Morbegno

Morbegno
Morbegno (Italien)
Morbegno (Italien)
Staat Italien
Region Lombardei
Provinz Sondrio (SO)
Koordinaten 46° 8′ N, 9° 34′ OKoordinaten: 46° 8′ 0″ N, 9° 34′ 0″ O
Höhe 262 m s.l.m.
Fläche 15 km²
Einwohner 12.421 (31. Dez. 2025)
Fraktionen Campovico, Paniga, Desco, Arzo, Valle, Campo Erbolo
Postleitzahl 23017
Vorwahl 0342
ISTAT-Nummer 014045
Bezeichnung der Bewohner Morbegnesi
Schutzpatron San Pietro und Paolo
(29. Juni)
Website Gemeinde Morbegno

Lage der Gemeinde Morbegno in der Provinz Sondrio

Morbegno (deutsch Morbend, lombardisch Mürbegn) ist eine Gemeinde der italienischen Provinz Sondrio in der Lombardei. Im März 2019 wurde sie zur Alpenstadt des Jahres 2019 ernannt.

Lage und Einwohner

Die 12.421 Einwohner (Stand 31. Dezember 2025) zählende Gemeinde liegt rund 25 Kilometer westlich von der Provinzhauptstadt Sondrio entfernt im unteren Veltlin auf einer Höhe von 262 m s.l.m..

Die Nachbargemeinden sind Albaredo per San Marco, Bema, Civo, Cosio Valtellino, Dazio, Talamona und Traona.

Panorama

Bevölkerungsentwicklung

Verkehrsanbindung

Die Gemeinde Morbegno wurde von der Staatsstraße 38 (Strada statale 38 dello Stelvio) durchquert, die durch das gesamte Veltlin verläuft. Seit dem 28. Oktober 2018 ist die Ortsumgehung Morbegno in Betrieb, um die Altstadt zu entlasten, die seit jeher ein kritischer Verkehrsknotenpunkt auf dieser Straße war. Der größte Teil dieser Umfahrung ist untertunnelt.

Zu den nächsten Autobahnauffahrten der A9 bei Como und der A4 bei Bergamo sind es knapp ja 90 Kilometer.

Morbegno verfügt über einen Trenord-Bahnhof an der Bahnstrecke der Veltlinbahn mit guten Verbindungen nach Sondrio, Tirano, Lecco, Monza, Como und Mailand.

Geschichte

Morbegno war bereits im späten Mittelalter ein befestigtes Städtchen mit Palästen aus der gotischen Zeit, das durch Landwirtschaft, Handwerk und Handel zu einem gewissen Wohlstand gelangt war. Wegen der Nähe zu den Sümpfen der Adda war es zudem von Malaria betroffen. Venedig und Mailand wollten die Vorherrschaft, aber 1512 kam es in den Herrschaftsbereich der Drei Bünde und wurde zum Amtssitz eines Podestaten bestimmt. Im Müsserkrieg 1525 erlitt der Kastellan von Musso gegen die Bündner eine Niederlage. Ab 1550 gab es im Ort eine kleine reformierte Gemeinschaft mit zeitweise zwei Pfarrern und einer eigenen Kirche, die San Pietro hieß. In der Zeit der Gegenreformation kamen italienische evangelische Glaubensflüchtlinge hierher. Die Inquisition ging von der Kirche San Antonio aus und war der religiöse Gegenspieler der Bündner Herrschaft. Nach dem Veltliner Mord von 1620 gab es keine protestantische Gemeinde mehr im Ort. Bereits 1563 wurde das erste Spital des Veltlins in Morbegno errichtet. 1592 bis 1593 wurde die San Marco-Strasse nach Bergamo ausgebaut und danach zu einer wichtigen Handelsroute. Als der französische Herzog Henri II. de Rohan 1635 das Veltlin eroberte, besiegte er in der Nähe der Stadt die Spanier. Nach 1700 entwickelte sich Morbegno und die Umgebung weitgehend konfliktfrei, so dass im Laufe der Zeit erneut ein gewisser Wohlstand geschaffen werden konnte. Die Versammlung der Società patriottica, zu der auch etliche Einwohner Morbegnos gehörten, erklärte 1797 in Berbenno die Loslösung vom herrschenden Freistaat der Drei Bünde.

Sehenswürdigkeiten

Gemeindepartnerschaft

Kunsthandwerk

Das lokale Kunsthandwerk konzentriert sich auf die Herstellung des typischen Veltlin-Teppichs „Pezzotto“, der sich durch eine lebendige und vielfältige Farbpalette sowie exquisite geometrische Muster auszeichnet. Auch die Zinnverarbeitung ist weit verbreitet und geschätzt. Aus Zinn werden Kunstgegenstände, Schmuck, Trophäen, Tabletts und Teller gefertigt.[24] Darüber hinaus wird eine breite Palette an Kupferutensilien hergestellt.

Persönlichkeiten

Bildergalerie

Literatur

Commons: Morbegno – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Bilancio demografico e popolazione residente per sesso al 31 dicembre 2025. ISTAT. (Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2025).
  2. ↑ Umfahrung Morbegno
  3. ↑ Martin Bundi: Morbegno. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 7. Januar 2009.
  4. ↑ Ganda Brücke, Ponte di Ganda in Morbegno. In: www.valtellina.org. Agentur Katrin Sabisch, 29. November 2017, abgerufen am 26. Juni 2025.
  5. ↑ Ponte di Ganda (Morbegno, 1778). In: Structurae, Internationale Datenbank und Galerie für Ingenieurbauwerke. Nicolas Janberg, Berlin, 12. August 2013, abgerufen am 26. Juni 2025.
  6. ↑ Der Pezzotto-Teppich
  7. ↑ Pierre Surchat: Feliciano Ninguarda. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 9. September 2010, abgerufen am 18. Februar 2020.