Maria Carlier

Maria Carlier (* 2. Februar 1943 in Utrecht; † 2020) war eine niederländische Malerin, Aquarellistin, Zeichnerin und Textilkünstlerin.

Leben

Maria Carlier wurde 1943 als Tochter des Künstlerpaares Henk M. Carlier (1911–1994) und Jo Mulder (1917–1972) in Utrecht als eines von neun Geschwistern geboren. Sie wuchs mit ihrer Zwillingsschwester Marga (1943–2010), die später als Bildhauerin tätig war, in Lochem auf. Zum Studium ging sie nach Enschede und studierte von 1960 bis 1962 an der ArtEZ Academie voor Art & Design Enschede. Danach lebte sie in Rotterdam und besuchte von 1963 bis 1964 die Willem de Kooning Academie. 1964 wurde sie mit dem Förderpreis „Drempelprijs“ der Stadt Rotterdam für den vielversprechendsten Absolventen der Willem de Kooning Akademie ausgezeichnet. Studienreisen unternahm sie 1960 nach Italien und 1965 nach Spanien. Maria Carlier war als freischaffende Künstlerin tätig und stellte ihre Werke aus. Sie war mit dem Kunstkritiker Jan Donia verheiratet. Ihr Sohn Aloysius Donia wurde später Maler. Maria Carlier starb 2019.

Werk

Maria Carlier bediente sich in ihrer künstlerischen Arbeit einer Vielzahl von Techniklen und Materialien. Neben der Bildhauerei entwarf sie Puppen und textile Werke, Wandteppiche, schuf Keramikarbeiten, Lithografien, Pastellmalerei, Federzeichnungen, Aquarelle, Collagen, Ikonen, Grafiken, Radierungen und Zeichnungen von Stadt- und Strandansichten. Sie war Mitglied der Beroepsvereniging van Beeldende Kunstenaars (BBK).

Aus dem Wunsch, ihre Bilder dreidimensional zu gestalten, entwickelte Maria Carlier Puppenfiguren. Nachdem in den 1970er Jahren ihre lebensgroße Puppen aus Textil und Polyester vom Museum Boijmans Van Beuningen gekauft und ausgestellt worden waren, erhielt sie Aufträge für Madame Tussauds in Amsterdam. Mit ihrer Schwester Marga fertigte Maria Carlier danach lebensechte Figuren der „Zangeres zonder Naam“ Maria „Mary“ Servaes-Bey, von André van Duin und Willeke van Ammelrooy für das Wachsfigurenkabinett an. In den 1990er Jahren schuf sie eine Serie von großen Puppen, die alle ihren Geschwistern nachempfunden sind. Zwei dieser Skulpturen wurden vom Theater in Lochem erworben. Mitte der 1990er Jahre fertigte sie zwei monumentale, drei Meter hohe Skulpturen im Auftrag der Fakultät für Elektrotechnik der Technischen Universität Delft.

Ausstellungen (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Tussen beelden en iconen. In: De Nieuwspeper vom 1. Juni 2011. Archiviert vom Original 13. März 2017
  2. 1 2 3 4 Henri Bruntink: Dubbeltentoonstelling Maria en Marga Carlier in Stadshuus. In: Lochems Nieuws vom 6. November 2020. Abgerufen am 8. März 2026
  3. 1 2 Maria Carlier. Biografische Daten und Werke im Niederländischen Institut für Kunstgeschichte (niederländisch)
  4. 1 2 3 4 5 Maria Carlier. In: Beeldend BeNeLux Elektronisch (Lexicon). Abgerufen am 8. März 2026
  5. ↑ Teun van den Berg: Maria Carlier: „Mijn poppen zijn afschaduwing van mijn karakter“. In: Het Vrije Volk vom 20. Juni 1970. Abgerufen am 8. März 2026
Personendaten
NAME Carlier, Maria
ALTERNATIVNAMEN Donia-Carlier, Maria; Donia, Maria
KURZBESCHREIBUNG niederländische Malerin, Aquarellistin, Zeichnerin und Textilkünstlerin
GEBURTSDATUM 2. Februar 1943
GEBURTSORT Utrecht
STERBEDATUM 2020