Zur Löschdiskussion Begründung:Ich sehe hier keine Relevanz als Geistlicher (kein oberster Kirchenleiter) oder als Sachbuchautor (nur eine Monografie). Moderation und Dienstaufsicht sind normale Tätigkeiten für einen Pastor im mittleren Management. Festansprachen machen auch nicht relevant. Übrigens trägt die Unvollständigkeit des Werksverzeichnisses (fehlende Verlage, fehlende Hinweise, ob es sich um Zeitschriftenbeiträge handelt) zur Verschleierung der Irrelevanz bei. -- WMS.Nemo (Diskussion) 10:18, 19. Sep. 2026 (CEST)
Matthias Kleiminger wurde als Sohn des Pastors Wilhelm Kleiminger und dessen Frau Ilse Kleiminger, geborene Lemke, geboren.
1979 wurde er mit der Arbeit Die Beurteilung der Reformation in der katholischen Kirchengeschichtsschreibung der DDR in evangelischer Theologie promoviert. Im selben Jahr bestand er das zweite theologische Examen und wurde zunächst Pastor in Bernitt. 1986 erfolgte seine Berufung zum Landespastor im Amt für den Gemeindedienst der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs mit Dienstsitz in Güstrow.
In den 1980er Jahren gehörte Kleiminger der Arbeitsleitung des Konfessionskundlichen Arbeits- und Forschungskreises der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs an und fungierte als dessen Geschäftsführer.
Zum 1. April 1998 wurde er zum Landessuperintendenten des Kirchenkreises Rostock berufen; gleichzeitig erhielt er einen Auftrag als Prediger an der Rostocker St.-Marienkirche.
Landessuperintendent in Rostock
Nachdem 1997 die früheren Kirchenkreise Rostock-Land und Rostock-Stadt zusammengelegt worden waren, stand Kleiminger von 1998 bis 2012 an der Spitze des neu formierten Kirchenkreises Rostock.
Zu seinen Leitungsaufgaben gehörten unter anderem die Begleitung der Gemeinden, die Moderation kirchlicher Entscheidungsprozesse sowie die Dienstaufsicht über Pastorinnen, Pastoren und weitere Mitarbeitende des Kirchenkreises.
Am 22. Mai 2000 unterzeichnete er gemeinsam mit dem damaligen Rostocker Oberbürgermeister Arno Pöker eine Vereinbarung über die Patronatsverhältnisse kirchlicher Gebäude in Rostock.
Kleiminger hielt während seiner Amtszeit wiederholt die Festansprache bei der feierlichen Immatrikulation der Universität Rostock in der Rostocker St.-Marienkirche.
Am 22. Juni 2012 wurde Kleiminger in einem Gottesdienst in der Rostocker St.-Nicolaikirche feierlich verabschiedet. Nach dem Ausscheiden aus dem Leitungsamt übernahm er zunächst Vertretungsdienste in der Kirchengemeinde Gresse und widmete sich anschließend verstärkt der wissenschaftlichen Erforschung der mecklenburgischen Dorfmission sowie Fragen des kirchlichen Kunstgutes.
Mit der Verabschiedung Kleimingers am 22. Juni 2012 endete zugleich die Geschichte der Rostocker Landessuperintendentur. Nach Darstellung der Hanse- und Universitätsstadt Rostock bestand die Tradition der Landessuperintendenten in Rostock zu diesem Zeitpunkt seit 463 Jahren. Im Zuge der Gründung der Nordkirche wurde die bisherige Struktur neu geordnet.
Zum Kirchenkreis Rostock gehörten bis dahin die Propsteien Bad Doberan, Ribnitz/Sanitz und Rostock. Er umfasste die Hansestadt Rostock sowie Teile des umliegenden Gebiets.
Theologische und religionskundliche Arbeit
Neben seiner kirchenleitenden Tätigkeit befasste sich Kleiminger mit Kirchengeschichte, Konfessionskunde und der Geschichte des Gemeindeaufbaus in Mecklenburg.
Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit war die Auseinandersetzung mit religiösen Gemeinschaften und Weltanschauungen. Kleiminger war langjähriger Vorsitzender des Arbeitskreises "Religiöse Gemeinschaften" der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD).
