsylvania WPGH TV 1986 1987
San Juan, Ponce, Mayagüez Puerto Rico WLII 1986 1991
San Juan, Ponce, Mayagüez Puerto Rico WSUR TV 1986 1991
Odessa, Midland Texas KMID* 1985 1988

Bozell Worldwide (Werbung)

Lorimar expandierte Anfang der 1980er‑Jahre auch in den Bereich Werbung. Zunächst übernahm das Unternehmen 1983 die Werbeagentur Kenyon & Eckhardt. 1985 folgte die Übernahme von Bozell & Jacobs, das anschließend mit Kenyon & Eckhardt fusioniert wurde, wodurch Bozell, Jacobs, Kenyon & Eckhardt entstand.

Die Firma wurde im Jahr 1992 in Bozell Worldwide umbenannt. Nach weiteren Verkäufen und Namensänderungen wurde der Geschäftsbetrieb der Werbeagentur im März 2025 eingestellt.

Filmografie (Auswahl)

Fernsehproduktionen

Folgend eine Auswahl von Lorimars Fernsehproduktionen. Einige Fernsehserien wurden von Lorimar Productions bzw. Lorimar Television entwickelt und produziert und ab 1993 von Warner Bros. Television übernommen und fortgeführt:

  • 1971–1972: The Good Life (Fernsehserie; mit Screen Gems)
  • 1972–1981: Die Waltons (Fernsehserie)
  • 1973–1974: Doc Elliot (Fernsehserie)
  • 1974–1975: Apple’s Way (Fernsehserie)
  • 1975: The Runaways (Fernsehfilm)
  • 1976: Sybil (Fernsehfilm)
  • 1976: Helter Skelter – Die Nacht der langen Messer (Fernsehfilm)
  • 1977: Tod an Bord (Fernsehfilm)
  • 1977–1981: Eight Is Enough (Fernsehserie)
  • 1978: Eingekreist (Fernsehfilm)
  • 1978: The Waverly Wonders (Fernsehserie)
  • 1978–1979: Kaz & Co (Fernsehserie)
  • 1978–1991: Dallas (Fernsehserie)
  • 1979–1993: Unter der Sonne Kaliforniens (Fernsehserie)
  • 1980: Skag (Fernsehserie)
  • 1980–1982: Flamingo Road (Fernsehserie)
  • 1981–1990: Falcon Crest (Fernsehserie)
  • 1982: King’s Crossing (Fernsehserie)
  • 1983: Boone (Fernsehserie)
  • 1983: Just Our Luck (Fernsehserie)
  • 1983–1984: Dream House (Spielshow; Group W Productions bis Nov. 1983)
  • 1984: Lace (Miniserie)
  • 1984–1991: Hunter (Fernsehserie; bis 1988 nur Verleih)
  • 1985: Christopher Columbus (Miniserie)
  • 1985: Gulag (Fernsehfilm; Koproduktion mit HBO)
  • 1985–1989: ThunderCats (Animationsserie; Koproduktion mit Rankin/Bass)
  • 1986: SilverHawks (Animationsserie; Koproduktion mit Rankin/Bass)
  • 1986: Verraten und verkauft (Fernsehfilm; Koproduktion mit HBO)
  • 1986: Better Days (Fernsehserie)
  • 1986–1988: Our House (Fernsehserie)
  • 1986–1989: The People’s Court (Gerichtssendung; Verleih Warner Bros. 1989–1993)
  • 1986–1990: Mama’s Family (Fernsehserie; 1986–1989 nur Verleih)
  • 1986–1990: Alf (Fernsehserie)
  • 1986–1991: Der Hogan-Clan (auch: Valerie; Fernsehserie)
  • 1986–1993: Love Connection (Spielshow; Koproduktion mit Lorimar Television; Verleih Warner Bros. 1989–1993)
  • 1986–1993: Ein Grieche erobert Chicago (Fernsehserie)
  • 1987: She’s the Sheriff (Fernsehserie)
  • 1987: The Comic Strip (Animationsserie; Koproduktion mit Rankin/Bass)
  • 1987: Max Headroom (Fernsehserie)
  • 1987: Spies (Fernsehserie)
  • 1987–1993: Full House (Fernsehserie)
  • 1988: Gumby (Animationsserie)
  • 1988: Aaron’s Way (Fernsehserie)
  • 1988–1991: Der Nachtfalke (Fernsehserie)
  • 1988–1991: Paradise – Ein Mann, ein Colt, vier Kinder (Fernsehserie)
  • 1988–1990: Freddy’s Nightmares (Fernsehserie)
  • 1989: Studio 5-B (Fernsehserie)
  • 1989: Nearly Departed (Fernsehserie)
  • 1989: Steven – Die Entführung (Fernsehfilm)
  • 1989: The People Next Door (Fernsehserie)
  • 1989–1990: Dr. Kulani – Arzt auf Hawaii (Fernsehserie)
  • 1989–1993: Alle unter einem Dach (Fernsehserie)
  • 1990: Stephen Kings Es (Miniserie)
  • 1990: D.E.A. – Krieg den Drogen (Fernsehserie)
  • 1990–1991: The Family Man (Fernsehserie)
  • 1990–1991: Gabriel’s Fire (Fernsehserie)
  • 1990–1991: Zwischen Couch und Kamera (Fernsehserie)
  • 1991: Der Drogen Cop (Fernsehfilm; Koproduktion mit HBO)
  • 1991–1993: Die Verschwörer (Fernsehserie)
  • 1991–1993: Die Staatsanwältin und der Cop (Fernsehserie)
  • 1991–1993: Sisters (Fernsehserie)
  • 1991–1993: Homefront (Fernsehserie)
  • 1991–1993: I’ll Fly Away (Fernsehserie)
  • 1991–1993: Eine starke Familie (Fernsehserie)
  • 1992: O Pioneers! (Fernsehfilm)
  • 1992: Bill & Ted’s Excellent Adventures (Animationsserie)
  • 1992: Kidnapping der Nervensägen (Fernsehfilm)
  • 1992–1993: Echt super, Mr. Cooper (Fernsehserie)
  • 1992–1993: The Jackie Thomas Show (Fernsehserie)
  • 1993: Time Trax – Zurück in die Zukunft (Fernsehserie)
  • 1993: Getting By (Fernsehserie)
  • 1993: It Had to Be You (Fernsehserie)
  • 1994: Future City – Stadt der Überlebenden (Fernsehfilm)

