
Margaret Isobel Fulton OAM (* 6. Oktober 1924 in Nairn; † 24. Juli 2019 in den Southern Highlands im Wingecarribee Shire in New South Wales) war eine australische Journalistin und Autorin von Kochbüchern. Nach Zwischenstationen in verschiedenen Berufszweigen wurde sie ab 1954 durch Kochveranstaltungen und Auftritte als Testimonial einer größeren Öffentlichkeit bekannt. Ihre Prominenz steigerte sich stetig, nachdem sie Redakteurin der Frauenzeitschrift Woman’s Day geworden war. Sie verfasste für das Magazin eine Reisereportagen-Kolumne, mit der sie damals in Australien kaum bekannte Küchen, darunter die von China, Italien und Spanien, einem breiten Publikum zugänglich machte.
Das 1968 veröffentlichte The Margaret Fulton Cookbook verhalf Fulton zum beruflichen Durchbruch. Danach brachte sie unter anderem weitere Rezeptsammlungen nationaler und internationaler Gerichte sowie eine Autobiografie heraus, setzte ihre Tätigkeit als Journalistin im Bereich der Kulinarik fort und moderierte Ende der 1970er Jahre eine Kochsendung, wenngleich sie später modernen Formen des Genres eher kritisch gegenüberstand. Zudem setzte sich Fulton für verschiedene soziale Zwecke ein, darunter die Verbesserung der Beziehungen zwischen von Einwanderern abstammenden Australiern und Aborigines. Bereits zu Lebzeiten schrieben ihr Medien und Forschende aufgrund ihrer häufigen Verwendung ausländischer Rezepte eine wichtige Rolle bei der Etablierung solcher Gerichte in ihrem Heimatland sowie indirekt der Integration von Zugewanderten zu.
Margaret Fulton wurde am 6. Oktober 1924 als jüngstes von sechs Kindern im schottischen Nairn geboren. Als sie drei Jahre alt war, entschlossen sich ihre Eltern, nach Australien auszuwandern. Sie ließen sich in der Kleinstadt Glen Innes nieder. Die Familie lebte inmitten der Weltwirtschaftskrise in relativer Armut und wohnte in einer kleinen Hütte. Wie Fulton 1997 in einem Interview schilderte, befand sich das Bad in einem „winzigen Gartenschuppen“, während die Waschküche aus einem „Stück Wellblech“ bestand und die Küche eine „Baracke mit Herd“ gewesen sei. Trotz dieser widrigen Umstände konnte sie sich dank zweier Personen erste Grundlagen des Kochens aneignen. Bei einer handelte es sich um den ebenfalls ursprünglich aus dem Vereinigten Königreich stammenden Koch einer wohlhabenden Nachbarsfamilie. Fulton sei oft von deren Töchtern eingeladen worden, habe sich aber mehr für den Angestellten und seine Kuchen interessiert. In ihrer Autobiografie beschrieb sie zudem, wie ihre Mutter Isabella sie häufig einkaufen schickte und gelegentlich aufforderte, zum Laden zurückzugehen, da etwa die ausgewählten Tomaten oder Steaks deren Ansprüchen nicht genügten. Fulton habe dadurch verinnerlicht, bei allen Zutaten auf eine gute Qualität zu achten.
In Glen Innes trat Fulton den Girls Guides bei, der Pfadfinderinnen-Organisation. Sie stieg zur Anführerin der örtlichen Truppe auf und verbesserte in dieser Position weiter ihre Kochfähigkeiten, da sie und die anderen Mädchen regelmäßig Essen über Lagerfeuern brieten. Einige Jahre später wollte die nun jugendliche Fulton zunächst Showgirl werden, was an ihrer geringen Körpergröße von 1,52 Meter scheiterte. Eine Alternativkarriere als Klavierlehrerin wurde durch eine Handverletzung, die sie sich während eines Hockeyspiels zuzog, verhindert. 1943 erhielt Fulton ein Stipendium für die Universität Sydney. Allerdings hatte sie nicht vor, wie eigentlich gedacht dort Ernährungswissenschaft zu studieren, sondern Modedesignerin zu werden. Den Beruf konnte Fulton wegen der kriegsbedingten Rationierung von Stoffen nicht ausüben, zumal sie wie fast alle 18- bis 30-jährigen Frauen an der Heimatfront dienen musste. Ihre Arbeit bestand im Röntgen von Flugzeugteilen in einer Munitionsfabrik in Lidcombe, einem Vorort von Sydney.