2011 veröffentlichte der Arbeitskreis unter Kleimingers Vorsitz die Publikation Heil und Heilung, die sich mit dem Verhältnis von religiöser Sinnsuche und alternativen Heilverfahren befasste; Kleiminger verfasste hierzu auch das Vorwort.
Als Mitherausgeber war er an der 5. (2000) und 6. Auflage (2006) des Handbuchs Religiöse Gemeinschaften und Weltanschauungen beteiligt, das sich mit Freikirchen, pfingstlich-charismatischen Bewegungen, Sondergemeinschaften, Neuoffenbarungsbewegungen, esoterischen Strömungen und religiösen Gruppen aus Asien befasst. Das Handbuch wird zu den Standardwerken der Konfessionskunde gezählt.
2015 erschien sein Buch Die Dorfmission. Eine mecklenburgische Besonderheit zwischen 1945 und 2012, das die Entwicklung dieser Form kirchlicher Gemeindearbeit in der Nachkriegszeit, in der DDR sowie bis 2012 untersucht.
Darüber hinaus veröffentlichte Kleiminger Beiträge zur mecklenburgischen Kirchengeschichte, darunter den Aufsatz Das Amt des Landessuperintendenten in der Kirchengeschichte Mecklenburgs, der 2007 in einer Festschrift für den mecklenburgischen Landesbischof Hermann Beste erschien.
Rezeption
Das Handbuch Religiöse Gemeinschaften und Weltanschauungen wurde in der Fach- und kirchlichen Publizistik wiederholt besprochen. Die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen bezeichnete die 6. Auflage von 2006 als "Standardwerk der Konfessionskunde" und verwies auf die umfassende Überarbeitung des Werkes. Eine Besprechung der 5. Auflage von 2000 von Uwe Birnstein im Berliner Dialog hob insbesondere die sachliche Darstellung und die Differenzierung der behandelten religiösen und weltanschaulichen Gruppen hervor.
Kleimingers Monografie Die Dorfmission (2015) wurde in Veronika Albrecht-Birkners Forschungsbericht zu Christen und Kirchen in der DDR in der Theologischen Rundschau besprochen. Jens Langer würdigte in seiner Rezension die zahlreichen Originalstimmen von Beteiligten und die historischen Fotografien. Für eine weitere Auflage regte er an, die Aufstellungen im Anhang zu ergänzen und zu korrigieren.
Das Landeskirchliche Archiv der Nordkirche stützt in seiner Beständeübersicht die Darstellung der Aufgaben der mecklenburgischen Landessuperintendenten auf Kleimingers Aufsatz Das Amt des Landessuperintendenten in der Kirchengeschichte Mecklenburgs (2007).
Schriften (Auswahl)
Horst Reller, Hans Krech, Matthias Kleiminger (Hrsg.): Handbuch Religiöse Gemeinschaften und Weltanschauungen. Freikirchen, Sondergemeinschaften, Sekten, synkretische Neureligionen und Bewegungen, missionierende Religionen des Ostens, Neureligionen, kommerzielle Anbieter von Lebensbewältigungshilfen und Psycho-Organisationen. 5., neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2000, 1111 S., ISBN 3-579-03585-1.
Hans Krech / Matthias Kleiminger (Hg.): Handbuch Religiöse Gemeinschaften und Weltanschauungen. 6., neu bearbeitete und erweiterte Auflage, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2006, 1167 S., mit CD-ROM, ISBN 978-3-57903585-7.
Dankesworte eines Studenten zur Emeritierung von Konrad Weiß. 1972. Wiederabgedruckt in: Heinrich Holze (Hrsg.): Die Theologische Fakultät Rostock unter zwei Diktaturen. Studien zur Geschichte 1933-1989. Festschrift für Gert Haendler zum 80. Geburtstag. Rostocker Theologische Studien, Bd. 13, LIT Verlag, Münster 2004.
Die Kirchen in Deutschland 1878 bis 1933: Facetten eines Überblicks. In: Evangelisch und ökomenisch, 1986, S. 156-173, ISBN 3525565283.
Zur Geschichte der Kirchentagsbewegung in Mecklenburg. Güstrow 1991.
