Matthias Kleiminger

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Begründung: Ich sehe hier keine Relevanz als Geistlicher (kein oberster Kirchenleiter) oder als Sachbuchautor (nur eine Monografie). Moderation und Dienstaufsicht sind normale Tätigkeiten für einen Pastor im mittleren Management. Festansprachen machen auch nicht relevant. Übrigens trägt die Unvollständigkeit des Werksverzeichnisses (fehlende Verlage, fehlende Hinweise, ob es sich um Zeitschriftenbeiträge handelt) zur Verschleierung der Irrelevanz bei. -- WMS.Nemo (Diskussion) 10:18, 19. Sep. 2026 (CEST)

Matthias Michael Thomas Kleiminger (* 11. Oktober 1948 in Parchim) ist ein deutscher evangelisch-lutherischer Theologe, Pastor und Kirchenhistoriker. Von 1998 bis 2012 war er Landessuperintendent des Kirchenkreises Rostock der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs. Er veröffentlichte Arbeiten zur Kirchengeschichte, Konfessionskunde und Religionskunde.

Leben und Werdegang

Matthias Kleiminger wurde als Sohn des Pastors Wilhelm Kleiminger und dessen Frau Ilse Kleiminger, geborene Lemke, geboren.

1979 wurde er mit der Arbeit Die Beurteilung der Reformation in der katholischen Kirchengeschichtsschreibung der DDR in evangelischer Theologie promoviert. Im selben Jahr bestand er das zweite theologische Examen und wurde zunächst Pastor in Bernitt. 1986 erfolgte seine Berufung zum Landespastor im Amt für den Gemeindedienst der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs mit Dienstsitz in Güstrow.

In den 1980er Jahren gehörte Kleiminger der Arbeitsleitung des Konfessionskundlichen Arbeits- und Forschungskreises der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs an und fungierte als dessen Geschäftsführer.

Zum 1. April 1998 wurde er zum Landessuperintendenten des Kirchenkreises Rostock berufen; gleichzeitig erhielt er einen Auftrag als Prediger an der Rostocker St.-Marienkirche.

Landessuperintendent in Rostock

Nachdem 1997 die früheren Kirchenkreise Rostock-Land und Rostock-Stadt zusammengelegt worden waren, stand Kleiminger von 1998 bis 2012 an der Spitze des neu formierten Kirchenkreises Rostock.

Zu seinen Leitungsaufgaben gehörten unter anderem die Begleitung der Gemeinden, die Moderation kirchlicher Entscheidungsprozesse sowie die Dienstaufsicht über Pastorinnen, Pastoren und weitere Mitarbeitende des Kirchenkreises.

Am 22. Mai 2000 unterzeichnete er gemeinsam mit dem damaligen Rostocker Oberbürgermeister Arno Pöker eine Vereinbarung über die Patronatsverhältnisse kirchlicher Gebäude in Rostock.

Während seiner Amtszeit setzte sich Kleiminger für die Präsenz der Kirche im öffentlichen Leben Rostocks ein. Dazu gehörten unter anderem kirchliche Angebote zur Internationalen Gartenbauausstellung 2003, die Zusammenarbeit mit der Hanse Sail und Gesprächsangebote während des G8-Gipfels 2007 in Heiligendamm.

Kleiminger hielt während seiner Amtszeit wiederholt die Festansprache bei der feierlichen Immatrikulation der Universität Rostock in der Rostocker St.-Marienkirche.

Am 22. Juni 2012 wurde Kleiminger in einem Gottesdienst in der Rostocker St.-Nicolaikirche feierlich verabschiedet. Nach dem Ausscheiden aus dem Leitungsamt übernahm er zunächst Vertretungsdienste in der Kirchengemeinde Gresse und widmete sich anschließend verstärkt der wissenschaftlichen Erforschung der mecklenburgischen Dorfmission sowie Fragen des kirchlichen Kunstgutes.

Mit der Verabschiedung Kleimingers am 22. Juni 2012 endete zugleich die Geschichte der Rostocker Landessuperintendentur. Nach Darstellung der Hanse- und Universitätsstadt Rostock bestand die Tradition der Landessuperintendenten in Rostock zu diesem Zeitpunkt seit 463 Jahren. Im Zuge der Gründung der Nordkirche wurde die bisherige Struktur neu geordnet.

Zum Kirchenkreis Rostock gehörten bis dahin die Propsteien Bad Doberan, Ribnitz/Sanitz und Rostock. Er umfasste die Hansestadt Rostock sowie Teile des umliegenden Gebiets.

Theologische und religionskundliche Arbeit

Neben seiner kirchenleitenden Tätigkeit befasste sich Kleiminger mit Kirchengeschichte, Konfessionskunde und der Geschichte des Gemeindeaufbaus in Mecklenburg.

Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit war die Auseinandersetzung mit religiösen Gemeinschaften und Weltanschauungen. Kleiminger war langjähriger Vorsitzender des Arbeitskreises "Religiöse Gemeinschaften" der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD).

2011 veröffentlichte der Arbeitskreis unter Kleimingers Vorsitz die Publikation Heil und Heilung,  die sich mit dem Verhältnis von religiöser Sinnsuche und alternativen Heilverfahren befasste; Kleiminger verfasste hierzu auch das Vorwort.

Als Mitherausgeber war er an der 5. (2000) und 6. Auflage (2006) des Handbuchs Religiöse Gemeinschaften und Weltanschauungen beteiligt, das sich mit Freikirchen, pfingstlich-charismatischen Bewegungen, Sondergemeinschaften, Neuoffenbarungsbewegungen, esoterischen Strömungen und religiösen Gruppen aus Asien befasst. Das Handbuch wird zu den Standardwerken der Konfessionskunde gezählt.

2015 erschien sein Buch Die Dorfmission. Eine mecklenburgische Besonderheit zwischen 1945 und 2012, das die Entwicklung dieser Form kirchlicher Gemeindearbeit in der Nachkriegszeit, in der DDR sowie bis 2012 untersucht.

Darüber hinaus veröffentlichte Kleiminger Beiträge zur mecklenburgischen Kirchengeschichte, darunter den Aufsatz Das Amt des Landessuperintendenten in der Kirchengeschichte Mecklenburgs, der 2007 in einer Festschrift für den mecklenburgischen Landesbischof Hermann Beste erschien.

Rezeption

Das Handbuch Religiöse Gemeinschaften und Weltanschauungen wurde in der Fach- und kirchlichen Publizistik wiederholt besprochen. Die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen bezeichnete die 6. Auflage von 2006 als "Standardwerk der Konfessionskunde" und verwies auf die umfassende Überarbeitung des Werkes. Eine Besprechung der 5. Auflage von 2000 von Uwe Birnstein im Berliner Dialog hob insbesondere die sachliche Darstellung und die Differenzierung der behandelten religiösen und weltanschaulichen Gruppen hervor.

Kleimingers Monografie Die Dorfmission (2015) wurde in Veronika Albrecht-Birkners Forschungsbericht zu Christen und Kirchen in der DDR in der Theologischen Rundschau besprochen. Jens Langer würdigte in seiner Rezension die zahlreichen Originalstimmen von Beteiligten und die historischen Fotografien. Für eine weitere Auflage regte er an, die Aufstellungen im Anhang zu ergänzen und zu korrigieren.

Das Landeskirchliche Archiv der Nordkirche stützt in seiner Beständeübersicht die Darstellung der Aufgaben der mecklenburgischen Landessuperintendenten auf Kleimingers Aufsatz Das Amt des Landessuperintendenten in der Kirchengeschichte Mecklenburgs (2007).