Kinofilme

Der Großteil der Film- und Fernsehbibliothek von Lorimar gehört heute – mit wenigen Ausnahmen – Warner Bros. Filme, die weiterhin ihren ursprünglichen Verleihern oder Dritten gehören, sind in der folgenden Liste mit einem Stern (*) markiert.

Commons: Lorimar Television – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 Jeffrey Glaser: Lee Rich (Executive / Producer). In: Television Academy. 12. April 1999, abgerufen am 5. Juli 2026 (englisch).
  2. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Lorimar Productions. In: International Movie Database (IMDb). Abgerufen am 5. Juli 2026 (englisch).
  3. ↑ Lorimar Productions. In: The Movie Database (TMDB). Abgerufen am 5. Juli 2026.
  4. ↑ Lorimar Television. In: The Movie Database (TMDB). Abgerufen am 5. Juli 2026.
  5. ↑ Lorimar Motion Pictures. In: The Movie Database (TMDB). Abgerufen am 5. Juli 2026.
  6. ↑ Lorimar. In: Fernsehserien.de. Abgerufen am 5. Juli 2026.
  7. ↑ Lorimar Productions. In: Fernsehserien.de. Abgerufen am 5. Juli 2026.
  8. ↑ Lorimar Television. In: Fernsehserien.de. Abgerufen am 5. Juli 2026.
  9. ↑ Crash Landing Merv Adelson—TV mogul, multimillionaire, and friend of the famous—lived a show-business fantasy. His bankruptcy has shocked Hollywood. In: money.cnn.com. 10. November 2003, archiviert vom Original am 3. März 2008 (englisch).
  10. ↑ Lorimar Reports $19.2-Million Loss. In: Los Angeles Times. 13. Februar 1988 (englisch).
  11. 1 2 3 Aljean Harmetz: Small Movie Companies Gamble For ‘One Big Hit’ In: The New York Times, 21. März 1981 (englisch). 
  12. ↑ Closed Circuit In: Broadcasting, 10. Mai 1976 (englisch). 
  13. ↑ Druckanzeige in Broadcasting In: Broadcasting, 6. März 1978 (englisch). 
  14. ↑ Denault was head of production at CBS, Lorimar TV. In: Variety. 27. August 2010 (englisch).
  15. 1 2 Lorimar, UA pact In: Broadcasting Magazine, 16. Oktober 1978, S. 44 (englisch). 
  16. ↑ Lorimar Goes Into the Firstrun Field; Picks Up 8 Series In: Variety, 5. Juni 1985, S. 42 (englisch). 
  17. ↑ Syndication Marketplace In: Broadcasting, 7. Oktober 1985, S. 42 (englisch). 
  18. ↑ Lorimar in Merger In: The Pittsburgh Press, 7. Oktober 1985 (englisch). 
  19. ↑ Bottom Line In: Broadcasting, 24. Februar 1986 (englisch). 
  20. ↑ Technicolor Parent Partnered To Buy MGM Laboratories In: Variety, 10. September 1986, S. 3 (englisch). 
  21. ↑ Fates & Fortunes In: Broadcasting, 27. Juli 1987 (englisch). 
  22. ↑ Syndication Marketplace In: Broadcasting, 26. Januar 1987 (englisch). 
  23. ↑ Lorimar Cooks Up New Barter Ploy Over ‘TV Guide’ In: Variety, 15. Juli 1987, S. 41, 54 (englisch). 
