Margaret Ekpo

Chief Afiong Margaret Ekpo (* 27. Juli 1914; † 21. September 2006) war eine nigerianische Politikerin, Frauenrechtlerin und Aktivistin gegen die britische Kolonialherrschaft. Als eine der ersten gewählten Politikerinnen Nigerias engagierte sie sich im Unabhängigkeitskampf und für die politische und wirtschaftliche Teilhabe von Frauen.

Leben

Ekpo stammte aus Creek Town im heutigen Bundesstaat Cross River; nach dem Tod ihres Vaters im Jahr 1934 musste sie ihre Bildungspläne aufgeben. Sie heiratete den Arzt John Udo Ekpo und ging mit ihm nach Irland, wo sie in Dublin Hauswirtschaft studierte. Nach der Rückkehr gründete sie in Aba ein Institut für Hauswirtschaft und Schneiderei. In Aba besuchte sie Mitte der 1940er-Jahre anstelle ihres als Beamter verhinderten Ehemanns politische Zusammenkünfte gegen die Benachteiligung einheimischer Beschäftigter.

Während des Nigerianischen Bürgerkriegs lehrte Ekpo am Umudike College in Umuahia. Die Behörden Biafras hielten sie während des Krieges drei Jahre lang fest; infolge unzureichender Ernährung erkrankte sie schwer. Ekpo starb am 21. September 2006 im Universitätsklinikum von Calabar.

Wirken

Nachdem die landesweit bekannte Frauenaktivistin Funmilayo Ransome-Kuti im Jahr 1948 Aba besucht hatte, schloss sich Ekpo mit ihrer dortigen Frauenorganisation Kutis Nigerian Women’s Union (NWU) an. Ekpo wurde zunächst Vorsitzende des Aba-Zweiges und später Generalsekretärin der NWU. Nach dem Massaker an Bergleuten und Unterstützern in der Iva-Valley-Kohlemine bei Enugu im Jahr 1949 mobilisierte sie gemeinsam mit Ransome-Kuti Frauen und besuchte die Witwen der Getöteten. Beide warben innerhalb der Nigerian Women’s Union landesweit für das Frauenwahlrecht, die Bildung von Frauen und die Unabhängigkeit Nigerias.

Ekpo gründete 1954 in Aba zur Stärkung des politischen Einflusses der Frauen und zur Verbesserung derer wirtschaftlichen Stellung die Aba Township Women’s Association, die auch als Aba Market Women’s Association bekannt wurde. Sie formte die Vereinigung zu einer politischen Interessenvertretung. Während der Nachkriegsengpässe kaufte sie die verfügbaren Salzvorräte auf dem Markt von Aba auf und ließ Salz nur an registrierte Mitglieder verkaufen. Die dadurch geförderte Mobilisierung trug dazu bei, dass Frauen Sitze im Stadtrat gewannen; 1957 wurde Ekpo in dessen Übergangsausschuss berufen.

Neben ihrer Tätigkeit für die Frauenbewegung gehörte Ekpo dem National Council of Nigeria and the Cameroons (NCNC) an, der Partei des späteren ersten nigerianischen Staatspräsidenten Nnamdi Azikiwe. Im selben Jahrzehnt wurden sie und Janet Mokelu als einzige Frauen zu Sondermitgliedern des Eastern House of Chiefs ernannt, dem Ekpo von 1954 bis 1958 als Frauenvertreterin angehörte. Dort verlangte sie gleiche Chancen bei der Vergabe von Stipendien, die Beteiligung von Frauen an öffentlichen Gremien und eine gerechte Besteuerung. Als führende Politikerin des NCNC nahm sie in beratender Funktion an den Verfassungskonferenzen der 1950er-Jahre zur Vorbereitung eines unabhängigen Nigeria teil.

Nachdem die Führung des NCNC 1959 erneut keine Frau als Kandidatin für die Bundeswahl aufstellen wollte, übernahm Ekpo 1960 die Leitung des Frauenflügels der Partei. 1961 gewann sie mit 4510 Stimmen den Wahlkreis Aba Urban North für das Eastern House of Assembly. Nach ihrer Wiederwahl blieb sie bis zum Militärputsch vom Januar 1966 Abgeordnete. Im Parlament setzte sie sich für Landwirtinnen, die Berufung von Frauen in Unternehmensgremien, die Zulassung verheirateter Frauen zu Lehrerbildungsanstalten und bessere Straßenverbindungen zu ländlichen Märkten ein.

Nach dem Bürgerkrieg engagierte sich Ekpo weiterhin in zahlreichen Frauenorganisationen und nahm weltweit an Konferenzen teil. Sie erhielt die Auszeichnungen Officer of the Order of the Niger und Commander of the Order of the Federal Republic; 2001 wurde der Flughafen von Calabar nach ihr benannt.

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 Remembering Margaret Ekpo and the Enugu strike massacre. In: Al Jazeera. 12. Dezember 2020, abgerufen am 22. August 2026 (englisch).
  2. 1 2 3 4 Margaret Ekpo, pioneering feminism in Nigeria. In: DW. 24. März 2018, abgerufen am 22. August 2026 (englisch).
  3. ↑ Von wem und für wen? Feminismen in Nigeria. In: Luxemburg. 19. September 2018, abgerufen am 22. August 2026.
  4. ↑ Three Women Behind Nigeria’s Independence. In: The Guardian Nigeria. 1. Oktober 2018, abgerufen am 22. August 2026 (englisch).
  5. 1 2 Margaret Ekpo. In: Independent Newspaper Nigeria. 6. Januar 2018, abgerufen am 22. August 2026 (englisch).
  6. ↑ Nigerian Women and authorship of the Constitution. In: Premium Times. 4. Juli 2021, abgerufen am 22. August 2026 (englisch).
  7. ↑ Does Nigerian Politics Even Want Women To Win Elections? In: Archivi.ng. 17. April 2025, abgerufen am 22. August 2026 (englisch).
  8. ↑ Election cycles and Nigerian women: A historical perspective (1). In: Premium Times. 27. Mai 2022, abgerufen am 22. August 2026 (englisch).
Personendaten
NAME Ekpo, Margaret
ALTERNATIVNAMEN Ekpo, Afiong Margaret; Efa, Bassey Sampson Ekpenyong (wirklicher Name)
KURZBESCHREIBUNG nigerianische Politikerin und Frauenrechtlerin
GEBURTSDATUM 27. Juli 1914
STERBEDATUM 21. September 2006