In Sydney lernte Fulton Olwen Francis kennen, einen Redakteur der bekannten Frauenzeitschrift The Australian Women’s Weekly. Während eines Gesprächs erwähnte er seine Einschätzung, wonach die nationale Energiesparte nach Kriegsende einen deutlichen Zuwachs bekommen würde. Davon inspiriert beschloss Fulton, eine Schwangerschaft vorzutäuschen, um eine Befreiung von der Heimatfront zu erhalten. Anschließend erhielt sie eine Stelle beim Energieversorger Australian Gas Light Company. Sie erläuterte Kunden die Zubereitung von Biskuitkuchen sowie Scones. Zudem gab sie einen Kochkurs für Sehbehinderte, in dessen Verlauf sie gelernt habe, einfach verständliche Rezepte zu verfassen, was einen der wichtigsten Aspekte ihrer späteren Karriere darstellte. Danach war sie beim Unternehmen Overseas Corporation tätig, das Pfannen und Töpfe, die von Zivilisten an die Armee gespendet worden waren, aber keine Verwendung gefunden hatten, zu Schnellkochtöpfen verarbeitete. Weil Fulton kurz vor der nationalen Markteinführung des Geräts zur Verkaufsleiterin ernannt worden war, wird ihr häufig ein Anteil daran zugeschrieben.
In den 1950er Jahren übte Fulton verschiedene Berufe aus. Sie leitete zunächst die Haushaltswarenabteilung einer Filiale der Kaufhauskette David Jones. 1954 wurde sie auf Vorschlag der prominenten Journalistin Elizabeth Riddell Redakteurin beim Frauenmagazin Woman. Sie schrieb unter dem Pseudonym Anne Maxwell, konzentrierte sich aber bald auf ein anderes Gewerbe. Durch ein Treffen mit Deke Coleman, dem Geschäftsleiter der australischen Zweigstelle von JWT, einer großen Werbeagentur, gelangte Fulton in die Werbebranche. Zu ihren Aufgaben gehörte die Organisation von Reklame-Fotoshootings, das Verfassen von Werbetexten, Budgetplanungen und die Leitung von Werbespotdrehs für das neuartige Medium Fernsehen. Trotz ihres großen Gefallens an letzteren beschloss sie nach einer Zusammenarbeit mit dem Regisseur Hans von Adlerstein, dessen Arbeitsweise sie als „autokratisch“ beschrieb, diese Branche wieder zu verlassen.
Fulton nutzte ihre Erfahrung im Marketing, um ihre öffentliche Bekanntheit zu steigern. Im November 1954 hielt sie in Sydney einen Vortrag über verarbeitete Lebensmittel. Sie sprach über die Wichtigkeit von „schnellem und fehlerfreiem Kochen“ für die immer größer werdende Anzahl von Frauen, die sich nicht nur um den Haushalt kümmern, sondern auch einer Arbeit nachgehen. Dafür biete sich die Verwendung von Produkten wie Backmischungen, Konserven und Tiefkühlkost an. Zur Unterstreichung ihrer Argumente ließ Fulton unter den Anwesenden von ihr gebackene Muffins aus abgepackter Kleie verteilen. Zwei Jahre darauf hielt sie an vier Tagen „französische Mittagessen“ ab. Dafür arbeitete sie mit aus Frankreich stammenden Hostessen zusammen, die die Menüs erstellten, beim Kochen halfen und das Gedeck herrichteten. Fulton wurde nicht nur durch solche Veranstaltungen allmählich berühmt, sondern auch dank Zeitungsreklamen mit ihr als Testimonial. Zu den von ihr beworbenen Produkten gehörten Polierpasten von S. C. Johnson & Son und die in einigen Commonwealth-Ländern bekannte Klebebandmarke Sellotape.
