| Madesimo | ||
|---|---|---|
| Staat | Italien | |
| Region | Lombardei | |
| Provinz | Sondrio (SO) | |
| Koordinaten | 46° 26′ N, 9° 21′ O | |
| Höhe | 1550 m s.l.m. | |
| Fläche | 85 km² | |
| Einwohner | 505 (31. Dez. 2025) | |
| Fraktionen | Isola, Montespluga, Pianazzo | |
| Postleitzahl | 23024 | |
| Vorwahl | 0343 | |
| ISTAT-Nummer | 014035 | |
| Bezeichnung der Bewohner | Madesimini | |
| Schutzpatron | San Pietro und San Paolo (29. Juni) | |
| Website | Gemeinde Madesimo | |
Lage der Gemeinde Madesimo in der Provinz Sondrio | ||
Madesimo (Aussprache: /maˈdɛzimo, maˈdezimo/, Dialetto chiavennasco Madesan) ist eine italienische Gemeinde (comune) im nördlichen Teil des Val San Giacomo (deutsch St. Jakobstal) der Provinz Sondrio, Region Lombardei. Die Gemeinde ist 1983 aus der Umbenennung und Neuorganisation der vormaligen Gemeinde Isolato (bis 1863 Isola) hervorgegangen.
Madesimo liegt rund 83 km nordwestlich von der Provinzhauptstadt Sondrio, am Fuß des Pizzo Groppera an der Splügenpassstraße im Val San Giacomo. Die im äußersten Nordwesten der Provinz gelegene Gemeinde grenzt an drei Seiten an den Schweizer Kanton Graubünden. Zur 505 Einwohner (Stand 31. Dezember 2025) zählenden Gemeinde gehören die Fraktionen Isola, Montespluga und Pianazzo, wo sich die Gemeindeverwaltung befindet. Auf dem Gemeindegebiet liegen die beiden Stauseen Lago di Montespluga und Lago di Isola.
Die Nachbargemeinden sind Campodolcino, Ferrera (CH-GR), Mesocco (CH-GR), Piuro, Splügen (CH-GR) und Sufers (CH-GR).

Die Region Lombardei veröffentlicht für die Jahre 1859 lediglich 780 Einwohner und 1871 nur 468 Einwohner.
Vom 14 km entfernten Splügenpass ist das Dorf Madesimo über die Staatsstraße 36 (Strada statale 36 del Lago di Como e dello Spluga) erreichbar. Der Splügenpass ist im Winter aber geschlossen. Nach dem südlich gelegenen Chiavenna sind es 20 Kilometer. Dort kann man weiter ins Schweizer Bergell und über den ganzjährig offenen Malojapass nach St. Moritz. Die Staatsstraße 36 verläuft weiter Richtung Lecco und Mailand. Beim 45 Kilometer entfernten Colico zweigt die Straße zur Staatsstraße 38 ab in Richtung Sondrio und Bozen.
Mit Haltestellen am Splügenpass (Italienischer Zoll) und in Montespluga, im Dorf Madesimo und in Isola, hat die Gemeinde Madesimo (Stand 2026) Anschluss an das Schweizer Postauto-Liniennetz Thusis mit dem Kurs 561 zwischen Splügen und Chiavenna im Geltungsbereich des Schweizerischen Generalabonnements. Fahrkarten können beim Fahrer, aber auch online bei der SBB und Postauto erworben werden. Diese Busverbindung wird vom regionalen Busunternehmen Società Trasporti Pubblici di Sondrio (STPS) betrieben. In Chiavenna besteht (Stand 2026) Anschluss an das Schweizer Postauto-Liniennetz Oberengadin/Bergell mit den Kursen 604 zwischen Chiavenna und Pontresina und 631 zwischen St. Moritz und Lugano. In Chiavenna findet sich auch der Bahnhof der Bahnstrecke Colico–Chiavenna mit Anschluss an die Veltlinbahn.
Ab 1512 bis 1797 war das gesamte St. Jakobstal als Teil der Grafschaft Cleven Untertanenland der Drei Bünde. 1797 wurde es Teil der Cisalpinischen Republik und teilte fortan das Schicksal der Lombardei. Talgemeinde mit allen Dörfern und Weilern war die gleichnamige Gemeinde St. Jakobstal. 1816, nun zum Königreich Lombardo-Venetien gehörig, erfolgte die Aufteilung dieser Talgemeinde in die drei neuen Gemeinden San Giacomo, Campodolcino und Isola. Die Aufteilung erfolgte, um eine noch mögliche Bindung der Talschaft an die Drei Bünde zu schwächen. Die neue Gemeinde Isola umfasste auch die Ortsteile Pianazzo und Madesimo. 1853 hatte die Gemeinde Isola 602 Einwohner. Nach der vorübergehenden Zugehörigkeit zum Königreich Sardinien und der 1861 erfolgten Gründung des Königreich Italien (1861–1946) behielt die Gemeinde bis 1863 den Namen Isola und nahm danach mit königlichem Dekret Nr. 1426 vom 28. Juni 1863 den Namen Isolato an.
In Madesimo fanden zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts die ersten Skirennen in den Alpen statt. Die Gemeinde besitzt heute ein Skigebiet mit 48 Kilometern Piste. Die höchste Bergstation des Gebietes befindet sich auf dem Pizzo Groppera (2948 m ü. M.). In dieser Bergstation richtete Roger Schawinski die erste Sendeanlage von Radio 24 ein, unerreichbar für die schweizerischen Radioaufsichtsbehörden.
Madesimo hatte seine Blütezeit als Ferienstation Mitte der 1960er-Jahre; damals erlebte der Ort einen Bauboom. Städter insbesondere aus Mailand erwarben hier Eigentumswohnungen in Mehrfamilienhäusern oder bauten Ferienhäuser. Inzwischen ist es in Madesimo ruhiger geworden.
Die Dichter Giosuè Carducci (1835–1907) und Giovanni Bertacchi (1869–1942) verbrachten in Madesimo viele Jahre ihre Ferien.
Der wohl bekannteste Abkömmling Madesimos ist Johann Heinrich Pestalozzi (1746–1827). Einer seiner direkten Vorfahren zog von dort im 16. Jahrhundert nach Zürich, um zu studieren, und ließ sich dort nieder.