Martin M. Lintner

Martin M. Lintner OSM (* 1972 in Aldein) ist ein italienischer römisch-katholischer Theologe aus Südtirol.

Leben

Martin Lintner wuchs auf dem elterlichen Bergbauernhof am Regglberg auf, besuchte von 1978 bis 1983 in seinem Heimatort die Volksschule und von 1983 bis 1991 die Mittelschule und das humanistische Gymnasium-Lyzeum Johanneum (Dorf Tirol) bei Meran. Nach der Matura studierte er von 1991 bis 1993 katholische Fachtheologie in Innsbruck. Nach dem Eintritt in den Servitenorden absolvierte er von 1993 bis 1995 das Vornoviziat in Rovato (Brescia) und das Noviziat in Siena. Nach Ablegung der ersten Ordensgelübde (seither Martin M[aria] Lintner) setzte er von 1995 bis 1999 das Studium der katholischen Fachtheologie in Wien fort. Er spezialisierte sich von 1999 bis 2001 in Moraltheologie in Rom (Gregoriana) und absolvierte den Grundkurs in Mariologie (Marianum). 2001 wurde er im Brixner Dom durch Bischof Wilhelm Egger zum Priester geweiht. Während seiner Zeit als Kaplan in der Servitenpfarre in Roßau (Wien) (2001–2006) schrieb er seine Dissertation in Moraltheologie an der Universität Wien. Nach der Promotion wirkte er als Kaplan in der Servitenparre St. Mariä Himmelfahrt in Gelsenkirchen-Buer, Bistum Essen, und als Dozent für Sozialethik und Moraltheologie in Rom (Marianum) (2006–2009).

2009 übernahm er in der Nachfolge des zum Bischof ernannten Moraltheologen Karl Golser den Lehrstuhl für Moraltheologie und Spirituelle Theologie an der PTH Brixen (bis 2011 als Lehrbeauftragter, seit 2011 als ordentlicher Professor). 2023 wurde Lintner vom Hochschulkollegium der PTH zum Dekan der Hochschule gewählt, doch verweigerte das vatikanische Dikasterium für die Kultur und die Bildung seine Amtseinführung mit dem Verweis auf seine Publikationen zu Fragen der Sexualmoral. Nach internationalen Protesten setzte das Dikasterium die Entscheidung aus und erteilte nach einer neuerlichen Prüfung des Falles die Zustimmung, dass Lintner mit 1. September 2024 das Amt übernimmt.

Er ist Mitglied der Internationalen Vereinigung für Moraltheologie und Sozialethik (2017–2019 1. Vorsitzender, 2019–2021 2. Vorsitzender), der Europäischen Gesellschaft für Katholische Theologie (2011–2013 Vizepräsident, 2013–2015 Präsident), von ATISM – Associazione Teologica per lo Studio della Morale, im Europa-Regional-Komitee der CTEWC – Catholic Ethicists in the World Church, des Landesethikkomitees der Autonomen Provinz Bozen, des Klinischen Ethikkreises Innsbruck, im Wissenschaftlicher Beirat des Instituts DE PACE FIDEI, im Kuratorium der Marienberger Klausurgespräche und des Editorial board von INTAMS Review. Er war 2014 bis 2025 Verbindungsseelsorger der AV Austria Innsbruck und von 2011 bis 2018 Lehrbeauftragter für Ethik (Studium generale) an der Freien Universität Bozen.

Martin Lintner ist der Neffe des Missionars Luis Lintner.

Ehrungen und Auszeichnungen

Schriften (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Markus Rufin: Der verhinderte Dekan. In: Neue Südtiroler Tageszeitung vom 28. Juni 2023, S. 16.
  2. ↑ Settimana News: Il caso Lintner, Online-Ausgabe vom 29. Juni 2023.
  3. ↑ Vatican News vom 5. Juli 2023.
  4. ↑ Vatican News vom 3. April 2024.
  5. ↑ "Trompete von Jericho" an David Steindl-Rast und Martin Lintner verliehen. In: katholisch.at. 11. Oktober 2025, abgerufen am 15. Oktober 2025.
Personendaten
NAME Lintner, Martin M.
ALTERNATIVNAMEN Lintner, Martin
KURZBESCHREIBUNG italienischer römisch-katholischer Theologe
GEBURTSDATUM 1972
GEBURTSORT Aldein