1960 führte Fulton ihre journalistische Karriere fort. Sie war zunächst allgemeine Redakteurin bei Woman’s Day, ehe sie ins Kochressort wechselte. Die Zeitschrift war die Nachfolgepublikation von Woman, Fultons erstem Arbeitgeber in diesem Bereich. Sie entschied sich aufgrund der häufig darin veröffentlichten Reportagen aus dem Ausland für Woman’s Day. Fulton erhielt den Auftrag, in einer Kolumne über die Küchen fremder Länder zu schreiben, und verreiste mehrmals im Jahr für jeweils zwei Monate. Sie stellte durch ihre Berichte in Australien zu der Zeit unbekannte Kochtechniken vor. Ein Beispiel war die Verwendung von Olivenöl, die sie bei einem Aufenthalt in Spanien erlernte. In ihrem Heimatland musste Fulton es in Apotheken kaufen, weil zum Kochen nur Butter benutzt wurde und es Lebensmittelläden daher nicht im Sortiment führten. Gelegentlich begab sie sich für verschiedene Zubereitungsarten eines Gerichts in mehrere Länder. Auf diese Weise entstand ein Artikel über 365 Variationen von Mincemeat, darunter libanesische und mexikanische.
Fultons Reportagen stießen schnell auf eine hohe Resonanz, insbesondere unter Hausfrauen. Etliche von ihnen kochten für ihre Familien oft das weit verbreitete meat and three veg, ein Fleischgericht mit drei Gemüsesorten als Beilage. Aufgrund dessen begrenzter Diversität empfanden sie das exotische Essen wie japanischen Teriyaki-Fisch, indischen Ghee-Reis und österreichischen Kaffeekuchen als willkommene Abwechslung. Nach Aussage von Fulton brauchten Männer etwas, um die neue Art der Ernährung zu akzeptieren. So hätten einige, als ihre Frauen Spaghetti servierten, das Gericht als Vorspeise abgetan. Trotz ihres anfänglichen Zögerns hätten schließlich auch sie mehrheitlich die Speisen zu schätzen gelernt und die entsprechenden Rezepte nachgekocht. Letzteres machte sich durch dienstägliche Kochkurse bemerkbar, die Fulton ab 1964 in der Örtlichkeit Bistro abhielt und die über 100 Besuchende zählten.
1968 verlegte Paul Hamlyn eine Sammlung von Fultons Rezepten als Kochbuch. Es wurde zu einem Bestseller, der, Nachdrucke eingenommen, in Australien über 1,5 Millionen Mal verkauft wurde. The Margaret Fulton Cookbook enthielt auch Anleitungen über den eigentlichen Essvorgang, unter anderem in Bezug auf Spaghetti. In der The Guardian nannte die Lebensmittelhistorikerin Barbara Santich 2019 als einen Grund für die große Beliebtheit des The Margaret Fulton Cookbook dessen für damalige Kochbücher ungewöhnliche, kolorierte Fotoillustrationen. Im selben Bericht erwähnte der Kulturhistoriker Blake Singley den wachsenden Tourismus im Land als Faktor. Ab den 1960ern hätten viele Australier ihren Urlaub im Ausland verbracht und die kulinarischen Traditionen, die sie dort kennen lernten, bei ihrer Rückkehr mitbringen wollen. Fulton habe ihnen die Möglichkeit dazu mit unkomplizierten, für Laien und Experten gleichermaßen nachvollziehbaren Rezepten gegeben. Die anhaltend hohen Verkaufszahlen des Buchs erklärt Singley mit Nostalgie von Personen, deren Familien in ihrer Kindheit mit den Rezepten kochten.
