Max Fuchs

Max Fuchs (* 30. September 1948 in Dudweiler, Saarland) ist ein deutscher Erziehungs- und Kulturwissenschaftler und Hochschullehrer. Bekannt wurde er besonders als Vorsitzender des Deutschen Kulturrates (von 2001 bis 2013) und Direktor der Akademie Remscheid sowie zahlreiche Veröffentlichungen zu Kulturtheorie und -politik, zur Bildungstheorie und Kulturgeschichte.

Leben und Schaffen

Fuchs absolvierte zunächst eine Lehre zum Fernmeldetechniker bei der ehemaligen Bundespost. Durch Weiterbildung ermöglichte er sich ein Universitäts-Studium der Mathematik und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Köln, das er als Diplom-Mathematiker abschloss. Zusätzlich absolvierte er noch ein Universitäts-Studium der Pädagogik und Soziologie, das er mit Magister Artium (MA; Fernuniversität Hagen) und durch eine Dissertation zum Dr. phil. (Universität Kiel) vollendete.

Nachdem er zunächst lange Jahre in verschiedenen Stellen bei der Bundespost gearbeitet hatte, unterrichtete er zunächst 1974–1984 Mathematik an einem Kölner Gymnasium sowie an der VHS Düsseldorf. Als man ihm den Chefposten des Remscheider Instituts für Bildung und Kultur (IBK) anbot, übernahm er dort die Leitung und wechselte 1988 auf die Stelle des Direktors der Akademie Remscheid. Im Jahr 1996 wurde er Honorarprofessor für Kulturarbeit an der Universität Duisburg-Essen, die damals noch Gesamthochschule hieß. Außerdem hatte er Lehraufträge und Gastdozenturen für Kultur- und Kunsttheorie sowie für Kultur- und Bildungspolitik an der Universität Basel und der Hochschule für Wirtschaft und Politik Hamburg.

Ehrenamtlich wurde Fuchs in zahlreichen Kultur-Förderungs-Gremien und -Institutionen tätig. Von 2001 bis 2013 war er Vorsitzender des Deutschen Kulturrats. Er war Mitglied des Bundesjugendkuratoriums, Mitglied der deutschen Delegation beim UNESCO-Weltkongress zur Kulturpolitik in Stockholm 1998 sowie bei den Weltkongressen zur Kulturellen Bildung in Lissabon und Seoul. Er war Mitglied der Deutschen UNESCO-Kommission und Mitglied des Kuratoriums des Instituts für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft. Gewählt wurde er als Sprecher des Qualifizierungsnetzwerkes Medien NRW, zum stellvertretenden Vorsitzenden des Fonds Soziokultur (1994–2000), zum Vorsitzenden der Fachausschüsse Kulturelle Bildung und Europa des Deutschen Kulturrates. Seit 1985 ist Fuchs Mitglied der Kulturpolitischen Gesellschaft (Bonn).

Im Jahr 1992 organisierte er in der Akademie Remscheid das erste Europäische Seminar Kulturmanagement zusammen mit sechs Ausbildungsinstituten in Kulturmanagement und Kulturpolitik aus Großbritannien, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Spanien und Deutschland. Daraus entstand die Idee zur Gründung des European Networks of Cultural Administration Centers (ENCATC) mit heute über 100 Mitgliedern aus über 40 Ländern, das dann formell in Warschau gegründet wurde.

Max Fuchs ist Ehrenvorsitzender der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ), deren Vorsitzender er von 1994 bis 2009 war, und des Instituts für Bildung und Kultur.

Fuchs ist verheiratet und hat zwei Söhne.

Inhaltliche Positionen

Fuchs hat eine Grundlegung der Erziehungswissenschaft auf der Basis der Philosophie der symbolischen Formen von Ernst Cassirer (kopaed-Verlag, München 2024) und das Konzept von „Bildung als Lebensführungskompetenz“ (kopaed-Verlag, München 2023) vorgelegt. Er entwickelte zusammen mit Kollegen aus der BKJ das Konzept einer „Kulturschule“. Er setzte sich kritisch mit den Ansätzen des Postkolonialismus, des Posthumanismus und des Neuen Materialismus auseinander, wobei er sich dem Slogan von Gayatra Spivak anschließt: Bei aller notwendigen Kritik 'das Beste der Aufklärung zu bewahren’. Weitere Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen sind Kultur- und Kunsttheorie. Er hat zudem das erste deutschsprachige Lehrbuch zur Kulturpolitik ("Kulturpolitik als gesellschaftliche Aufgabe." Wiesbaden: Westdeutscher Verlag 1998) veröffentlicht.

Werke (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Prof. Dr. phil. Max Fuchs (Memento vom 17. Juli 2012 im Webarchiv archive.today)
  2. 1 2 3 Vorstand des Sprecherrates (Memento vom 6. Februar 2013 im Webarchiv archive.today)
  3. ↑ Profil Prof. Dr. Max Fuchs (Memento vom 7. Dezember 2015 im Internet Archive) (englisch).
  4. ↑ IBK. Archiviert vom Original am 22. Juni 2014; abgerufen am 11. Juni 2026.
  5. ↑ Max Fuchs: Gemeinsames Ziel, verschiedene Wege? (PDF; 11,5 MB) In: kulturrat.de. August 2018, S. 21, abgerufen am 12. Juni 2026.
  6. ↑ Profil Prof. Dr. Max Fuchs (Memento vom 19. Juli 2012 im Webarchiv archive.today) In: Arts for Education!
  7. ↑ Druckausgabe Mitgliederinfo 3 • 2023 Kulturpolitische Gesellschaft e.V. Seite 9 Personalia, abgerufen am 22. Oktober 2023
  8. ↑ Max Fuchs, Christiane Liebald: Kulturpolitik in Europa ist praktische Kulturpolitik. Bericht vom ersten Europäischen Sommerkurs und Kongress Kulturmanagement in der Akademie Remscheid vom 29.6. bis 12.7. 1992. Hrsg.: Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW e.V. Remscheid 1993, ISBN 978-3-923128-33-4 (230 S.).
  9. ↑ Olaf Zimmermann: Prof. Dr. Max Fuchs als Präsident des Deutschen Kulturrates bestätigt. In: nmz.de. 20. März 2009, abgerufen am 12. Juni 2026.
  10. ↑ Max Fuchs: Erziehungswissenschaft und Postkolonialismus. 1. Auflage. kopaed, München 2024, ISBN 978-3-96848-143-2 (280 S.).
Personendaten
NAME Fuchs, Max
KURZBESCHREIBUNG deutscher Kulturwissenschaftler und Hochschullehrer
GEBURTSDATUM 30. September 1948
GEBURTSORT Dudweiler