Schriften (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. 1 2 Katalog der Deutschen Nationalbibliothek. Deutsche Nationalbibliothek, abgerufen am 17. September 2026.
  2. ↑ Kirchliches Amtsblatt der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs. (PDF; 362 KB) Evangelisch-Lutherische Landeskirche Mecklenburgs, 26. Oktober 1979, S. 78, abgerufen am 17. September 2026.
  3. ↑ Kirchliches Amtsblatt der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs. (PDF; 422 KB) 14. Oktober 1986, abgerufen am 9. Oktober 2026.
  4. ↑ Gert Haendler: Erlebte Kirchengeschichte. Erinnerungen an Kirchen und Universitäten zwischen Sachsen und den Ostseeländern. Abgerufen am 9. Oktober 2026.
  5. ↑ Kirchliches Amtsblatt der Evang.-Luth. Landeskirche Mecklenburgs. (PDF; 7,6 MB) S. 38, abgerufen am 9. Oktober 2026.
  6. ↑ Dr. Matthias Kleiminger im Interview: „Kirchbau fördert den Gemeindeaufbau“. Abgerufen am 17. September 2026.
  7. ↑ Kirchengesetz vom 23. März 1997 über die Neuordnung von Kirchenkreisen und zur Änderung des Kirchengesetzes zur Ausführung der Kirchenkreisordnung. (PDF; 7,8 MB) In: Kirchliches Amtsblatt der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs. 22. April 1997, S. 65, abgerufen am 9. Oktober 2026.
  8. ↑ Anne-Christin Draeger: Beständeübersicht des Landeskirchlichen Archivs der Nordkirche. (PDF; 1.687 KB) Landeskirchliches Archiv der Ev.-Luth. Kirche in Norddeutschland, April 2022, S. 29, abgerufen am 9. Oktober 2026.
  9. ↑ Geltendes Recht: 2.104-501 Kirchenpatronatsvertrag Rostock (KPV-Rostock) - Kirchenrecht Online-Nachschlagewerk | Ev.-Luth. Kirche in Norddeutschland. Abgerufen am 21. September 2026.
  10. ↑ Doreen Henske: Das Patronat der Hansestadt. Die Untersuchung behandelt die Entwicklung des Rostocker Patronats bis zum Patronatsvertrag von 2000. Shaker, Aachen 2013, ISBN 978-3-8440-1404-4, S. 520.
  11. ↑ 25 Jahre Stadtpatronat in der Rostocker Petrikirche. Abgerufen am 17. September 2026.
  12. 1 2 „Kirchbau fördert den Gemeindeaufbau“. Abgerufen am 17. September 2026 (deutsch).
  13. ↑ Immatrikulation 2006 - Rostocker Universitätsreden. Universität Rostock, 2007, abgerufen am 9. Oktober 2026.
  14. ↑ Rostock-Heute.de: Feierliche Immatrikulation an der Universität Rostock. 17. Oktober 2010, abgerufen am 17. September 2026.
  15. ↑ Antje Strahl, Angela Hartwig: Die feierliche Aufnahme in die Universität – eine lebendige Rostocker Tradition! Direktor der Universitätsbibliothek Rostock, 2014, abgerufen am 9. Oktober 2026.
  16. ↑ Rostock - Das Jahr 2012 in Rostock: Ein unvollständiger Rückblick. Abgerufen am 21. September 2026.
  17. ↑ Bekanntmachung vom 3. Oktober 1958 über Kirchenkreisverzeichnis. (PDF; 7,8 MB) In: Kirchliches Amtsblatt der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs. 11. November 1958, S. 57-58, abgerufen am 9. Oktober 2026.
  18. ↑ Index Theologicus. Internationale Bibliographie für Theologie und Religionswissenschaft. Abgerufen am 17. September 2026.
  19. ↑ „Heil und Heilung“. 20. Januar 2011, abgerufen am 17. September 2026.
  20. ↑ deutschlandfunkkultur.de: "Beziehung zwischen Heilung und Heil". 29. Januar 2011, abgerufen am 17. September 2026.
  21. 1 2 Andreas Fincke: Handbuch Religiöse Gemeinschaften und Weltanschauungen - EZW. Abgerufen am 17. September 2026.
  22. ↑ Religionswissenschaftliche Bibliografie. Eberhard Karls Universität Tübingen, abgerufen am 17. September 2026.
  23. ↑ Neuerscheinungen 2015. Historische Kommission für Mecklenburg, abgerufen am 17. September 2026.
  24. ↑ Index Theologicus. Internationale Bibliographie für Theologie und Religionswissenschaft. Abgerufen am 17. September 2026.
  25. ↑ Uwe Birnstein: Seite 24-26, BERLINER DIALOG 21, 2-2000. Abgerufen am 23. September 2026.
  26. ↑ Veronika Albrecht-Birkner: Forschungsbericht Christen und Kirchen in der DDR 2014–2022 (Teil 2). In: Theologische Rundschau 89 (2024), Heft 4, ab S. 464, hier S. 466 und 488, doi:10.1628/thr-2024-0027.
  27. ↑ Jens Langer: Geschichte der Dorfmission in Mecklenburg aufgearbeitet. In: Informations-Rundbrief des Ev.-Luth. Kirchenkreises Mecklenburg, Ausgabe 13, September 2015, S. 4–5 (PDF).
  28. ↑ Anne-Christin Draeger: Beständeübersicht des Landeskirchlichen Archivs der Nordkirche. Kiel, April 2022, S. 28–29 (Tektonikgruppe 10.04 Landessuperintendenturen) (PDF).
  29. ↑ Christengemeinschaft in Bayern – Historisches Lexikon Bayerns. Abgerufen am 27. September 2026.
  30. ↑ Veröffentlichungsliste von Dr. Matthias Pöhlmann. (PDF; 198 KB) Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern, 2014, abgerufen am 9. Oktober 2026.
  31. ↑ Matthias Pöhlmann: Spiritismus. In: Zeitschrift für Religion und Weltanschauung. Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, abgerufen am 9. Oktober 2026.
  32. ↑ Die Kirchen in Deutschland 1878 bis 1933: Facetten eines Überblicks. In: Index Theologicus. Internationale Bibliographie für Theologie und Religionswissenschaft. Abgerufen am 9. Oktober 2026.
Personendaten
NAME Kleiminger, Matthias
ALTERNATIVNAMEN Kleiminger, Matthias Michael Thomas (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG deutscher evangelisch-lutherischer Theologe und Pastor
GEBURTSDATUM 11. Oktober 1948
GEBURTSORT Parchim