Mandarindrossel

Mandarindrossel

Mandarindrossel (Turdus mandarinus)

Systematik
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Drosseln (Turdidae)
Unterfamilie: Turdinae
Gattung: Echte Drosseln (Turdus)
Art: Mandarindrossel
Wissenschaftlicher Name
Turdus mandarinus
Bonaparte, 1850
Verbreitungsgebiet der Mandarindrossel

Die Mandarindrossel, auch Mandarinamsel genannt, (Turdus mandarinus) ist ein Singvogel aus der Familie der Drosseln (Turdidae).

Der Vogel brütet in Ostchina, überwintert als Teilzieher in Südchina, auf den Hainan-Inseln, in Hongkong und im Norden Indochinas.

Die Art wurde früher als konspezifisch mit der Tibetamsel (Turdus maximus) betrachtet und als Turdus maximus mandarinus bezeichnet, auch als konspezifisch mit der Indienamsel (Turdus simillimus) angesehen und bis vor kurzem als konspezifisch mit der Amsel (T. merula) und als Turdus merula mandarinus bezeichnet.

Der Lebensraum umfasst offene Landschaften, Ränder von Parks, Gärten, Plantagen, auch buschbestandene Grasflächen bis 4000 m. ü. M.

Der Artzusatz kommt von lateinisch mandarinus ‚chinesisch‘.

Merkmale

Der Vogel misst 28–29 cm. Diese große Drossel ist durchgehend dunkel gefiedert. Das Männchen ist an der Oberseite rußschwarz und bräunlich schwarz an der Unterseite mit einem schmalen orangegelben Augenring. Die Iris ist dunkel, der Schnabel orangefarben bis hell gelb, die Beine sind schwärzlich bis dunkelbraun. Das Weibchen ist etwas bräunlicher, an Kinn und Kehle blasser mit breiten dunkleren Streifen, der Augenring ist weniger deutlich, der Schnabel braun. Jungvögel sind dunkelbraun mit heller gelbbrauner Schuppung und Flecken.

Die Art unterscheidet sich durch blasseres Gefieder des Männchens, dunkleres Gefieder des Weibchens, wesentlich breitere Strichelung der Kehle beim Weibchen, auch sind die Lautäußerungen deutlich verschieden.

Geografische Variation

Es werden folgende Unterarten anerkannt:

Stimme

Der Gesang des Männchens wird von einer Singwarte vorgetragen als melodiöse Folge wiederholter Flötentöne wie „piew-piew“ und „tiew-quoit“, jeweils auf gleicher Tonhöhe ohne den höheren Endlaut wie bei der Amsel (Turdus merula) typisch. Der Ruf ist ein kurzes „sri“ und längeres „s’r’r’r’r“ im Fluge, bei Revierdiskussionen ein hartnäckiges nasales lautes „twink twink twink twink…“, als Warnruf ein sehr hohes langgezogenes, leicht abfallendes „siiiiiiiiii“.

Die Art imitiert gern auch Geräusche wie Mopeds.

Lebensweise

Die Art ist ein Standvogel. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Wirbellosen und Insekten, auch Pflanzensamen, Beerenobst und Früchten. Gesucht wird meist auf dem Erdboden, aber auch im Gebüsch und in Bäumen nach Früchten und Beeren.

Die Brutzeit liegt zwischen März und Juli, es kann 2–3 Bruten pro Jahr geben. Das Nest ist eine große Schale aus Gras und Zweigen mit Lehm in mindestens 0,5 m Höhe auf einem Busch oder Baum. Das Gelege besteht aus 2–6 blass grünlich blauen Eiern mit blassen rotbraunen Flecken, gebrütet wird über 10–19 Tage.

Gefährdungssituation

Die Mandarindrossel gilt als nicht gefährdet (Least Concern).

Literatur

Commons: Mandarindrossel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 Mandarindrossel (Turdus mandarinus) bei Avibase; abgerufen am 14. Februar 2026.
  2. ↑ P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF
  3. ↑ J. A. A. Nylander, U. Olsson, P. Alström und I. Sanmartín: Accounting for phylogenetic uncertainty in biogeography: a Bayesian approach to dispersal-vicariance analysis of the thrushes (Aves: Turdus). In: Systematic Biology, Band 57, S. 257–268, 2008, JSTOR
  4. 1 2 3 4 5 6 J. del Hoyo, N. Collar und D. A. Christie: Chinese Blackbird (Turdus mandarinus), version 1.0. In: J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana (Herausgeber): Birds of the World. 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Turdus mandarinus
  5. ↑ J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3.
  6. ↑ P. Boesman: Notes on the vocalizations of Common Blackbird (Turdus merula). HBW Alive Ornithological Note 304. In: Handbook of the Birds of the World Alive, 2016, Lynx Edicions, Barcelona.
  7. ↑ IOC World Bird List 15.1 Thrushes
  8. ↑ AviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025
  9. ↑ H. Deignan: Turdus merula sowerbyi. In: Proceedings of the Biological Society of Washington, Band 64, Nummer 24, S. 135, 1951, Biodiversity Library
  10. ↑ F. Changjian, P. Vishal Kumar, W. Xiaochun und L. Zhongqiu: Chinese Blackbirds (Turdus mandarinus) mimic electric moped sounds with lower consistency and frequencies. In: Avian Research, Band 16, Heft 2, S. 100231, 2025, Science direct
  11. ↑ Turdus mandarinus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2018. Eingestellt von: BirdLife International, 2018. Abgerufen am 15. Februar 2026.