Die Dorfmission. Eine mecklenburgische Besonderheit zwischen 1945 und 2012. Lutherische Verlagsgesellschaft, Kiel 2015, 152 Seiten, ISBN 978-3-87503-179-9.
Das Amt des Landessuperintendenten in der Kirchengeschichte Mecklenburgs. In: Heinrich Holze und Hermann Michael Niemann (Hrsg.): Kirchenleitung in theologischer Verantwortung. Dankesgabe an Landesbischof Hermann Beste. Leipzig 2007, S. 165–187.
Versuch einer Verständigung zwischen den theologischen Lagern in Mecklenburg um 1829. In: Mecklenburgia Sacra, Bd. 11, 2008, S. 81–89.
Die Beurteilung der Reformation in der katholischen Kirchengeschichtsschreibung der DDR. Universität Rostock, Theologische Fakultät, Dissertation A, Rostock 1978, XV, 131 Bl.
Dr. Werner de Boor – Evangelist und Oberkirchenrat. In: Mecklenburgia Sacra, 2007, Bd. 10, S. 156–213.
Heilung und Heil aus evangelischer Sicht. In: Heil und Heilung. Beobachtungen aus dem Arbeitskreis Religiöse Gemeinschaften der VELKD. Texte aus der VELKD, Nr. 156, Hannover 2011, S. 54–58.
Der religiöse Tanz: Eine Herausforderung an die Apologeten der ersten Jahrhunderte. In: Ingolf Christiansen (Hrsg.): Dialog in Konfrontation. … und die Wahrheit wird euch frei machen. Festschrift für Dr. h. c. Thomas Gandow. Jena 2011, S. 32–42, ISBN 978-3-9812008-7-4.
Bewegtes Mecklenburg. Zur Geschichte der Kirchen im Nordosten Deutschlands. In: Lebendige Seelsorge, 67. Jahrgang, 2016, S. 51.
Beiträge von Astrid Utpatel-Hartwig und Matthias Kleiminger in: Dietlind Glüer (Hrsg.): Das Burckhardthaus-Ost – erlebt und erinnert. Lutherische Verlagsgesellschaft, Kiel 2018, ISBN 978-3-87503-214-7.
Überwachung und Infiltration. In: Evangelische Stimmen. Zeitfragen und Kirche in Norddeutschland, Heft 7/2022, S. 56-57. Rezension von Hannelore Baier (Hrsg.): Überwachung und Infiltration. Die evangelische Kirche in Rumänien unter kommunistischer Herrschaft (1945-1969). Dokumentation.Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2022.
Das Feld der Dorfmissionsbewegung als Experimentierfeld für den Gemeindeaufbau. In: Gerhard Altenburg, Karl-Matthias Siegert (Hrsg.): „Kirche für andere — Kirche mit anderen.Festschrift für Dr. Heinrich Rathke zum 85. Geburtstag, Redarius Verlag, Wismar 2014, ISBN 978-3-941917-07-1
↑Doreen Henske:Das Patronat der Hansestadt. Die Untersuchung behandelt die Entwicklung des Rostocker Patronats bis zum Patronatsvertrag von 2000. Shaker, Aachen 2013, ISBN 978-3-8440-1404-4, S.520.
↑Veronika Albrecht-Birkner: Forschungsbericht Christen und Kirchen in der DDR 2014–2022 (Teil 2). In: Theologische Rundschau 89 (2024), Heft 4, ab S. 464, hier S. 466 und 488, doi:10.1628/thr-2024-0027.
↑Jens Langer: Geschichte der Dorfmission in Mecklenburg aufgearbeitet. In: Informations-Rundbrief des Ev.-Luth. Kirchenkreises Mecklenburg, Ausgabe 13, September 2015, S. 4–5 (PDF).
↑Anne-Christin Draeger: Beständeübersicht des Landeskirchlichen Archivs der Nordkirche. Kiel, April 2022, S. 28–29 (Tektonikgruppe 10.04 Landessuperintendenturen) (PDF).
↑Matthias Pöhlmann:Spiritismus.In:Zeitschrift für Religion und Weltanschauung.Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen,abgerufen am 9.Oktober 2026.