The Margaret Fulton Cookbook machte seine Verfasserin endgültig über die Stadtgrenzen Sydneys hinaus bekannt. Dessen Erfolg veranlasste Fulton dazu, in den folgenden Jahren weitere Bücher zu veröffentlichen. Dazu gehörte das 1973 erschienene Italian Cookbook, eine Rezeptsammlung der italienischen Küche, der The Margaret Fulton Cookery Course, ein Nachschlagewerk im Zeitschriftformat, das erneut Gerichte aus verschiedenen Ländern enthielt, darunter Bœuf Stroganoff, Dolma und Satés, sowie die inhaltlich ähnlich aufgebaute Encyclopaedia of Food and Cookery aus dem Jahr 1983.
Im Oktober 1973 wurde Fulton zusammen mit fünf anderen Industrievertretern in ein vorläufiges Gremium berufen. Dieses beriet die australische Regierung über den Aufbau einer nationalen Verbraucherorganisation und erstellte eine an Unternehmen gerichtete Liste mit Empfehlungen zur Erhöhung der Sicherheitsstandards verschiedener Produkttypen. Zwei Jahre darauf besuchte sie die Hauptstadt Canberra. In einem zugehörigen Interview mit The Canberra Times lobte sie von einer Einheimischen gebackene, pikelets genannte Minipfannkuchen, gab jungen Hausbesitzern Empfehlungen für die Kücheneinrichtung und gestattete der Zeitung, je eines ihrer Rezepte der chinesischen sowie italienischen Küche abzudrucken.
1978 präsentierte Fulton in der Kochsendung Recipes From The Duchess Of Duke Street zur Hauptsendezeit auf ABC in fünfminütigen Episoden auf Das Hotel in der Duke Street basierende Rezepte, einer BBC-Dramaserie über eine Köchin in einem Londoner Hotel Anfang des 20. Jahrhunderts. Im selben Jahr fand das Commonwealth Heads of Government Meeting, ein Treffen der Staats- und Regierungschefs der Commonwealth-Länder, in der von Fulton geleiteten Unterkunft Berida Manor in Bowral statt.
1979 verließ Fulton Woman’s Day und wechselte zu New Idea, einem anderen Frauenmagazin. Dadurch erreichten ihre Artikel eine noch größere Leserschaft, da New Idea mit ungefähr einer Million verkauften Exemplaren pro Woche zu den australischen Publikationen mit der höchsten Reichweite gehörte. Ende des Jahres war Fulton Teil einer der ersten westlichen Touristengruppen, die nach dem Tod von Mao Zedong nach China reisten. Sie hielt sich vom 1. bis zum 23. Dezember im Land auf und besuchte unter anderem Restaurants in Jinan, Kunming, Peking, Qingdao sowie Shanghai.
Fulton setzte ihre Karriere bis ins hohe Alter fort. 1999 veröffentlichte sie eine Autobiografie mit dem Titel I Sang for My Supper: Memories of a Food Writer. Fünf Jahre später, kurz nachdem sich ihr Kollege Anders Ousback das Leben genommen hatte, meldete sein Fertiggerichte-Unternehmen Margaret Fulton’s Kitchen Insolvenz an. Sie war nicht direkt daran beteiligt, beriet Ousback aber gelegentlich. 2009 war sie Gastjurorin des australischen Ablegers von MasterChef. Obgleich sie bei ihrem Auftritt mehrere Kandidaten lobte, kritisierte sie zwei Jahre darauf öffentlich australische Kochshows. Deren Teilnehmende agierten „selbstgefällig“, ohne „Grundlagen des Kochens“ zu beherrschen, während sich die Moderatoren und Juroren hauptsächlich dafür interessierten, unterhaltsam aufzutreten beziehungsweise hohe Gagen zu erhalten.