  24. ↑ THE MEDIA BUSINESS: Advertising; Warner Merges With Lorimar In: The New York Times, 12. Januar 1989. Abgerufen am 27. Oktober 2021 (amerikanisches Englisch). 
  25. ↑ Salzman leaves Lorimar for Millennium In: Broadcasting & Cable, 15. Oktober 1990. Abgerufen am 31. August 2021 (englisch). 
  26. ↑ Nardino makes it official with Lorimar In: Broadcasting, 1. Juli 1991 (englisch). 
  27. ↑ Telepictures targets prime time and more In: Broadcasting, 10. Februar 1992 (englisch). 
  28. ↑ John Lippman: Warner Bros. Consolidates TV Production In: Los Angeles Times, 14. Juli 1993 (englisch). 
  29. ↑ Brian Lowry: Lorimar rises in fall. 26. Mai 1993 (englisch).
  30. ↑ Brian Lowry: Moonves rises in WB combo. 14. Juli 1993 (englisch).
  31. ↑ Lorimar Inks Lumet To Three-Year Pact In: Variety, 28. August 1985, S. 3 (englisch). 
  32. ↑ See Broad Implications in Lorimar-PSO Deal In: Variety, 15. Mai 1985, S. 7 (englisch). 
  33. ↑ Lorimar Partnership Sales Climb; Five Name Films Put Into Hopper In: Variety, 12. März 1986, S. 7 (englisch). 
  34. ↑ Lorimar Finishes Scouting Distribs For Output Deals; Ink UGC, Neue In: Variety, 21. Mai 1986, S. 8 (englisch). 
  35. ↑ Lorimar going the distribution route; ends Fox pact; changes names In: Variety, 21. Januar 1987, S. 3, 237 (englisch). 
  36. ↑ Vista, New Century Pics To Be Repped Overseas By Lorimar In: Variety, 21. Januar 1987, S. 2, 237 (englisch). 
  37. ↑ Add 3 Features To Lorimar-Vista Pact In: Variety, 27. Mai 1987, S. 24 (englisch). 
  38. ↑ Lorimar To Distrib Greenfox’ ‘Living Dead II’, Public Offering In: Variety, 18. Februar 1987, S. 40 (englisch). 
  39. ↑ Baumgarten Exits Lorimar Prez Post; Chernin At Reins In: Variety, 27. Mai 1987, S. 4, 32 (englisch). 
  40. ↑ In Brief. In: World Radio History. 27. Juni 1988 (englisch).
  41. 1 2 Karl/Lorimar Seeking To License Major Pics Via Cash From Parent In: Variety, 23. Oktober 1985, S. 31 (englisch). 
  42. ↑ K/L To Distribute VCL Fare; De Laurentiis Pact Leads Label’s Foray Into Rental Mkt. In: Variety, 26. März 1986, S. 45 (englisch). 
  43. ↑ Four Original Karl/Lorimar Films Scheduled For Release This Fall In: Variety, 23. April 1986, S. 33 (englisch). 
  44. ↑ Karl/Lorimar Kidvid Distributed In U.K. By Video Collection In: Variety, 16. Juli 1986, S. 31 (englisch). 
  45. ↑ Lorimar Pitches Alternative Fare For O’seas Sales, Sponsor Tie-Ins In: Variety, 15. Oktober 1986, S. 49, 108 (englisch). 
  46. ↑ Carla Rivera: Stuart Karl, Video Boy Wonder Hit by Scandal, Dies at 38. In: Los Angeles Times. 17. August 1991, abgerufen am 5. Juli 2026 (englisch).
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