
Mathias Harzhauser (* 24. Mai 1973 in Hollabrunn) ist österreichischer Paläontologe. Er ist Direktor der Geologisch-Paläontologischen Abteilung des Naturhistorischen Museums Wien und Hochschullehrer an der Universität Wien.
Mathias Harzhauser wuchs in Retz auf und maturierte 1991 am Bundesrealgymnasium Hollabrunn. Er studierte an der Universität Wien und promovierte 2000 (Paleobiogeography of the Oligocene and Lower Miocene Gastropoda of the Eastern Mediterranean and the Western Indo-Pacific) unter Werner E. Piller (Universität Graz) und Fritz F. Steininger (Senckenberg Museum Frankfurt). Nach einer durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierten Anstellung am Senckenberg Museum in Frankfurt am Main (1997) erfolgte 1997 eine befristete Anstellung am Naturhistorischen Museum Wien als Kurator der Mikropaläontologischen Sammlung. Nach der Umwandlung in ein unbefristetes Dienstverhältnis Im Jahr 2000 folgte 2004 die Ernennung zum Direktor der Geologisch-Paläontologischen Abteilung des Naturhistorischen Museums Wien (seit 2009 unbefristet). 2001 absolvierte er die Österreichische Verwaltungsakademie. Im Jahr 2005 habilitierte sich Harzhauser an der Universität Graz zum Thema „Miozäne Biogeographie und Biostratigraphie der Paratethys“.
Im Jahr 2022 wurde er durch den Minister für Bildung, Wissenschaft und Forschung Martin Polaschek zum Universitätsprofessor ernannt.
Seine Forschungsschwerpunkte sind Känozoische terrestrische, limnische und marine Mollusken, die Paläogeographie und Biostratigraphie der Paratethys und die biotische Entwicklung des Mittelmeeres und des Indo-Pazifiks im Känozoikum. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Popularisierung von Wissen durch Ausstellungen und populärwissenschaftliche Publikationen. Harzhauser absolvierte zahlreiche Geländeaufenthalte in Griechenland, Italien, Türkei, Tansania, Oman, Indien, Sri Lanka und Iran im Rahmen diverser Projekte des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW).
Harzhauser hat mehr als 400 Publikationen veröffentlicht. Neben fachspezifischen Arbeiten schrieb er gemeinsam mit dem Geologen Thomas Hofmann (GeoSphere Austria) mehrere populärwissenschaftliche Bücher, die naturwissenschaftliche Themen humorvoll aufbereiten. Als Taxonom hat er mehr als 450 neue Arten und Gattungen beschrieben. Zwei davon hat er den früheren Generaldirektoren des Naturhistorischen Museums Wien gewidmet: Perrona loetschi nach Bernd Lötsch und Perrona koeberli nach Christian Köberl. Nach Wien hat er die Turmschneckengattung Vienella Harzhauser & Landau, 2019 und die Mitrenschnecke Mitrella viennensis Harzhauser & Landau, 2021 benannt.
Er ist seit 1999 mit Elke Kreditsch verheiratet; 2014 wurde sein Sohn Hannes Leo Harzhauser geboren.
14 Arten wurden nach Harzhauser benannt. Darunter der miozäne Knochenfisch Zappaichthys harzhauseri.
| Personendaten | |
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| NAME | Harzhauser, Mathias |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Paläontologe |
| GEBURTSDATUM | 24. Mai 1973 |
| GEBURTSORT | Hollabrunn |