Lutz Grumbach

Lutz Grumbach (* 31. Oktober 1941 in Leipzig) ist ein deutscher Grafikdesigner, Grafiker und Ausstellungsgestalter.

Leben und Wirken

Grumbach wuchs in Leipzig auf. Nach dem Abitur 1959 in Leipzig und dem Grundwehrdienst in der NVA studierte er von 1961 bis 1966 an der Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle, Burg Giebichenstein bei Walter Funkat. Weitere Lehrer waren Willi Sitte, Günter Gnauck und Meinolf Splett. Er schloss sein Studium mit dem Diplom ab.

Seit 1966 in Halle (Saale) freischaffend tätig, hat Grumbach ein vielgestaltiges Œuvre nicht nur als Grafikdesigner auf dem Gebiet des Corporate Design, sondern auch als verantwortlicher Entwerfer bei der Realisierung zahlreicher Ausstellungen einschließlich deren Drucksachen wie Kataloge, Plakate, Faltblätter und Signets entstehen lassen. Charakteristisch für ihn ist eine in der Bauhaustradition stehende funktionale Strenge, die er auch dort, wo er mitunter durch inhaltliche Vorgaben stärker ins „Erzählerische“ geführt wird, durch seine ordnenden gestalterischen Mittel zu bewahren vermag. Dabei sind Wirkungskreis und Erfolg nicht regional auf Halle begrenzt. Bei zahlreichen internationalen Plakatbiennalen und -triennalen war Grumbach in Belgien, Finnland, Hongkong, Japan, Mexiko, Polen vertreten. 1984 erhielt er für sein (mit Bernd Morgner unter Verwendung einer Fotografie von Werner Mahler) geschaffenes Plakat „Brot statt tot – ‚Für Frieden und Humanismus, gegen die Gefahr eines Kernwaffenkrieges‘“ beim Internationalen Plakatwettbewerb in Moskau – bei 4000 Teilnehmern aus 51 Ländern – den Ersten Preis. Das Werk gilt als eines der weltbesten Plakate.

In den Jahren 1974 bis 1989 richtete Grumbach Ausstellungen und Messebeteiligungen für das Kombinat Fortschritt Landmaschinen unter anderem in Leipzig, Paris, Moskau, Helsinki, Novi Sad aus. Z. B. war er für die Gesamtgestaltung der Freiluftausstellung Land- und Nahrungsgütertechnik der DDR auf der Leipziger Frühjahrsmesse verantwortlich. Ab 1984 war er auch an Ausstellungen und Messen für die gesamte Mode der DDR beteiligt (Ring-Messehaus (Leipzig)). Seit den frühen 1990er Jahren gestaltete er mehrfach Ausstellungen in den Franckeschen Stiftungen, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, der Stiftung Moritzburg / Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt und für die Stiftung der Stadt- und Saalkreissparkasse Halle. Hinzu kam eine beträchtliche Reihe anspruchsvoller Kunstkataloge und Einladungen u. a. für den Halleschen Kunstverein.

Von seinen umfangreichen künstlerischen Aktivitäten über Halle hinaus – zu denen die beispielhaft konzipierten Plakate „Lyonel Feininger“ (Lyonel-Feininger-Galerie in Quedlinburg, 1985), „El Lissitzky“ (Staatliche Galerie Moritzburg Halle, 1988), „50 Jahre Kriegsende in Halle“ (1995), „Die Lutherin – Katharina von Bora“ (Lutherhalle Wittenberg, 1998), „Schmuck aus der Burg Giebichenstein“ (Staatliche Galerie Moritzburg Halle, 2000), „Kinder sind der Rhythmus dieser Welt“ (2001) gehören – zählt insbesondere seine gegen Mitte der 1990er Jahre einsetzende Arbeit für die Forschungsstätte für Frühromantik und Novalis-Museum im Schloss Oberwiederstedt (Wiederstedt), welche die gesamte Ausstattung, die Dauer- und Wechselausstellungen sowie sämtliche Publikationen umfasst.

Grumbach war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR.

Buch- bzw. Kataloggestaltungen (Auswahl)

Werke in öffentlichen Sammlungen (Auswahl)

Preise

Teilnahme an zentralen und wichtigen regionalen Ausstellungen in der DDR

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Hans-Georg Sehrt: Ein phantasievoller Grafiker mit preußischen Tugenden… Zu Lutz Grumbach und seiner Arbeit. In: Lutz Grumbach – Plakate, Signets, Grafik:. [Ausstellung Lutz Grumbach – Plakate, Signets, Grafik in der Foyer-Galerie des Opernhauses Halle vom 28. Oktober bis zum 26. November 2006] / Hallescher Kunstverein e. V., 2006 [Konzeption, Red.: Lutz Grumbach; Hans-Georg Sehrt], S. 6.
Personendaten
NAME Grumbach, Lutz
KURZBESCHREIBUNG deutscher Grafikdesigner, Grafiker und Ausstellungsgestalter
GEBURTSDATUM 31. Oktober 1941
GEBURTSORT Leipzig