1948 heiratete Fulton ihren Lebensgefährten Trevor Wilfred-Price und bekam mit ihm eine Tochter namens Suzanne. Als diese noch ein Baby war, trennten sich ihre Eltern. Fulton zog mit ihrem Kind ins Dorf Mooney Mooney zu ihrer Schwester Jean. Um Geld zu sparen, fuhr sie per Anhalter zur Arbeit nach Sydney, wobei es sich bei einer ihrer Mitfahrgelegenheiten nicht wie von ihr angenommen um eine Limousine, sondern um einen Leichenwagen handelte. Von 1954 bis 1968 lebte Fulton im Arbeiter- und Künstlerviertel The Rocks von Sydney, anschließend im Stadtteil Balmain. 1960 heiratete sie Dennis Doonan, von dem sie sich ebenfalls scheiden ließ. Ihr letzter Ehemann Michael McKeag starb 1988 an Lungenkrebs.
Fulton betätigte sich gelegentlich aktivistisch. Sie unterstützte mehrere Organisationen zum Erhalt der Dingos finanziell und unterzeichnete 1982 neben 92 weiteren Prominenten einen in der The Sydney Morning Herald veröffentlichten Aufruf gegen den Abriss des Rural Bank Building am Martin Place. Durch ihre Freundschaft mit der Politikerin Faith Bandler, die sich für die indigene Bevölkerung einsetzte, erfuhr Fulton vom Alltag dieser Gruppe. Sie gehörte im Mai 1998 zu den Sponsoren des ersten National Sorry Day, an dem der Zwangsadoption von Aborigine-Kindern gedacht wird, und chronologisierte die Bemühungen Bandlers sowie deren Mitstreiter in ihrer Autobiografie. Daneben bewarb sie den Konsum Bio- sowie gentechnisch unveränderter Lebensmittel. 2003 brachte Fulton in Kooperation mit Greenpeace ein Kochbuch heraus, dessen Rezepte nur Zutaten aus zweiter Kategorie enthielten.
Am 24. Juli 2019 starb Fulton im Alter von 94 Jahren in einem Altenheim in den Southern Highlands in New South Wales. Am 9. September fand ihr zu Ehren in der Art Gallery of New South Wales ein Staatsakt statt, bei dem Prominente aus dem Kulinarikbereich ihres Lebenswerks gedachten. Eine Woche darauf hielt die Abgeordnete Tanya Plibersek im Repräsentantenhaus eine Trauerrede für Fulton.
In der Gegenwart gilt Fulton als eine der wichtigsten Personen der australischen Kulinarik. In einem Artikel der The New York Times behauptete der ABC-Moderator und Autor Richard Glover, dass das Land vor ihr eine „eher schlechte Esskultur“ besessen und zumeist auf „Koteletts mit Kartoffeln“ sowie „zerfallenem Gemüse“ zurückgegriffen habe. Australien habe sich jedoch in diesem Aspekt relativ schnell von einer „verängstigten, selbstbezogenen Monokultur“ hin zu einem „weltoffenen, kosmopolitischen“ Ort gewandelt, wozu Fulton beitrug. Ihre Rezepte hatten zudem nicht nur einen Einfluss auf Privathaushalte, sondern auch auf den Handel. Ein Beispiel stellten ihre verschiedenen Zubereitungsarten für Geflügelfleisch dar. Fultons Anweisung, bestimmte Stücke abzutrennen, brachte die Geflügelindustrie dazu, für Konsumenten, die die benötigten Schnitttechniken nicht beherrschten, statt wie bislang das ganze Tier nur Teile davon auf den Markt zu bringen.
