Luis Carlos Croissier

Luis Carlos Croissier (1987)

Luis Carlos Croissier Batista (* 19. August 1950 in Arucas, Provinz Las Palmas) ist ein spanischer Wirtschaftswissenschaftler und Politiker des Partido Socialista Obrero Español (PSOE), der unter anderem 1983 kurzzeitig Mitglied des Abgeordnetenkongresses sowie zwischen 1986 und 1988 Minister für Industrie und Energie im Kabinett González II war.

Leben

Luis Carlos Croissier Batista absolvierte ein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universidad Complutense de Madrid (UCM) und lehrte nach einem weiteren Abschluss an der Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne von 1975 bis 1980 als Dozent für Wirtschaftspolitik an der UCM. 1975 begann er sein politisches Engagement für die Spanische Sozialistische Arbeiterpartei PSOE (Partido Socialista Obrero Español) und gründete mit Luis Solana und Josep Borrell die Ortsgruppe Nord-Madrid. 1976 trat er in den Dienst des Allgemeinen technischen Korps der staatlichen Zivilverwaltung (Cuerpo Superior de Administradores Civiles del Estado) ein und fungierte zwischen 1980 und 1982 als Leiter der Unterabteilung für das Haushaltswesen im Ministerium für Industrie und Energie, wobei er in dieser Funktion an der Ausarbeitung des mehrjährigen Plans für öffentliche Investitionen sowie in der interministeriellen Kommission für die Dezentralisierung der öffentlichen Ausgaben mitwirkte. Als Mitglied der PSOE schloss er sich deren Gruppe von Wirtschaftsexperten an und befasste sich mit der Prüfung von Projekten der Industrie- und Haushaltspolitik. Am 3. Dezember 1982 übernahm er im Kabinett González I den Posten als Unterstaatssekretär im Ministerium für Industrie und Energie.

Am 3. Januar 1983 wurde Croissier als „Nachrücker“ von Francisco Fernández Ordóñez Mitglied des Abgeordnetenkongresses (Congreso de los Diputados). Am 17. Februar 1983 reichte er seinen Rücktritt als Abgeordneter ein, da er dieses Amt für unvereinbar mit seiner Tätigkeit als Unterstaatssekretär im Ministerium für Industrie und Energie hielt, woraufhin Manuel Abejón Adámez als sein „Nachrücker“ neuer Abgeordneter für den Wahlkreis „Madrid“ wurde.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Ministerium für Industrie und Energie löste Croissier am 3. Oktober 1984 Enrique Moya Francés als Präsident der staatlichen Holding INI (Instituto Nacional de Industria) und bekleidete diese Funktion bis zum 28. Juli 1986, woraufhin Claudio Aranzadi seine Nachfolge antrat. Er selbst wiederum wurde am 25. Juli 1986 im Kabinett González II zum Minister für Industrie und Energie (Ministro de Industria y Energía) ernannt und verblieb in diesem Amt bis zum 8. Juli 1988, woraufhin Claudio Aranzadi am 12. Juli 1988 auch auf diesem Posten ihn ablöste. Am 1. Oktober 1988 übernahm er das neu geschaffene Amt als Vorsitzender der Nationalen Kommission für den Wertpapiermarkt CNMV (Comisión Nacional del Mercado de Valores) und behielt dieses bis zu seiner Ablösung durch Juan Fernández-Armesto am 5. Oktober 1996. Für seine politischen Verdienste wurde ihm 1989 das Großkreuz des Ordens Karls III. sowie 2000 das Großkreuz des Ordens Isabellas der Katholischen verliehen.

Luis Carlos Croissier Batista war außerdem Mitglieder von verschiedenen Aufsichtsräten wie des Telekommunikationsunternehmens Jazztel und des Mineralölunternehmens Repsol. 2016 wurde er zum Präsidenten von Adveo (ehemals Papierfabrik Unipapel) ernannt; das Unternehmen geriet 2018 in ein Insolvenzverfahren und wurde später liquidiert. Er ist mit Teresa Morán Robles verheiratet.

Veröffentlichung

Commons: Luis Carlos Croissier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen

  1. ↑ Solana Madariaga, Luis (Constituyente). In: Congreso de los Diputados. Abgerufen am 29. Oktober 2026 (spanisch).
  2. ↑ Josep Borrell Fontelles. In: Munzinger-Archiv. Abgerufen am 29. Oktober 2026.
  3. ↑ Fernández Ordóñez, Francisco José (I. Legislaturperiode). In: Congreso de los Diputados. Abgerufen am 29. Oktober 2026 (spanisch).
  4. ↑ Abejón Adámez, Manuel (II. Legislaturperiode). In: Congreso de los Diputados. Abgerufen am 29. Oktober 2026 (spanisch).
  5. ↑ Croissier Batista, Luis Carlos (II. Legislaturperiode). In: Congreso de los Diputados. Abgerufen am 29. Oktober 2026 (spanisch).
  6. ↑ Enrique Moya Francés. In: Gran Enciclopedia de España. Abgerufen am 29. Oktober 2026 (spanisch).
  7. ↑ José Claudio Aranzadi Martínez. In: Gran Enciclopedia de España. Abgerufen am 29. Oktober 2026 (spanisch).
  8. ↑ Juan Fernández Armesto. In: Gran Enciclopedia de España. Abgerufen am 29. Oktober 2026 (spanisch).