| Maymand | ||
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| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Provinz: | Kerman | |
| Koordinaten: | 30° 14′ N, 55° 23′ O | |
| Höhe: | 2220 m | |
| Einwohner: | 105 (2016) | |
| Zeitzone: | UTC+3:30 | |
Maymand (persisch میمند, auch Meymand oder Meimand) ist ein in den Fels gegrabenes Höhlendorf in der Provinz Kerman im Iran, 36 km nordöstlich der Stadt Schahr-e Babak. Die Kulturlandschaft Maymand wurde 2015 von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt (Kriterium (v), Nr. 1423).
Das Dorf liegt auf über 2220 m Höhe am südlichen Rand des iranischen Zentralgebirges in einem semiariden Gebirgstal. Die jährlichen Niederschläge schwanken zwischen 300 und 500 mm. Die Wasserversorgung erfolgte traditionell über Qanate; von einst 51 bekannten Qanaten der weiteren Umgebung sind heute nur noch zwei funktionsfähig.
In der halbtrockenen Landschaft wachsen wilde Pistazien und wilde Mandelbäume auf Grasland, das vor allem von Tragant-Arten (Astragalus) bedeckt ist. In den Schluchten liegen kleine Oasen mit Haselbäumen, Weinbergen und Jujuben. In den Bergen der Umgebung kommt die Pfeifhasenart Ochotona vizier vor, die in den Provinzen Isfahan und Kerman verbreitet ist.
Die rund 105 Einwohner des Dorfes (Volkszählung 2016) sind halbnomadische Hirten und Bauern, die von Schafzucht, Ackerbau und Handwerk wie der Herstellung von Filz (Namad) leben. Sie praktizieren eine dreiphasige Transhumanz – ursprünglich mit vier, heute mit drei Siedlungsplätzen: Vom Ende des Winters bis in den späten Frühling leben die Familien in den Sar-e-Āghol genannten Frühjahrssiedlungen, den Sommer verbringen sie in den Sar-e-Bāgh genannten Sommersiedlungen an den saisonalen Flüssen, wo Terrassenfelder mit Weizen und Gerste angelegt und Traubensirup-Gruben (Kel-e-Dūshāb) betrieben werden. Zu den saisonalen Unterkünften zählen die runden Hütten vom Typ Kapar und Gombeh. Den Winter verbringen die Familien in den Wohnhöhlen (Kiches). Von rund 400 identifizierten Kiches sind 123 intakt, bewohnt werden im Winter nur noch etwa 90 – die Gemeinde umfasst etwa 70 Familien.
Die Wohnhöhlen sind in weichen, lokal Kamar genannten Fels gegraben und terrassenförmig in bis zu fünf Ebenen übereinander angelegt. Jedes Haus besteht aus einem bis sieben Räumen. In den Sar-e-Āghol stehen halb unterirdische runde Häuser (Markhāneh) und oberirdische Bauten mit kegelförmigem Dach aus Zweigen (Mashkdān). Teile des Dorfes sind im Rahmen eines Ökomuseums für Besucher zugänglich.
Die dauerhaft bewohnten Wohnhöhlen werden auf die parthische und frühe sassanidische Zeit datiert (etwa 3. Jahrhundert v. Chr. bis 3. Jahrhundert n. Chr.). Nach UNESCO-Angaben sind sie seit 2000 bis 3000 Jahren bewohnt.
2001 wurde Maymand in die nationale Denkmalliste Irans aufgenommen (Registernummer 4135). 2005 erhielt das Dorf den „Melina-Mercouri-Preis“ der UNESCO für die Bewahrung und das Management von Kulturlandschaften; die Preisverleihung fand am 7. September 2005 am UNESCO-Hauptsitz statt. 2015 nahm das Welterbekomitee auf seiner 39. Sitzung in Bonn die „Cultural Landscape of Maymand“ in die Welterbeliste auf.
Die Welterbestätte umfasst eine Kernzone von 4953,85 ha und eine Pufferzone von 7024,65 ha. Seit 2001 ist die iranische Kulturerbebehörde (ICHHTO) für die Stätte zuständig und unterhält mit der Maymand Cultural Heritage Base eine eigene Verwaltung. Die Höhlenbauten wurden im Jahrzehnt vor der Einschreibung umfangreich restauriert. Das Welterbekomitee empfahl bei der Einschreibung, einen Tourismus-Managementplan zu erarbeiten, der vermeidet, das Höhlendorf in ein Museum zu verwandeln.
Als zentrale Gefährdung gilt die Abwanderung der Bewohner und Umweltbelastungen durch eine Fabrik in der Ebene von Khatunabad, in der auch die Frühjahrssiedlungen liegen. 2016 fand in Maymand das erste World-Heritage-Volunteers-Camp in Iran statt.