Nach Ansicht einiger Journalisten und Forscher trug Fulton mit ihrer Arbeit zu einem gesellschaftlichen Wandel in Australien bei. Bereits 1986 wurde sie in der The Canberra Times als eine der Autorinnen aus dem Bereich der Kulinarik genannt, die mit ihren Rezepten der chinesischen Küche der Chinatown von Sydney zur Entstehung verhalfen. Laut Santich sei Immigranten allgemein vonseiten der Einheimischen eine gewisse Resistenz entgegengebracht worden. Fulton habe dank ihrer Gegenüberstellung von nationalen und internationalen Gerichten im The Margaret Fulton Cookbook eine Rolle bei der erfolgreichen Integration der betreffenden Kulturen gespielt. Die Kulturwissenschaftlerin Elspeth Probyn sah in Fultons Kochbüchern und Autobiografie eine Möglichkeit, einerseits die australische Gesellschaft für den vergangenen Umgang des Staates mit den Aborigines zu sensibilisieren und gleichzeitig die Wichtigkeit der Offenheit gegenüber anderen Kulturen zu betonen. Donna Lee Brien, Dozentin an der Central Queensland University, betrachtet Fulton aufgrund ihres Schwerpunkts auf ausländische Küchen und Zutaten aus biologischem Anbau nicht nur als „Kommentatorin zeitgenössischer (Ernährungs)Fragen“, sondern auch als „Vordenkerin“.
In ihrer Karriere war Fulton gelegentlich Mentorin anderer Köchinnen. Zu ihnen gehörte Charmaine Solomon, die sie bei einem von Woman’s Day veranstalteten Kochwettbewerb kennen lernte und der sie anbot, ebenfalls für die Zeitschrift tätig zu werden. Solomon veröffentlichte 1976 das ebenfalls erfolgreiche The Complete Asian Cookbook. Den größten persönlichen Einfluss übte Fulton jedoch auf Familienmitglieder aus. Als ihre Tochter 19 Jahre alt war, wurde sie von Fulton auf die Londoner Zweigstelle der bekannten Kochschule Le Cordon Bleu geschickt. Nach ihrer Rückkehr fing Suzanne ebenfalls eine Karriere als Kochbuchautorin und Redakteurin bei New Idea an. Fultons Enkelinnen Kate sowie Louise sind gleichermaßen im Bereich der kulinarischen Journalistik tätig und nannten ihre Großmutter öffentlich als berufliches Vorbild.
Innerhalb der Birthday Honours 1983 erhielt Fulton für ihre „Mediendienste als Journalistin und Autorin im Bereich Kulinarik“ den Order of Australia. Drei Jahre darauf verlieh das Comité Interprofessionnel du Vin de Champagne ihr aufgrund des „Einsatzes für echten Champagner“ ein Ehrendiplom.
1997 war Fulton auf der ersten Liste der 100 National Living Treasures vertreten. Die Auszeichnung wird vom National Trust of Australia an noch lebende Australier für „bedeutende und zeitüberdauernde Erfolge“ vergeben. Die Nominierungen basierten dabei auf Vorschlägen aus der Bevölkerung, die anschließend darüber abstimmte, welche Personen in die finale Liste aufgenommen wurden. 2006 wurde sie als eine der „100 einflussreichsten Australier“ in eine ähnliche Aufstellung der The Bulletin gewählt.
Am 16. November 2012 feierte die Musical-Komödie Margaret Fulton: Queen of the Dessert am Theatre Works in Melbourne ihre Uraufführung. Sie basierte auf der Autobiografie von Fulton, die im Stück von Amy Lehpamer verkörpert wurde. 2021 erhielt sie den neuen Titel Margaret Fulton: The Musical.
2014 erschien Fultons Porträt innerhalb der Serie Australian Legends of Cooking über wichtige australische Köche auf einer von der Australia Post herausgegebenen Briefmarke.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Fulton, Margaret |
| ALTERNATIVNAMEN | Fulton, Margaret Isobel (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | australische Journalistin und Kochbuchautorin |
| GEBURTSDATUM | 6. Oktober 1924 |
| GEBURTSORT | Nairn, Schottland |
| STERBEDATUM | 24. Juli 2019 |
| STERBEORT | Southern Highlands, New South Wales |